von Catch22 » Sonntag, 01. Februar 2026, 20:30:03
Gast hat geschrieben: ↑Sonntag, 01. Februar 2026, 16:31:38
… Für mich passt einfach der Auffindeort des Gürtels der Jacke nicht zu einem Reinfallen an der Stelle des Parkplatzes der Kampenwandbahn. …
… die Begründung von Sabine Rückert, dass der Fluss ja sogar den Ring ihr abgezogen hat, finde ich wenig überzeugend …
Die faktische Darstellung in der ARD-Doku leidet an zweierlei:
► Die Doku wurde seit 2024 während des laufenden Verfahrens produziert. Nur wenige Sequenzen entstanden mit und nach dem Freispruch und wurden erst in einer sehr späten Produktionsphase eingefügt. Möglicherweise entsprechen deshalb nicht alle Statements der Gutachter (insbesondere zur Geodäsie und Thermodynamik) dem letzten Stand.
► Nach der StPO hatte die Verteidigung am Ende des zweiten Rechtsgangs keine Möglichkeit mehr, eine weitere Beweiserhebung durchzusetzen. RAin Rick in Teil 3 der ARD-Doku, ab Minute 30:42 (Link mit Sprungmarke):
https://www.ardmediathek.de/video/tod-n ... tTime=1842
Der Hintergrund: Die Ablehnung von Beweisanträgen kann nur mit der Revision gerügt werden. Das Rechtsmittel der Revision aber steht einem Freigesprochenen nicht zu, weil er durch einen Freispruch nicht beschwert ist. (Die Nebenklage, die ebenfalls hätte Beweisanträge stellen und Revision einlegen können, hatte sich zurückgezogen. Die StA war weder an weiterer Beweiserhebung noch an einer Revision interessiert.)
Das große Manko liegt darin, dass eine gerichtliche Beweiserhebung über die Verursachung von Hannas Tod nicht mehr stattgefunden hatte. Nur dann wäre eine Berichterstattung auf aktuellem Sachstand erfolgt.
@Lento hatte eine Theorie dargelegt, derzufolge Hanna beim Brückerl von der Kampenwandstraße aus in den Bärbach gestürzt sei:
viewtopic.php?p=320215#p320215
viewtopic.php?p=320265#p320265
Lebhaft darüber diskutiert (und sogar experimentiert) wurde während der letzten Tage auf
Allmystery. Je mehr ich darüber nachdenke, umso einleuchtender erscheint mir ein Unfall beim Brückerl. Begraben liegt der Hund in den bisher öffentlich bekannten Fakten, Auswertungen und Annahmen. Wo aber steckt der Fehler? In den Geo-Daten?
► Der Gürtel (geringe Masse, große Oberfläche) könnte vom Brückerl aus erst ein Stück weit abgetrieben worden sein, bevor er ca. 100 Meter weiter z. B. an einem Geäst hängen blieb.
► Der Ring könnte bei einem fehlgeschlagenen Selbstrettungsversuch vom Finger gerutscht und sofort gesunken sein. Geeigneter Ort: der Regenwasserablauf des Parkplatzes, denn im Gegensatz zum instabilen Uferbewuchs hätte der griffigere Beton des Ablaufs eher eine Chance geboten, sich festzuhalten und aus den Fluten zu befreien.
Dreh- und Angelpunkt beiben die Zeitpunkte von Start und Ende des fehlgeschlagenen Anrufaufbaus, die Thermodynamik des Akkus, die Geo-Datenpunkte und eine realistisch anzunehmende Fortbewegungsgeschwindigkeit Hannas. Hier müssten weitere Ermittlungen der StA ansetzen.
Gast hat geschrieben: ↑Sonntag, 01. Februar 2026, 16:31:38
… Dass es aber auch ein Unfall gewesen sein kann, das ist für mich immer noch sehr sehr unwahrscheinlich. …
Wo aber gibt es belastbare Anhaltspunkte für Fremdeinwirkung? Einige frühere Überlegungen dazu:
[quote=Gast post_id=320755 time=1769959898]
… Für mich passt einfach der Auffindeort des Gürtels der Jacke nicht zu einem Reinfallen an der Stelle des Parkplatzes der Kampenwandbahn. …
… die Begründung von Sabine Rückert, dass der Fluss ja sogar den Ring ihr abgezogen hat, finde ich wenig überzeugend …
[/quote]
Die faktische Darstellung in der ARD-Doku leidet an zweierlei:
► Die Doku wurde seit 2024 während des laufenden Verfahrens produziert. Nur wenige Sequenzen entstanden mit und nach dem Freispruch und wurden erst in einer sehr späten Produktionsphase eingefügt. Möglicherweise entsprechen deshalb nicht alle Statements der Gutachter (insbesondere zur Geodäsie und Thermodynamik) dem letzten Stand.
► Nach der StPO hatte die Verteidigung am Ende des zweiten Rechtsgangs keine Möglichkeit mehr, eine weitere Beweiserhebung durchzusetzen. RAin Rick in Teil 3 der ARD-Doku, ab Minute 30:42 (Link mit Sprungmarke):
[size=85]https://www.ardmediathek.de/video/tod-nach-der-disco-der-eiskeller-fall/folge-3-ein-neues-urteil/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM4NjE4M19nYW56ZVNlbmR1bmc?startTime=1842[/size]
[size=85]Der Hintergrund: Die Ablehnung von Beweisanträgen kann nur mit der Revision gerügt werden. Das Rechtsmittel der Revision aber steht einem Freigesprochenen nicht zu, weil er durch einen Freispruch nicht beschwert ist. (Die Nebenklage, die ebenfalls hätte Beweisanträge stellen und Revision einlegen können, hatte sich zurückgezogen. Die StA war weder an weiterer Beweiserhebung noch an einer Revision interessiert.)[/size]
Das große Manko liegt darin, dass eine gerichtliche Beweiserhebung über die Verursachung von Hannas Tod nicht mehr stattgefunden hatte. Nur dann wäre eine Berichterstattung auf aktuellem Sachstand erfolgt.
@Lento hatte eine Theorie dargelegt, derzufolge Hanna beim Brückerl von der Kampenwandstraße aus in den Bärbach gestürzt sei:
[size=85][url]viewtopic.php?p=320215#p320215[/url][/size]
[size=85][url]viewtopic.php?p=320265#p320265[/url][/size]
Lebhaft darüber diskutiert (und sogar experimentiert) wurde während der letzten Tage auf [size=100]Allm[/size]ystery. Je mehr ich darüber nachdenke, umso einleuchtender erscheint mir ein Unfall beim Brückerl. Begraben liegt der Hund in den bisher öffentlich bekannten Fakten, Auswertungen und Annahmen. Wo aber steckt der Fehler? In den Geo-Daten?
► Der Gürtel (geringe Masse, große Oberfläche) könnte vom Brückerl aus erst ein Stück weit abgetrieben worden sein, bevor er ca. 100 Meter weiter z. B. an einem Geäst hängen blieb.
► Der Ring könnte bei einem fehlgeschlagenen Selbstrettungsversuch vom Finger gerutscht und sofort gesunken sein. Geeigneter Ort: der Regenwasserablauf des Parkplatzes, denn im Gegensatz zum instabilen Uferbewuchs hätte der griffigere Beton des Ablaufs eher eine Chance geboten, sich festzuhalten und aus den Fluten zu befreien.
Dreh- und Angelpunkt beiben die Zeitpunkte von Start und Ende des fehlgeschlagenen Anrufaufbaus, die Thermodynamik des Akkus, die Geo-Datenpunkte und eine realistisch anzunehmende Fortbewegungsgeschwindigkeit Hannas. Hier müssten weitere Ermittlungen der StA ansetzen.
[quote=Gast post_id=320755 time=1769959898]
… Dass es aber auch ein Unfall gewesen sein kann, das ist für mich immer noch sehr sehr unwahrscheinlich. …
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Wo aber gibt es belastbare Anhaltspunkte für Fremdeinwirkung? Einige frühere Überlegungen dazu:
[spoiler2=Spoiler – hier klicken!]
[quote=Catch22 post_id=320340 time=1769702750 user_id=8791]
…
Die theoretische Möglichkeit eines Kapitaldelikts besteht immer. Die Wahrscheinlichkeit aber strebt im vorliegenden Fall gegen null. Hannas gesamtes Umfeld wurde durchleuchtet – kein Motiv. Niemand aus dem Eiskeller war Hanna gefolgt (13 Kameras, eine davon zeigt die Schlossbergstraße und einen kurzen Abschnitt der quer dazu verlaufenden Kampenwandstraße). Freilich hätte ein Täter z. B. nahe des Burghotels gelauert haben können. Im Regen? In einem Fahrzeug? Für all dies gibt es nicht den geringsten faktischen Anhaltspunkt.
…
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[quote=Catch22 post_id=263354 time=1727985526 user_id=8791]
…
Und wie sollte das abgelaufen sein?
► Wäre ein Täter Hanna gefolgt, müsste dies durch die Videoüberwachung des Eiskellers erfasst worden sein.
► Um der Erfassung durch die Kamera am Notausgang zu entgehen, hätte ein Täter den Umweg über den Festhallenparkplatz nehmen müssen, um über den Durchgang in der Mauer auf die Kampenwandstraße zu kommen. Da Hanna dann nicht mehr im Blickfeld des Täters gewesen wäre, hätte er wissen müssen, in welche Richtung sie unterwegs war. Und ihr in allerhöchstem Eiltempo gefolgt sein müssen.
► Wäre ein Täter aus dem Eiskeller Hanna vorausgeeilt, um ihr unterwegs aufzulauern, hätte ein Täter wissen müssen, wohin Hanna später unterwegs sein würde.
Die Polizei hat die Videoüberwachung des Eiskellers akribisch ausgewertet, auch die in den Innenräumen. Ebenso private Videos und Fotos von Gästen (um rund 500 Gigabyte an Daten soll es sich dabei gehandelt haben). Die Gäste des Eiskellers wurden als Zeugen vernommen, videografiert und fotografiert. Kreuz und quer wurde der gesamte Eiskeller auf den Kopf gestellt. Ergebnis: nichts.
…
Ein Täter aus dem erweiterten Umfeld (kein Eiskeller-Gast) hätte seinem Opfer auf dessen Heimweg auflauern können, etwa in einem an der Kampenwandstraße geparkten Fahrzeug, um auch bei längerer Wartezeit vor dem Regen geschützt zu sein. Er hätte aber wissen müssen, dass Hanna den Eiskeller besucht. Dies setzt eine kommunikative Beziehung zu Hanna oder deren Partyumfeld voraus. Schon vor längerer Zeit hatte ich beispielsweise an eine mögliche Bekanntschaft aus dem Bereich der Famultatur in der Kinderklinik gedacht.
Anhaltspunkte, die eine solche Hypothese stützen könnten, wurden allerdings nicht bekannt.
Nach meiner Einschätzung wird die These eines Alternativtäters erst dann (wieder) interessant, wenn ein Unfall definitiv ausgeschlossen sein sollte. …
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