TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Dienstag, 03. Februar 2026, 20:10:51

YouTube: Gipfelkreuz des Bullshits

Lügen wie aus einer Stalinorgel feuert ein YouTube-Kanal unters Volk, der sich paradoxerweise „TrueCrime“ nennt. Toxische 61 Sekunden:

https://youtu.be/_-6-58MXbkE

Verblödete KI oder künstliche Verblödung? Entspringt in derlei Gefilden der Quell für Hass und Argwohn des gemeinen Chiemgauers?


Radio Charivari: Noch voller als Vollsuff geht immer
andi55 hat geschrieben: Dienstag, 03. Februar 2026, 18:35:02 … dass die Eiskellerbesucher doch alle nur ein wenig lustig waren aber noch topfit. …
Tja, wenn ein fränkischer Innenminister und Ministerpräsident nach drei Mass noch mit dem Auto heimfährt, dann schafft das ein Eiskeller-Besucher nach ‘ner Flasche Wodka zu Fuß schon lange! Mit läppischen zwei Promille gilt ein strammer Oberbayer gemeinhin noch als nüchtern. Radio Charivari berichtet heute:

Spoiler – hier klicken!
Rosenheimer Polizei sammelt Betrunkene mit drei und vier Promille ein

Bild

Die Polizei Rosenheim hat sich mit zwei stark alkoholisierten Männern beschäftigen müssen.

Am frühen Nachmittag gestern meldeten Zeugen einen torkelnden Fußgänger in der Mangfallstraße. Die Beamten trafen dort einen 59-jährigen Rosenheimer an. Ein Atemalkoholtest ergab rund drei Promille, eine Verständigung war kaum möglich. Später folgte ein ähnlicher Einsatz in der Pettenkoferstraße. Dort wurde ein 55-jähriger Mann aus Traunstein mit etwa vier Promille Alkohol festgestellt. Auch er war nicht mehr ansprechbar.

Radio Charivari Rosenheim am 03.02.2026
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... omille-ein

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von andi55 » Dienstag, 03. Februar 2026, 18:35:02

@Catch22
VIELEN DANK !!!
Ich dachte schon, ich wäre ein Fall den den Herrn Steller und bilde mir groben Unfug ein ! Es ist ja nun nicht bahnbrechend wichtig, aber die Info mit der jungen Dame , fiel mir immer dann ein, wenn von der Gegenseite die Umstände insofern verharmlost wurden, dass die Eiskellerbesucher doch alle nur ein wenig lustig waren aber noch topfit. Hat man ja auch an Nachbar P. gesehen, der kam selbstständig auch nicht zu Hause an, hat aber wenigstens den Rückweg zum Eiskeller noch geschafft !

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Dienstag, 03. Februar 2026, 13:45:26

andi55 hat geschrieben: Samstag, 31. Januar 2026, 22:05:04 … es gab an jenem Abend sogar einen RTW-Einsatz wegen einer jungen Dame. …
andi55 hat geschrieben: Sonntag, 01. Februar 2026, 00:32:38 … Spontan dachte ich, im ersten Urteil darüber gelesen zu haben. …
Du hattest recht! Im Zusammenhang mit der Identifizierung des aufgefundenen Leichnams wird im ersten Urteil ein Johanniter-Einsatz erwähnt:

Spoiler – hier klicken!
… Um 18:51 Uhr sei von der Pl Prien mitgeteilt worden, dass es sich bei dem Leichnam möglicherweise um … handeln könne, bezüglich derer in der Nacht ein Johanniter-Einsatz am „Eiskeller“ erfolgt gewesen sei. Frau … habe zwar nicht persönlich zu Hause angetroffen werden können, allerdings sei über ihren Arbeitsplatz (Krankenhaus Traunstein) und die erhaltene Personenbeschreibung um 20:56 Uhr festgestanden, dass sie aufgrund sehr auffälliger Tattoos nicht die in Kaltenbach aufgefundene Leiche habe sein können. …

Aufgehobenes Urteil, Rdnr. 149
https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... 24-N-26699

In demselben Absatz ist auch vom Unterbinden der Trunkenheitsfahrt (§ 316 StGB) einer Eiskeller-Besucherin in jener Nacht die Rede:

Spoiler – hier klicken!
… Sie referierte, dass um 18:47 Uhr am „Eiskeller“ das Fahrzeug der …, bezüglich derer das Unterbinden einer Trunkenheitsfahrt in der Nacht 02./03.10.2022 bekannt gewesen sei, festgestellt worden wäre. Es sei abgeklärt worden, ob es sich bei der gefundenen unbekannten weiblichen Leiche um … habe handeln können. Diese sei schließlich aber am gleichen Tag um 19:45 Uhr telefonisch erreicht worden. …

Aufgehobenes Urteil, Rdnr. 149
https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... 24-N-26699

Catch22 hat geschrieben: Samstag, 31. Januar 2026, 23:54:59 … Im aufgehobenen Urteil ist darüber nichts zu finden. …
Ich hatte mich geirrt und bitte um Entschuldigung. Selbst die unscheinbarsten Nebensächlichkeiten hast Du Dir beim Lesen eingeprägt. Chapeau!

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Montag, 02. Februar 2026, 18:20:04

Gast hat geschrieben: Sonntag, 01. Februar 2026, 22:09:15 Ja, Unfall selbstverschuldet würde meiner Meinung nach nur am Brückerl für mich erklärbar sein. …
Bislang unberücksichtigt blieb die Netzverbindung nach dem fehlgeschagenen Anrufversuch von 2:32:09 Uhr.

► Der Nachbar P. rief Hanna um 2.36 Uhr und um 2.37 Uhr an – nicht erreichbar, weil kein Netz; Mailbox. (Um 2.38 Uhr schickte er Hanna eine WhatsApp-Nachricht – Zustellstatus nicht bekannt.)

► Um 2.40 Uhr hingegen wurde von Hannas Handy eine SMS des Providers empfangen (Info über entgangene Anrufe).

Quelle: aufgehobenes Urteil, Rdnr. 280, 594

Zumindest um 2.40 Uhr musste das Handy kurzzeitig wieder Verbindung zum Mobilfunknetz gehabt haben, nachdem zuvor keine Verbindung bestanden hatte.

► Der Anrufversuch von 2:32:09 Uhr erfolgte in der südlichen Funkzelle (d. h. südlich der Straße „Am Hofbichl“).

► Die SMS von 2.40 Uhr wurde in der nördlichen Funkzelle zugestellt.

Quelle: aufgehobenes Urteil, Rdnr. 588 ff

Bis 2.40 Uhr dürfte das Handy schätzungsweise bereits bis in den Bereich der Mündung des Bärbachs in die Prien gelangt sein.

Damit eine kurzzeitige Netzverbindung überhaupt möglich war, musste das Handy um 2.40 Uhr wieder an die Oberfläche gespült worden sein (aufgehobenes Urteil, Rdnr. 601).

Dies spricht dafür, dass sich das Handy in der Umhängetasche befunden hatte, als Hanna in den Bärbach stürzte. Andernfalls wäre es wohl längst auf den Bachgrund gesunken, wo eine Netzverbindung aufgrund der starken Abschirmung kaum möglich ist.

Die Brückerl-Theorie von @Lento wird dadurch weiter gestützt.

Gast hat geschrieben: Montag, 02. Februar 2026, 13:48:08 … Ein frühzeitiger Sturz am Brückchen ist natürlich schwieriger nach zustellen.
Ja, zumal vergleichbares Hochwasser mit vergleichbarer Strömung nicht alle Tage herrscht. Hinsichtlich Geo-Daten, Thermodynamik, Auftriebsverhalten, Netzverbindung und Zeitstrahl wäre ein solcher Feldversuch aber superspannend!

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast » Montag, 02. Februar 2026, 13:48:08

Wenn sie angeblich mit einem trockenen Handy bis zum Regeneinlauf des Seilbahnparkplatzes gekommen ist, müsste man doch mit einem gleichen Handy in der Jackentasche oder im Umhängetäschen, die angebliche Strecke sooft nachlaufen bis das Handy bei gleicher Grundeinstellung die gleichen Gps Punkte aufzeichnet. Zur Zeit sind die Bäume halt nicht belaubt was Unterschiede bringen könnte.
Ein frühzeitiger Sturz am Brückchen ist natürlich schwieriger nach zustellen

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Montag, 02. Februar 2026, 10:39:35

Hermann_57 hat geschrieben: Montag, 02. Februar 2026, 08:32:16 Um 2,06 Promille zu erreichen, muss ein erwachsener Mann mit ca. 85 kg eine ganze Flasche Schnaps trinken. Da muss die Hanna aber ganz schön zugelangt haben. Wie sie an den vermuteten Absturzort in den Bärbach gelangt sein soll, bleibt völlig im Dunklen, da dieser ja auch nicht am direkten Heimweg liegt.
Ich hatte Dir ja oben schon geschrieben, was meine Vermutung/ Theorie ist. Aber es ist Doch so das Frauen schneller einen Höheren Promillewert erreichen können als die Männer.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Hermann_57 » Montag, 02. Februar 2026, 08:32:16

Um 2,06 Promille zu erreichen, muss ein erwachsener Mann mit ca. 85 kg eine ganze Flasche Schnaps trinken. Da muss die Hanna aber ganz schön zugelangt haben. Wie sie an den vermuteten Absturzort in den Bärbach gelangt sein soll, bleibt völlig im Dunklen, da dieser ja auch nicht am direkten Heimweg liegt.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Montag, 02. Februar 2026, 02:33:32

Gast hat geschrieben: Sonntag, 01. Februar 2026, 22:09:15 Ja, Unfall selbstverschuldet würde meiner Meinung nach nur am Brückerl für mich erklärbar sein.

Selbstverschuldeter Unfall am Regenwasserabfluss Parkplatz Kampenwandbahn meiner Meinung nur schwer erklärbar. Die möglicher Erklärung von Rick, dass sie dort Jacke gereinigt habe, finde ich schon sehr abenteuerlich.

Meiner Meinung nach sollte man die Möglichkeit eines tragischen Unglücks an dieser Stelle nicht vorschnell ausschließen. Es gibt durchaus plausible Erklärungen, warum sie sich nicht direkt an der Straße aufgehalten haben könnte – etwa weil ihr übel war oder sie sich zurückziehen wollte, um sich zu übergeben. Auch der Gedanke, einen etwas abgeschiedeneren Ort aufzusuchen, ist in einer solchen Situation nicht ungewöhnlich.

In der Reportage wurde die konkrete Örtlichkeit zudem recht anschaulich beschrieben. Dort wurde auch erläutert, dass man an dieser Stelle relativ leicht das Gleichgewicht verlieren kann. Bei einem Blutalkoholwert von 2,06 Promille sind Gleichgewichtsstörungen und eingeschränkte Körperkontrolle medizinisch eindeutig belegt. In diesem Zustand kann bereits ein kleiner Fehltritt ausreichen.

Dass auch ein Wanderer dort bereits gestürzt ist – unabhängig davon, ob Alkohol im Spiel war oder nicht – zeigt, dass die Stelle grundsätzlich Gefahren birgt. Wenn Alkohol hinzukommt, erhöht sich das Risiko entsprechend deutlich.

Entscheidend ist aus meiner Sicht auch, dass sie allein war. Wäre eine Begleitperson anwesend gewesen, hätte diese möglicherweise warnen, stützen oder eingreifen können. Diese Möglichkeit bestand leider nicht.

Insgesamt halte ich es daher für wichtig, bei der Bewertung mehrere realistische Szenarien mitzudenken und nicht von vornherein nur eine Erklärung als möglich anzusehen.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast » Sonntag, 01. Februar 2026, 22:09:15

Ja, Unfall selbstverschuldet würde meiner Meinung nach nur am Brückerl für mich erklärbar sein.

Selbstverschuldeter Unfall am Regenwasserabfluss Parkplatz Kampenwandbahn meiner Meinung nur schwer erklärbar. Die möglicher Erklärung von Rick, dass sie dort Jacke gereinigt habe, finde ich schon sehr abenteuerlich.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Sonntag, 01. Februar 2026, 20:30:03

Gast hat geschrieben: Sonntag, 01. Februar 2026, 16:31:38 … Für mich passt einfach der Auffindeort des Gürtels der Jacke nicht zu einem Reinfallen an der Stelle des Parkplatzes der Kampenwandbahn. …

… die Begründung von Sabine Rückert, dass der Fluss ja sogar den Ring ihr abgezogen hat, finde ich wenig überzeugend …
Die faktische Darstellung in der ARD-Doku leidet an zweierlei:

► Die Doku wurde seit 2024 während des laufenden Verfahrens produziert. Nur wenige Sequenzen entstanden mit und nach dem Freispruch und wurden erst in einer sehr späten Produktionsphase eingefügt. Möglicherweise entsprechen deshalb nicht alle Statements der Gutachter (insbesondere zur Geodäsie und Thermodynamik) dem letzten Stand.

► Nach der StPO hatte die Verteidigung am Ende des zweiten Rechtsgangs keine Möglichkeit mehr, eine weitere Beweiserhebung durchzusetzen. RAin Rick in Teil 3 der ARD-Doku, ab Minute 30:42 (Link mit Sprungmarke):
https://www.ardmediathek.de/video/tod-n ... tTime=1842

Der Hintergrund: Die Ablehnung von Beweisanträgen kann nur mit der Revision gerügt werden. Das Rechtsmittel der Revision aber steht einem Freigesprochenen nicht zu, weil er durch einen Freispruch nicht beschwert ist. (Die Nebenklage, die ebenfalls hätte Beweisanträge stellen und Revision einlegen können, hatte sich zurückgezogen. Die StA war weder an weiterer Beweiserhebung noch an einer Revision interessiert.)

Das große Manko liegt darin, dass eine gerichtliche Beweiserhebung über die Verursachung von Hannas Tod nicht mehr stattgefunden hatte. Nur dann wäre eine Berichterstattung auf aktuellem Sachstand erfolgt.

@Lento hatte eine Theorie dargelegt, derzufolge Hanna beim Brückerl von der Kampenwandstraße aus in den Bärbach gestürzt sei:
viewtopic.php?p=320215#p320215
viewtopic.php?p=320265#p320265

Lebhaft darüber diskutiert (und sogar experimentiert) wurde während der letzten Tage auf Allmystery. Je mehr ich darüber nachdenke, umso einleuchtender erscheint mir ein Unfall beim Brückerl. Begraben liegt der Hund in den bisher öffentlich bekannten Fakten, Auswertungen und Annahmen. Wo aber steckt der Fehler? In den Geo-Daten?

► Der Gürtel (geringe Masse, große Oberfläche) könnte vom Brückerl erst ein Stück weit abgetrieben worden sein, bevor er ca. 100 Meter weiter z. B. an einem Geäst hängen blieb.

► Der Ring könnte bei einem fehlgeschlagenen Selbstrettungsversuch vom Finger gerutscht und sofort gesunken sein. Geeigneter Ort: der Regenwasserablauf des Parkplatzes, denn im Gegensatz zum instabilen Uferbewuchs hätte der griffigere Beton des Ablaufs eher eine Chance geboten, sich festzuhalten und aus den Fluten zu befreien.

Dreh- und Angelpunkt bleiben die Zeitpunkte von Start und Ende des fehlgeschlagenen Anrufaufbaus, die Thermodynamik des Akkus, die Geo-Datenpunkte und eine realistisch anzunehmende Fortbewegungsgeschwindigkeit Hannas. Hier müssten weitere Ermittlungen der StA ansetzen.

Gast hat geschrieben: Sonntag, 01. Februar 2026, 16:31:38 … Dass es aber auch ein Unfall gewesen sein kann, das ist für mich immer noch sehr sehr unwahrscheinlich. …
Wo aber gibt es belastbare Anhaltspunkte für Fremdeinwirkung? Einige frühere Überlegungen dazu:

Spoiler – hier klicken!
Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 17:05:50
Die theoretische Möglichkeit eines Kapitaldelikts besteht immer. Die Wahrscheinlichkeit aber strebt im vorliegenden Fall gegen null. Hannas gesamtes Umfeld wurde durchleuchtet – kein Motiv. Niemand aus dem Eiskeller war Hanna gefolgt (13 Kameras, eine davon zeigt die Schlossbergstraße und einen kurzen Abschnitt der quer dazu verlaufenden Kampenwandstraße). Freilich hätte ein Täter z. B. nahe des Burghotels gelauert haben können. Im Regen? In einem Fahrzeug? Für all dies gibt es nicht den geringsten faktischen Anhaltspunkt.
Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 03. Oktober 2024, 21:58:46
Und wie sollte das abgelaufen sein?

► Wäre ein Täter Hanna gefolgt, müsste dies durch die Videoüberwachung des Eiskellers erfasst worden sein.

► Um der Erfassung durch die Kamera am Notausgang zu entgehen, hätte ein Täter den Umweg über den Festhallenparkplatz nehmen müssen, um über den Durchgang in der Mauer auf die Kampenwandstraße zu kommen. Da Hanna dann nicht mehr im Blickfeld des Täters gewesen wäre, hätte er wissen müssen, in welche Richtung sie unterwegs war. Und ihr in allerhöchstem Eiltempo gefolgt sein müssen.

► Wäre ein Täter aus dem Eiskeller Hanna vorausgeeilt, um ihr unterwegs aufzulauern, hätte ein Täter wissen müssen, wohin Hanna später unterwegs sein würde.

Die Polizei hat die Videoüberwachung des Eiskellers akribisch ausgewertet, auch die in den Innenräumen. Ebenso private Videos und Fotos von Gästen (um rund 500 Gigabyte an Daten soll es sich dabei gehandelt haben). Die Gäste des Eiskellers wurden als Zeugen vernommen, videografiert und fotografiert. Kreuz und quer wurde der gesamte Eiskeller auf den Kopf gestellt. Ergebnis: nichts.



Ein Täter aus dem erweiterten Umfeld (kein Eiskeller-Gast) hätte seinem Opfer auf dessen Heimweg auflauern können, etwa in einem an der Kampenwandstraße geparkten Fahrzeug, um auch bei längerer Wartezeit vor dem Regen geschützt zu sein. Er hätte aber wissen müssen, dass Hanna den Eiskeller besucht. Dies setzt eine kommunikative Beziehung zu Hanna oder deren Partyumfeld voraus. Schon vor längerer Zeit hatte ich beispielsweise an eine mögliche Bekanntschaft aus dem Bereich der Famultatur in der Kinderklinik gedacht.

Anhaltspunkte, die eine solche Hypothese stützen könnten, wurden allerdings nicht bekannt.

Nach meiner Einschätzung wird die These eines Alternativtäters erst dann (wieder) interessant, wenn ein Unfall definitiv ausgeschlossen sein sollte. …

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast » Sonntag, 01. Februar 2026, 16:31:38

Dass Sebastian T. zu Unrecht verurteilt wurde ist ja mittlerweile gerichtlich bestätigt.

Dass es aber auch ein Unfall gewesen sein kann, das ist für mich immer noch sehr sehr unwahrscheinlich. Für mich passt einfach der Auffindeort des Gürtels der Jacke nicht zu einem Reinfallen an der Stelle des Parkplatzes der Kampenwandbahn

Wenn ich da mit Jacke in den Bach falle, dann trennt sich nicht so schnell der Gürtel von der Jacke.

Auch die Begründung von Sabine Rückert im 3Teiler, dass der Fluss die nicht ganz enge Hose dem Opfer hätte ausziehen können fand ich erst unlogisch. Ja, der Fluss hat dies wohl schaffen können und wahrscheinlich auch geschafft, aber die Begründung von Sabine Rückert, dass der Fluss ja sogar den Ring ihr abgezogen hat, finde ich wenig überzeugend, denn der Ring wurde im Bach Nähe des Parkplatzes der Kampenwandbahn gefunden. Nach 10m zieht der Fluss den Ring nicht so einfach vom Finger. Da muss Hanna meines Erachtens durch Bewegungen, Schwimm- Halteversuche bestimmt mitgeholfen haben.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Sonntag, 01. Februar 2026, 05:27:49

andi55 hat geschrieben: Sonntag, 01. Februar 2026, 00:32:38 … Es wurde in meiner Erinnerung lange vor Beginn des zweiten Prozesses mal irgendwo nebenbei erwähnt. …
Das ist ja durchaus möglich. Den Blätterwald hatte ich zwar, so gut es ging, regelmäßig im Blick, dennoch konnte ich nicht jeden Bericht in jedem Medium erfassen. Weißt Du‘s vielleicht aus einem Lokalblatt (z. B. Donaukurier, PNP), aus einem Leserkommentar oder von Social Media?

andi55 hat geschrieben: Sonntag, 01. Februar 2026, 00:32:38 … ich kann's schlichtweg nicht belegen!
Das ist bei einer eher nebensächlichen Randnotiz doch auch nicht so wichtig.

Ganz nebenbei:

Spoiler – hier klicken!

Auch ich hatte vor längerer Zeit „irgendwo“ in einem Kommentar gelesen (womöglich nur ein Gerücht, die genaue Quelle kann ich nicht mehr erinnern), dass durch den Eiskeller-Fall die Baubehörde des Landkreises auf die in der Presse mit „600 bis 800“ bezifferten, überraschend hohen Besucherzahlen im Club aufmerksam geworden sei, was in puncto Brandschutz und Fluchtwege ad hoc strengere Auflagen (einschließlich Umbauten) nach sich gezogen habe. Waren so viele Gäste gar nicht erlaubt? Daraus habe nach dem 03.10.2022 die längere Schließungsphase des Clubs resultiert und nicht, wie vom Betreiber verbreitet, aus Pietätsgründen gegenüber Hanna. Anscheinend verfährt die königlich bayerische Obrigkeit wenigstens beim Brandschutz gewissenhafter als die Rosenheim Cops und die weltweit blamierten Eidgenossen in Crans-Montana.


TV-Krimi: Im Zweifel für den Zweifel

Gestern gab‘s im ZDF einen Krimi, der nicht ohne Bissigkeit mit Elementen aus dem Badewannen-Fall gewürzt ist, im Abgang (wohl eher unbeabsichtigt) mit satirischem Anklang an den Eiskeller-Fall und einen gewissen OStA: „Im Zweifel für den Zweifel“ aus der Reihe „München Mord“. Hier die Links:

Spoiler – hier klicken!

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von andi55 » Sonntag, 01. Februar 2026, 00:32:38

@Catch22
Ohje, ich werfe hier etwas in den Raum ohne mich an die Quelle erinnern zu können ! Spontan dachte ich , im ersten Urteil darüber gelesen zu haben.
Es wurde in meiner Erinnerung lange vor Beginn des zweiten Prozesses mal irgendwo nebenbei erwähnt. "Irgendwo erwähnt" -vor Gericht würde ich damit ganz schön baden gehen ! Vielleicht in den Prozessberichten ? Aussage am besten streichen, ich kann's schlichtweg nicht belegen !

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Samstag, 31. Januar 2026, 23:54:59

andi55 hat geschrieben: Samstag, 31. Januar 2026, 22:05:04 … es gab an jenem Abend sogar einen RTW-Einsatz wegen einer jungen Dame. … Ich weiß leider nicht mehr, ob es in den Medien stand oder in einem der Prozessberichte eines Foristen oder gar im ersten aufgehobenen Urteil.
Davon höre ich zum ersten Mal. Im aufgehobenen Urteil ist darüber nichts zu finden. Auch in der Berichterstattung der Medien zu den beiden Prozessen hatte ich dazu nichts gelesen. Meiner Erinnerung nach hatte auch @fassbinder davon nicht berichtet.

Stammt Deine Information vielleicht aus den Kommentaren zu einem Zeitungsartikel oder einem YouTube-Video?

Angesichts des kollektiven Bacchanals halte ich einen alkoholbedingten Einsatz des Rettungsdienstes an jenem Abend durchaus für möglich und auch plausibel. Eine gute Werbung für den Eiskeller wäre das allerdings nicht. Einen Gastwirt treffen besondere Sorgfaltspflichten, beispielsweise gegenüber Kraftfahrern unter seinen Gästen. Eine Verletzung dieser Pflichten kann bis zur Strafbarkeit wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen (§§ 222, 13 StGB) führen, wenn ein betrunkener Gast im Anschluss als Kraftfahrer einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht (BGH-Beschluss vom 13.11.1963, siehe Jura online). Hinsichtlich verunfallender Fußgänger gilt diese Rechtsprechung nur sehr eingeschränkt – angesichts der „sozialen Üblichkeit und Billigung des Ausschanks von Alkohol“ und der Eigenverantwortung des Gastes. § 20 Nr. 2 GastG verbietet nur den Ausschank alkoholischer Getränke „an erkennbar Betrunkene“.

String27 hat geschrieben: Samstag, 31. Januar 2026, 22:16:03 Weiß man wer des erstellt hat? @catch22
Auskunft gibt die Versions-Historie:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?ti ... on=history

Die Klarnamen der User sind nicht öffentlich bekannt.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Samstag, 31. Januar 2026, 23:11:10

andi55 hat geschrieben: Samstag, 31. Januar 2026, 22:05:04 Mir fällt leider nicht mehr ein wo ich die Info gelesen habe, aber es gab an jenem Abend sogar einen RTW -Einsatz wegen einer jungen Dame .
Ob wegen Alkohol oder Kreislauf oder beidem, weiß ich nicht mehr genau. Soweit ich mich erinnere, wurde sie aber nicht mitgenommen sondern vor Ort so weit wiederhergestellt, dass sie in die Obhut von Freunden oder Eltern übergeben werden konnte. Ich weiß leider nicht mehr, ob es in den Medien stand oder in einem der Prozessberichte eines Foristen oder gar im ersten aufgehobenen Urteil.
Weißt du noch bei welchen Fall so ?

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Samstag, 31. Januar 2026, 22:16:03

Catch22 hat geschrieben: Samstag, 31. Januar 2026, 20:20:04 Wikipedia: Todesfall Hanna W.

Seit gestern abend wartet die Wikipedia mit einem Artikel zum „Todesfall Hanna W.“ auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall ... %C3%B6rndl

Bis auch nur die schlimmsten sachlichen Fehler darin ausgemerzt sind, wird es wohl noch eine Weile dauern. ;-)
Weiß man wer des erstellt hat ? @catch22

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von andi55 » Samstag, 31. Januar 2026, 22:05:04

Mir fällt leider nicht mehr ein wo ich die Info gelesen habe, aber es gab an jenem Abend sogar einen RTW -Einsatz wegen einer jungen Dame .
Ob wegen Alkohol oder Kreislauf oder beidem, weiß ich nicht mehr genau. Soweit ich mich erinnere, wurde sie aber nicht mitgenommen sondern vor Ort so weit wiederhergestellt, dass sie in die Obhut von Freunden oder Eltern übergeben werden konnte. Ich weiß leider nicht mehr, ob es in den Medien stand oder in einem der Prozessberichte eines Foristen oder gar im ersten aufgehobenen Urteil.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Samstag, 31. Januar 2026, 20:20:04

Wikipedia: Todesfall Hanna W.

Seit gestern abend wartet die Wikipedia mit einem Artikel zum „Todesfall Hanna W.“ auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall ... %C3%B6rndl

Bis auch nur die schlimmsten sachlichen Fehler darin ausgemerzt sind, wird es wohl noch eine Weile dauern. ;-)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Samstag, 31. Januar 2026, 19:09:31

Hermann_57 hat geschrieben: Samstag, 31. Januar 2026, 13:54:52 … Der Unfallhypothese hätte die wahrheitsgemäße Darstellung der volltrunkenen Hanna aber deutlichen Auftrieb gegeben. …
Zweifellos!

Vom Nebenklagevertreter Holderle und den regionalen Krawallmedien wurde jedoch jedwede realistische Darstellung der hohen Alkoholisierung Hannas in die Ecke bösartiger Diffamierung gedrängt. Vor allem während des ersten Rechtsgangs hatte dies die öffentliche Wahrnehmung geprägt.

Für die von der Rechtsmedizin attestierte Alkoholgewöhnung Hannas gilt das gleiche. (Die Ausfallerscheinungen bei einer BAK von 2,06 Promille hätten sonst noch viel gravierender sein müssen.)

Hermann_57 hat geschrieben: Samstag, 31. Januar 2026, 13:54:52 … Dass man so eine volltrunkene Person dann ohne Begleitung davon laufen lässt, spricht auch nicht gerade für den Freundeskreis von Hanna.
Außerhalb des Eiskellers mussten sich zahlreiche Gäste übergeben, wie es in der ARD-Doku heißt. Viel nüchterner dürfte es auch im Inneren nicht zugegangen sein; vermutlich waren die Toiletten entsprechend verschmutzt. Ein überaus hoher Alkoholisierungsgrad dürfte bei den meisten Gästen vorgelegen haben – wohl auch in Hannas Freundeskreis, der ja schon beim Vorglühen nicht zimperlich war.

Hannas Nachbar P., der ursprünglich als ihr Begleiter vorgesehen war, musste sich im Freien mehrfach übergeben, kauerte lange Zeit an der frischen Luft, bis er viel später von seiner Freundin mehr tot als lebendig nach Hause geschleppt wurde. Hätte dieser P. eine Hilfe sein können? Bei einem kaum aussichtsreichen Rettungsversuch hätte er sein eigenes Leben gefährdet.

Wie stand es mit den beiden Freundinnen, die Hanna eine Heimfahrt im Auto angeboten hatten? Vielleicht wollte sich Hanna nicht den Risiken einer Trunkenheitsfahrt aussetzen.

Alkoholbedingte Gefahren wurden kollektiv unterschätzt, zu denen auch gesteigerte Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung zählen – ein böser Teufelskreis, der zudem eine fatale Gruppendynamik in Gang setzen kann.

Catch22 hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 12:05:50 Sogar mit dem Auto (!) zu fahren, wurde angesichts des Regens erwogen. Siehe Chat, Folge 1 der Doku ab Minute 2:11 (Link mit Sprungmarke):
https://www.ardmediathek.de/video/tod-n ... rtTime=131
fassbinder hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 13:39:28 Hat ein Teil davon auch nach dem Eiskeller gemacht. Haben die Fahrer in der HV [Hauptverhandlung] auch den Hinweis bekommen, dass man das nicht machen sollte.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Hermann_57 » Samstag, 31. Januar 2026, 13:54:52

Ich habe mir vor kurzem diesen ARD Dreiteiler über den Fall angeschaut und mich aufgrund des vom Rechtsmediziner Püschl genannten Blutalkoholgehaltes von 2,06 Promille schon gewundert, über die gezeigten Videoausschnitte, die wohl eher beschönigend wirken sollten.
Eine volltrunkene Hanna, die von einer Wand zur anderen schwankt, hätte das Bild vom liebenswürdigen Engelchen doch ziemlich getrübt.
Dies wollte man dem Zuschauer wohl nicht zumuten. Außerdem würde ich mal davon ausgehen, dass die Familie von Hanna dem Zeigen solcher Videoausschnitte auf keinen Fall zugestimmt hätte.
Der Unfallhypothese hätte die wahrheitsgemäße Darstellung der volltrunkenen Hanna aber deutlichen Auftrieb gegeben. Der Gleichgewichtssinn ist mit so einer Promillezahl wohl ziemlich außer Gefecht gesetzt. Dass man so eine volltrunkene Person dann ohne Begleitung davon laufen lässt, spricht auch nicht gerade für den Freundeskreis von Hanna.

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