von HP1 » Montag, 05. Januar 2026, 09:56:52
Gut möglich, dass ich was übersehe, bin nicht so sehr in diesem Fall drin. Vielleicht ist meine Frage auch etwas naiv(?)
Jedenfalls, warum ist man denn so sehr auf die 5 oder 6 bekannten Verdächtigen (oder eine Auswahl davon) eingeschossen, warum wird ein ihr unbekannter Täter auf der Durchfahrt und ohne Ortsbezug als so unwahrscheinlich abgetan?
Klar haben mehrere der bekannten Verdächtigen widersprüchliche oder im Zeitverlauf veränderliche Aussagen gemacht. Kann man als verdächtig ansehen. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass da genauso auch nicht schuldige Verdächtige widersprüchliche oder veränderliche Aussagen getätigt haben (müssen), was die Bedeutung als "verdächtig" dann wieder sehr relativiert.
Kategorisiert man mal unter der Voraussetzung von sexuell motiviertem Übergriff als Motiv:
Ein planender Täter hätte doch gerade entfernt von persönlichen Bezugspunkten nach einem Opfer gesucht, möglicherweise sogar von ihm allgemein frequentierte Strecken vermieden.
Lediglich ein planender Täter aus ihrem Umfeld, der es genau auf sie abgesehen gehabt hätte und lediglich auf eine geeignete Gelegenheit gewartet hatte sie abzugreifen, wäre da eine wirkliche Alternative.
Und ein spontaner Täter, da kommts drauf an.
Entweder eine spontane Entscheidung für einen Übergriff gegen ihren Willen, also spontanes Wahrnehmen einer Gelegenheit bei latent bereits gegebenem Motiv bzw. Tatabsicht in seiner Vorstellungswelt, das würde ich als spontanen Tateinstieg mit Tötungsabsicht von Beginn an für ausgesprochen unwahrscheinlich halten. In dem Fall viel eher impulsgesteuertes Handeln ohne das in dem Moment überhaupt so weit weiter zu denken.
Klar könnte so ein starker, rationalitätsmindernder Impuls und Mangel an Selbstkontrolle jeden betreffen. Aber ich meine, gegenüber einem ihm bekannten Opfer und im (gemeinsamen) räumlich-sozialen Umfeld wäre da die Hemmschwelle größer, während ich ein "anonymes" Setting ohne Bekanntschaft und gemeinsamem Umfeld, abseits des eigenen räumlichen Alltags sozusagen für "einladender" für solches Handeln halten würde.
Bleibt noch der spontane Versuch einvernehmlicher Annäherung, die dann aus dem Ruder läuft. Auch hier würde ich das vorab Vorhandensein entsprechender Phantasien oder (eher unkonkreter) Pläne annehmen, kein Impuls "aus heiterem Himmel". Das wäre mir sowohl bekannt und mit Ortsbezug wie auch anonym ohne Ortsbezug denkbar, vielleicht wäre eine Bekanntschaft mit Katrin hier sogar begünstigend, um es zu versuchen.
Aber wie gesagt, es läuft aus dem Ruder. Das heißt, nimmt völlig ungeplant in eine Richtung, die der Täter nicht will, die nicht seinen Intentionen und seinem "Naturell" entspricht. Weder befindet man sich zum Zeitpunkt handgreiflicher Gewaltausübung/Auseinandersetzung an einem Ort, den er für diesen Zweck vorab oder spontan ausgewählt hätte, noch hat er sich vorab irgendwelche Gedanken über Verbringung der Leiche gemacht, geschweige denn Vorbereitungen dafür getroffen. Recht unwahrscheinlich, dass das einem ortsansässigen Täter gelingen würde - man ist in der Gegend wegen des Falls sowieso aufmerksam bzgl. beobachteten Auffälligkeiten, bei den Verdächtigen wurde soweit möglich nachgeforscht.
Ein anderer Punkt ist: Ein Täter ohne initiale Konfrontationsabsicht versucht die Annäherung, wird abgewiesen, wird darauf entweder zudringlich oder reagiert körperlich aggressiv auf die Ablehnung. In aller Regel ist das Opfer dann nicht tot, so viel Brutalität wäre bei einem Täter mit an sich nicht körperlich gewalttätiger Herangehensweise und gesuchter Einvernehmlichkeit nicht zu erwarten. Klar kann es auch dann tödlich verlaufen, wäre aber unwahrscheinlich. Bedeutet, dann müsste dieser Täter die Entscheidung treffen, das Opfer zur Vertuschung auch zu töten. Nicht im Affekt, sondern entschieden, vorsätzlich. Auch das in meinen Augen eher unwahrscheinlich für einen Täter, der sich bei der Suche nach sexueller Befriedigung aufs Anbaggern einer Anhalterin verlegt anstatt von vornherein klar übergriffige Handlungen gegen ihren Willen an den Tag zu legen.
Klar, das kann alles genau so sein, aber es scheint mir ein an mehreren Stellen und insgesamt unwahrscheinliches Szenario. Und es wäre eben das Szenario, wo ich am ehesten einen ihr bekannten Täter aus dem räumlich-sozialen Umfeld sehen würde.
Allgemein, Verbringung der Leiche, da wäre doch eine ausreichende Entfernung zur Tatgegend das erste hilfreiche Merkmal, wenn bis heute keine Leiche gefunden wurde. Keine Gegend, in der gesucht worden wäre. Keine Gegend, wo auf Auffälligkeiten geachtet worden wäre. Der Täter keine Person, bei der konkret genau hingeschaut worden wäre.
Also, warum halten die Ermittler die Täterschaft (irgend)eines der Verdächtigen für so wahrscheinlich, einen durchfahrenden anonymen Täter dagegen für ausgesprochen unwahrscheinlich? So hatte ich es jedenfalls in dem zuletzt geposteten Videobeitrag hier verstanden.
Liegt es nur daran, weil man über die bekannten Verdächtigen halt was weiß und den Fall neu aufrollen, alles (viel) nochmal unter die Lupe nehmen kann, während man bei einem anonymen Täter nicht viel mehr als zur Kenntnis nehmen kann, dass es ein solcher gewesen sein könnte?
Gut möglich, dass ich was übersehe, bin nicht so sehr in diesem Fall drin. Vielleicht ist meine Frage auch etwas naiv(?)
Jedenfalls, warum ist man denn so sehr auf die 5 oder 6 bekannten Verdächtigen (oder eine Auswahl davon) eingeschossen, warum wird ein ihr unbekannter Täter auf der Durchfahrt und ohne Ortsbezug als so unwahrscheinlich abgetan?
Klar haben mehrere der bekannten Verdächtigen widersprüchliche oder im Zeitverlauf veränderliche Aussagen gemacht. Kann man als verdächtig ansehen. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass da genauso auch nicht schuldige Verdächtige widersprüchliche oder veränderliche Aussagen getätigt haben (müssen), was die Bedeutung als "verdächtig" dann wieder sehr relativiert.
Kategorisiert man mal unter der Voraussetzung von sexuell motiviertem Übergriff als Motiv:
Ein planender Täter hätte doch gerade entfernt von persönlichen Bezugspunkten nach einem Opfer gesucht, möglicherweise sogar von ihm allgemein frequentierte Strecken vermieden.
Lediglich ein planender Täter aus ihrem Umfeld, der es genau auf sie abgesehen gehabt hätte und lediglich auf eine geeignete Gelegenheit gewartet hatte sie abzugreifen, wäre da eine wirkliche Alternative.
Und ein spontaner Täter, da kommts drauf an.
Entweder eine spontane Entscheidung für einen Übergriff gegen ihren Willen, also spontanes Wahrnehmen einer Gelegenheit bei latent bereits gegebenem Motiv bzw. Tatabsicht in seiner Vorstellungswelt, das würde ich als spontanen Tateinstieg mit Tötungsabsicht von Beginn an für ausgesprochen unwahrscheinlich halten. In dem Fall viel eher impulsgesteuertes Handeln ohne das in dem Moment überhaupt so weit weiter zu denken.
Klar könnte so ein starker, rationalitätsmindernder Impuls und Mangel an Selbstkontrolle jeden betreffen. Aber ich meine, gegenüber einem ihm bekannten Opfer und im (gemeinsamen) räumlich-sozialen Umfeld wäre da die Hemmschwelle größer, während ich ein "anonymes" Setting ohne Bekanntschaft und gemeinsamem Umfeld, abseits des eigenen räumlichen Alltags sozusagen für "einladender" für solches Handeln halten würde.
Bleibt noch der spontane Versuch einvernehmlicher Annäherung, die dann aus dem Ruder läuft. Auch hier würde ich das vorab Vorhandensein entsprechender Phantasien oder (eher unkonkreter) Pläne annehmen, kein Impuls "aus heiterem Himmel". Das wäre mir sowohl bekannt und mit Ortsbezug wie auch anonym ohne Ortsbezug denkbar, vielleicht wäre eine Bekanntschaft mit Katrin hier sogar begünstigend, um es zu versuchen.
Aber wie gesagt, es läuft aus dem Ruder. Das heißt, nimmt völlig ungeplant in eine Richtung, die der Täter nicht will, die nicht seinen Intentionen und seinem "Naturell" entspricht. Weder befindet man sich zum Zeitpunkt handgreiflicher Gewaltausübung/Auseinandersetzung an einem Ort, den er für diesen Zweck vorab oder spontan ausgewählt hätte, noch hat er sich vorab irgendwelche Gedanken über Verbringung der Leiche gemacht, geschweige denn Vorbereitungen dafür getroffen. Recht unwahrscheinlich, dass das einem ortsansässigen Täter gelingen würde - man ist in der Gegend wegen des Falls sowieso aufmerksam bzgl. beobachteten Auffälligkeiten, bei den Verdächtigen wurde soweit möglich nachgeforscht.
Ein anderer Punkt ist: Ein Täter ohne initiale Konfrontationsabsicht versucht die Annäherung, wird abgewiesen, wird darauf entweder zudringlich oder reagiert körperlich aggressiv auf die Ablehnung. In aller Regel ist das Opfer dann nicht tot, so viel Brutalität wäre bei einem Täter mit an sich nicht körperlich gewalttätiger Herangehensweise und gesuchter Einvernehmlichkeit nicht zu erwarten. Klar kann es auch dann tödlich verlaufen, wäre aber unwahrscheinlich. Bedeutet, dann müsste dieser Täter die Entscheidung treffen, das Opfer zur Vertuschung auch zu töten. Nicht im Affekt, sondern entschieden, vorsätzlich. Auch das in meinen Augen eher unwahrscheinlich für einen Täter, der sich bei der Suche nach sexueller Befriedigung aufs Anbaggern einer Anhalterin verlegt anstatt von vornherein klar übergriffige Handlungen gegen ihren Willen an den Tag zu legen.
Klar, das kann alles genau so sein, aber es scheint mir ein an mehreren Stellen und insgesamt unwahrscheinliches Szenario. Und es wäre eben das Szenario, wo ich am ehesten einen ihr bekannten Täter aus dem räumlich-sozialen Umfeld sehen würde.
Allgemein, Verbringung der Leiche, da wäre doch eine ausreichende Entfernung zur Tatgegend das erste hilfreiche Merkmal, wenn bis heute keine Leiche gefunden wurde. Keine Gegend, in der gesucht worden wäre. Keine Gegend, wo auf Auffälligkeiten geachtet worden wäre. Der Täter keine Person, bei der konkret genau hingeschaut worden wäre.
Also, warum halten die Ermittler die Täterschaft (irgend)eines der Verdächtigen für so wahrscheinlich, einen durchfahrenden anonymen Täter dagegen für ausgesprochen unwahrscheinlich? So hatte ich es jedenfalls in dem zuletzt geposteten Videobeitrag hier verstanden.
Liegt es nur daran, weil man über die bekannten Verdächtigen halt was weiß und den Fall neu aufrollen, alles (viel) nochmal unter die Lupe nehmen kann, während man bei einem anonymen Täter nicht viel mehr als zur Kenntnis nehmen kann, dass es ein solcher gewesen sein könnte?