von caro » Donnerstag, 29. Januar 2026, 21:00:35
Jolu65 hat geschrieben: ↑Donnerstag, 29. Januar 2026, 13:36:23
Ich habe mir nun mehrere Stunden verschiedene Podcasts zu dem Thema angehört- und es ergeben sich mehrere Ereignisebenen. Ich kann auch nicht sagen, dass die ermittelnden Polizeibehörden skch in diesem Fall mit Ruhm bekleckert haben.
Zur Familie:
Vater Zahnarzt, Mutter Lehrerin, zuletzt Schuldirektorin ---> bedeutet Oberschicht.
Solche Menschen glauben oft (ich weiß nicht, ob es hier auch so ist, nehme es aber an), dass sie in einer heilen Welt leben, in der ihnen alle wohlgesonnen sind. Sie fühlen sich gut, weil sie der festen Überzeugung sind, dass sie gut seien. Daraus leitet sich oft ein Überlegenheitsgefühl und eine Gefühl der Unangreifbarkeit ab. Alles andere blenden sie gerne aus.
Die Welt war auch 2006 nicht so wie solche Menschen die Welt sehen. Solche Menschen haben Neider, solchen Menschen wünschen viele, dass es denen auch einmal dreckig geht. Ich komme aus einer Kleinstadt und weiß wovon ich rede, obwohl ich auch eher sehr priviligiert aufgewachsen bin. Nun kommt hinzu, dass die Mutter Lehrerin war bzw noch sein wird. Lehrer treffen oft Entscheidungen, die berechtigt oder unberechtigt als ungerecht empfunden werden. Manche Lehrer werden zu regelrechten Hassobjekten. Manche Menschen steigern sich obszessiv in ihren Hass hinein und entwerfen Rachepläne. Meist bleibt es bei Allmachtsfantasien, aber ganz selten nicht nur dabei.
Mich wundert es ein wenig, dass dieser Handlungsstrang nirgendwo behandelt wird.
Kann es denn nicht sein, dass da ein Motiv liegt ?
Denn es wird auch in zumindest einem Podcast herausgearbeitet, dass eine Täterperson nicht nur über FL totale Kontrolle ausüben will, sondern auch und besonders über ihr soziales Umfeld. Wenn jemand an der Familie Liebs hätte Rache nehmen wollen, dann wäre das durch diese Tat perfekt gelungen.
Das wäre eine persönliche Ereignisebene.
(...)
Dann gibt es die Frage, wer überhaupt für eine solche Tat in Frage kommt.
In den Podcast werden schnell die üblichen Verdächtigen benannt- Speditionsgewerbe u.ä....--
Wäre es dann aber nicht so, dass ein Täter nach einer aus seiner Sicht "so gelungenen Tat", Weitere folgen lassen würde. Ohne Psychologie studiert zu haben, würde ich das stark annehmen.
Würde man den Fall Tanja Mühlinghaus als wirklich rein zufällig koinzident ausklammern, dann würde ich aufgrund fehlender Nachfolgetaten, wirklich annehmen, dass jemand an der Familie Liebs Rache nehmen wollte. Da würde ich den - wie soll man sagen- selbstkritischen ? familiären Ansatz sehen, dem die Mutter von FL vielleicht nachgehen sollte. Natürlich trifft sie kein Schuld an der Tat und mein Text ist dahingehend auch kein Vorwurf- nicht im Konkreten, auch nicht in allgemein professioneller Hinsicht im Hinblick auf ihren Beruf oder ihre sonstigen Tätigkeiten.
Doch, diese Handlungsstränge wurden schon häufiger geäussert. Vielleicht nicht so sehr hier, aber in dem anderen Forum beispielsweise.
Bei dem Vater als Zahnarzt wird dann z.B. von einem Behandlungsfehler gemutmaßt, für den sich jemand rächen wollte.
Bei der Mutter wiederum sind es schlechten Noten, die ein "Sitzenbleiben" oder einen nicht geschafften Abschluss für jemanden zur Folge hatte.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass Frau Liebs so welche Verdachtsmomente an die Polizei weitergegeben hat und dem nachgegangen wurde.
Aber ein (ehemaliger) Patient des Vater mit Ortskenntnissen in Paderborn? Halte ich persönlich für weniger wahrscheinlich.
Ich sehe im Vergleich zu anderen Motiven zwei Dinge, die diese Mutmaßungen für mich eher unwahrscheinlich wirken lassen:
Zum einen kann man sie anfechten (Behandlungsfehler, schlechte Noten), man kann über sie reden und diskutieren.
Sie haben sich (wenn es sie überhaupt gab) aller Wahrscheinlichkeit nach vorab in irgendeinerweise "offenbart".
Der Behandlungsfehler vor Gericht beispielsweise, oder der frustrierte Schüler, der aufgrund seiner schlechten Noten gegen Frau Liebs "vom Leder zieht".
Sprich, für diese Verdachtsmomente hätte es aller Wahrscheinlichkeit nach in der Vergangenheit Anzeichen gegeben und man ist diesen auch nachgegangen.
Wohingegen die Ungerechtigkeit, von der du sprichst und die man wahrscheinlich empfindet, angesichts eines Selbstmordes oder einer verschmähten Liebe, ungleich höher sein müsste.
Gefühle wie Ohnmacht, Wut, Trauer, Eifersucht und Neid, die dabei entstehen, werden eher für sich selbst behalten. Sie bleiben eher im Verborgenen, man spricht mit anderen nicht über sie.
Das Motiv
schlechte Noten bietet für mich "zu wenig Drama".
[quote=Jolu65 post_id=320310 time=1769690183 user_id=6758]
Ich habe mir nun mehrere Stunden verschiedene Podcasts zu dem Thema angehört- und es ergeben sich mehrere Ereignisebenen. Ich kann auch nicht sagen, dass die ermittelnden Polizeibehörden skch in diesem Fall mit Ruhm bekleckert haben.
Zur Familie:
Vater Zahnarzt, Mutter Lehrerin, zuletzt Schuldirektorin ---> bedeutet Oberschicht.
Solche Menschen glauben oft (ich weiß nicht, ob es hier auch so ist, nehme es aber an), dass sie in einer heilen Welt leben, in der ihnen alle wohlgesonnen sind. Sie fühlen sich gut, weil sie der festen Überzeugung sind, dass sie gut seien. Daraus leitet sich oft ein Überlegenheitsgefühl und eine Gefühl der Unangreifbarkeit ab. Alles andere blenden sie gerne aus.
Die Welt war auch 2006 nicht so wie solche Menschen die Welt sehen. Solche Menschen haben Neider, solchen Menschen wünschen viele, dass es denen auch einmal dreckig geht. Ich komme aus einer Kleinstadt und weiß wovon ich rede, obwohl ich auch eher sehr priviligiert aufgewachsen bin. Nun kommt hinzu, dass die Mutter Lehrerin war bzw noch sein wird. Lehrer treffen oft Entscheidungen, die berechtigt oder unberechtigt als ungerecht empfunden werden. Manche Lehrer werden zu regelrechten Hassobjekten. Manche Menschen steigern sich obszessiv in ihren Hass hinein und entwerfen Rachepläne. Meist bleibt es bei Allmachtsfantasien, aber ganz selten nicht nur dabei.
Mich wundert es ein wenig, dass dieser Handlungsstrang nirgendwo behandelt wird.
Kann es denn nicht sein, dass da ein Motiv liegt ?
Denn es wird auch in zumindest einem Podcast herausgearbeitet, dass eine Täterperson nicht nur über FL totale Kontrolle ausüben will, sondern auch und besonders über ihr soziales Umfeld. Wenn jemand an der Familie Liebs hätte Rache nehmen wollen, dann wäre das durch diese Tat perfekt gelungen.
Das wäre eine persönliche Ereignisebene.
(...)
Dann gibt es die Frage, wer überhaupt für eine solche Tat in Frage kommt.
In den Podcast werden schnell die üblichen Verdächtigen benannt- Speditionsgewerbe u.ä....--
Wäre es dann aber nicht so, dass ein Täter nach einer aus seiner Sicht "so gelungenen Tat", Weitere folgen lassen würde. Ohne Psychologie studiert zu haben, würde ich das stark annehmen.
Würde man den Fall Tanja Mühlinghaus als wirklich rein zufällig koinzident ausklammern, dann würde ich aufgrund fehlender Nachfolgetaten, wirklich annehmen, dass jemand an der Familie Liebs Rache nehmen wollte. Da würde ich den - wie soll man sagen- selbstkritischen ? familiären Ansatz sehen, dem die Mutter von FL vielleicht nachgehen sollte. Natürlich trifft sie kein Schuld an der Tat und mein Text ist dahingehend auch kein Vorwurf- nicht im Konkreten, auch nicht in allgemein professioneller Hinsicht im Hinblick auf ihren Beruf oder ihre sonstigen Tätigkeiten.
[/quote]
Doch, diese Handlungsstränge wurden schon häufiger geäussert. Vielleicht nicht so sehr hier, aber in dem anderen Forum beispielsweise.
Bei dem Vater als Zahnarzt wird dann z.B. von einem Behandlungsfehler gemutmaßt, für den sich jemand rächen wollte.
Bei der Mutter wiederum sind es schlechten Noten, die ein "Sitzenbleiben" oder einen nicht geschafften Abschluss für jemanden zur Folge hatte.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass Frau Liebs so welche Verdachtsmomente an die Polizei weitergegeben hat und dem nachgegangen wurde.
Aber ein (ehemaliger) Patient des Vater mit Ortskenntnissen in Paderborn? Halte ich persönlich für weniger wahrscheinlich.
Ich sehe im Vergleich zu anderen Motiven zwei Dinge, die diese Mutmaßungen für mich eher unwahrscheinlich wirken lassen:
Zum einen kann man sie anfechten (Behandlungsfehler, schlechte Noten), man kann über sie reden und diskutieren.
Sie haben sich (wenn es sie überhaupt gab) aller Wahrscheinlichkeit nach vorab in irgendeinerweise "offenbart".
Der Behandlungsfehler vor Gericht beispielsweise, oder der frustrierte Schüler, der aufgrund seiner schlechten Noten gegen Frau Liebs "vom Leder zieht".
Sprich, für diese Verdachtsmomente hätte es aller Wahrscheinlichkeit nach in der Vergangenheit Anzeichen gegeben und man ist diesen auch nachgegangen.
Wohingegen die Ungerechtigkeit, von der du sprichst und die man wahrscheinlich empfindet, angesichts eines Selbstmordes oder einer verschmähten Liebe, ungleich höher sein müsste.
Gefühle wie Ohnmacht, Wut, Trauer, Eifersucht und Neid, die dabei entstehen, werden eher für sich selbst behalten. Sie bleiben eher im Verborgenen, man spricht mit anderen nicht über sie.
Das Motiv [i]schlechte Noten[/i] bietet für mich "zu wenig Drama".