von Catch22 » Samstag, 17. Oktober 2026, 18:53:47
HE_Gffnkkd hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 09:48:18
Sorry, aber du bist komplett auf dem Holzweg, was die Interpretation von Ohms Eiskeller-Fall Kommentar angeht.
Herr Ohm hat hier mit dem Kommentar einzig und allein auf subtile Art und Weise den Vorwurf geäußert, das Gericht habe, genau wie im Eiskeller-Fall, sich möglicherweise über Prozess relevante Dinge mit der Staatsanwaltschat unterhalten ohne gleichzeitig die Verteidigung zu informieren.
Danke für die Aufklärung.
Gleichwohl sind Parallelen zu erkennen, beispielsweise im Hinblick auf mediale Vorverurteilung und mögliche Zeugenbeeinflussung. Vielleicht greifen die Verteidiger dies in ihren Plädoyers auf.
HE_Gffnkkd hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 11:10:25
Ich bin gespannt, welche "vernünftigen Zweifel" erkennst du in diesem Fall?
Sronson hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 11:55:36
Bitte unter Berücksichtigung folgender Ermittlungserkenntnisse: …
Meine von Euch zitierte Aussage bezog sich nicht auf den vorliegenden Fall.
Sronson hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 10:44:15
Noch einmal und ganz allgemein: …
Bitte verschone mich mit diesem unerträglich rechthaberischen Whataboutismus! Danke.
Kalle hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 15:08:18
(Nach-)Tatbezogene Indizien sind hier: …
Gefragt sind
unmittelbar tatbezogene Indizien.
Kalle hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 15:08:18
-Eine Blutspur des Opfers im Auto der Angeklagten
…
-Recherche um menschenfressende Wildschweine, der Tatort ist eine Suhle
-Sichtung und Fotografie der brennenden Leiche am Tatort
-Sorge der Angeklagten um Kameras in der Nähe des Tatortes
-Sorge der Angeklagten um Auffinden eines Brandbeschleunigers, es wurde Brandbeschleuniger verwendet
Darin erkenne ich keinen unmittelbaren Tatbezug.
Kalle hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 15:08:18
-Täterwissen um den Tatort, Mehrfacher Besuch des selbigen
-Faserspur von einer Kleidung analog einem Kleidungsstück der Angeklagten an der Leiche
- Schuhabdrücke eines Schuhmodells der Angeklagten unmittelbar zur und an der Leiche
Hier könnte möglicherweise ein unmittelbarer Tatbezug bestehen. Insbesondere beim mutmaßlichen Täterwissen über den Tatort könnte es jedoch alternative Erklärungen geben.
Kalle hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 15:08:18
Was die Tatwaffe betrifft, ist dieses hier faktisch beschrieben (Messereigenschaften).
Nur seiner Art nach wurde ein mögliches Tatwerkzeug beschrieben. Indentifiziert und einer bestimmten Person zugeordnet ist es nicht, von tat- und täterbezogenen Spuren daran ganz zu schweigen.
Also ist das konkrete Tatwerkzeug unbekannt.
Kalle hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 15:08:18
Alle Indizien sind für sich anders erklärbar aber kaum In Summe.
Schön und gut. Ohne
unmittelbar tatbezogene Indizien aber wird eine Verurteilung sehr schwierig oder ganz unmöglich.
Kalle hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 15:08:18
Meines Erachtens ist dies eine wesentlich andere Situation als im Eiskellerfall.
Richtig. Ein direkter Vergleich auf der Ebene des Eiskeller-Sachverhalts wäre verfehlt. Abstraktion ist gefragt – und mal ein paar Schritte zurückzutreten, um den Blickwinkel zu erweiern.
Nesrin hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 10:04:07
Im Eiskeller-Fall hat ja die Verteidigerin des Angeklagten selber einen alternativen Hergang vorgestellt (also einen Unfall angenommen). … Vielleicht ist es auch nicht die Aufgabe der Verteidigung einen anderen Täter zu präsentieren, sondern nur die einzelnen Indizien zu entkräften.
Genauso ist es. Den Sachverhalt aufzuklären, ist von Amts wegen zunächst Aufgabe der StA und später des Gerichts.
Im Eiskeller-Fall stand die Verteidigung im ersten Prozess einer Phalanx aus halsstarrig verbohrten Verurteilungsfanatikern gegenüber. Nachdem prozessuale Mittel (z. B. Beweisanträge) erschöpft waren, blieb kaum etwas anderes übrig, als in Vorbereitung des zweiten Prozesses selbst zu ermitteln: alternative Verletzungsursachen im Flusslauf, mehrere kostspielige Privatgutachten. Nicht jeder Angeklagte aber kann mit einem sechsstelligen Betrag in Vorleistung treten, von dem er sogar im Falle eines Freispruchs nur einen Bruchteil aus der Staatskasse erstattet bekommt.
Nesrin hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 10:04:07
Meine Frage an dich: gehst du selber von einem anderen Täter aus?
Gehst du denn selber von einem alternativen Geschehensablauf aus?
Deine Fragen treffen ins Schwarze! Leider kann auch ich darauf keine substantiierte Antwort geben. Fragen, die ich mir stelle, sind:
Was hat es mit der Zeugensichtung nahe der Bushaltestelle bei Zehna auf sich? Wurde dort nicht auch von Mantrailern Fabians Geruchsspur angezeigt? Wurde Fabian von Gina zu Hause abgeholt und bei der Bushaltestelle an einen Dritten übergeben? Wo soll sich Fabian aufgehalten haben, als Gina mit ihrem Hund vor dem mutmaßlichen Tatzeitpunkt (wohl ca. 1,6 km vom Tümpel entfernt) durch den Wald spazierte? War Fabian dabei und nur auf dem Foto nicht zu sehen? Wartete er in Ginas Auto? War er ganz woanders?
Gibt es einen Einzeltäter, mehrere Täter, Gehilfe(n), Anstifter? Welche Position nimmt Gina ein oder ist sie unschuldig? Wem nützt die Tat? Wer hat ein Tatmotiv? Wer hat ein Motiv, jemand anderen zu schützen oder zu belasten?
Wären die Öffentlichkeit und damit auch potentielle Zeugen nicht von Beginn an durch Social Media, YouTube & Co. einseitig aufgestachelt worden. wären der heutige Ermittlungsstand und die Beweislage vielleicht anders.
Ein kleiner Exkurs über Social Media, YouTube und andere Unbilden unserer Zeit:
Mischa hat geschrieben: ↑Samstag, 17. Oktober 2026, 13:42:34
Dankeschön Catch für deine sehr interessanten Beiträge zum Fall Fabian. Im "Eiskeller" Fall hatte ich dein fundiertes Wissen etc. schon sehr bewundert, was sich ja letzten Endes als 100 Prozentiger Treffer deinerseits herausstellt.
Herzlichen Dank für die Blumen! Nicht immer war es leicht, Vorurteilen, Beleidigungen und bornierter Torheit entgegenzutreten.

[quote=HE_Gffnkkd post_id=366956 time=1792223298 user_id=12034]
Sorry, aber du bist komplett auf dem Holzweg, was die Interpretation von Ohms Eiskeller-Fall Kommentar angeht.
Herr Ohm hat hier mit dem Kommentar einzig und allein auf subtile Art und Weise den Vorwurf geäußert, das Gericht habe, genau wie im Eiskeller-Fall, sich möglicherweise über Prozess relevante Dinge mit der Staatsanwaltschat unterhalten ohne gleichzeitig die Verteidigung zu informieren.
[/quote]
Danke für die Aufklärung.
Gleichwohl sind Parallelen zu erkennen, beispielsweise im Hinblick auf mediale Vorverurteilung und mögliche Zeugenbeeinflussung. Vielleicht greifen die Verteidiger dies in ihren Plädoyers auf.
[quote=HE_Gffnkkd post_id=366961 time=1792228225 user_id=12034]
Ich bin gespannt, welche "vernünftigen Zweifel" erkennst du in diesem Fall?
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[quote=Sronson post_id=366962 time=1792230936 user_id=9913]
Bitte unter Berücksichtigung folgender Ermittlungserkenntnisse: …
[/quote]
Meine von Euch zitierte Aussage bezog sich nicht auf den vorliegenden Fall.
[quote=Sronson post_id=366960 time=1792226655 user_id=9913]
Noch einmal und ganz allgemein: …
[/quote]
Bitte verschone mich mit diesem unerträglich rechthaberischen Whataboutismus! Danke.
[quote=Kalle post_id=366971 time=1792242498 user_id=10697]
(Nach-)Tatbezogene Indizien sind hier: …
[/quote]
Gefragt sind [u]unmittelbar[/u] [u]tat[/u]bezogene Indizien.
[quote=Kalle post_id=366971 time=1792242498 user_id=10697]
-Eine Blutspur des Opfers im Auto der Angeklagten
…
-Recherche um menschenfressende Wildschweine, der Tatort ist eine Suhle
-Sichtung und Fotografie der brennenden Leiche am Tatort
-Sorge der Angeklagten um Kameras in der Nähe des Tatortes
-Sorge der Angeklagten um Auffinden eines Brandbeschleunigers, es wurde Brandbeschleuniger verwendet
[/quote]
Darin erkenne ich keinen unmittelbaren Tatbezug.
[quote=Kalle post_id=366971 time=1792242498 user_id=10697]
-Täterwissen um den Tatort, Mehrfacher Besuch des selbigen
-Faserspur von einer Kleidung analog einem Kleidungsstück der Angeklagten an der Leiche
- Schuhabdrücke eines Schuhmodells der Angeklagten unmittelbar zur und an der Leiche
[/quote]
Hier könnte möglicherweise ein unmittelbarer Tatbezug bestehen. Insbesondere beim mutmaßlichen Täterwissen über den Tatort könnte es jedoch alternative Erklärungen geben.
[quote=Kalle post_id=366971 time=1792242498 user_id=10697]
Was die Tatwaffe betrifft, ist dieses hier faktisch beschrieben (Messereigenschaften).
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Nur seiner Art nach wurde ein mögliches Tatwerkzeug beschrieben. Indentifiziert und einer bestimmten Person zugeordnet ist es nicht, von tat- und täterbezogenen Spuren daran ganz zu schweigen.
Also ist das konkrete Tatwerkzeug unbekannt.
[quote=Kalle post_id=366971 time=1792242498 user_id=10697]
Alle Indizien sind für sich anders erklärbar aber kaum In Summe.
[/quote]
Schön und gut. Ohne [u]unmittelbar[/u] [u]tat[/u]bezogene Indizien aber wird eine Verurteilung sehr schwierig oder ganz unmöglich.
[quote=Kalle post_id=366971 time=1792242498 user_id=10697]
Meines Erachtens ist dies eine wesentlich andere Situation als im Eiskellerfall.
[/quote]
Richtig. Ein direkter Vergleich auf der Ebene des Eiskeller-Sachverhalts wäre verfehlt. Abstraktion ist gefragt – und mal ein paar Schritte zurückzutreten, um den Blickwinkel zu erweiern.
[quote=Nesrin post_id=366958 time=1792224247 user_id=9515]
Im Eiskeller-Fall hat ja die Verteidigerin des Angeklagten selber einen alternativen Hergang vorgestellt (also einen Unfall angenommen). … Vielleicht ist es auch nicht die Aufgabe der Verteidigung einen anderen Täter zu präsentieren, sondern nur die einzelnen Indizien zu entkräften.
[/quote]
Genauso ist es. Den Sachverhalt aufzuklären, ist von Amts wegen zunächst Aufgabe der StA und später des Gerichts.
Im Eiskeller-Fall stand die Verteidigung im ersten Prozess einer Phalanx aus halsstarrig verbohrten Verurteilungsfanatikern gegenüber. Nachdem prozessuale Mittel (z. B. Beweisanträge) erschöpft waren, blieb kaum etwas anderes übrig, als in Vorbereitung des zweiten Prozesses selbst zu ermitteln: alternative Verletzungsursachen im Flusslauf, mehrere kostspielige Privatgutachten. Nicht jeder Angeklagte aber kann mit einem sechsstelligen Betrag in Vorleistung treten, von dem er sogar im Falle eines Freispruchs nur einen Bruchteil aus der Staatskasse erstattet bekommt.
[quote=Nesrin post_id=366958 time=1792224247 user_id=9515]
Meine Frage an dich: gehst du selber von einem anderen Täter aus?
Gehst du denn selber von einem alternativen Geschehensablauf aus?
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Deine Fragen treffen ins Schwarze! Leider kann auch ich darauf keine substantiierte Antwort geben. Fragen, die ich mir stelle, sind:
Was hat es mit der Zeugensichtung nahe der Bushaltestelle bei Zehna auf sich? Wurde dort nicht auch von Mantrailern Fabians Geruchsspur angezeigt? Wurde Fabian von Gina zu Hause abgeholt und bei der Bushaltestelle an einen Dritten übergeben? Wo soll sich Fabian aufgehalten haben, als Gina mit ihrem Hund vor dem mutmaßlichen Tatzeitpunkt (wohl ca. 1,6 km vom Tümpel entfernt) durch den Wald spazierte? War Fabian dabei und nur auf dem Foto nicht zu sehen? Wartete er in Ginas Auto? War er ganz woanders?
Gibt es einen Einzeltäter, mehrere Täter, Gehilfe(n), Anstifter? Welche Position nimmt Gina ein oder ist sie unschuldig? Wem nützt die Tat? Wer hat ein Tatmotiv? Wer hat ein Motiv, jemand anderen zu schützen oder zu belasten?
Wären die Öffentlichkeit und damit auch potentielle Zeugen nicht von Beginn an durch Social Media, YouTube & Co. einseitig aufgestachelt worden. wären der heutige Ermittlungsstand und die Beweislage vielleicht anders.
Ein kleiner Exkurs über Social Media, YouTube und andere Unbilden unserer Zeit:
[spoiler2=Spoiler – hier klicken!]
Medial unprofessionelle Klugscheißerei beeinflusst Zeugen und Schöffen und be- oder verhindert ein faires Verfahren. In noch kaum einem Strafprozess spielte die mediale Voreingenommenheit eine so große Rolle wie im Fall Fabian, nicht einmal im Eiskeller-Fall. Erinnert bin ich an die Fälle [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Bachmeier]Marianne Bachmaier[/url] (1981) und [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Mord_an_Melanie_und_Karola_Weimar]Monika Weimar[/url] (1986). Nicht auszudenken, wenn es damals schon Social Media, YouTube und neunmalkluge Kriminalforen gegeben hätte!
In einem Strafverfahren geht es allein darum, in aller Sachlichkeit und Nüchternheit festzustellen, ob der Angeklagte schuldig ist. Jede Emotionalisieung ist dem abträglich – erst recht, wenn selbsternannte Hobbyverurteiler und Hobbyjounalisten ohne jeden fachlichen Hintergrund eine unkontrollierbare Abwärtsspirale der Hetze in Gang setzen. Denn der Pöbel von der Straße frisst ihnen aus der Hand. Eine sachlich-nüchterne Einordnung scheint oft gar nicht gefragt zu sein. Denn eigenes Unwissen eröffnet einen subjektiv größeren Freiraum für Phantasien und blanken Unsinn.
Bei vielen reicht die Empathie (um dieses oft missbrauchte Modewort zu verwenden) gerade einmal aus, um sich in eine wahre Mitleidshysterie für die Opfer hineinzusteigern, gefolgt von manischen Hasstiraden gegenüber mutmaßlichen Tätern. Kaum einer aber will verstehen, dass der Rechtsstaat ein faires Verfahren garantiert und dass jeder bis zur Rechtskraft einer Verurteilung als unschuldig gilt. Wer darauf verweist, wird beschimpft und angegriffen. Niemand will sich vorstellen, wie es wäre, selbst (womöglich unschuldig!) auf der Anklagebank zu sitzen. Abrupt endet hier jede Empathie.
Hilfreich wäre ein innovatives Freizeitprogramm fürs Wochenende: „Unschuldig im Knast – hurra!“
[/spoiler2]
[quote=Mischa post_id=366970 time=1792237354]
Dankeschön Catch für deine sehr interessanten Beiträge zum Fall Fabian. Im "Eiskeller" Fall hatte ich dein fundiertes Wissen etc. schon sehr bewundert, was sich ja letzten Endes als 100 Prozentiger Treffer deinerseits herausstellt.
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Herzlichen Dank für die Blumen! Nicht immer war es leicht, Vorurteilen, Beleidigungen und bornierter Torheit entgegenzutreten. ;-)