von Gastikus » Sonntag, 06. September 2026, 18:50:35
Prozesstag16 01.07.2026 BILD Ticker komplett Teil 1/2
Lohnt sich nachzulesen. Insgesamt 8 Zeugen:
Christina F. Gerichtshelferin
Tierärztin (37) betreute viele Jahre lang Gina H.s Pferde
Stefan E. (38) Berufskraftfahrer, Freund von Matthias R.
Andreas M. Ehemaliger Arbeitgeber von Gina H. (Reitsportgeschäft)
Ulrike K. Arbeitskollegin von Matthias R.
Jörg M. (70) Mathematiklehrer und Keramiker; Freund/Sponsor von Gina H.
Silke G. Friseurin von Gina H.
Marian J. Mechaniker aus Reimershagen; Bekannter von Gina H.
Prozesstag16 01.07.2026 BILD Ticker komplett Teil 1/2
[spoiler]01.07.2026 - 09:00 Uhr
Fabians Vater soll Prozess heute besuchen
Als Zeuge konnte sich Matthias R. (35) plötzlich nicht mehr an einen Streit mit der Angeklagten Gina H. (30) erinnern. Er verzichtete auf Akteneinsicht, zweifelte aber die Ermittlungen an. Vor Gericht sagte er aus, dass er wieder mit der Angeklagten in einer Beziehung sei. Jetzt äußerte er sich in einem Statement, das wohl erneut viele Menschen verstören wird. Für den heutigen Prozesstag hat er sein Kommen angekündigt.
01.07.2026 - 09:22 Uhr
Fabians Vater heute im Gerichtssaal
Heute verfolgt auch Fabians Vater die Verhandlung. Es ist erst sein zweiter Besuch im Gerichtssaal – an den meisten der bisherigen Prozesstage war er nicht anwesend.
Er nimmt als Zuschauer auf der Besucherbank Platz und verfolgt die Verhandlung von dort aus.
01.07.2026 - 09:31 Uhr
Angeklagte wieder hinter ihrer Mappe
Wenig später wird auch Gina H. in den Gerichtssaal geführt. Wie an den vergangenen Verhandlungstagen hält sie dabei ihre rote-rosafarbene Mappe vor das Gesicht, bevor sie auf der Anklagebank Platz nimmt.
01.07.2026 - 09:41 Uhr
Gerichtshelferin berichtet über Gespräch mit Gina H.
Als erste Zeugin wird die Rostocker Gerichtshelferin Christina F. vernommen. Sie führte Anfang Januar ein rund halbstündiges Gespräch mit Gina H. in der JVA.
Die Zeugin schildert, dass die Angeklagte vorab über Sinn und Zweck des Gesprächs informiert worden sei. Themen seien unter anderem ihre Kindheit, Familie, Partnerschaft, finanzielle Situation, ihr beruflicher Werdegang und auch die Tat gewesen.
„Sie hat keinen Themenkomplex verweigert und sich allen Fragen gestellt“, berichtet die Gerichtshelferin. Anschließend beginnt sie, ihren ausführlichen schriftlichen Bericht zu verlesen.
01.07.2026 - 09:55 Uhr
Schwierige Kindheit geschildert
Die Gerichtshelferin berichtet aus dem Gespräch mit Gina H. Anfang Januar. Die Angeklagte habe von einer schwierigen Kindheit erzählt. Ihren leiblichen Vater habe sie nie kennengelernt. Die Beziehung zu ihren Großeltern beschrieb sie dagegen als besonders eng. „Das sind ihre wichtigsten Bezugspersonen“, sagt die Zeugin.
Außerdem habe Gina H. von zahlreichen Schulwechseln und einer Halbschwester berichtet.
01.07.2026 - 09:56 Uhr
Vergewaltigung als Wendepunkt
Nach Angaben der Gerichtshelferin schilderte Gina H., dass sie nach einer Vergewaltigung psychisch „nicht mehr auf die Beine gekommen“ sei. Eine begonnene Ausbildung habe sie nicht abgeschlossen, beruflich habe sie sich nicht stabilisieren können.
Aus einer früheren Beziehung stamme ihr leiblicher Sohn. Diese Partnerschaft sei nach Angaben von Gina H. wegen häuslicher Gewalt gescheitert.
01.07.2026 - 09:56 Uhr
„Mein Ex und Vielleicht-Freund“
Über Fabians Vater Matthias R. habe Gina H. Anfang Januar so gesprochen, als bestehe weiterhin Kontakt. Er unterstütze sie und habe auch Kontakt zu ihren Großeltern, berichtet die Gerichtshelferin.
Irritiert habe sie dabei eine Formulierung der Angeklagten: Sie habe Matthias R. als „meinen Ex und Vielleicht-Freund“ bezeichnet.
Auffällig sei außerdem gewesen, dass Gina H. große Schwierigkeiten gehabt habe, Lebensabschnitte zeitlich einzuordnen. Sobald es um ihre Pferde ging, habe sie jedoch „alles wie aus der Pistole geschossen“ gewusst. Zum Tatvorwurf selbst habe sie lediglich erklärt: „Sie soll etwas getan haben, was sie nicht getan hat.“ Weitere Angaben habe sie nicht gemacht.
01.07.2026 - 09:58 Uhr
„Den nannte sie Papa“
Richter Holger Schütt fragt nach einem Mann, den Gina H. in dem Gespräch mit der Gerichtshelferin erwähnt hatte. Dabei handelte es sich um einen früheren Partner ihrer Mutter.
Die Zeugin berichtet, Gina H. habe diesen Mann als „Papa“ bezeichnet. Er sei die einzige männliche Bezugsperson gewesen, zu der sie ein väterliches Verhältnis aufgebaut habe. Auch nach der Trennung ihrer Mutter habe sie den Kontakt zunächst gehalten. Erst später sei dieser abgebrochen. Von seinem Tod habe sie schließlich über soziale Medien erfahren.
01.07.2026 - 09:59 Uhr
Mobbing, Vergewaltigung und Frührente
Die Gerichtshelferin berichtet weiter, Gina H. habe ihr erzählt, in der Schule häufig zurückstecken zu müssen – auch zugunsten ihrer Halbschwester. Sie sei gemobbt worden. Zu den schlimmsten Erlebnissen hätten gehört, dass Mitschüler ihr die Haare angezündet und sie in eine Mülltonne gesteckt hätten.
Außerdem habe Gina H. von einer Vergewaltigung im Jahr 2013 berichtet. Einen Täter oder eine Strafanzeige habe sie dabei nicht erwähnt. Wegen ihrer psychischen Belastung habe sie ihre Ausbildung schließlich abgebrochen. „Sie war nicht mehr frei im Kopf“, schildert die Zeugin. Seit 2015 beziehe Gina H. eine Erwerbsminderungsrente in Höhe von rund 1400 Euro.
01.07.2026 - 10:00 Uhr
Schwere Vorwürfe gegen früheren Partner
Nach Angaben der Gerichtshelferin schilderte Gina H. ihren aus Polen stammenden früheren Lebensgefährten als alkoholabhängig und gewalttätig. Er habe sie geschlagen und getreten – sogar während einer Schwangerschaft.
Richter Holger Schütt fragt nach, ob Gina H. auch von einer Vergewaltigung oder Zwangsprostitution durch den Mann berichtet habe. Das verneint die Zeugin. Aus ihrem Bericht zitiert der Richter jedoch, dass Gina H. nach der Trennung befürchtet habe, der Vater könne den gemeinsamen Sohn ins Ausland bringen. Deshalb habe sie ein gerichtliches Kontaktverbot erwirkt.
01.07.2026 - 10:01 Uhr
Trennung von Matthias R. traf sie schwer
Beim Bau eines Carports habe Gina H. später Matthias R. kennengelernt, berichtet die Gerichtshelferin. 2022 seien beide gemeinsam mit ihrem Sohn nach Krakow am See gezogen.
Die Trennung am 13. August habe Gina H. nach Darstellung der Zeugin stark belastet. Die gemeinsame Wohnung sei gekündigt worden, anschließend sei sie zu ihren Großeltern zurückgezogen.
Während dieser Schilderungen wendet sich Gina H. mehrfach ihrem Verteidiger Andreas Ohm zu, nickt und kommentiert leise: „Stimmt.“
01.07.2026 - 10:07 Uhr
„Matthias steht immer hinter mir“
Nach Angaben der Gerichtshelferin sprach Gina H. Anfang Januar auch über ihre Beziehung zu Matthias R. Er sei für sie „Ex-Freund und Vielleicht-Freund“ und stehe weiterhin hinter ihr. Er wisse, „dass sie nichts mit der Tat zu tun habe“.
Als wichtigste Menschen in ihrem Leben habe Gina H. ihre Großeltern, Matthias R., ihren Sohn sowie ihren verstorbenen „Papa“ genannt.
01.07.2026 - 10:07 Uhr
„Fabian war wie ein zweites Kind“
Die Gerichtshelferin berichtet weiter, Gina H. habe ihre Tiere als „einzigen Halt“ in ihrem Leben bezeichnet. Besonders der Tod ihrer Lieblingsstute habe sie schwer getroffen.
Über Fabian habe die Angeklagte gesagt, er sei für sie „wie ein zweites Kind“ gewesen. Er und ihr leiblicher Sohn hätten „wie Zwillinge ausgesehen“, wenn sie zusammen gewesen seien. Zugleich habe sie erklärt, sie verstehe nicht, warum ihr das Sorgerecht für ihren Sohn entzogen worden sei. Sie fühle sich körperlich und seelisch am Ende, wolle aber „weiter kämpfen“.
01.07.2026 - 10:07 Uhr
Gerichtshelferin: Keine Trauer um Fabian erkennbar
Die Zeugin schildert ihren Eindruck aus dem Gespräch. Gina H. habe berichtet, an Borderline und einer Persönlichkeitsstörung zu leiden. Außerdem habe sie von Suizidgedanken sowie der Einnahme von Antidepressiva und Schlaftabletten gesprochen.
Auffällig sei gewesen: Als Gina H. über ihre Tiere sprach, habe ihre Sorge authentisch gewirkt. Als sie über Fabian erzählte, habe sie dagegen keine Trauer oder Betroffenheit wahrgenommen. „Es wirkte mehr, als würde sie aus einer heilen Familienwelt der Vergangenheit berichten“, sagt die Gerichtshelferin.
01.07.2026 - 10:08 Uhr
Zeugin entlassen
Richter Holger Schütt hat keine weiteren Fragen. Nebenklagevertreterin Christina Habetha hakt noch zur finanziellen Situation von Gina H. nach und bezweifelt, dass die geschilderte Rentenhöhe zu ihrem bisherigen Lebenslauf passt. Die Gerichtshelferin kann dazu keine Angaben machen.
Anschließend wird die Zeugin entlassen.
01.07.2026 - 10:09 Uhr
Verhandlung unterbrochen
Nach der Aussage der Gerichtshelferin unterbricht das Landgericht die Verhandlung. Weiter geht es um 10.30 Uhr. Dann soll die nächste Zeugin gehört werden.
01.07.2026 - 10:41 Uhr
Tierärztin sagt aus
Als nächste Zeugin wird eine selbstständige Tierärztin vernommen. Die 37-Jährige betreut seit vielen Jahren die Pferde von Gina H. und kennt die Angeklagte bereits seit 2014. Privat habe es jedoch keinen Kontakt gegeben.
„Sie war eine meiner ersten Kundinnen in meiner eigenen Praxis“, berichtet die Zeugin.
01.07.2026 - 10:41 Uhr
„Vieles war öffentlich zu sehen“
Obwohl beide privat nicht befreundet gewesen seien, habe sie viel über Gina H. mitbekommen. „Sie hat über Facebook und ihren WhatsApp-Status viel kundgetan“, sagt die Tierärztin.
Neben Beiträgen über ihre Pferde habe Gina H. auch freizügige Fotos von sich veröffentlicht. In schwierigen Lebensphasen habe sie zudem öffentlich geschrieben, dass es ihr schlecht gehe und wer aus ihrer Sicht dafür verantwortlich sei.
01.07.2026 - 10:42 Uhr
„Sie schrieb, sie habe keinen Grund mehr zu leben“
Besonders in Erinnerung geblieben ist der Zeugin die Zeit nach der Trennung von Matthias R. Damals habe Gina H. öffentlich gepostet, sie habe „keinen Grund mehr, für den es sich zu leben lohnt“.
„Das ging mir auch nahe“, sagt die Tierärztin. „Für mich könnte die Welt untergehen. Aber solange ich Kinder habe, habe ich einen Grund zu leben.“
Matthias R. habe sie nur gelegentlich kennengelernt. Auch Fabian habe sie drei- bis viermal gesehen. Einen persönlichen Bezug zu beiden habe sie jedoch nicht gehabt.
01.07.2026 - 10:45 Uhr
Tierärztin erinnert sich an Tiffys Tod
Richter Holger Schütt fragt nach Gina H.s Pferden. Die Tierärztin berichtet, dass die Angeklagte heute fünf Pferde habe. Zuvor habe sie das Reitpferd „Tiffy“ besessen.
Das Tier sei bei einem Kutschenausflug plötzlich zusammengebrochen und gestorben. „Sie hat mich damals angerufen und so geweint, dass ich mit Matthias sprechen musste“, erinnert sich die Zeugin. Gemeinsam habe man überlegt, wie das tote Pferd vom Feld geborgen werden könne. Sie habe angeboten, eine Einäscherung zu organisieren. „Das hat sie aber abgelehnt.“
01.07.2026 - 10:46 Uhr
„Die Pferde waren ihr sehr wichtig“
Auf die Frage nach dem Stellenwert der Tiere sagt die Tierärztin: „Ich glaube, ihr waren alle Pferde sehr wichtig.“
Schon vor Tiffys Tod habe Gina H. ihr immer wieder gesagt, sie wisse nicht, was sie machen solle, wenn das Pferd einmal sterbe. Nach dem Tod habe es eine Gedenkstätte gegeben – nach Erinnerung der Zeugin ein Kreuz im Garten. Außerdem habe Gina H. regelmäßig in den sozialen Medien über Tiffy gepostet.
01.07.2026 - 10:57 Uhr
8000 Euro Tierarztkosten
Richter Holger Schütt fragt nach den hohen Behandlungskosten. Für die Tierärztin ist die Summe nicht ungewöhnlich. „Wenn man sich gut um seine Pferde kümmert, dann ist das eine angemessene Größenordnung“, erklärt sie.
Wer die Rechnungen letztlich bezahlt habe, könne sie allerdings nicht sagen. Die Abrechnung laufe über eine externe Stelle.
01.07.2026 - 10:58 Uhr
Auffällige Funkstille am Tattag
Dann geht es um den 10. Oktober 2025. Die Tierärztin berichtet, dass Gina H. sie wegen eines Hautproblems ihres Pferdes „Tedy“ kontaktiert hatte. Am Vormittag des Tattags schickte sie der Angeklagten eine Sprachnachricht und fragte, ob sie das Tier vor dem Wochenende noch untersuchen solle.
Die Antwort kam erst mehr als eine Stunde später. „Normalerweise antwortet sie innerhalb von etwa acht Minuten“, sagt die Zeugin. Auf die ungewöhnlich lange Funkstille sei sie allerdings erst durch die Ermittler aufmerksam gemacht worden.
Nun will das Gericht den WhatsApp-Verlauf vom 10. Oktober gemeinsam anhören.
01.07.2026 - 11:10 Uhr
Antwort erst nach mehr als einer Stunde
Vor Gericht wird eine Sprachnachricht der Tierärztin vom 10. Oktober 2025 abgespielt. Um 11.32 Uhr fragt sie Gina H., wie es ihrem Pferd „Tedy“ geht.
Die Antwort kommt erst um 12.46 Uhr – zu einem Zeitpunkt, als das Handy der Angeklagten erst seit wenigen Minuten wieder aktiv war. Darin berichtet Gina H. von Hautproblemen des Pferdes und einer auffälligen Pause mitten in der Nachricht.
01.07.2026 - 11:10 Uhr
„Das passte im Nachhinein nicht zusammen“
Auf Nachfrage des Richters erklärt die Tierärztin, ihr sei damals nichts Besonderes aufgefallen. Rückblickend habe die Beschreibung des Pferdes jedoch nicht zu dessen tatsächlichem Zustand gepasst.
Außerdem habe Gina H. an diesem Tag ungewöhnlich langsam geantwortet. „Normalerweise meldete sie sich innerhalb von etwa acht Minuten“, sagt die Zeugin.
01.07.2026 - 11:10 Uhr
Ungewöhnliches Verhalten bei der Behandlung
Die Tierärztin berichtet weiter, dass Gina H. sie am Abend des 10. Oktober zunächst gar nicht mehr beantwortete. Erst am nächsten Tag habe sie sich wieder gemeldet und schließlich einen Termin für die Behandlung vereinbart.
Dabei sei ihr Verhalten ungewöhnlich gewesen. Normalerweise habe Gina H. immer nach den Kosten gefragt oder ihre Pferde selbst in die Praxis gebracht, um die Anfahrt zu sparen. Diesmal sei das anders gewesen. „Da habe ich sogar zu meinem Mann gesagt: Mensch, was ist denn da los?“, erinnert sich die Zeugin.
01.07.2026 - 11:12 Uhr
„Nicht, dass du was damit zu tun hast“
Am Samstag behandelte die Tierärztin schließlich das Pferd auf der Koppel. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie bereits, dass in Güstrow ein Kind vermisst wurde – allerdings noch nicht, dass es sich um Fabian handelte.
Erst Gina H. habe ihr gesagt: „Das ist ja der Sohn von Matthias, der vier Jahre wie mein Ziehsohn war.“ Die Reaktion der Angeklagten habe sie irritiert. „Da dachte ich mir: Ach du grüne Neune, dafür steht sie ja ganz entspannt da.“
Die Tierärztin schildert offen ihren damaligen Gedanken: „Nicht, dass du was damit zu tun hast.“ Sie habe allerdings zunächst vermutet, Fabian sitze vielleicht bei Gina H. im Keller, um Matthias R. eins auszuwischen. „Wenn das mein Kind wäre, hätte ich für das Pferd keinen Kopf gehabt“, sagt die Zeugin.
01.07.2026 - 11:25 Uhr
Nach Leichenfund fragte sie nach Klein Upahl
Nach dem Fund der Leiche schrieb die Tierärztin Gina H. erneut. Als sie später erfuhr, dass die Angeklagte das Kind gefunden hatte, habe sie sich gefragt: „Was machst du denn in Klein Upahl?“
Nach ihrer Schilderung habe Gina H. zunächst geantwortet, sie seien gar nicht in Klein Upahl, sondern in Lähnwitz spazieren gewesen. Daraufhin habe sie ihr geschrieben, dass die Polizei das sicher aufklären werde.
01.07.2026 - 11:25 Uhr
Danach brach der Kontakt ab
Nach diesem Austausch riss der Kontakt zwischen der Tierärztin und Gina H. ab. Anfang November fertigte die Zeugin noch einen Screenshot von einem WhatsApp-Status der Angeklagten an.
Darin schrieb Gina H.: „Manchen Menschen musst du ihre schlechte Seite zeigen, damit sie einfach mal realisieren, wie nett du die ganze Zeit zu ihnen warst.“
01.07.2026 - 11:29 Uhr
„Ich habe damit nichts zu tun“
Vor Gericht wird eine Sprachnachricht von Gina H. vom 18. Oktober 2025 abgespielt. Darin spricht sie erstmals über den Leichenfund.
„Leider Gottes habe ich ihn gefunden“, sagt sie. Ihr eigener Sohn bekomme inzwischen zu hören, seine Mutter sei eine Mörderin. „Obwohl ich ja nicht mal tatverdächtig bin. Die Bilder waren schon schlimm genug für mich. Ich habe damit nichts zu tun.“
01.07.2026 - 11:29 Uhr
„Warum warst du in Klein Upahl?“
Die Tierärztin schreibt Gina H. noch am selben Tag zurück: „Ich verstehe auch nicht, welche Verbindung du nach Klein Upahl hast. Wieso warst du dort spazieren? Das ist ja schon komisch.“
Die Antwort der Angeklagten: „Wir waren nicht in Klein Upahl, wir waren hinten in Lähnwitz im Wald. Da sind wir öfter.“ Außerdem beklagt sie sich über die Berichterstattung: „Hier wird sicher das Wildeste spekuliert in den Nachrichten und es stimmt alles nicht.“
01.07.2026 - 11:41 Uhr
„Bei Tiffy war sie völlig hysterisch“
Richter Holger Schütt fragt die Tierärztin, wie Gina H. auf den Tod ihres Pferdes „Tiffy“ reagiert habe. Die Antwort fällt deutlich aus: „Sie war vollkommen aufgelöst, war nicht ansprechbar.“
Auch als sich ein Fohlen im Sommer 2025 verletzt habe, sei Gina H. „völlig aufgelöst und total hysterisch“ gewesen. „So eine Reaktion habe ich bei Fabian überhaupt nicht erlebt. Das war komplett anders.“
01.07.2026 - 11:41 Uhr
Matthias ließ die Pferde weiter versorgen
Nach der Festnahme von Gina H. habe Matthias R. die Versorgung der fünf Pferde übernommen, berichtet die Tierärztin. Er habe sie beauftragt, die Tiere weiter zu behandeln und impfen zu lassen.
„Die Pferde können am allerwenigsten dafür“, sagt die Zeugin. Noch heute kümmere sich Matthias morgens und abends um die Tiere.
01.07.2026 - 11:41 Uhr
Matthias suchte nach einer anderen Erklärung
Bei den Treffen auf der Koppel habe Matthias R. angedeutet, nicht an eine Täterschaft von Gina H. zu glauben, berichtet die Tierärztin.
Er habe stattdessen lose Vermutungen über eine andere Frau namens Raffaela geäußert. Konkrete Vorwürfe habe er allerdings nicht erhoben. „Ich habe nur schwammige Antworten gekriegt und wollte nicht intensiver nachfragen“, sagt die Zeugin.
01.07.2026 - 11:41 Uhr
„Er wirkte einfach durch“
Die Tierärztin schildert auch ihren Eindruck von Matthias R. nach Fabians Tod. Anfangs habe sie sogar Angst vor dem Treffen gehabt.
Vor Ort habe sie jedoch einen völlig erschöpften Mann erlebt. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass es ihm egal ist. Ich hatte das Gefühl, dass er es einfach nicht wahrhaben wollte und nach einer anderen Erklärung suchte.“ Als Psychologin verstehe sie sich nicht, sagt die Zeugin. „Er wirkte auf mich einfach durch.“
01.07.2026 - 11:52 Uhr
Tierärztin: Gina H. war körperlich fit
Der psychiatrische Sachverständige Dr. Keiper fragt, ob Gina H. den körperlichen Aufwand mit ihren Pferden überhaupt habe bewältigen können.
Die Tierärztin bejaht das. Gina H. sei nahezu täglich geritten. Kurz vor der Tat habe sie zudem ein freizügiges Foto veröffentlicht. „Da hat man jeden Muskel gesehen“, berichtet die Zeugin. „Ich habe damals noch zu meinem Mann gesagt: Die hätte ich auch gerne, die Muskeln.“
01.07.2026 - 11:52 Uhr
„Sie war sehr risikobereit“
Auf Nachfrage der Nebenklage schildert die Tierärztin Situationen, die ihr besonders in Erinnerung geblieben sind. Gina H. habe sie „schon immer als sehr risikobereit oder sich des Risikos nicht bewusst“ erlebt.
So sei sie häufig mit einem Pferd geritten, während weitere Pferde frei nebenherliefen. „Das würde ich nie machen“, sagt die Zeugin. Gina H. habe ihr erklärt, sie vertraue ihren Pferden.
01.07.2026 - 11:53 Uhr
Mit Baby über das Feld galoppiert
Besonders eindrücklich sei ihr eine weitere Situation in Erinnerung geblieben: Als ihr Sohn noch kein Jahr alt gewesen sei, habe Gina H. ihn in einer Kinderkraxe auf dem Rücken getragen und sei mit dem Pferd über ein Feld galoppiert.
Außerdem berichtet die Tierärztin von einem Einsatz am Stall. Während sie ein Pferd behandelte, hätten Fabian und der Sohn der Angeklagten Schränke ihres Tierarztwagens geöffnet. „Damals musste ich etwas sagen“, erinnert sie sich. Gina H. und Matthias R. seien in dieser Situation nicht eingeschritten.
01.07.2026 - 11:55 Uhr
Zeugin sieht weder Streit noch besondere Nähe
Zum Abschluss wird die Tierärztin gefragt, wie sie den Umgang von Gina H. mit den Kindern und Matthias R. erlebt habe. Etwas Negatives sei ihr dabei nie aufgefallen. Einen besonders liebevollen Umgang habe sie allerdings ebenfalls nicht wahrgenommen. „Da ist ja aber auch jeder anders“, ordnet die Zeugin ihre Beobachtung ein.
Anschließend wird die Tierärztin unvereidigt aus dem Zeugenstand entlassen.
01.07.2026 - 12:19 Uhr
Freund von Matthias R. sagt aus
Als nächster Zeuge wird Stefan E., 38-jähriger Berufskraftfahrer, vernommen. Er ist mit Fabians Vater Matthias R. befreundet.
Kennengelernt habe er Gina H. Anfang August 2025, als Matthias ihm beim Reparieren eines Tores half. Anschließend habe man sich noch zum Grillen und Baden an einem See getroffen.
01.07.2026 - 12:20 Uhr
„Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll“
Nach der Trennung von Matthias R. habe Gina H. den Zeugen gefragt, ob er bereits wisse, was passiert sei. Einen Tag später trafen sich beide, um über die Trennung zu sprechen.
Nach seiner Aussage schilderte Gina H., wie es zu der Trennung gekommen sei. Sie habe von Streit und einem Handgemenge berichtet. Außerdem habe sie erzählt, ihre Großmutter sei dabei eine Treppe hinuntergestoßen worden. Auch habe Fabian den Kontakt zu seinem Vater abgebrochen.
01.07.2026 - 12:20 Uhr
Danach blockierte er Gina H.
Noch am selben Tag sei er zu Matthias R. gefahren und habe ihn auf die Vorwürfe angesprochen. Nach seiner Aussage habe Matthias vieles bestätigt, was Gina H. zuvor erzählt habe.
Am Ende des Gesprächs sei auch gefallen, Gina H. leide an Borderline und sei Narzisstin. Am nächsten Tag habe die Angeklagte versucht, ihn zu kontaktieren. „Es war mir einfach zu viel“, sagt der Zeuge. Er habe ihren Kontakt und ihr Facebook-Profil daraufhin blockiert.
01.07.2026 - 12:24 Uhr
Freundschaft seit der Kindheit
Der Zeuge berichtet, Matthias R. bereits seit seiner Kindheit zu kennen. Kennengelernt hätten sie sich Anfang der 2000er-Jahre, als seine Familie nach Groß Breesen zog. „Wir sind zusammen groß geworden“, sagt er. Daraus habe sich eine enge Freundschaft entwickelt.
Zu Fabians Mutter Dorina L. habe er dagegen kaum Kontakt gehabt. „Jein“, antwortet er auf die Frage des Richters, ob er sie kenne. Über die Trennung von Dorina L. und Matthias R. könne er deshalb nichts sagen.
01.07.2026 - 12:24 Uhr
Fabians Vater wieder im Saal
Während der Aussage seines langjährigen Freundes kehrt auch Fabians Vater in den Gerichtssaal zurück. Den ersten Teil der Vernehmung hat er verpasst. Er nimmt wieder auf der hinteren Besucherbank Platz und verfolgt die Aussage von dort aus.
01.07.2026 - 12:29 Uhr
„Fabian war ein Trennungsgrund“
Nach Angaben des Zeugen erklärte Matthias R. ihm kurz nach der Trennung, dass der Kontakt zu Fabian einer der Gründe für das Beziehungsende gewesen sei. Er habe den Eindruck gehabt, Gina H. verhindere den Kontakt zu dem Jungen.
Die Vorwürfe der Angeklagten, es sei zu Handgreiflichkeiten gekommen und seine Großmutter eine Treppe hinuntergestoßen worden, habe Matthias R. ihm gegenüber dagegen ausdrücklich bestritten.
01.07.2026 - 12:29 Uhr
„Er wirkte gelöst und erleichtert“
Der Zeuge schildert außerdem, dass Gina H. das Handy von Matthias R. regelmäßig kontrolliert habe. „Sie hat in sein Handy geschaut und er musste es vorzeigen“, berichtet er. Das habe Matthias als belastend empfunden.
Nach der Trennung habe sein Freund auf ihn „gelöst und erleichtert“ gewirkt. Nur wenn Gina H. anrief, sei die Anspannung zurückgekehrt. „Das Telefon klingelte ununterbrochen“, sagt der Zeuge. Gleichzeitig habe sich Matthias darüber gefreut, wieder regelmäßig Kontakt zu Fabian zu haben. Er habe erzählt, dass sie gemeinsam ein Baumhaus bauten und sich fast jedes Wochenende sahen.
01.07.2026 - 12:36 Uhr
„Sie hat ihn komplett abgekapselt“
Der Zeuge berichtet, Matthias R. habe ihm erzählt, Gina H. habe Fabian immer wieder erklärt, „was sein Vater für einer sei“. Irgendwann habe der Junge deshalb keinen Kontakt mehr zu seinem Vater gewollt. „Wenn ich ein Kind wäre und mir würde jemand so etwas über meinen Vater erzählen, würde ich auch Angst kriegen“, sagt der Zeuge.
01.07.2026 - 12:36 Uhr
Streit um Videocalls und Handy-Kontrollen
Richter Holger Schütt hält dem Zeugen seine frühere Polizeiaussage vor. Darin hatte er erklärt, Gina H. habe Matthias R. „komplett abgekapselt“. Bei Videotelefonaten habe er zeigen müssen, dass sich keine andere Person bei ihm befinde. Auch sein Handy habe er regelmäßig vorzeigen müssen.
Der Richter weist darauf hin, dass Matthias R. diese Schilderungen vor Gericht bestritten hatte. Der Zeuge bleibt jedoch bei seiner Darstellung: „Das stimmt aber alles. Ich war auch nicht alleine, meine Kumpeline war dabei und kann das bestätigen.“
01.07.2026 - 12:38 Uhr
„Du bist ein stinkendes Schwein!“
Der Zeuge berichtet außerdem von Erzählungen aus dem Umfeld der Angeklagten. Nachbarn hätten ihm geschildert, dass Gina H. Matthias R. häufig angeschrien habe.
Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm ein Satz: „Du bist ein stinkendes Schwein!“ Hintergrund sei gewesen, dass Matthias nach der Arbeit manchmal zunächst auf dem Sofa Platz genommen habe.
01.07.2026 - 12:39 Uhr
Nachbarin schilderte angebliche Angst von Fabian
Der Zeuge berichtet weiter, eine Nachbarin von Gina H. habe ihm erzählt, Fabian habe keinen Kontakt mehr zu seinem Vater gewollt.
Als Grund habe die Frau genannt, Gina H. habe dem Jungen so viel Negatives über Matthias R. erzählt, dass Fabian Angst vor seinem Vater bekommen habe.
01.07.2026 - 12:44 Uhr
Zeuge bleibt bei seiner Aussage
Richter Holger Schütt hält dem Zeugen dessen frühere Polizeivernehmung vor. Darin hatte er erklärt, Matthias R. habe ihm erzählt, Gina H. sei „kontrollsüchtig“ gewesen. Er habe ihr regelmäßig sein Handy zeigen und per Videotelefonat beweisen müssen, dass er allein sei.
Der Richter erinnert daran, dass Matthias R. diese Schilderungen vor Gericht bestritten hatte. Der Zeuge bleibt jedoch dabei: „Er hat mir das so erzählt. Ich war nicht alleine. Es war nicht jeden Tag so, aber es gab diese Situation.“
01.07.2026 - 12:45 Uhr
Zeuge sieht Alkoholproblem bei Matthias R.
Der Richter fragt den Zeugen auch nach dem Alkoholkonsum von Matthias R.
Nach kurzem Überlegen antwortet er: „Ja, ich denke schon.“ Während der Beziehung mit Gina H. sei Matthias aus seiner Sicht „clean“ gewesen. Nach der Trennung habe er bei Besuchen jedoch häufig sechs oder sieben Bier getrunken. „Ich habe ihn auch darauf angesprochen, dass er auf sich achten soll“, berichtet der Zeuge. Wie die Situation heute sei, wisse er nicht.
01.07.2026 - 12:46 Uhr
Heimliches Treffen mit Fabian
Zum Schluss berichtet der Zeuge von einem Vorfall, den ihm Matthias R. geschildert habe. Demnach habe dieser Fabian einmal getroffen, ohne dass Gina H. davon wusste.
Als die Angeklagte später davon erfahren habe, habe sie Matthias R. deshalb eine Szene gemacht. So habe es ihm sein Freund erzählt.
01.07.2026 - 12:54 Uhr
Zeuge wollte bei Gina H. suchen
Richter Holger Schütt fragt den Zeugen, wie er vom Verschwinden Fabians erfahren habe. Er berichtet, zunächst über WhatsApp oder Facebook davon erfahren zu haben. Er habe Matthias R. seine Hilfe angeboten.
Schon früh habe er einen Gedanken gehabt: „Ich habe immer wieder gesagt: Lass uns jemanden zu Gina rüberschicken und dort suchen.“ Matthias R. habe auf diesen Vorschlag damals kaum reagiert.
01.07.2026 - 12:54 Uhr
„Er meinte, er wisse, wer es war“
Vom Leichenfund habe der Zeuge später im Radio erfahren. Nach einer ersten Nachricht an Matthias R. habe dieser zunächst um Ruhe gebeten.
Später habe ihn sein Freund jedoch angerufen und gesagt, er habe einen Verdacht. „Er meinte, er wüsste, wer es war.“ Diesen Verdacht habe Matthias R. nach Angaben des Zeugen bereits der Polizei mitgeteilt. Anschließend habe er ihn gebeten, gemeinsam nach Reimershagen zu fahren.
01.07.2026 - 12:55 Uhr
Widerspruch zu R.s Aussage
Auf Nachfrage des Richters erklärt der Zeuge, Matthias R. habe damals Gina H. verdächtigt, etwas mit dem Mord an Fabian zu tun zu haben. Das Gespräch habe am Abend des 14. Oktober stattgefunden.
Zwar habe Matthias R. Alkohol getrunken, auf ihn habe er jedoch nicht betrunken gewirkt. „Er war klar und orientiert“, sagt der Zeuge. Auch die Idee, nach Reimershagen zu fahren, sei von Matthias R. gekommen. Damit widerspricht der Zeuge der früheren Aussage von Matthias R., der vor Gericht erklärt hatte, an diesem Abend völlig betrunken gewesen zu sein.
01.07.2026 - 12:58 Uhr
„Gina hat etwas damit zu tun“
Der Zeuge berichtet, Matthias R. habe ihn am Abend des 14. Oktober um Hilfe gebeten. „Von dem Moment an, als ich angekommen bin, hat er klipp und klar gesagt: Gina hat etwas mit dem Mord zu tun.“
Auf der Rückfahrt habe Matthias R. ihn dann gebeten, einen Spendenaufruf für Fabians Beerdigung zu organisieren. Das habe er übernommen. Kurz darauf sei jedoch ein weiterer Spendenaufruf bekannt geworden. „Innerhalb von 30 Minuten hatte ich einen Shitstorm“, erzählt der Zeuge. Einen bösen Hintergedanken habe es dabei nicht gegeben. „Ich bin technisch eine absolute Null. Wenn ich meine Frau nicht hätte, könnte ich nicht mal in den Urlaub fahren.“
01.07.2026 - 13:04 Uhr
Freunde wollten Matthias aufbauen
Nach Fabians Tod habe er sich gemeinsam mit zwei weiteren Freunden mit Matthias R. getroffen, berichtet der Zeuge. „Wir wollten ihn aufbauen.“
Gesprochen habe man vor allem über Fabian und gemeinsame Erinnerungen. Danach habe es noch fünf oder sechs weitere Treffen gegeben. Der letzte Kontakt sei im Februar gewesen.
01.07.2026 - 13:05 Uhr
Erst Verdacht gegen Gina, später Zweifel
Der Zeuge schildert, dass sich die Haltung von Matthias R. im Laufe der Zeit verändert habe. Anfangs habe dieser Gina H. für die Täterin gehalten. Später habe er jedoch zunehmend an ihrer Schuld gezweifelt.
Matthias habe ihm erzählt, in den Akten gebe es Widersprüche. Außerdem fehle die Tatwaffe. „Er bräuchte einen Beweis, dass Frau H. schuldig ist, sonst könne er es nicht glauben“, berichtet der Zeuge. Stattdessen habe Matthias nach anderen möglichen Tätern gesucht.
01.07.2026 - 13:05 Uhr
Von neuer Beziehung wusste er nichts
Auf Nachfrage des Richters erklärt der Zeuge, Matthias R. habe zwar erzählt, wieder mit Gina H. gesprochen zu haben. Von einer erneuten Beziehung sei jedoch nie die Rede gewesen.
Als Richter Holger Schütt darauf hinweist, dass Matthias R. am dritten Prozesstag erklärt hatte, wieder mit Gina H. zusammen zu sein, zeigt sich der Zeuge überrascht. „Davon habe ich nichts gewusst.“ Im Februar habe Matthias noch gesagt: „Ich hab die Schnauze voll von Weibern. Ich will keine mehr, ich bleibe ewig Single.“
01.07.2026 - 13:09 Uhr
Warum bestreitet Fabians Vater das alles?
Richter Holger Schütt will vom Zeugen wissen, warum Matthias R. viele der geschilderten Gespräche vor Gericht bestritten habe.
Der Zeuge wirkt ratlos. „Seit ich das gelesen habe, überlege ich und kann es mir nicht erklären“, sagt er. Einen Streit zwischen den beiden habe es nie gegeben. „Manchmal sagt man ja: Liebe macht doof.“ Er betont außerdem: „Ich bin nicht der Einzige, dem er das erzählt hat.“
01.07.2026 - 13:09 Uhr
Geldsorgen waren Thema
Zum Schluss fragt der Richter nach der finanziellen Situation von Gina H.
Der Zeuge erinnert sich an eine offene Tierarztrechnung über etwa 700 bis 900 Euro. Gina H. habe nicht gewusst, wie sie diese bezahlen solle. Matthias R. habe damals lediglich gesagt, er müsse schauen, „wie das Geld reinkommt“.
01.07.2026 - 13:19 Uhr
1157 Euro für Fabians Beerdigung
Nebenklagevertreterin Christina Habetha fragt nach dem Spendenaufruf für Fabians Beerdigung. Der Zeuge berichtet, dieser sei Mitte Oktober gestartet und am 25. Oktober beendet worden.
Insgesamt seien 1157,51 Euro zusammengekommen. Das Geld habe er noch am selben Tag per Sofortüberweisung an Fabians Vater Matthias R. weitergeleitet.
01.07.2026 - 13:29 Uhr
Jetzt sagt ehemaliger Chef von Gina H. aus
Andresa M. tritt in den Zeugenstand. Er ist Chrf in einem Geschäft für Reitsportbedarf. Er hat Gina H. Von April bis Ende Juni 2025 hatte sie in seinem Geschäft als Aushilfe gearbeitet. Sie war im Lager tätig, verpackte Waren und räumte ein.
01.07.2026 - 13:31 Uhr
Beim Klauen erwischt
Laut Andreas M. erwischten Kollegen Gina H. beim Stehlen von Waren. Es sei Pferdezubehör gewesen. Zunächst habe Gina H. alles geleugnet, doch dann sei ihr Rucksack kontrolliert worden, der voll mit Diebesgut gewesen sei.
01.07.2026 - 13:36 Uhr
Kollegin muss Gerichtssaal verlassen
Eine Mitarbeiterin von Andreas M. sitzt im Saal, sie hat Gina H. damals erwischt. Der Richter bittet sie, den Saal zu verlassen. Offenbar will er sie später noch zu dem Vorfall vernehmen.
01.07.2026 - 13:38 Uhr
Gina H. log über Entlassung
In ihrer Zeugenaussage erklärte Heike M. vor wenigen Wochen, dass Gina H. behauptet habe, das Arbeitsverhältnis sei beendet worden, weil u.a. Tankgutscheine versprochen und nicht ausgeteilt worden seien. Dem widerspricht Zeuge Andreas E. Es gebe bei ihm zwar Tankgutscheine, aber nur für Mitarbeiter, die nicht in der Probezeit seien.
01.07.2026 - 13:39 Uhr
Vorher schon Diebstahlverdacht
Laut dem ehemaligen Chef von Gia H. gab es zuvor bereits den Verdacht, dass die Angeklagte sich in seinem Reitsportgeschäft selbst bedient habe. Er habe es nur nie beweisen können. Sie sei mit leerem Rucksack gekommen und mit vollem wieder gegangen. Die Beute hätte einen Wert von rund 200 Euro gehabt. Er habe aber keine Anzeige erstattet, weil sich das nicht lohne. Es werde sowieso eingestellt.
Der Zeuge wird entlassen.
01.07.2026 - 13:43 Uhr
Kollegin von Fabians Vater im Zeugenstand
Die nächste Zeugin ist dran. Ulrike K. ist eine Kollegin von Matthias R., Fabians Vater. Es geht um die Beziehung zwischen Matthias R. und Gina H.
01.07.2026 - 13:52 Uhr
„Gefühl, dass Matthias sehr kontrolliert wird“
Die Kollegin schildert, dass die Beziehung zwischendurch holprig gewesen sei. Gegen Ende habe es mehr und mehr Probleme gegeben, „bis Matthias die Reißleine zog“, so Ulrike K., die im selben Dorf wie die Angeklagte lebt. „Man hatte das Gefühl, dass Matthias sehr kontrolliert wird“, sagt die Kollegin aus. Dauernd habe das Telefon geklingelt. Er sei sehr unter Druck gesetzt worden.
01.07.2026 - 13:55 Uhr
„Haben uns alle gefragt, wie das finanziert wird“
Zur wirtschaftlichen Situation sagt die Kollegin und Zeugin: „Wir haben uns alle gefragt, wie das alles finanziert wird, dieses Leben mit fünf Pferden.“
01.07.2026 - 14:01 Uhr
„Seit Mai kein Verhältnis mehr“
Richter Holger Schütt fragt die Zeugin nach ihrem Verhältnis zu Matthias R. Die Antwort fällt deutlich aus: „Aktuell haben wir gar kein Verhältnis.“
Bis Ende April oder Anfang Mai habe man sich noch höflich begegnet, inzwischen gebe es keinen Kontakt mehr. Warum, könne sie nicht sagen. Sie vermute aber, dass ihre kritische Haltung gegenüber Gina H. eine Rolle spiele. „Wir haben ja alle aus den Medien mitbekommen, dass die beiden wieder zusammen sind.“
01.07.2026 - 14:02 Uhr
„Heute ist ein schöner Tag, ich habe Fabian gesehen“
Die Zeugin schildert außerdem, dass sie Matthias R. früher als zufriedenen Vater erlebt habe. Nachdem Fabian eine Zeit lang nicht mehr zu Besuch gekommen sei, habe Matthias ihr gesagt, darüber nicht sprechen zu wollen.
Kurz vor der Trennung von Gina H. habe sich das geändert. „Heute ist ein schöner Tag, ich habe Fabian gesehen“, habe Matthias damals glücklich zu ihr gesagt. Nach ihrem Eindruck habe er sich sehr über den wiederhergestellten Kontakt zu seinem Sohn gefreut.
01.07.2026 - 14:06 Uhr
Am Tattag nichts Auffälliges bemerkt
Richter Holger Schütt fragt die Zeugin nach dem 10. Oktober 2025. Sie berichtet, Matthias R. habe ihr an diesem Freitag gesagt, dass er etwa eine Stunde unterwegs sei. Als sie gegen 14 Uhr wieder im Betrieb gewesen sei, sei er bereits zurück gewesen.
„Er wirkte nicht verändert oder anders als sonst“, sagt die Zeugin. Sie habe außerdem gewusst, dass Matthias Fabian an diesem Wochenende nicht bei sich haben sollte.
01.07.2026 - 14:06 Uhr
„Könnte Gina etwas damit zu tun haben?“
Vom Verschwinden Fabians habe die Zeugin am Morgen des 11. Oktober erfahren. Gemeinsam mit anderen habe sie sich an der Suche beteiligt.
Am 14. Oktober habe sie über die Medien vom Leichenfund erfahren. Später telefonierte sie mit Matthias R., sprach ihm ihr Beileid aus und sagte ihm, er solle zunächst zu Hause bleiben. Vorher habe sie ihn auch gefragt, ob Gina H. etwas mit der Tat zu tun haben könnte. Als Grund nennt sie ihre Wahrnehmung, die Angeklagte habe „eine fehlende Impulskontrolle“ gehabt.
01.07.2026 - 14:06 Uhr
„Sie hat es wohl nicht so mit dem Arbeiten“
Die Zeugin berichtet außerdem von einem Vorfall im Oktober 2024. Nachdem Gina H. ihre Stelle in der Grünpflege verloren hatte, habe sie sie dafür verantwortlich gemacht und sie auf einem Parkplatz angeschrien.
Auf die Frage des Richters, warum das Arbeitsverhältnis beendet wurde, antwortet die Zeugin: „Sie hat es wohl nicht so mit dem Arbeiten.“ Gina H. sei häufig krank gewesen, außerdem seien Arbeiten nach Angaben des Arbeitgebers nicht erledigt worden. Den körperlich anstrengenden Alltag mit ihren fünf Pferden habe sie dagegen selbst bewältigt. Unterstützung habe sie dabei regelmäßig von Olaf und weiteren Männern aus ihrem Umfeld erhalten.
01.07.2026 - 14:15 Uhr
„Am Ende bekam Fabian den Ärger ab“
Die Zeugin berichtet, sie habe Gina H., Matthias R. und die beiden Jungen häufiger gemeinsam im Dorf gesehen.
Ein Vorfall sei ihr besonders in Erinnerung geblieben: „Einmal habe ich mitbekommen, dass die beiden Kinder sich gestritten haben. Man hat mitbekommen, dass Ginas Sohn angefangen hat – und am Ende hat Fabian den ganzen Ärger abgekriegt.“
01.07.2026 - 14:16 Uhr
Zeugin hielt Gina H. schon früh für auffällig
Bereits vor dem Leichenfund habe sie der Polizei ihre Eindrücke von Gina H. geschildert, berichtet die Zeugin. Sie habe die Angeklagte als „aggressiv, intrigant und laut“ beschrieben und ihr eine fehlende Impulskontrolle zugeschrieben.
Vor Gericht bestätigt sie diese Einschätzung. Auf Nachfrage des Richters ergänzt sie: „Sie ist immer in der Opferrolle, manipulierend.“
01.07.2026 - 14:16 Uhr
Spyware-Verdacht auf Matthias' Handy
Auch das Thema Spyware kommt erneut zur Sprache. Die Zeugin berichtet, Matthias R. habe sich ein neues Handy gekauft, weil ihm manches merkwürdig vorgekommen sei. „Woher sollte sie wissen, dass er Fabian gratuliert hat?“, sagt sie.
Matthias habe ihr außerdem einmal sein Handy gegeben und sie gebeten zu prüfen, ob darauf eine Spy-Software installiert sei. Warum Matthias R. diese Schilderungen vor Gericht später bestritt, könne sie sich nicht erklären. „Es ist ja vieles nicht mehr wahr – angeblich.“
01.07.2026 - 14:17 Uhr
Gerüchte über weißen Pick-up
Der Richter hält der Zeugin weitere Passagen aus ihrer früheren Vernehmung vor. Demnach habe Matthias R. ihr erzählt, Gina H. sei der Grund gewesen, warum Fabian den Kontakt zu seinem Vater abgebrochen habe. Als der Kontakt später wieder zustande kam, sei Matthias „strahlend“ ins Büro gekommen.
Zum Schluss spricht die Zeugin noch ein Gerücht an, das sie damals an die Polizei weitergegeben habe: Demnach soll Gina H. in einem weißen Pick-up gesehen worden sein. Mehr könne sie dazu jedoch nicht sagen.
01.07.2026 - 14:21 Uhr
„Dieser Mensch ist eine Aufgabe“
Richter Holger Schütt hält der Zeugin eine besonders deutliche Passage aus ihrer früheren Aussage vor. Darin beschrieb sie Gina H. mit den Worten: „Dieser Mensch ist eine Aufgabe. Sie ist impulsiv, sprunghaft, lechzt nach Aufmerksamkeit, hat nie Schuld. Hat immer einen Lakai um sich und ruht sich darauf aus.“
Vor Gericht bestätigt die Zeugin: „Ja, das habe ich so gesagt.“
01.07.2026 - 14:22 Uhr
Zeugin berichtet von Diebstählen
Anschließend schildert die Zeugin zwei frühere Vorfälle. Nach ihrer Darstellung habe Gina H. gemeinsam mit einem Mann einen Pferdesattel gestohlen. Als der Mann den Sattel später zurückgebracht habe, habe Gina H. versucht, ihm die Schuld zuzuschieben. „Das Gericht sah das nicht so und sie wurde verurteilt“, berichtet die Zeugin.
Außerdem erzählt sie von einem Vorfall in einem Supermarkt. Gina H. soll dort Hundefutter gestohlen und anschließend ihrem Sohn die Verantwortung zugeschoben haben. Sie sei dabei ertappt worden und habe später behauptet, das Kind habe lediglich einen Lolli gestohlen
01.07.2026 - 14:25 Uhr
„Ich habe ihn vor Selbstmorddrohungen gewarnt“
Die Zeugin berichtet, sie habe Matthias R. nach der Trennung eindringlich gewarnt. „Ich habe ihm gesagt, er soll aufpassen und standhaft bleiben. Sie wird bestimmt mit Selbstmordversuchen kommen.“
Damals habe sie nicht geglaubt, dass es tatsächlich dazu kommen würde. „Er ist aber standhaft geblieben“, sagt sie.
01.07.2026 - 14:25 Uhr
„Das Telefon klingelte in einer Tour“
Nach Darstellung der Zeugin habe Gina H. Matthias R. auch nach der Trennung ständig kontaktiert. „Das Telefon hat in einer Tour geklingelt. Man hat sofort gehört, dass es Gina war.“
Am Stall sei Matthias R. immer wieder lautstark zur Rede gestellt worden. Er sei dann einfach in sein Auto gestiegen und weggefahren. Nach der Trennung habe er ihr mehrfach gesagt, „dass es schön ist, einfach mal Ruhe zu haben“.
01.07.2026 - 14:25 Uhr
„Sie wollte, dass er kündigt“
Richter Holger Schütt hält der Zeugin ihre frühere Aussage vor. Darin hatte sie erklärt, Gina H. habe einen „totalen Kontrollzwang“ gehabt und von Matthias R. verlangt, seinen Job aufzugeben, damit er mehr zu Hause sei.
Als Matthias im Dorf einmal zusätzliche Arbeit habe übernehmen wollen, sei Gina H. sogar selbst hingegangen und habe für ihn abgesagt, berichtet die Zeugin.
01.07.2026 - 14:26 Uhr
Zeugin widerspricht Matthias R.
Nach Angaben der Zeugin sei für Matthias R. ein Wendepunkt gewesen, als herauskam, dass Gina H. Nachrichten an seine Familie geschrieben habe. Darin habe sie erklärt, sie könne nicht zur Beerdigung seines Vaters kommen.
Richter Holger Schütt weist darauf hin, dass Matthias R. diesen Vorfall vor Gericht bestritten habe. Die Zeugin bleibt jedoch bei ihrer Darstellung: „Er hat ja vieles hier geleugnet. Das hat er mir aber so erzählt.“
01.07.2026 - 14:28 Uhr
Gelächter im Gerichtssaal
Richter Holger Schütt hält der Zeugin eine Passage aus den Ermittlungsakten vor. Demnach soll Gina H. gegenüber Polizeibeamten behauptet haben, die Zeugin habe eine Affäre mit Matthias R. gehabt. Deshalb sei sogar ihr Handy von der Polizei sichergestellt worden.
Die Zeugin reagiert mit einem Lachen. Auch im Gerichtssaal wird leise gelacht. „Absolut lächerlich, da ist nichts dran“, sagt sie. Der Chatverlauf mit Matthias R. zeige, dass ausschließlich dienstliche Themen besprochen worden seien.
01.07.2026 - 14:32 Uhr
Keine Auffälligkeiten bei der Weihnachtsfeier
Richter Holger Schütt fragt nach der Weihnachtsfeier des Betriebs und möglichen Eifersuchts-Szenen. Er will wissen, ob dort weibliche Kollegen anwesend gewesen seien.
Die Zeugin nennt sich selbst, die Ehefrau des Chefs und eine ältere Mitarbeiterin. „Da ist nichts vorgefallen“, sagt sie.
01.07.2026 - 14:32 Uhr
Befragung durch den Richter beendet
Schütt hat keine weiteren Fragen an die Zeugin. Nun übernehmen Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung die Befragung.
01.07.2026 - 14:38 Uhr
Kritik an Gina H.s Arbeit
Nebenklagevertreterin Christina Habetha fragt nach der Begegnung, bei der Gina H. die Zeugin angeschrien hatte. Die Zeugin erklärt, sie sei damals neu in der Gemeindevertretung gewesen und habe sich nach der Stellenbeschreibung von Gina H. erkundigt. Hintergrund seien Beschwerden aus dem Dorf gewesen, die Arbeit in der Grünpflege werde nicht ordentlich erledigt.
01.07.2026 - 14:38 Uhr
Telefonliste für den Richter?
Habetha spricht außerdem einen Vorfall vom 4. Mai an. Damals habe Matthias R. von der Zeugin eine Telefonliste aller Mitarbeiter verlangt.
„Er wollte die für den Richter“, berichtet die Zeugin. Sie habe das jedoch aus Datenschutzgründen abgelehnt. „Der Richter hat sich aber nicht gemeldet.“
01.07.2026 - 14:39 Uhr
Noch drei Zeugen offen
Das Gericht unterbricht die Verhandlung für 30 Minuten. Danach sollen noch drei weitere Zeugen gehört werden, bevor der heutige Prozesstag endet.
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Lohnt sich nachzulesen. Insgesamt 8 Zeugen:
Christina F. Gerichtshelferin
Tierärztin (37) betreute viele Jahre lang Gina H.s Pferde
Stefan E. (38) Berufskraftfahrer, Freund von Matthias R.
Andreas M. Ehemaliger Arbeitgeber von Gina H. (Reitsportgeschäft)
Ulrike K. Arbeitskollegin von Matthias R.
Jörg M. (70) Mathematiklehrer und Keramiker; Freund/Sponsor von Gina H.
Silke G. Friseurin von Gina H.
Marian J. Mechaniker aus Reimershagen; Bekannter von Gina H.