TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Antwort erstellen

Bestätigungscode
Geben Sie den Code genau so ein, wie Sie ihn sehen; Groß- und Kleinschreibung wird nicht unterschieden.
Smileys
:D :) ;) :( :o :shock: :? 8-) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: :geek: :ugeek:

BBCode ist eingeschaltet
[img] ist eingeschaltet
[url] ist eingeschaltet
Smileys sind eingeschaltet

Die letzten Beiträge des Themas
   

Wenn Sie eine Datei oder mehrere Dateien anhängen möchten, geben Sie die Details unten ein.

Maximale Dateigröße pro Anhang: 1 MiB.

Ansicht erweitern Die letzten Beiträge des Themas: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Freitag, 30. Januar 2026, 00:38:49

String27 hat geschrieben: Freitag, 30. Januar 2026, 00:25:25 Ihre Hose war kaputt das hatte man gesehen an der Garderobe. Leider hat man da auch den Tanga gesehen … Deswegen wollte sie auch draußen nicht mehr auf den Nachbarn warten, weil ihr extrem kalt war. …
Danke für die Info!

String27 hat geschrieben: Freitag, 30. Januar 2026, 00:27:30 Der tolle Herr Holderle hat sich dann vor Gericht sehr lächerlich gemacht …
Schade, dass nicht in den Medien darüber berichtet wurde. Ich hätt‘s ihm gegönnt. ;-)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Freitag, 30. Januar 2026, 00:27:30

Der tolle Herr Holderle hat sich dann vor Gericht sehr lächerlich gemacht gehabt, wo jeder eigentlich nur lachte selbst die Vorsitzende Richterin hat gesagt, wir haben doch eindeutig gesehen, was wir gesehen haben

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Freitag, 30. Januar 2026, 00:25:25

Ihre Hose war kaputt das hatte man gesehen an der Garderobe
. Leider hat man da auch den Tanga gesehen, da die Hose kaputt war und sie versucht hatte es zu halten. So kam es rüber.
Deswegen wollte sie auch draußen nicht mehr auf den Nachbarn warten, weil ihr extrem kalt war. Es war ziemlich kalt im Oktober 2022 laut Wetterbericht und Dokumentationen. @catch22

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 23:41:13

String27 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 23:29:39 Catch22 kennst du des komplette Video von der Garderobe?
Nein. Aber ich weiß, dass darin Hanna zu sehen ist, wie sie augenscheinlich volltrunken von einer Wand zur anderen schwankt.

Ebenso wie diese Szene in der ARD-Doku fehlt, wurde auf eine Beteuerung Holderles verzichtet, Hanna sei eine engelsgleiche Abstinenzlerin gewesen. Das ist doch ausgewogen, oder?

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 23:29:39

Catch22 kennst du des komplette Video von der Garderobe ?

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 23:26:36

@catch22 ich verstehe dich vollkommen, aber es hätte schon mit reingehört alle Fakten so.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 22:28:30

String27 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 19:58:17 @Catch22 wieso sie manche Sachen nicht … gezeigt haben in der Reportage ist mir auch ein Rätsel …
String27 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 20:00:50 @Catch22 alleine des Video an der Garderobe hätte man komplett zeigen müssen … und dann noch des Video wo sie vom eiskeller weggegangen ist … wo sie schon ziemlich hin und her gelaufen ist …
Die ARD-Crime-Time-Doku gehört zum Genre des Infotainments. Der Zuschauer soll auch unterhalten werden und nicht wegzappen. Charakteristisch sind eine sprunghafte Erzählweise und starke Emotionalisierung, gewürzt mit ein paar Fakten wie aus dem Salzstreuer.

Ein Zuschauer, der noch nie zuvor vom Eiskeller-Fall gehört hatte, wird sich bei einem so komplexen Fall wie diesem ohnehin schwertun, den Sachverhalt und die Zusammenhänge zu erfassen. Dies umso mehr, wenn er zugleich auch noch kurzweilig unterhalten werden will. Besser geeignet wäre das Format einer wirklichen Dokumentation (quasi in der Art eines didaktisch aufgebauten Lehrfilms). Damit aber würde nur ein vergleichsweise kleiner Zuschauerkreis erreicht.

So fiel nicht nur die iPhone-Dusche unter den Tisch. (Aufnahmen hingegen, auf denen Hannas schwankender Gang ihre unbeschönigte Trunkenheit gezeigt hätte, wurden vor einem Millionenpublikum aus Pietätsgründen m. E. zu Recht weggelassen.) Oftmals hätten mehr anschauliche Grafiken und Diagramme das Verständnis gefördert, die dann aber nicht durch eine nervöse Schnittfolge hätten zerschossen werden dürfen.

Für so manche Schwäche dieser Doku entschädigt mich mein ganz persönliches Highlight – die köstliche Imitation der Vorsitzenden Heike Will durch Sabine Rückert in Folge 3 ab Minute 26:50 (Link mit Sprungmarke):
https://www.ardmediathek.de/video/tod-n ... tTime=1610

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 20:03:37

@string22 vor allem wenn man live im Gericht dabei war.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 20:00:50

@Catch22 alleine des Video an der Garderobe hätte man komplett zeigen müssen und nicht nur halb und dann noch des Video wo sie vom eiskeller weggegangen ist hätte man mit einbringen müssen wo sie schon ziemlich hin und her gelaufen ist aber mit 2,06 Promille ist das auch kein Wunder! Sonst haben sie ja auch Sachen von der Polizeiakte genutzt so!

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von String27 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 19:58:17

@Catch22 wieso sie manche Sachen nicht im Video gezeigt haben in der Reportage ist mir auch ein Rätsel total unverständlich

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 17:05:50

Lento hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:25:35 … Der Gund für das Absetzen des Emergency-Calls sehe ich da schon als wesentlichen Punkt an. …
Genau hier liegt (neben der Verursachung der Verletzungen im Flußlauf) der Schlüssel zu einem Unfallgeschehen.

Das im Sitzungssaal gezeigte Video hätte man in die ARD-Doku einbinden müssen: jenes Experiment mit einem iPhone unter dem Brausekopf einer Dusche, das nur aufgrund des Wassers selbsttätig alle Schritte vollzog, um den Notfallkontakt zu wählen.

Der Zuschauer hätte sich ein eigenes Bild machen können – und Holderle, damit konfrontiert, wären seine Plattitüden zu diesem Thema im Halse stecken geblieben. Sogar Dr. Kochneff, der Datenforensiker des LKA, hatte in der Sitzung die Plausibilität eines solchen Vorgangs attestiert.

Zudem bestätigt der neu berechnete Zeitpunkt des Temperaturabfalls diese Theorie. Weil das Handy zu diesem Zeitpukt bereits ins Wasser gelangt sein musste, liegt ein händischer Anruf fern. (Falls von Hand gewählt worden wäre, wäre außerdem ein klassischer Wählvorgang, etwa über Kurzwahl, viel einfacher zu bewerkstelligen und damit wahrscheinlicher als die umständliche Prozedur via Notfallkontakt.)

Ich vermute, die StA Traunstein und gezwungenermaßen auch die Rosenheim Cops haben diese Kröte längst geschluckt. Nach außen: schweigen und Zeit gewinnen, die bajuwarische Seele und die Stammwähler der Staatspartei nicht verärgern.

Lento hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:25:35 … Auch das Laufen über die Wiese ist eher realitätsfern. …
Das stimmt. In Betracht kommen z. B.:
► 2,06 ‰ BAK
► alkoholbedingte Einschränkungen
► Harndrang (Zeichen einer Blasenentzündung)
► Brechreiz
► Reinigung oder Erfrischung nach Erbrechen

Oder: Deine oben dargelegte Theorie eines Sturzes beim Brückerl trifft zu. Wir wissen es einfach nicht.

Möglicherweise könnte ein Schallgutachten helfen. Der im Burghotel gehörte Schrei ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Hanna zuzurechnen, als diese in den Bärbach stürzte. Wie laut und deutlich ist ein solcher Schrei im betreffenden Appartement des Burghotels wahrnehmbar, wenn der Schrei beim Brückerl ausgestoßen wird – und wenn er auf dem Seilbahnparkplatz auf Höhe des Regenwasserablaufs erfolgt?

Was mich an beiden Örtlichkeiten etwas irritiert: Sogar der Polizei-Mantrailer Alf lief am Brückerl vorbei, als habe Hanna die Holzbohlen gar nicht betreten, und lief weiter bis zur südlichen Seilbahnzufahrt. Kein Innehalten vor, beim, auf oder nach dem Brückerl. Merkwürdig.

Lento hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:25:35 … Klar, das gesamte Bild, das dieser Fall zeigt, weist schon jetzt klar auf einen Unfall hin. …
So ist es. Viel klarer dürfte das Bild nicht mehr werden.

Auch Verantwortliche der Gemeinde haben das erkannt. Wie in der ARD-Doku gut zu sehen ist, wurde der Zugang zum Brückerl mit einer Absperrung versehen. Offenkundig zur Vermeidung von (weiteren) Unfällen.

Lento hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:25:35 … Denn wenn selbst sämtliche Verletzungen auf den Beerbach/Prien zurückzuführen sind, das schließt trotzdem ein Kapitaldelikt noch nicht ganz aus. …
Die theoretische Möglichkeit eines Kapitaldelikts besteht immer. Die Wahrscheinlichkeit aber strebt im vorliegenden Fall gegen null. Hannas gesamtes Umfeld wurde durchleuchtet – kein Motiv. Niemand aus dem Eiskeller war Hanna gefolgt (13 Kameras, eine davon zeigt die Schlossbergstraße und einen kurzen Abschnitt der quer dazu verlaufenden Kampenwandstraße). Freilich hätte ein Täter z. B. nahe des Burghotels gelauert haben können. Im Regen? In einem Fahrzeug? Für all dies gibt es nicht den geringsten faktischen Anhaltspunkt.

Lento hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:25:35 … Für Menschen, welche stark von einem Tötungsdelikt ausgehen, sind diese Lücken in Wirklichkeit die Bestätigung für ein Tötungsdelikt …
Der klassische Bestätigungsfehler.

Lento hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:25:35 … Ich befürchte, dass … [die Hinterbliebenen] z.Z. nach wie vor an ein Tötungsdelikt glauben.
Kein Wunder bei einem Rechtsbeistand, dem die Wahrung des eigenen Gesichts wichtiger ist als die Realität. Seine Krokodilstränen sollen wohl neue Mandate werben. Viel Glück!

Lento hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:25:35 … Erklärungen gegenüber den Rosenheimer Cops sind grundsätzlich hoffnungslos. … Der … strafrechtlich relevante Unterschied zu wirklich Kriminellen ist nur der, dass sie glaubten die Wahrheit gefunden zu haben. …
Schon der Volksmund weiß: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Den strafrechtlich wirklich „relevanten“ Unterschied sehe ich eher darin: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Würde eine weisungsgebundene, dem Bayerischen Staatsminister der Justiz nachgeordnete Staatsanwaltschaft ohne Not gegen bayerische Gendarmen (sogenannte „Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft“) ermitteln? Anklage erheben?

So wie nach dem ersten Urteil aus StA (GL) Fiedler ein OStA wurde, könnte nun aus EKHKin Diana U. eine KRin werden. Schon nach dem Desaster des Badewannen-Falls wurde sie befördert und hatte nun als Vernehmungsbeamtin bei Adrian M. in der JVA maßgeblichen Anteil an Aßbichlers Verurteilungs-„Erfolg“. Auf KD Butz wartet vielleicht eine Rolle als Chefpräsidialvorsitzender oder Bürobote der Rosenheim Cops beim ZDF. ;-)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Lento » Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:25:35

Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 02:55:22Das sollte man mal den Rosenheim Cops erklären. Die Beachtung dieser Regel hätte viel Elend und Kosten erspart.
Erklärungen gegenüber den Rosenheimer Cops sind grundsätzlich hoffnungslos. Die haben sogar während des Ermittlungsverfahrens ganz wesentliche Entlastungsindizien nicht in die Akten gelegt, so dass es weder StA, Gericht noch Verteidigung in seiner Bewertung berücksichtigen konnte. Dass sind in Wirklichkeit schon fas verbrecherische Strukturen, welche sich dort teilweise etabliert haben. Der kleine Unterschied und strafrechtlich relevante Unterschied zu wirklich Kriminellen ist nur der, dass sie glaubten die Wahrheit gefunden zu haben.
Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 02:55:22Beim Gürtel allerdings wissen wir nicht, wie fest oder locker er an der Jacke saß, durch wie viele Schlaufen er gezogen war.
Durch den offenen Reißverschluss hatte das Opfer alles andere zu tun als auf ihren Gürtel zu achten. Im Gegensatz zum Ring wird ein Gürtel wahrscheinlich noch etwas weiter von der Strömung mitgerissen, er hat eine größere Angriffsfläche. Irgendwann wird sich die Schnalle dann verhakt haben.
Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 02:55:22Ob Hanna noch kraftvoll nach der Vegetation am Ufer gegriffen hatte, erscheint fraglich, zumal ihre Handinnenflächen verletzungsfrei waren und die Bewegungsabläufe alkoholbedingt verzögert gewesen sein dürften (siehe Beitrag von @Fränkin). Gleichwohl könnte sich bei derlei Versuchen der Ring gelöst haben.
Zum einen führt Abrutschen nicht austomatisch zu Verletzungen, das kommt drauf an, woran man sich festhält und wie stark. Das Opfer hatte sehr viele Treibverletzungen. Verletzungen, die durch Abrutschen beim Festhalten entstehen dürften, werden ähnlich wie die Treibverletzungen aussehen (Verletzungen durch Kräfte längs zur Haut-Oberfläche). Dass sich beim Greifen irgendetwas senkrecht in die Hautoberfläche bohrt, ist unwahrscheinlich. Daher bezweifelt ist, dass man vorhandene Verletzungen, welche durch ein Abrutschen beim Versuch des Festhaltens entstehen, überhaupt von den Treibverletzungen hätte unterscheiden können. Bei der "Sorgfalt" mit den die Verletzungen auf die möglichen Ursachen untersucht wurden, kann man das schon begründet bezweifeln. Mützel, die nicht mal diese doch recht markanten Besonderheit der Kopfwunden aufgefallen ist, wird wahrscheinlich auch kaum Abrutschspuren von Treibverletzungen unterscheiden können.
Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 02:55:22Ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt bindet Ressourcen, kostet viel Geld und dürfte letztlich ins Leere laufen, was dann in eine Einstellung mündet – sofern sich kein neues Justizopfer fände. Die Bestätigung eines Unfalls würde die Blamage komplettieren. Eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Die StA Traunstein taktiert, um den Gesichtsverlust so gering wie möglich zu halten. Die dienstvorgesetzte Bayerische Staatsregierung ebenso. Das mit 53 Seiten recht dünne schriftliche Urteil, das abgewartet und geprüft werden sollte, lag spätestens kurz nach Weihnachten auf dem Tisch (siehe hier). Bislang folgte keine Stellungnahme gegenüber den Medien. Die Devise lautet: Zeit gewinnen. Mit demonstrativer Unerschrockenheit wird man die bundesweite Entrüstung nach der ARD-Doku aussitzen wollen.
Davon bin ich auch ausgegangen, daher sprach in von "wenn überhaupt". Natürlich hatte die StA das Urteil schon lange genug auf dem Tisch. Wäre es ihnhaltlich mager, dann hätte die StA sich mit dieser Ausrede retten müssen. Sie hätte einfach sagen können, dass das Urteil nichts weiter her gibt.

Wobei ich trotzdem immer noch hoffe, dass der Staat nicht ganz so korrupt (im Sinne von moralisch verdorben) ist. Wenn eine Theorie (die der Verteidigung) doch noch nicht wesentliches erklären kann, dann werden diese Leute immer Gründe finden, diese Theorie abzulehnen.
Das ist auch psychologisch erklärbar, wenn der Beweis einer These nicht gelingt, führt das leicht dazu, die zweite These an subjektiver Bedeutung gewinnt.

Der Gund für das Absetzen des Emergency-Calls sehe ich da schon als wesentlichen Punkt an. Auch das Laufen über die Wiese ist eher realitätsfern. Denn wenn selbst sämtliche Verletzungen auf den Beerbach/Prien zurückzuführen sind, das schließt trotzdem ein Kapitaldelikt noch nicht ganz aus. Klar, das gesamte Bild, das dieser Fall zeigt, weist schon jetzt klar auf einen Unfall hin. Für Menschen, welche stark von einem Tötungsdelikt ausgehen, sind diese Lücken in Wirklichkeit die Bestätigung für ein Tötungsdelikt
Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 29. Januar 2026, 02:55:22Die einzigen, die wirklich Druck aufbauen könnten, sind die nebenklagebefugten Hinterbliebenen von Hanna. Denen aber fehlt die Kraft – und vor allem ein intelligenter und durchsetzungsstarker Rechtsbeistand, der nicht dem Chiemgauer Klüngel angehört.
Die Opferfamilie scheint nach wie vor Holderle zu vertreten, das zeigt die ARD-Doku. Es wurde zwar darauf geachtet, dass Holderle mit seinen üblichen Sprüchen kaum zu Wort kam. Aber das zeigt eher, dass von dieser Seite nichts zu erwarten ist. Ich befürchte, dass sie z.Z. nach wie vor an ein Tötungsdelikt glauben.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Donnerstag, 29. Januar 2026, 02:55:22

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 23:59:02 … Für mich ist da eben das eindringende Wasser für den Emergency-Call um Größenordnungen naheliegender [als ein Pocket Call], zumal es zeitlich genau hinkommen würde. …
Das sehe ich genauso. Deshalb denke ich, dass der von Frau Rick bemühte Pocket Call nur ein wenig geschickt gewähltes Beispiel aus dem Alltag war, um dem Zuschauer zu veranschaulichen, dass ein Smartphone auch ohne menschliches Zutun einen Anruf aufbauen kann.

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 23:59:02 … Interessant, wie man das allesMist-Filer umgehen kann. …
Nur den Parameter für die Größe hatte ich versehentlich falsch gesetzt. Statt „size=85“ hätte es „size=100“ heißen müssen. Mit etwas Tüftelei klappt das auch bei Links, die dann aber nur als Fließtext ohne Verlinkung angezeigt werden (im Zitier-Modus siehst Du den Quelltext):

https://www.allmystery.de/themen/km168746-860#id36846677

Zum Öffnen Link markieren, dann mit rechter Maustaste öffnen. ;-)

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 23:59:02 … man muss sämtliche Möglichkeiten in dem Toleranzbereich berücksichtigen und die Möglichkeit finden, welche die meisten bekannten Indizien erklären. …
Das sollte man mal den Rosenheim Cops erklären. Die Beachtung dieser Regel hätte viel Elend und Kosten erspart.

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 23:59:02 … Ich persönlich glaube nicht, dass der Sturz zum direkten Verlust des Gürtels geführt haben muss. Auch beim Ring ist es ähnlich, wenn das Opfer noch nach irgendetwas gegriffen hätte. …
Auch ich denke nicht, dass der Sturz ins Wasser und der Verlust von Gürtel und Ring zeitlich punktgenau zusammenfallen.

Beim Gürtel allerdings wissen wir nicht, wie fest oder locker er an der Jacke saß, durch wie viele Schlaufen er gezogen war. Ob Hanna noch kraftvoll nach der Vegetation am Ufer gegriffen hatte, erscheint fraglich, zumal ihre Handinnenflächen verletzungsfrei waren und die Bewegungsabläufe alkoholbedingt verzögert gewesen sein dürften (siehe Beitrag von @Fränkin). Gleichwohl könnte sich bei derlei Versuchen der Ring gelöst haben.

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 23:59:02 … Ich befürchte, wenn man den Anfang des Emergency-Calls nicht halbwegs klärt, dann wird die StA erst recht keinen Finger krümmen (wenn überhaupt), um den Fall doch noch in Richtung Unfall aufzuklären.
Die StPO verlangt beides (§§ 152, 159 StPO):
► die Suche nach einem Täter und
► profunde Ermittlungen in Richtung Unfall.

Ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt bindet Ressourcen, kostet viel Geld und dürfte letztlich ins Leere laufen, was dann in eine Einstellung mündet – sofern sich kein neues Justizopfer fände. Die Bestätigung eines Unfalls würde die Blamage komplettieren. Eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Die StA Traunstein taktiert, um den Gesichtsverlust so gering wie möglich zu halten. Die dienstvorgesetzte Bayerische Staatsregierung ebenso. Das mit 53 Seiten recht dünne schriftliche Urteil, das abgewartet und geprüft werden sollte, lag spätestens kurz nach Weihnachten auf dem Tisch (siehe hier). Bislang folgte keine Stellungnahme gegenüber den Medien. Die Devise lautet: Zeit gewinnen. Mit demonstrativer Unerschrockenheit wird man die bundesweite Entrüstung nach der ARD-Doku aussitzen wollen.

Die einzigen, die wirklich Druck aufbauen könnten, sind die nebenklagebefugten Hinterbliebenen von Hanna. Denen aber fehlt die Kraft – und vor allem ein intelligenter und durchsetzungsstarker Rechtsbeistand, der nicht dem Chiemgauer Klüngel angehört.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Lento » Mittwoch, 28. Januar 2026, 23:59:02

Catch22 hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 22:22:03Für mein eigenes Verständnis fasse ich Deine Überlegungen kurz zusammen:

► Handy in Umhängetasche
► Sturz in den Bärbach beim Brückerl
► „Totwasser“ kaum relevant für lebende, agile Person
► in Tasche eindringendes Wasser löst Anruf aus (38–45 Sek.)
► Umhängetasche mit Handy treibt nahe der Oberfläche
► 100 m weiter (Regenabfluss): Tasche mit Handy geht unter
► Abbruch des Anrufs durch Netzabbruch unter Wasser
► Verlust Ring + Gürtel auf Höhe Regenwasserabfluss
Genauso stelle ich es mir vor.
Catch22 hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 22:22:03Ist es nicht letztlich egal, ob der Anruf durch Netzverlust, Timeout oder aufgrund fehlenden Prepaid-Guthabens scheiterte?
Sicher. Ich wollte auch nicht den sachverständigen Zeugen kritisieren. Es ging mir um die Theorie der Verteidigung, welche nun einen Pocket-Call als Ursache sieht. Das ist zwar nicht unmöglich, aber es gibt wie gesagt eine deutlich bessere Erklärung, die das zeitliche auch recht genau erklären würde. Für mich ist da eben das eindringende Wasser für den Emergency-Call um Größenordnungen naheliegender, zumal es zeitlich genau hinkommen würde.
Catch22 hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 22:22:03Mein vorheriger Beitrag zielte übrigens nur darauf ab, die Absurdität einer auf Allmystery verfolgten Therorie rund um den Brandnerweg aufzuzeigen. ;-)
Interessant, wie man das allesMist-Filer umgehen kann. Das muss ich mir merken. 😉

Ja, der ist wirklich absurd, aber das zeigt drastisch, wie man durch GPS-Daten in die Irre geführt werden kann, wenn man sie zu "wörtlich" nimmt. Das darf man nicht und man muss sämtliche Möglichkeiten in dem Toleranzbereich berücksichtigen und die Möglichkeit finden, welche die meisten bekannten Indizien erklären. Der sachverständige Zeuge sagt auch aus, dass es keine Häufigkeitsverteilung innerhalb des Toleranzfeldes existieren soll. Wie wir aus dem erkennbaren Teil des Gutachtens des Geodesisten sehen, muss die Aufeinanderfolge der GPS-Punkte mitberücksichtigt werden. Das bedeutet, dass das IPhone entgegen der Theorie der Ermittler nicht am Brückerl geblieben sein kann. Wo es genau in dem Toleranzbereich war, das weiß man jedoch nicht, nur eine Bewegung weg von dem Brückerl mehr oder weniger in Richtung Osten kann man schließen.

Der Geodesist glaubt ebenfalls, dass der Untergang des IPhones in der Nähe der Rinne erfolgte, obgleich die GPS-Daten das scheinbar nicht erklären würden. Berücksichtigt man jedoch den Toleranzbereich, dann ist es möglich und wenn man den Temperaturabfall berücksichtigt, wird es fast zum Muss. Wenn man das Gleiche für den Emergency-Call unter der Annahme, dass Wasser ihn ausgelöst hat, versucht, dann gelangt man fast zwangsläufig zum Brückerl.

Ich persönlich glaube nicht, dass der Sturz zum direkten Verlust des Gürtels geführt haben muss. Auch beim Ring ist es ähnlich, wenn das Opfer noch nach irgendetwas gegriffen hätte. Aber letzteres hätte sie auch noch beim Treiben im Fluss versuchen können, sie dann aber doch wieder abgerutscht ist.

Ich befürchte, wenn man den Anfang des Emergency-Calls nicht halbwegs klärt, dann wird die StA erst recht keinen Finger krümmen (wenn überhaupt), um den Fall doch noch in Richtung Unfall aufzuklären.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Mittwoch, 28. Januar 2026, 22:22:03

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:24:32 … In der ARD-Doku scheint Frau Rick doch davon abgerückt zu sein. Sie sprach, dass laut Bruder des Opfers das Display schon häufiger defekt war. …
Nach meinem Verständnis wollte Frau Rick damit nur unterstreichen, dass das Display nicht mehr ganz taufrisch war und seltsame Reaktionen (wie z. B einen Pocket Call) hätte hervorbringen können. Dass sie damit einen klassischen Pocket Call als Auslöser des Anrufs annehmen würde (und nicht mehr wie bisher einen Wasserkontakt), konnte ich nicht heraushören.

ARD-Doku, Folge 3, ab Minute 10:36 (Link mit Sprungmarke):
https://www.ardmediathek.de/video/tod-n ... rtTime=636

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:24:32 … Der Grund für die neue Theorie wird wahrscheinlich folgende Aussage des Zeugen gewesen sein, der die Logs des Smartphones untersucht hatte. …
Der sachverständige Zeuge zeigt nur Möglichkeiten auf: Auflegen oder Netzabbruch (durch Funkzellenwechsel, Netzwechsel oder Überlastung des Netzes). Bekannt ist aber, dass Hanna einen Prepaid-Vertrag hatte und das Guthaben aufgezehrt war. Auch in diesem Fall wird ein (kostenpflichtiger) Anruf nicht weitergeschaltet.

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:24:32 … Ich persönlich glaube, dass der Netzabbruch durch den Untergang des SmartPhones in den Fluten des Beerbaches erfolgte. Der Emergency-Call muss eine andere Ursache haben. …
Das eine schließt doch das andere nicht aus:
► Handy gerät ins Wasser, treibt oben (in Tasche)
→ Handy wählt durch Wasser Notfallkontakt
► Handy geht etwas später unter
→ Netzabbruch

Ich denke, Du meinst dasselbe und ich habe Dich missverstanden. (Du hattest Dich wohl auf einen Pocket Call bezogen.)

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:24:32 … Das war der Grund, weshalb ich glaube, dass das Smartphone in der Umhängetasche des Opfers war, …
Ich meine, von seriöser Seite gelesen zu haben, dass der letzte bekannte Verwahrungsort des Handys tatsächlich die Umhängetasche war. Leider kann ich die Quelle nicht mehr finden.

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:24:32 … [Hanna] am Brückerl in das Wasser stürzte und …
Für mein eigenes Verständnis fasse ich Deine Überlegungen kurz zusammen:

► Handy in Umhängetasche
► Sturz in den Bärbach beim Brückerl
► „Totwasser“ kaum relevant für lebende, agile Person
► in Tasche eindringendes Wasser löst Anruf aus (38–45 Sek.)
► Umhängetasche mit Handy treibt nahe der Oberfläche
► 100 m weiter (Regenabfluss): Tasche mit Handy geht unter
► Abbruch des Anrufs durch Netzabbruch unter Wasser
► Verlust Ring + Gürtel auf Höhe Regenwasserabfluss

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:24:32 … Nach meiner Theorie ist dort die Handtasche untergegangen und durch die starke Abschwächung durch das Wasser ist der Emergency-Call-Verbindung beendet worden. …
Ist es nicht letztlich egal, ob der Anruf durch Netzverlust, Timeout oder aufgrund fehlenden Prepaid-Guthabens scheiterte?

Lento hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:24:32 … Ich glaube, dass die GPS-Daten da in die Irre führen. Sie lassen den Beerbach als Möglichkeit ebenfalls zu und mit einem Sturz am Brückerl in Kombination einer treibenden Handtasche ist das alles deutlich schlüssiger.
Deine Überlegungen erscheinen fundiert, konsistent, schlüssig und plausibel. Leider wissen wir nicht, ob und inwieweit die Gutachter der Verteidigung diese Variante berücksichtigt haben – und falls ja, aus welchen Gründen sie sie nicht weiterverfolgt haben. In der ARD-Doku werden nur Ergebnisse präsentiert. Der Weg dorthin bleibt verborgen.

Mein vorheriger Beitrag zielte übrigens nur darauf ab, die Absurdität einer auf Allmystery verfolgten Therorie rund um den Brandnerweg aufzuzeigen. ;-)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Lento » Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:24:32

Catch22 hat geschrieben: Mittwoch, 28. Januar 2026, 17:00:46Laut „Spiegel“ (siehe hier) liege der Wasserkontakt bzw. Temperatursturz zwischen 2:31:59 und 2:32:15 Uhr. (Damit korreliert der Anrufversuch um 2:32:09 Uhr, ausgelöst durch Wasserkontakt.)
Das war die Theorie der Verteidigung in dem letzten Gerichtsverfahren. In der ARD-Doku scheint Frau Rick doch davon abgerückt zu sein. Sie sprach, dass laut Bruder des Opfers das Display schon häufiger defekt war. Sie behauptete, dass das der Grund sein könne, dass quasi aus dem Nichts der Emergency-Call entstanden sein könnte.

Ich halte nichts davon. Diese Displays werden immer komplett ausgetauscht, das heißt sie sind nach dem Austausch neu. Wenn dann hätte man so etwas schon in der Vergangenheit beobachtet, so etwas ist jedoch nie bekannt geworden.

Der Grund für die neue Theorie wird wahrscheinlich folgende Aussage des Zeugen gewesen sein, der die Logs des Smartphones untersucht hatte. Laut Rabunsel führte er aus:
Am 03.10.2022 um 02:31 Uhr hätte Vodafone einen Internet-Data Eintrag in der südöstlichen Funkzelle aufgezeichnet. Dieser Datensatz entstehe, wenn versucht wird ein Telefonat aufzubauen. Nach 45 Sekunden, um 02:32:10 Uhr sei dieser Versuch abgebrochen worden. Der 2. Datensatz, der entstünde, wenn eine Verbindung aufgebaut worden wäre, fehle. Man könne daraus nicht ablesen, weshalb keine Verbindung zustande gekommen sei; es könnte aufgelegt worden sein, oder es habe die Netzverbindung verloren. Ein abrupter Netzabbruch würde Vodafone möglicherweise nicht auffallen, nach einem Timeout ohne Verbindungsaufbau würde der Versuch dann automatisch beendet. Einen abrupter Netzabbruch könne neben einem Verbindungsverlust auch durch einen Funkzellenwechsel, Netzwechsel oder durch Überlastung des Netzes verursacht werden.
https://www.allesMist/themen/km1687 ... id36846677

Ich persönlich glaube, dass der Netzabbruch durch den Untergang des SmartPhones in den Fluten des Beerbaches erfolgte. Der Emergency-Call muss eine andere Ursache haben.

Das war der Grund, weshalb ich glaube, dass das Smartphone in der Umhängetasche des Opfers war, sie am Brückerl in das Wasser stürzte und die Tasche dann oben schwimmen blieb, bis sie nach einer Zeit unterging. Das eindringende Wasser löste - wie die Verteidigung das unter einer Dusche zeigte - den Emergency-Call aus. Das würde den früheren Beginn des Emergency-Calls um 38-45s (im ersten Verfahren hieß es noch 38s) vorher erklären.

Das würde eben auch die in Wirklichkeit unsinnige Wegstrecke zum Parkplatz und auch die plötzlich erhöhte Gehgeschwindigkeit erklären. Wenn man die Fließgeschwindigkeit des Beerbaches auf die vermeintliche GPS-Stecke abbildet, dann kommt bei einer Fließgeschwindigkeit von 10 km/h einen scheinbare Laufgeschwindigkeit von 6,5 km/h zustande ( 10km/h * cos(50°)).

In den 38s des Emergency-Calls hätte die Handtasche 100m zurückgelegt. Wenn man annimmt, dass das Opfer am Brückerl in den Beerbach gestürzt ist, dann entspricht doch recht genau dem Ort, an dem der Geodesist glaubt, dass das IPhone ins Wasser gekommen ist. Nach meiner Theorie ist dort die Handtasche untergegangen und durch die starke Abschwächung durch das Wasser ist der Emergency-Call-Verbindung beendet worden.
Ein Unfallgeschehen, wie von der Verteidigung dargestellt, ist konsistent, schlüssig und plausibel.
In wesentlichen Punkten ja, aber der Emergency-Call ist wie gesagt noch nicht ausreichend geklärt. An den Deus ex machina glaube ich nicht. Ich glaube, dass die GPS-Daten da in die Irre führen. Sie lassen den Beerbach als Möglichkeit ebenfalls zu und mit einem Sturz am Brückerl in Kombination einer treibenden Handtasche ist das alles deutlich schlüssiger.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Mittwoch, 28. Januar 2026, 17:00:46

Gerüchten zufolge sei Hannas Gürtel weiter stromaufwärts (wohl nahe des Brückerls) gefunden worden. Der Ring hingegen fand sich stromabwärts davon auf Höhe des Regenwasserabflusses des Seilbahnparkplatzes. Deshalb könne eine Örtlichkeit nahe des Fundorts des Rings nicht als Ort eines Unfallgeschehens in Betracht kommen. (Naheliegender sei der Bereich des Bärbachs am Brandnerweg.)

Solchen Gerüchten möchte ich begegnen, bevor daraus noch mehr Unsinn erwächst:

Gast hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 02:30:15 … diese Zeichnung … zeigt den Parkpatz vom Hotel Berge …

Im Video Teil 3 kommen die … Sachverständigen auf die Stelle gegenüber vom Hotel-Berge-Parkplatz und meinen, dass sie da … in den Bach gefallen ist …
Vorgenannte Kartierung:
Bild

Gutachter Sauer und Trübner auf dem Seilbahnparkplatz auf Höhe des Regenwasserabflusses (ARD-Doku, Folge 3, ab Minute 8:25, Link mit Sprungmarke):
https://www.ardmediathek.de/video/tod-n ... rtTime=505

Dort wurde laut Sauer Hannas Ring gefunden.

Standort der Gutachter (ungefähr hinter dem VW-Polo mit geöffneter Beifahrertür):
https://www.google.com/maps/@47.7649651 ... JQAQ%3D%3D
https://www.google.com/maps/@47.7651294 ... FQAw%3D%3D

Der Fundort des Gürtels von Hannas Jacke ist ebenfalls dort zu verorten (ARD-Doku, Folge 1, ab Minute 13:29, Link mit Sprungmarke):
https://www.ardmediathek.de/video/tod-n ... rtTime=809

Ein und denselben Fundort verzeichnet die Reportage von Spiegel-TV für Ring und Gürtel (ab Minute 11:06, Link mit Sprungmarke):
https://youtu.be/KBdy9gTnIMg&t=11m6s

Hinzu tritt der Termperaturabfall des Handy-Akkus. Im ersten Rechtsgang wurde aufgrund ungenauer Geo-Daten (Geo-Datenpunkt 12) angenommen, das Handy sei um 2:33:35 Uhr ins Wasser geraten. Die thermodynamische Analyse von Niels Hansen indessen ergibt, dass der Wasserkontakt mindestens 1:20 Minuten vor diesem Zeitpunkt stattgefunden habe – also spätestens um 2:32:15 Uhr (ARD-Doku, Folge 3, ab Minute 10:16, Link mit Sprungmarke):
https://www.ardmediathek.de/video/tod-n ... rtTime=616

Laut „Spiegel“ (siehe hier) liege der Wasserkontakt bzw. Temperatursturz zwischen 2:31:59 und 2:32:15 Uhr. (Damit korreliert der Anrufversuch um 2:32:09 Uhr, ausgelöst durch Wasserkontakt.)


Die aus dem aufgehobenen Urteil bekannten Daten (Rdnr. 582–583):
► Geo-Datenpunkt 11: 2:31:41 Uhr
► Geo-Datenpunkt 12: 2:33:35 Uhr, extrem ungenau

Die von Rabubsel rekonstruierte Karte mit den Geo-Datenpunkten (Link markieren, mit rechter Maustaste öffnen):

https://www.allmystery.de/bilder/km168746-id3305225


Bei Geo-Datenpunkt 12 befand sich das Handy bereits im Bärbach. Aufgrund der Abschirmung unter Wasser und der damit einhergehenden Ungenauigkeit ist davon auszugehen, dass alle Geo-Datenpunkte ab Punkt 12 obsolet sind. Das weitere Geschehen muss seinen Ausgangspunkt also ab dem Geo-Datenpunkt 11 genommen haben.

Der nächste gesicherte Punkt ist der Fundort von Ring und Gürtel nahe des Regenwasserabflusses (siehe oben). Weiter stromaufwärts wurden im bzw. am Bärbach keine Gegenstände von Hanna gefunden. Zwischen diesen beiden Punkten gilt es, ein Szenario zu entwerfen, das in ein Zeitfenster von maximal 34 Sekunden passt. Weder zeitlich noch örtlich passt ein Schlenker zum Brandnerweg ins Bild.

Ein Unfallgeschehen, wie von der Verteidigung dargestellt, ist konsistent, schlüssig und plausibel.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast » Mittwoch, 28. Januar 2026, 14:38:41

Orgineller Kommentar unter dem Spiegel TV Video

https://www.youtube.com/watch?v=KBdy9gTnIMg
In Bayern wohl bekannt: Die Mordermittler der Kripo Rosenheim, die Ermittler im Fall Wörndl waren die gleichen wie im Fall Genditzki, die haben es halt mit Leichen im Wasser und fortgeschrittener Physik nicht so ganz… man möge mir den Sarkasmus nachsehen, aber für die Bayerische Landespolizei ist diese Kripoinspektion langsam zum fremdschämen… vielleicht brauchen sie deswegen eine eigene Serie zur Rufaufbesserung..
Ansonsten Kommentare von den links-grün-versifften, für die der wöchentliche Spiegel TV Bericht ein Ersatzgottesdienst ist.

Schlampiges Video von den Spiegelianern, da sie schreiben Hanna wurde in einem Nebenarm der Prien gefunden, nämlich dem Kaltenbach. Ha ha!
Dabei wurde der aktuelle 3-Teiler doch von Spiegel TV produziert.

Fazii: Die Macher von dem obigen Video sind genauso blöd, wie die Rosenheimer und Traunsteiner Kriminaljuristen

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Mittwoch, 28. Januar 2026, 11:08:01

Spiegel-TV: Justizskandal im Eiskeller-Fall

Oft diskutiert, seinerzeit von vielen als „tendenziös“ gebrandmarkt und von Holderle verteufelt (siehe hier): Weitsichtig und fast schon hellseherisch wirkt aus heutiger Sicht die bislang kostenpflichtige Spiegel-TV-Reportage vom 03.03.2025 (siehe hier) – seit heute frei zugänglich und am Schluss um aktuelle Entwicklungen ergänzt:

https://youtu.be/KBdy9gTnIMg

Zu Wort kommen Regina Rick, Yves Georg, Klaus Püschel und Sebastians Familie. Mit zahlreichen Zuschauerkommentaren.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Dienstag, 27. Januar 2026, 18:57:40

BLZ: Erschreckende Fehlbarkeit des Rechtsstaats

Mit preußischer Distanz und in schonungsloser Offenheit blickt die Berliner Zeitung (BLZ) auf das Traunsteiner Justizgebaren.

► System, das sich zu früh sicher war
► Justiz, die lieber einen Täter präsentiert als keinen
► Richter, die nach Ansehen der Person urteilen
► Rechtsstaat gefährlich durch institutionelle Trägheit
► Rechtsstaat dysfunktional, wenn man ihm ausgeliefert ist
► soziale Stigmatisierung, Biografie irreversibel beschädigt
► „unerschrockene Strafverteidigerin Regina Rick“
► Ricks juristische Hartnäckigkeit Vorbild für ihre Kollegen

Ein lesenswerter Artikel:

Spoiler – hier klicken!
True Crime
Der bequeme Täter: Eine ARD-Doku zeigt die erschreckende Fehlbarkeit des Rechtsstaates

Der ARD-Dreiteiler „Tod nach der Disco – der Eiskeller-Fall“ erzählt die tragische Geschichte zweier junger Menschen. An des einen Unglück hatten Behörden und Gerichtsbarkeit Schuld.

Bild
War zwei Jahre zu Unrecht in Haft: Sebastian T. – Bild: Bresinsky

Es ist nichts Neues, dass Recht haben und Recht bekommen zwei weit voneinander entfernte Dinge sein können, selbst in einem Rechtsstaat wie dem unseren. Immer wieder werden wir mit Fehlurteilen und zu Unrecht verurteilten Bürgern konfrontiert, deren Geschichten oft ungeahnte menschliche Fehlbarkeit und Voreingenommenheit offenbaren. Das, meint man zwar als Laie, könne in einem Universum voller Paragrafen und versierter und integrer Juristen nicht passieren, aber auch hier gilt: Wo Menschen agieren und operieren, passiert alles. Auch Dinge, die man sich nicht vorstellen kann und mag.

Nicht die Wahrheit suchen, sondern einen Schuldigen

Und so gibt es Ermittlungen respektive Kriminalfälle, die nicht allein und in erster Linie die Wahrheit suchen, sondern vor allem einen Schuldigen. Die ARD-True-Crime-Doku „Tod nach der Disco – der Eiskeller-Fall“ beschreibt einen solchen Fall. Sie erzählt weniger von einem Mord als von einem System, das sich zu früh sicher war – und von einer Justiz, die lieber einen Täter präsentiert als keinen. Sie erzählt auch von Richtern, welche die Augenbinde ihrer Identifikationsfigur Justitia offensichtlich übersehen haben – und sehr wohl nach Ansehen der Person urteilen, obwohl sie gerade das nicht sollten.

Dabei ist bis heute ungeklärt, ob der Tod der 23-jährigen Studentin Hanna W. am 3. Oktober 2022 in der oberbayerischen Gemeinde Aschau wirklich ein Tötungsdelikt oder nur ein schrecklicher Unfall war. Tatsache ist, die junge Frau wurde nach dem Discobesuch im Aschauer „Eiskeller“ ertrunken und schwer verletzt im Gesichts- und Schulterbereich aufgefunden, ein junger Mann, Sebastian T., geriet schnell unter Mordverdacht, wurde verurteilt und saß mehr als zwei Jahre unschuldig im Gefängnis.

Bild
Die unerschrockene Strafverteidigerin Regina Rick. – Bild: Bresinsky

Erst nach einer Aufhebung des Urteils durch den Bundesgerichtshof und einem neuen Prozess wird er freigesprochen. Die Doku stellt dabei die unbequeme Frage: Wie kann jemand ohne eindeutige Beweise in Deutschland verurteilt werden? Im Eiskeller-Fall reichen Indizien, Vermutungen und eine Ermittlungslogik, die sich früh und faul auf den einzigen Verdächtigen festlegen. Einen Verdächtigen, der wegen eines leichten Handicaps, das ihm der Sauerstoffmangel während seiner Geburt bescherte, nicht scharf und schnell in Sprache und Logik ist.

Besonders eindrücklich ist hier die Rolle der Strafverteidigerin Regina Rick, die mit Sebastian T. nicht den ersten zu Unrecht Verurteilten aus dem Gefängnis holt. Auch im Fall des Hausmeisters und Justizopfers Manfred … [G.] im sogenannten Badewannenmord wurde sie aktiv. … Auch er hat Regina Rick die zurückerrungene Freiheit zu verdanken.

Rick, Ende 50, erscheint im Eiskeller-Fall nicht unbedingt als mediale Heldin, sondern eher als Störfaktor im System. Aber was würde passieren, fragt man sich, wenn es diese „Störfaktoren“ nicht geben würde? Als die Verkörperung juristischer Hartnäckigkeit stellt Regina Rick in jedem Fall ein Vorbild für ihre Kollegen dar.

Denn wenn erst einmal ein Narrativ entstanden ist („Wir haben den Täter“), wird diesem oft alles Weitere untergeordnet. Zweifel stören nur, alternative Hypothesen werden verdrängt. Aber genau hier wird der Rechtsstaat gefährlich – nicht durch böse Absicht, sondern durch institutionelle Trägheit. Was an der Doku so erschüttert, ist weniger der Mordfall selbst als das Gefühl der Ausweglosigkeit. Wer einmal in die Mühlen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz gerät, kann schnell die Kontrolle über die eigene Geschichte verlieren.

So werden Biografien irreversibel beschädigt

Und nicht nur das: Hinzu kommt die soziale Dimension, Stigmatisierung, zerstörte Beziehungen, und ein Dorf, das einen Menschen, der manchen vielleicht „etwas komisch“ vorkam, für einen Mörder hält. Selbst sein Freispruch kann daran nichts ändern. So werden Biografien von Menschen, die es eh schon schwerer hatten als andere, irreversibel beschädigt.

Eine Erkenntnis aus dieser Dokumentation ist auch folgende: Der Rechtsstaat funktioniert – aber nicht immer für diejenigen, die ihm ausgeliefert sind. Oder wie es Regina Rick so herrlich nassforsch im Doku-Teaser in Richtung Ermittlungsbehörden und Justiz bescheidet: „Die klären sogar Tötungsdelikte auf, die gar keine sind.“

Berliner Zeitung am 27.01.2026
https://www.berliner-zeitung.de/kultur- ... i.10015991 (ohne Paywall)

Nach oben