MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von z3001x » Montag, 27. Juli 2026, 22:09:51

Trodat5203 hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:53:42 Auch wenn es sich manche nicht vorstellen können: es gab auch schon andere Opfer, die die Täter nicht verraten haben, sogar gerade wenn sie einander kannten. Es gab auch schon Opfer, die hatten die Möglichkeit zu fliehen oder in der Öffentlichkeit um Hilfe zu bitten, zu schreien, jemandem in die Arme zu fallen und zu sagen was los ist, doch sie haben es nicht getan. Zu groß die Angst, zu groß die erlernte Hilflosigkeit. Das Frauke keinen Namen nannte, spricht nicht dagegen, dass sie ihn dennoch kannte.
Bei Natascha Kampusch war das so, die war glaub ich Einkaufen (im Hornbach-Baumarkt) mit Přiklopil. Oder auch bei mindestens einem der Opfer des Höxter-Paares. Ich glaub auch in einem amerikanischen Fall, wo das Opfer sogar alleine Joggen durfte, weil man sich sicher war, dass es nicht flieht und zurückkehrt. Die wurde allerdings, wie Kampusch auch, als Kind entführt und dann als Tochter der Familie ausgegeben und "umprogrammiert". Bei Kindern funktioniert das vermutlich einfacher als bei Erwachsenen. Außerdem waren das Fälle wo die Täter entweder nicht vorhatten das Opfer zu töten, oder wo das Töten "nur" im Sinne von Eventualvorsatz hingenommen wurde, aber man keine aktive zielgerichtete Tötungshandlung vornahm (Höxter) und es auch akzeptiert hätte, wenn es überlebt (wie das bei einem vorherigen Opfer der Höxteraner der Fall war). Sodass das Opfer also objektiv und vermutlich auch subjektiv weniger in Lebensgefahr war als Frauke Liebs.
Wenn dass Opfer nicht mehr annehmen kann, dass es durch seine Kooperation wirklich überlebt, dann kann es sein Verhalten ändern, wenn es noch einen Rest Willen besitzt. Und Frauke wusste oder ahnte am Ende dagegen schon, dass sie umgebracht würde.

M.W. braucht es zudem Zeit bis sich dieses Muster der Unterwerfung und des vorauseilenden Gehorsams als Überlebensstrategie voll ausbildet, und vor allem: bis sich der Täter sicher sein kann, dass das Opfer es zuverlässig befolgt.

Und das ist eben die Frage, woher der Täter in der vergleichsweise kurzen Zeit die Gewissheit bezogen haben sollte, dass Frauke ihn ganz sicher nicht verrät.
Wenn sie seinen Namen gekannt haben würde, hätte ein Wort beim Telefonat gereicht, um ihn zu enttarnen und zu überführen. Selbst wenn sie unmittelbar danach mit dem Leben bezahlt hätte. Im letzten Telefonat schien sie die Hoffnung aufgegeben zu haben, dass sie überlebt und frei kommt. Das war zudem das längste. Mit unterschiedlichen Gesprächspartner die unterschiedlichen Antworten und auch emotionale Situationen in Frauke hätten triggern können.

Wie kann sich der Täter da sicher sein, dass sie keine Kamikaze-Aktion unternimmt und ihn beim Namen nennt? Selbst wenn sie davor kooperierte - in der Hoffnung zu überleben - nachdem diese Hoffnung weg war, könnte sich ihr Verhalten diesbzgl. geändert haben, in einem letzten Akt der Selbstbehauptung. Das war für den Täter ein extrem kritischer Moment. Sofern sie ihn mit Namen kannte. Wenn sie ihn nicht kannte hingegen, hatte sie trotz ihrer Verzweiflung keine Chance ihn zu enttarnen.

Ich könnte mir zwar vorstellen, dass ein Opfer selbst in dieser Situation den Täter nicht verrät, sozusagen in Agonie, oder weil selbst, wenn es keine rationale Hoffnung mehr hat, kann es sich einfach an eine irrationale klammern.
Aber, wie gesagt, dass der Täter sich dessen vorher sicher ist, das ist schwerer vorstellbar. Da reicht ja auch nicht 80% sicher. Und da dieser Täter letztlich nicht so wirkt, als hätte er echte Risiken eingegangen, die ihn wirklich verraten können - er ist eher spielerische bzw demonstrative Risiken eingegangen, die auf den ersten Blick kühn wirken, aber auf den zweiten nicht wirklich für ihn bedrohlich waren - hab ich Zweifel, ob er das so gemacht hat. MMn spricht trotz der validen Einschränkung zu psychologischem Verhalten von Leuten in Bedrohungssituationen eher dafür, dass sie ihn nicht kannte und er daher "safe" war.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HE7469 » Montag, 27. Juli 2026, 21:42:19

Heckengäu hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 14:34:40 Von 3 verschiedenen Foristen wurden mit dem Nokia Telefonmodell das Frauke benutzte, weitreichende Testreihen gemacht.
Von allen wurde darüber in diesem Thread ausführlich darüber berichtet.
Alle Testversuche ergaben dass eine geschriebene SMS aus dem Speicher verschwindet, sobald der Akku entleert ist.

Das bedeutet in Umkehrschluss dass eine SMS nur mit ausreichend geladenem Akku versandt werden kann.
Das ist ein entscheidendes Detail für die Unmöglichkeit, eine bereits geschriebene SMS nach Ladung des Akkus zu senden.

Folgedem wurde die 0:49 SMS vom 21.6. im weitreichenden Funknetz Nieheim (Bis zu 15 Km Reichweite) geschrieben und abgesandt.
Meiner Ansicht nach ohne Frauke im Fahrzeug. Sie befand sich bereits im Versteck des Täter und der setzte diese SMS bewusst zur Irreführung über Fraukes Festhalteort weit davon entfernt ab.

Erst mit späteren Modellen von Nokia, mit anderen Betriebssystemen, ergab sich die Möglichkeit eine bereits getippte SMS nach Akkuladung abzusenden.
1. Frauke könnte die SMS in Pub Nähe als Entwurf manuell abgespeichert haben, gerade, weil der Versand nicht möglich war.
2. Habe ich das anders gelesen: die SMS wäre noch da, wenn aufgrund zu schwachem Akku das Handy beim Senden ausgeht (kein Versand) und könnte beim Aufladen und Anschalten des Handys automatisch versandt worden sein.
Aber gut, es spielt mMn nach keine große Rolle, wie es zum Versand dieser 0.49 Uhr SMS kam.

Die Variante, dass der Täter sich diese SMS um 0.49 selbst ausdachte bzw. Frauke zwang, sie zu formulieren, schließe ich aber aus. Die SMS wurde ohne Zweifel um 0.49 Uhr versendet, aber ursprünglich geschrieben und formuliert wurde sie von Frauke selbst und zwar kurz nach 23 Uhr, als sie auf den Täter traf. Meine Meinung.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von z3001x » Montag, 27. Juli 2026, 21:10:08

caro hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:50:20 Wenn der Festhalteort tatsächlich Paderborn gewesen ist, dann waren die groben Nachverfolgbarkeiten der Anruforte ein "notwendiges Übel",
Ja notwendiges Übel war es in jedem Fall, weil wenn man schon die exotische Idee hat zu telefonieren, dann nimmt man auch hin, dass man dabei ein paar schwer zu manipulierender Spuren hinterlässt. Die das Gros von Kriminellen wennmöglich lieber vermeidet. Jedenfalls heutzutage. Der hier hat aber gezeigt, dass die Spuren komplett belanglos waren.
caro hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:50:20aber eben auch ganz bewusst in Kauf genommen und als "Nachweis" dienend, in der Nähe, nicht weit weg zu sein und zur Beruhigung beitragend gedacht.
Und zwar zur Beruhigung von wem?
Frauke käme infrage, ihr "Umfeld" von Freunden und Familie oder auch "die Behörden".
Aber wenn dann war das allenfalls ein taktischer Schachzug. Hinsichtlich Simulation von Freiwilligkeit mit Adressat Exekutive ja sogar entgegen aller Erwartung erfolgreich. Ein Beruhigen aus menschlicher Anteilnahme kann man wohl knicken. Maximal eines zur Steigerung des abschließenden Entsetzens als sozusagen dramaturgisches Mittel.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Johnny77 » Montag, 27. Juli 2026, 19:47:12

Gast hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 19:28:08 Früher war es aber üblich, sich Akku zu „sparen, indem man mit beispielsweise verbleibenden 15 % (was damals noch relativ lange gehalten hat, weil kein Smartphone). Das heißt für mich, dass es doch möglich gewesen sein kann, dass der Akku von Frauke gar nicht vollständig leer war, so wie oft vermutet.
Oder war ihr Handy unmittelbar an Verlassen des Pubs nachweislich aus (gemacht worden)? Weiß man das? Es könnt auch auf dem Heimweg aus gemacht worden sein, erst 300 Meter weiter.
Isabella erzählte mindestens zwei verschiedenen Personen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, dass sich Fraukes Handy mit dem eigenen Akku noch einschaltete und vorerst eingeschaltet blieb.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Heckengäu » Montag, 27. Juli 2026, 19:40:50

Heckengäu hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 19:32:54 Hier ist eine Zusammenfassung von Pottkasten 2.
https://het-forum.de/viewtopic.php?p=354269#p354269
Ich suche soeben den Link von dem ich geschrieben habe: Noch 1/12 Stündchen, dann ist er erjagt
z3001x hat geschrieben: Samstag, 11. Juli 2026, 20:49:03 Der Podcast war schon unterirdisch, muss man auch als N-nicht-Verdächtigender mehr als einräumen. Als an den Fall Frauke-Liebs angelehnte fiktionale Story wäre das besser durchgegangen. Paar Passagen in den 70 Minuten waren trotzdem interessant. Hier kannst du dich selbst damit ein bisschen quälen: https://uploadnow.io/de/share?utm_source=dbG3fYj ;-)

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von z3001x » Montag, 27. Juli 2026, 19:39:39

Heckengäu hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 19:32:54 Ich suche soeben den Link von dem ich geschrieben habe: Noch 1/12 Stündchen, dann ist er erjagt
viewtopic.php?p=354268#p354268 Und dadrin der unten in himbeerrot mit uploadnow.io ...

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Heckengäu » Montag, 27. Juli 2026, 19:32:54

Gast76 hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:47:08 Vielen Dank für die Infos. Jetzt hab ich natuerlich noch mehr Lust, mir den Unsinn anzuhören.
Hier ist eine Zusammenfassung von Pottkasten 2.
https://het-forum.de/viewtopic.php?p=354269#p354269
Ich suche soeben den Link von dem ich geschrieben habe: Noch 1/12 Stündchen, dann ist er erjagt

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Montag, 27. Juli 2026, 19:28:08

Früher war es aber üblich, sich Akku zu „sparen, indem man mit beispielsweise verbleibenden 15 % (was damals noch relativ lange gehalten hat, weil kein Smartphone). Das heißt für mich, dass es doch möglich gewesen sein kann, dass der Akku von Frauke gar nicht vollständig leer war, so wie oft vermutet.
Oder war ihr Handy unmittelbar an Verlassen des Pubs nachweislich aus (gemacht worden)? Weiß man das? Es könnt auch auf dem Heimweg aus gemacht worden sein, erst 300 Meter weiter.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Trodat5203 » Montag, 27. Juli 2026, 19:19:13

Miss_Erfolg hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 19:13:41 Ich habe das schon öfter gelesen und verstehe den Gedanken nicht. Ich glaube, dass selbst "Wissen" relativ ist. Der Überlebensinstinkt setzt ein und man klammert sich an jeden Funken Hoffnung.

Gerade wenn die betroffene Person den Täter kannte: Wer glaubt denn, dass der Mensch, den man bis dahin mochte und dem man vertraute, einen wirklich töten würde?

Und selbst wenn das nicht so ist: Man kann einen Menschen schnell töten oder ihn qualvoll sterben lassen. Vergewaltigung, Schmerzen oder die Drohung, anderen etwas anzutun- insofern gibt es durchaus Gründe, den Namen nicht zu nennen.

Vieles, was wir aus der Ferne rational und logisch finden, fühlt sich für Betroffene zwischen Adrenalin, Erschöpfung, Hoffnung und Angst sicher ganz anders an.
Richtig und der Überlebensmodus hat wenig mit rationalem Denken zu tun. Die oberste Priorität für Opfer ist es: nichts tun oder sagen, was den Täter triggert. Kooperation und sich an die Regeln halten sichert das Überleben. Je länger ein Opfer in der Gewalt des Täters ist, umso mehr ist dieses Verhalten auch im Unterbewusstsein verankert. Der Kodex wird dann sogar oft befolgt, ohne dass der Täter noch deutlich Sanktionen androhen muss und selbst wenn das Opfer nun die Chance bekommt etwas Preis zu geben, riskiert es lieber nicht zuviel.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast76 » Montag, 27. Juli 2026, 19:18:13

Bis meine Anmeldung geprüft wurde hier mal weiter als Gast.
Ich bin neu hier und etwa vor vier Jahren auf den Fall aufmerksam geworden.
Leider schaffe ich es nicht, über 2000 Seiten hier zu lesen, auch wenns mich brennend interessieren würde.
Jeder hat seine Theorien und sehe subjektive Meinung zu dem Fall.
Polizeiarbeit ist nicht immer fehlerfrei; bei solch schwerwiegenden Taten umso tragischer.
Ich gehe davon aus, dass niemand hier Zugriff oder Einsicht in die Ermittlungsakten hat. Und wenn, dann wäre die Weitergabe der Informationen natürlich nicht legal.
Insofern kann niemand wirklich sagen, was alles wann wie und wo in welche Richtubg ermittelt wurde. Und was eben nicht.
Ergo sind es -neben den bekannten wirklichen Fakten- weitestgehend subjektive Spekulationen. Sowohl zum Täter/Täterin als auch zum Tathergang und der gesamten Ermittlungsarbeit.
Einige Punkte sind mir bisher im Kopf geblieben und ich frage mich natürlich, ob da sauber ausermittelt wurde.
Bei einer Funkzellenauswertung wird ja nicht nur geschaut, in welcher Zelle eben dieser Anruf abgesetzt wurde, sondern welche Mobilfunkgeräte und SIM Karten sich zum selben Zeitraum noch in der Zelle befunden haben.
Und dies vergleicht man dann mit weiteren Auswertungen anderer Anrufe und Funkzellen. Dopplungen sind dann ein erster Ansatzpunkt, um eine Eingrenzung vorzunehmen.
Wenn der Täter (ich habs nicht mit Gendern und bleibe dabei, meine aber sowohl Männer als auch Frauen) clever war, nahm er sein eigenes Handy nie mit bei den Anrufen oder stellte es aus.
In einem Podcast erwähnte Frau L. allerdings, dass nie festgestellt wurde, ob die Anrufe auch wirklich von Fraukes Handy kamen oder lediglich Ihre SIM Karte genutzt worden ist.
Ein in meinen Augen kapitaler Fehler, der bei Vermeidung sofort einen Ermittlungsansatz hätte darstellen können.
Nun wissen wir wie festgestellt nicht, was konkret gemacht oder unterlassen wurde, seltsam ist das schon.

Weiter frage ich mich, warum es keine Aufnahmen der Anrufe gab. Ja, man versuchte, ein Diktiergerät zu bekommen (Aussage Frau L).
Alle Ausnahmesituationen in allen Ehren aber bei einer derartigen Tat wäre ich so lange umher gefahren, bis ich eins gefunden hätte.
Alleine schon an Cs Stelle, um einen möglichen Verdacht von mir zu weisen.

Auch finde ich den Beitrag der Verdächtigen zur Aufklärung sagen wir mal „dürftig“. Ja, ein Podcast ist kein Ermittlungsprotokoll und wird waren nicht dabei aber insgesamt ist es schon erstaunlich, wie gleichgültig der ein oder andere rüber kommt.

Ich bin der Überzeugung, dass der Täter aus dem persönlichen Umfeld kommt und bereits Teil der Ermittlungen war. Der Nachweis ist und bleibt das Problem und egal, was Kopf und Bauch eines Ermittlers sagen: ohne Beweise kein Täter.
Es gibt hier zu viele Ungereimtheiten und manchmal liegt der Schlüssel greifbar nahe herum, man kann ihn aber nicht dem Schloß zuordnen.

Ich wünsche, dass Frau L die Lösung des Falls noch erleben und ihren Frieden damit schließen darf!

Immer, wenn ich einen Fall zum Abschluß bringen konnte war ich froh, die Erleichterung bei den Betroffenen erleben zu dürfen.
Ich werde das hier gern aufmerksam weiter verfolgen und entschuldige meine vermitlich schon zig Mal von anderen geäusserten und hinreichend besprochenen Aussagen. Aber wie gesagt, über 2k Seiten lesen sich nicht einfach mal so weg. Geschweige denn hunderte Ermittlungsordner…

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Miss_Erfolg » Montag, 27. Juli 2026, 19:13:41

Cherlock hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:41:02 Richtig. Und: Spätestens im letzten Telefonat, in dem sich Frauke quasi »verabschiedete« und sagte sie könne nicht kommen, weil »ich lebe noch«, hätte sie den Namen eines ihr auf Augenhöhe gut bekannten Täters wohl verraten.
Ich habe das schon öfter gelesen und verstehe den Gedanken nicht. Ich glaube, dass selbst "Wissen" relativ ist. Der Überlebensinstinkt setzt ein und man klammert sich an jeden Funken Hoffnung.

Gerade wenn die betroffene Person den Täter kannte: Wer glaubt denn, dass der Mensch, den man bis dahin mochte und dem man vertraute, einen wirklich töten würde?

Und selbst wenn das nicht so ist: Man kann einen Menschen schnell töten oder ihn qualvoll sterben lassen. Vergewaltigung, Schmerzen oder die Drohung, anderen etwas anzutun- insofern gibt es durchaus Gründe, den Namen nicht zu nennen.

Vieles, was wir aus der Ferne rational und logisch finden, fühlt sich für Betroffene zwischen Adrenalin, Erschöpfung, Hoffnung und Angst sicher ganz anders an.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Trodat5203 » Montag, 27. Juli 2026, 19:13:16

Johnny77 hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 11:57:39
Frauke hatte sich gemeldet - sie war am Leben. Das war beruhigend. Chris hat anscheinend wie Frank angenommen, dass es sich um eine Bagatelle handeln würde.
Das stimmt so nicht. Chris war natürlich jedes Mal erleichtert, dass sie noch lebt, aber er fand die Anrufe keineswegs beruhigend. Ihm fiel direkt auf, dass Frauke ihn "Christos" genannt hatte, was sie nur tat, wenn etwas ernst war. Ihm fiel ebenso auf, dass sie sehr müde und erschöpft klang, wie unter Drogen. Das äusserte er auch jedes Mal sofort bei der Polizei und bei Fraukes Familie. Ich denke, zusammenfassend kann man sagen: Chris war durchaus besorgt aber konnte sich wie andere auch keinen wirklichen Reim darauf machen, was genau los war. Zunächst geht man vllt auch nicht direkt vom schlimmsten aus und sucht nach harmlosen Erklärungen für das Wegbleiben, was man sehr gut an der Frage: "Hast du einen anderen Typen kennengelernt?" Und an der Frage: "Hast du Angst nach Hause zu kommen?" sieht.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Trodat5203 » Montag, 27. Juli 2026, 18:53:42

Cherlock hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:41:02 Richtig. Und: Spätestens im letzten Telefonat, in dem sich Frauke quasi »verabschiedete« und sagte sie könne nicht kommen, weil »ich lebe noch«, hätte sie den Namen eines ihr auf Augenhöhe gut bekannten Täters wohl verraten.
Auch wenn es sich manche nicht vorstellen können: es gab auch schon andere Opfer, die die Täter nicht verraten haben, sogar gerade wenn sie einander kannten. Es gab auch schon Opfer, die hatten die Möglichkeit zu fliehen oder in der Öffentlichkeit um Hilfe zu bitten, zu schreien, jemandem in die Arme zu fallen und zu sagen was los ist, doch sie haben es nicht getan. Zu groß die Angst, zu groß die erlernte Hilflosigkeit. Das Frauke keinen Namen nannte, spricht nicht dagegen, dass sie ihn dennoch kannte.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von caro » Montag, 27. Juli 2026, 18:50:20

z3001x hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:16:49 Man könnte auch behaupten, dass es keine Ablenkung gab und dem Täter diese grobe spätere Nachverfolgung der Telefonat-Positionen ganz gleichgültig war und die Anrufe da stattfanden, wo man es zeitlich und örtlich ausgewählt hatte, Ortbarkeit hin oder her.
Wenn der Festhalteort tatsächlich Paderborn gewesen ist, dann waren die groben Nachverfolgbarkeiten der Anruforte ein "notwendiges Übel", aber eben auch ganz bewusst in Kauf genommen und als "Nachweis" dienend, in der Nähe, nicht weit weg zu sein und zur Beruhigung beitragend gedacht.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Trodat5203 » Montag, 27. Juli 2026, 18:49:02

Agatha Christie hat geschrieben: Sonntag, 26. Juli 2026, 23:17:46 Kannst du mir bitte sagen, wo ich diese Äußerungen von KHK Östermann finden kann, da sind mir wohl Informationen durchgerutscht.
Das mit der Panne und das mit dem Festhalteort wird im Podcast vom Stawski erwähnt. Für den anderen Punkt kann ich dir keine Quelle nennen, ich hab sie vergessen und kann das jetzt auch nicht adhoc raus suchen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast76 » Montag, 27. Juli 2026, 18:47:08

Heckengäu hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:00:46 Teil 2 wurde noch am Tag der Veröffentlich zurückgezogen weil es blanker Unsinn war und ist und bleiben wird.
Es gibt aber irgendwo einen Link über den man Teil 2 ansehen oder downloaden kann.

Hier die Gründe warum web, google und yahoo gesperrt sind
https://het-forum.de/viewtopic.php?p=311827#p311827
Vielen Dank für die Infos. Jetzt hab ich natuerlich noch mehr Lust, mir den Unsinn anzuhören.

Das mit der Mailadresse versuche ich mal, dankeschön!

VG Ben

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Cherlock » Montag, 27. Juli 2026, 18:41:02

Miwei hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 16:32:50 (…) Meiner Meinung hätte das Ganze wohl auch nach einer Woche
des Entführens und der Gefangenschaft für den Täter
glimpflich ausgehen können, weil die junge Frau nochlebte!
Richtig. Und: Spätestens im letzten Telefonat, in dem sich Frauke quasi »verabschiedete« und sagte sie könne nicht kommen, weil »ich lebe noch«, hätte sie den Namen eines ihr auf Augenhöhe gut bekannten Täters wohl verraten.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von z3001x » Montag, 27. Juli 2026, 18:16:49

Heckengäu hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 14:34:40Von 3 verschiedenen Foristen wurden mit dem Nokia Telefonmodell das Frauke benutzte, weitreichende Testreihen gemacht.
Von allen wurde darüber in diesem Thread ausführlich darüber berichtet.
Alle Testversuche ergaben dass eine geschriebene SMS aus dem Speicher verschwindet, sobald der Akku entleert ist.

Das bedeutet in Umkehrschluss dass eine SMS nur mit ausreichend geladenem Akku versandt werden kann.
Das ist ein entscheidendes Detail für die Unmöglichkeit, eine bereits geschriebene SMS nach Ladung des Akkus zu senden. Folgedem wurde die 0:49 SMS vom 21.6. im weitreichenden Funknetz Nieheim (Bis zu 15 Km Reichweite) geschrieben und abgesandt.
Jupp, da diejenigen, die es konkret mit ebendiesen Modellen (6230 und 6230i) im Feldversuch ausprobierten, alle berichteten, es ist unmöglich, hat das eine gewissen Tragweite bzgl. aller technik-poetischen Vermutungen von früh geschriebenen, aber dann "hängengebliebenen" SMS, die erst beim nächsten Einschalten rausgingen. Das kann dann so nicht gewesen sein. Dann muss sie in der Tat zeitnah zum Versand geschrieben worden sein. Was eben auch bedeutet, dass die Zeitangabe "später" in der 0-49-Nachricht wissentlich absurd war - jedenfalls wenn man Fraukes oft betonte Zuverlässigkeit als tatsächliches Wesensmerkmal sieht. Und dass dieses Detail nicht frauke-authentisch war und außerdem das erste Auftreten der Verwendung des Wortes "später" in den ganzen Nachrichten, was eben auch für die Täterkontrolle bereits über diesen ersten Text spricht.
Heckengäu hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 14:34:40Meiner Ansicht nach ohne Frauke im Fahrzeug. Sie befand sich bereits im Versteck des Täter und der setzte diese SMS bewusst zur Irreführung über Fraukes Festhalteort weit davon entfernt ab.
Generell kann man annehmen, dass ein solcher Täter das Opfer direkt nach der Entführung zu genau dem Ort bringt, der sein Standardaufenthaltsort ist und wo er das Opfer generell festhalten wird, und den er dafür vorbereitet hat, bildlich wie ein Raubtier, das die seine frisch erlegte Beute zielgerichtet in seine "Höhle" schafft. Das ist jedenfalls ein Erfahrungswert bei solchen Taten. Ebenso, wie er speziell zu Beginn der Tat genau das mit dem Opfer macht, worum es ihm zentral geht und was der Kern seines kriminiellen Motivs ist.
Insofern würde die Idee, dass der Täter von diesem Ort ablenken will, logisch schon Sinn ergeben. Aber logisch ist nicht immer real. Da es mMn keinen konkreten Anhaltspunkt dafür gibt, dass es Ablenkung war, kann es genau so gut sein, dass Frauke irgendwo in diesem Raum Nieheim tatsächlich versteckt wurde, und der "Ankerpunkt", evtl. Wohnort, evtl. nur kurzzeitig, des Täters hier zu finden ist bzw. war.
Weil was Ablenken angeht: Von welcher Örtlichkeit hat der Täter bei den Anrufen aus der Peripherie PB abgelenkt, bei denen Frauke ja zumindest einige Male (als sie sprach) dabei gewesen sein muss? Bzw. warum wollte er bei der Wahl dieser Ort nicht ablenken, aber dMn bei Nieheim? Wenn sein Aufenthalt dMn nicht bei Nieheim (im weiteren Sinn) war, war er ja vermutlich eher PB-nah. Warum hat er genau das dann bei den Industriegebiet-Kontakten nicht maskiert/verborgen?

Man könnte auch behaupten, dass es keine Ablenkung gab und dem Täter diese grobe spätere Nachverfolgung der Telefonat-Positionen ganz gleichgültig war und die Anrufe da stattfanden, wo man es zeitlich und örtlich ausgewählt hatte, Ortbarkeit hin oder her.
Es fällt auf, dass Herbram-Wald, Nieheim-Entrup und selbst die Funkzellen Dören und Benhauser Strasse alle östlich von oder im Osten von PB liegen. Und alle freigewählten Örtlichkeiten außer Sennelager und Mönkeloh in dieses Raster fallen. Der Erstkontaktpunkt südliche Innenstadt zwar auch (nicht), aber den wählte eher das Opfer, als der Täter.
Daher kann man völlig platt annehmen, dass der Täter sich mit Ankerpunkt im Osten von PB aufhielt, was wiederum ein leichtes Indiz ist, dass Nieheim als Gebiet, bzw. das Gebiet östlich des Eggegebirges schon gut als das Gebiet in Frage kommt, wo Frauke versteckt und festgehalten wurde. Umgekehrt könnte man sagen, es hat einfach nichts im Westen von PB stattgefunden und das ist kein Zufall.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von caro » Montag, 27. Juli 2026, 18:07:32

Johnny77 hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 17:53:06 Keine Ahnung, ob es eine einhellige Meinung gibt.
Man kann nicht ausschließen, dass der Körper durch Wildschweine bewegt wurde. Daher kann man nur mutmaßen. Meine Meinung anhand der Photos des Kopfes und der Jeans: sie lag eher auf der Seite.
Ja, auch eine Möglichkeit.
Die Art der Ablage wäre für mich - ähnlich wie das mit dem Kreuz - ein Indiz, wie der Täter mit Frauke/den Körper umgegangen ist.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Heckengäu » Montag, 27. Juli 2026, 18:00:46

Gast76 hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 17:05:29 Hallo zusammen, irgendwie kann ich mich nicht registrieren, meine Mailadresse wird abgelehnt. Kein Plan, warum. Meine Frage: es gibt einen neuen Podcast „Unter der Lupe“ der aich mit dem Fall FL beschäftigt. Auch scheinen es hierzu ein neues Gespräch mit der Mutter von FL zu geben. Leider kann cih nur Teil 1 finden. Wenn man google benutzt dann wird einem Teil 2 angezeigt, man findetvihn aber nirgendwo (zB Spotify oder RTL +). Geht das Euch auch so und kann jemand sagen, warum das so ist? Danke und VG Ben
https://het-forum.de/viewtopic.php?p=349112#p349112 hat geschrieben:Hast du schon eine Müllmail- oder Proton-Adresse ausprobiert?

https://muellmail.com/
https://proton.me/
Teil 2 wurde noch am Tag der Veröffentlich zurückgezogen weil es blanker Unsinn war und ist und bleiben wird.
Es gibt aber irgendwo einen Link über den man Teil 2 ansehen oder downloaden kann.

Hier die Gründe warum web, google und yahoo gesperrt sind
https://het-forum.de/viewtopic.php?p=311827#p311827

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