MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Pitahaya11 » Dienstag, 03. November 2026, 10:53:05

Jeanne hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 20:28:12 Mein erster Gedanke damals war: Die Beziehung zwischen M und G wurde damals aus Kalkül beendet.
Dankeschön, Jeanne, für die Darstellung deiner Situation, Erfahrungen und Gedanken. :)

Wenn man kurz diesen Gedanken weiterspinnt, rein spekulativ, versteht sich, könnte man dann fragen, ob die Wiederaufnahme der Beziehung nach der Tat ebenfalls aus Kalkül erfolgte? Könnte man das Kalkül dahingehend deuten, dass durch die Beendung der Beziehung plus Folgen eine Motivverlagerung beabsichtigt wurde?

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Pitahaya11 » Dienstag, 03. November 2026, 10:47:43

Fragjanur hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 09:10:41 Nehmen wir nur das Verhalten der Gina H. als die verkohlten Fotos von Fabi im Gericht gezeigt wurden.
Nehmen wir nur ihre 3malige Aussage bei unterschiedlichen Personen, dass dort unten der Fabi liegt. In pechschwarzer Nacht, aus vielen Metern Entfernung. "Leuchte ihm mal ins Gesicht" und auch beim zweiten Tümpelzeugen wieder zum 1. Mal erkannt. Und dann am nächsten Tag mit Heike, auch noch Fotos machen wollen und die Veränderungen am Leichnam beschrieben.
Du weißt also, wie Menschen reagieren? Wie sie reagieren müssen? Jeder reagiert anders. Und das bedeutet erstmal gar nichts. Es beweist nicht, dass jemand der Täter war.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Pitahaya11 » Dienstag, 03. November 2026, 10:14:44

Korkplatte hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 20:28:12 Das habe ich bereits mehrfach getan. Da du immer und grundsätzlich ausweichst, darfst du gerne meine Beiträge diesbezüglich durchsuchen. Ich bin übrigens weiblich.
Ja, genau, immer. Das stimmt so nicht. Du weichst nicht weniger aus als ich. Wenn's eng wird, bist du weg. Ich antworte dir gerne auf deine Frage, wenn du mir auf unsere vorangegangenen Konversationen eine Antwort gibst >>> also gar nicht. :P

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Fragjanur » Dienstag, 03. November 2026, 09:10:41

Kalle hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 23:59:04 Dieses Urteil ist mir zu hart. Es ist keine Schande sich zurückzunehmen wenn man eben nichts handfestes hat, ganz im Gegenteil. Und dann ist es m.E. Gerade nicht egal ob man nun einfach mal rausposaunt wen man in Verdacht hat, sondern überlegt ob das jemanden schadet, der erstmal völlig unbescholten ist.
Alternativen und Verdacht wird sich gegen Zeugen richten. Da hab ich auch nen Favoriten, aber es reicht halt nicht….
Ich rede auch nicht von Schande @Kalle

Sich in einem öffentlichen Forum mit Andeutungen zu äußern und eine örtliche Nähe anzugeben, Hörensagen und einen anderweitigen Verdacht anzubringen und das zum Abschluss einer Verhandlung, wo ein hartes Urteil erwartet wird. Darum geht es. Es gibt ja auch andere Möglichkeiten, sich bei den Ermittlungsbehörden zu melden und das zu Zeitpunkten, die weit vor einer erwarteten Urteilsverkündung liegen.

Und auch bei dir die Aussage, dass es nicht reicht. Natürlich reicht es nicht, weil wir gar keinen wirklichen Einblick haben, was alles ermittelt wurde und welche konkreten Überprüfungen stattgefunden haben. Wir erfahren vieles nur aus Tickern, die je nach Schreiber wiedergegeben werden und haben nie das vollständige Bild vorliegen. Was wir aber aus allen erfahren, dass die Zeichen auf Verurteilung stehen. Und wenn man nah am Geschehen ist, dann hätte man seine Einwände zu viel früheren Zeitpunkten dort anbringen können, wenn es hier um die Verurteilung eines Menschen geht, den man für unschuldig befindet.

Nehmen wir nur das Verhalten der Gina H. als die verkohlten Fotos von Fabi im Gericht gezeigt wurden.
Nehmen wir nur ihre 3malige Aussage bei unterschiedlichen Personen, dass dort unten der Fabi liegt. In pechschwarzer Nacht, aus vielen Metern Entfernung. "Leuchte ihm mal ins Gesicht" und auch beim zweiten Tümpelzeugen wieder zum 1. Mal erkannt. Und dann am nächsten Tag mit Heike, auch noch Fotos machen wollen und die Veränderungen am Leichnam beschrieben.

Die Eltern waren nicht in der Lage, ihr totes Kind zu identifizieren. Die Polizisten vor Ort waren nicht in der Lage, das Kind eindeutig als Fabian zu identifizieren. Eine Gina H. war es direkt mehrere Male und das hat sie auch den Polizisten vor Ort direkt so am Tag des offiziellen "Fundes" gesagt.

Das alleine sollte doch schon stark zu denken geben, dass wir es hier auch mit der Person zu tun haben, die genau wusste, wer dort liegt und überhaupt dass er dort liegt.

Entsprechend kann ich diese Andeutungen hier einfach nicht verstehen. Wenn man dann noch dazunimmt, dass sie unbedingt zu diesem Acker wollte. Verdächtigungen anderer Personen schön und gut. Aber doch bitte nicht unterwegs die Hälfte vergessen und weglassen, was erwiesen ist.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Sronson » Dienstag, 03. November 2026, 08:40:41

Korkplatte hat geschrieben: ↑Sonntag, 01. November 2026, 16:07:23 Wie finanziert sich das Ganze denn?
Wenn G schuldig gesprochen wird, dann muss sie ja das jetzige Verfahren plus ihre Anwälte bezahlen oder nicht?
Gefangene haben die Möglichkeit, während ihrer Haft einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen. Bislang lag der Ø bundesweite Stundenlohn bei ca. 2 Euro. Nach einem Urteil des BVerfG aus dem Jahr 2023 müssen die Bundesländer ihre Vergütungssysteme neu ausrichten.

In Meck-Pomm erhält bspw. ein Häftling, der als Schlosser in der höchsten Vergütungsstufe arbeitet, 30.20 EUR/Arbeitstag. Bei 20 Arbeitstagen/Monat wären das 604 Euro. Es handelt sich allerdings um den Höchstverdienst. Ø Einkommenszahlen für Gefangene in Meck-Pomm waren nicht zu finden.

In NRW liegt der Ø Monatsverdienst arbeitender Häftlinge bei ca. 502 Euro. In Sachsen-Anhalt erhält ein Gefangener bei 6 Stunden tgl. Arbeit mit mittleren Anforderungen 421 Euro/Monat.

Nimmt man einen monatlichen Ø-Verdienst von 500 Euro für eine Tätigkeit mit mittleren Anforderungen an, ergibt sich daraus ein Jahresverdienst von 6.000 Euro. Bei einer Haftdauer von 15 Jahren wären das immerhin 90.000 Euro. Zu beachten ist, dass es sich um eine theoretische Rechnung handelt, bei der der Strafgefangene 15 Jahre durchgehend für Ø 500 Euro mtl. arbeitet.

Ein Teil des Verdiensts wird zur Schuldentilgung & für die Zeit nach der Entlassung zurückgelegt und steht den Gefangenen deshalb erst später zur Verfügung. Mglw. könnte sogar ein größerer Teil angespart werden.

https://www.n-tv.de/regionales/mecklenb ... 36841.html
https://bag-s.de/stellungnahmen-zur-anp ... orpommern/
https://www.mdr.de/mdr-thueringen/haeft ... n-100.html
https://m.bild.de/politik/inland/lohner ... gle.com%2F

^^^^^^

An dieser Stelle möchte ich gerne den Knastladen des Justizvollzugs NRW empfehlen. Dort gibt es u.a. Weihnachtsdeko, hübsches Holzspielzeug & liebevoll gefertigte Holzmöbel für Kleintiere zu recht günstigen Preisen.
Insgesamt 35 Betriebe in 28 Justizvollzugsanstalten stellen die Produkte her; derzeit kann man aus ca. 1.500 Artikeln (einschließlich Varianten) auswählen.
[…]
Der Arbeitseisatz und die erlernten Fähigkeiten sollen die Inhaftierten befähigen, nach der Entlassung ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten zu können. 
Durch den Verkauf der Produkte erhalten viele Gefangenen erstmals eine Anerkennung für ihre positive Arbeitsleistung. Dies gilt insbesondere für die arbeitstherapeutischen Maßnahmen. Darin werden die Inhaftierten an Arbeiten herangeführt und erlernen den handwerklichen Umgang mit Werkstoffen und Materialien sowie den sozialen Umgang mit ihren Mitmenschen am Arbeitsplatz. 
Insofern ist die Arbeit der Gefangenen ein wichtiger Resozialisierungsbaustein.
https://www.knastladen.de

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Sronson » Dienstag, 03. November 2026, 08:07:28

Gastleser hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 01:49:30 Ich möchte mich bei allen Helferin bedanken […] Natürlich auch von äh ja, den Leuten, die eben auch an das Gericht geschrieben haben, regelmäßig an die Staatsanwaltschaft, auch an den anderen Verteidiger.
Das dürfte in der Geschichte der Mordverhandlungen wohl einmalig sein, dass sich ein Strafverteidiger bei einem verurteilten Verbrecher auf der Flucht für dessen Hilfe bedankt. Grandios!

Na ja, vielleicht war Herr Löcker viel zu müde, um sich mit den Hintergründen zu beschäftigen. Kann ja mal vorkommen…

^^^^^^
Sway hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 19:49:09 Interessant, dass du das mit Darsow so siehst. Ich hatte den eher auf dem Unschuldig-Radar. Mein Wissen dazu basiert aber hauptsächlich auf dem Podcast „Die Nachbarn“. Ich fand den ziemlich gut recherchiert damals (wobei die Quali der beiden Damen irgendwie nachgelassen hat mittlerweile). Kennst du den?
Allerbesten Dank für die Empfehlung! Ich werde mir den Podcast bei nächster Gelegenheit anhören. Wer ebenfalls Interesse hat, findet ihn hier: https://die-nachbarn.podigee.io

^^^^^^
Gastikus hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 18:36:13 Ein wenig Müde werde ich schon
Das Gefühl kennen sicherlich einige. Es kommt & geht in Schüben. Freut mich, dass du wieder wachgeworden bist!

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Turmfalke23 » Dienstag, 03. November 2026, 07:51:12

Gastleser hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 00:07:25 Das ist so nicht vollständig.
Es scheint Personen zu geben, die sich an diesem Fall aus privaten und möglicherweise Creator:in Interesse beteiligen oder beteiligt haben, die eine gewisse Nähe zur NGO „Innocence Project Deutschland“ haben, möglicherweise aufgrund der Nähe zur FU Berlin, und weil es ein interessantes Forschungsfeld bietet. Einst gegründet unter dem Namen „Projekt Fehlurteil und Wiederaufnahme“:

https://de.wikipedia.org/wiki/Innocence ... eutschland
https://jurios.de/2025/10/22/unschuldig ... -schaffen/
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/ ... 97e92bada0 [Schranke]
Die Wiederaufnahme eines durch rechtskräftiges Urteil abgeschlossenen Verfahrens zugunsten des Verurteilten ist zulässig,
vllt. manchmal sogar auch nötig !

Hier ganz einfach ausgedrückt: Hier muss man dem Gericht nachweisen, dass andere Tatsachen vorliegen, als im Urteil begründet wurden.
Geregelt u.a. in § 359 StPO Wiederaufnahme zu gunsten eines Verurteilten.
Erwähnenswert halte ich Abs. 2 von § 359 StPO.
2.Wenn der Zeuge oder Sachverständige sich bei einem zuungunsten des Verurteilten abgelegten Zeugnis oder abgegebenen Gutachten einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Verletzung der Eidespflicht oder einer vorsätzlichen falschen uneidlichen Aussage schuldig gemacht hat;
https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__359.html

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Gastleser » Dienstag, 03. November 2026, 01:49:30

Jeanne hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 00:58:01[…..[
Ich halte viel von RA Ohm… glaubst DU, er sagt einfach so ( und ich bin schon die 2. in diesem Forum, zu der er sich diesbezüglich äußerte), dass einseitig ermittelt wurde, dass einzelne Alibis nicht „wasserdicht“ sind? Wie kommt er darauf so etwas zu behaupten?

Tja @Jeanne , wie kommt er darauf, ist doch alles ganz eindeutig, oder doch Verschwörungstheorie?

Ein „Dankeschön an die Helfer“, „für die regelmäßigen Schreiben“ und eine „SUV Sichtung auf einem Parkplatz“ [das Pärchen im Hundewald?]:
Spoiler
1h04min35

Gegen eine Täterschaft sprechen die Aussagen der kindlichen Zeugen. Der Vater sagt am Freitagabend, Fabian wird vermisst. Das kann ja nicht Donnerstag gewesen sein, denn da war Fabian noch nicht vermisst. Fehlende Alternativgeschehen wurden angesprochen.

Na ja, es wurde uns auch nicht leicht gemacht. Was haben wir ermittelt, was gegen die Anklage spricht?

Angeklagte spricht die Zeugin. Ähm es gab eine ein Mädchen äh damals, die ausgesagt hat, Fabian war mit einem Mann unterwegs. In der Vernehmung hat die aber was anderes gesagt.

Dann führt Ohm aus, leider kann man aufgrund des Zustandes von Fabians Leichnamen ein Sexualdelikt nicht mehr nachvollziehen. Da kann man auch mit den Augen rollen.

Ähm, ich wollte darauf hinweisen, dass das Alibi von Matthias nicht überprüft wurde. Nicht um ihn zu belasten. Nein, um zu zeigen, dem man ist dem ist man nicht weiter nachgegangen.

Es gab eine Sichtung auf einem Parkplatz von dem äh von einem Auto, einem SUV, dem ist man nicht nachgegangen. Oder ist man dem nachgegangen?

Welches Motiv hat die Angeklagte? Gar keins.
Hier ist kein Tatnachweis zu führen.

Ich beantrage aus dem Grund, die Angeklagte freizusprechen.

Ich möchte mich bei allen Helferin bedanken und dann führt er aus, dass er sehr viel äh Zuschriften gekriegt hat, sehr viel Informationen.

Natürlich auch von äh ja, den Leuten, die eben auch an das Gericht geschrieben haben, regelmäßig an die Staatsanwaltschaft, auch an den anderen Verteidiger.

Ähm und er sagt, mein Antrag ist Freispruch.

[…..]

https://youtu.be/Qxvljmul4D0?t=3875

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Gastikus » Dienstag, 03. November 2026, 01:23:24

Fragjanur hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 23:26:34 Echt bitter. Für Gina H.
Der Admin der Güstrow Gruppe, auch bekannt für Fotos die an die Presse verkauft wurden, geht wirklich konstruktiv und professionell mit Geschwurbel um. Ich sehe das auch so: Flacherdler sollten sich an passende Stellen wenden
Bild

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Jeanne » Dienstag, 03. November 2026, 01:05:56

Bernhard hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 23:09:19 Das geht mir arg in Richtung Verschwörungstheorie, sollen das alles Mordbeteiligte sein? Oder Leute die fälschlicherweise an Ihre Schuld glauben aber selbst mit dem Mord nichts zu tun haben?
Beim Thema „ Verschwörungstheorie“ bin ich raus… sorry.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Jeanne » Dienstag, 03. November 2026, 00:58:01

Anonym hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 21:42:36
Danke für die Empfehlung, hab ich gemacht. Man konnte mir abends sagen, wen man am Vortag und am selben Tag getroffen hat. Das reicht doch, oder? Soweit ich weiß, wurde es dem Vater noch am selben Tag erzählt.
Persönlich verstrickt? Nein. Ich schrieb, ich habe im persönlichen Umfeld ähnliche Familienkonstruktionen, mit ähnlichen Agitatoren… keinem würde einfallen, dass Stiefkind/ Ziehkind zu töten. Niemals. Aber „ böse“ Bemerkungen fielen da auch schon, ohne dass sie böse waren.
Es steht nicht zu 100% fest, wann F genau getötet wurde. Es steht nicht zu 100% fest, wo F genau getötet wurde. Es steht nicht zu 100% fest, wann F genau übergossen und angezündet wurde.
Es steht nicht zu 100% fest, welche Fasern das genau sind.
Es steht nicht zu 100% fest, welches Motiv Grundlage war….
Ich weiß, die Gesamtheit der vorhandenen Indizien.
Von welchen Verfahrensfehlern redest du? Gab es die deiner Meinung nach?
Ich halte viel von RA Ohm… glaubst DU, er sagt einfach so ( und ich bin schon die 2. in diesem Forum, zu der er sich diesbezüglich äußerte), dass einseitig ermittelt wurde, dass einzelne Alibis nicht „wasserdicht“ sind? Wie kommt er darauf so etwas zu behaupten?

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Gastleser » Dienstag, 03. November 2026, 00:55:17

Korkplatte hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 17:34:10[…..]
Zum Thema Verteidigung, evtl. wiederhole ich mich auch, aber ein Verteidiger, der zugibt, keine Lust mehr gehabt zu haben um irgendwas nachzulesen in den Akten, weil er zu müde war, ist ein Armutszeugnis. Zumal er offenbar auf den letzten Drücker das Plädoyer ausgearbeitet hat.
Die Plädoyers waren, wie berichtet wurde, abgestimmt auf die Anklage Plädoyers 24 Stunden vorher, bei Löcker waren es „60 und 70 Seiten“, bei StA Schley am Tag davor „auch äh so um die 70 Seiten“.
Wie lange brauchst du, um eine Seite Rede ohne KI und einem Informationsumfang von:
35 Prozesstage wären es am Ende. 75 Zeugen und Zeuginnen und 9 Sachverständige wurden gehört laut Zählung von Anne Kruse, Sprecherin des Landgerichts Rostock. Die elektronisch geführte Akte umfasse 19 Bände. «Ausgedruckt wären das 45.000 Blatt Papier.» Hinzu kämen 28 Sonderhefte und diverse Beiakten. «Als elektronische Spuren liegen der Kammer 3,6 Terabyte vor», so Kruse.
zu erstellen?

Es wird davon abgeraten, das Plädoyer während der Verhandlung vorzubereiten, und die Meisterklasse dürfte sein, außer einen eigenen Schwerpunkt zu setzten, das Plädoyer der Anklage vollständig an allen neuralgischen Stellen auf- und anzugreifen.
Und letzteres geht erst dann, nachdem das Plädoyer der Anklage gehalten wurde.

Creatoren auf yt und TikT und Journalisten könnten das mit links, zwischen Overnight Oats und Plasteautomatenkaffee, aber den Ra Löcker hat die Müdigkeit eingeholt. Schwache oder starke Leistung?

Bitte selber mit den Tickern und Journalisten vergleichen:
Der Aufbau des Verteidigerplädoyers: Empfehlungen aus sozialpsychologischer Sicht, von Prof. Dr. Stephan Barton, Bielefeld

Zum Stellenwert des Verteidigerplädoyers

https://www.uni-bielefeld.de/fakultaete ... doyers.pdf
StRR 3/2007
[StRR 3/2007, Seite 98]

Übersicht: Aufbau des Verteidigerplädoyers

1. Eingang

• Gewinnen der Aufmerksamkeit, „Einfangen“ der Richter (u.U. nonverbal durch Kunstpausen oder persönliche Anrede, Blickkontakt)
• Kurzer Teil


II. Hauptteil

1. „Erzählung“
• Präsentation einer runden Geschichte, „narratio“, Story-Telling, (kann u.a. die Person des Angeklagten, die Tat oder auch den Prozess betreffen)
• „Primacy Effekt“ beachten
• längster Teil des Plädoyers

2. Rechtlicher Teil
• Aufstellen der Verteidigungsthesen (=Verteidigungsgründe)
• Rechtsausführungen: Begründung der Verteidigungsthesen durch Widerlegung der Anklage oder neue Tatsachen oder andere Version
• Ggf. auch Raum für Hilfserwägungen und Hilfsanträge
• ,,Logos" dominiert


III. Schluss

• Plakative Zusammenfassung
• Ggf. affektiver Appell (,,Pathos")
• „Recency Effekt“ beachten
• Ein Antrag

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Jeanne » Dienstag, 03. November 2026, 00:34:59

Kalle hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 23:59:04 Dieses Urteil ist mir zu hart. Es ist keine Schande sich zurückzunehmen wenn man eben nichts handfestes hat, ganz im Gegenteil. Und dann ist es m.E. Gerade nicht egal ob man nun einfach mal rausposaunt wen man in Verdacht hat, sondern überlegt ob das jemanden schadet, der erstmal völlig unbescholten ist.
Alternativen und Verdacht wird sich gegen Zeugen richten. Da hab ich auch nen Favoriten, aber es reicht halt nicht….
Danke @Kalle. Genau so!
Es wurden schon so viele öffentlich verdächtigt, was sich als haltlos heraus stellte. Auch ich kann mich irren. Und wenn es denn so sein sollte, dann akzeptiere ich das auch.
Also warten wir das Urteil ab und was dann eventuell noch kommt.

@Pentax77: das tue ich.. ne Vita Cola…. grins.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Jeanne » Dienstag, 03. November 2026, 00:30:29

Fragjanur hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 23:26:34 Wie schade. :|

Hättest du den oberen Teil weggelassen und einfach deinen Verdacht inkognito niedergeschrieben, würden dich die Menschen aus dem geografischen Umfeld nicht erkennen und du wärst einfach Jeanne Doe geblieben. :|

Ich verstehe nicht, wozu der Beitrag mit den ganzen Andeutungen gut sein soll, aber fundierte Antworten bekommt man ja eh nicht. Da stellen sich die, die an Ginas Unschuld glauben und keine Skrupel haben, anderen die Tat anzulasten, über die sie noch sehr viel weniger wissen,lieber selber als Opfer dar, die ihre Meinung hier nicht vertreten dürfen.
Und es ist vollkommen egal, wen du in Verdacht hast, wenn du nicht in der Lage bist, nicht uns, aber die Ermittlungsbehörden informiert zu haben. Insbesondere, wo du doch seit Tag 1 nicht an ihre Täterschaft glaubst. Echt bitter. Für Gina H.
Ich schrieb zu keiner Zeit: Ich weiß!
Ich schrieb meine persönliche Meinung und über mein persönliches Gefühl.
Das ist ein großer Unterschied.
So wie fast jeder hier seine Meinung vertritt, tue auch ich das. Durch räumliche Nähe bekommt man außerhalb der Presse natürlich mehr zu Ohren… zumindest in den ersten Tagen.
Und nein, nie würde ich mit dem Finger auf jemanden zeigen und sagen, du warst es, wenn ich das nicht untermauern kann.
Ich schrieb, dass mein erster Gedanke, mein erstes Gefühl damals war: Die Trennung wurde bewusst herbeigeführt.
Zu den Indizien: welche meinst du, die passenden oder die, die nicht näher überprüft wurden und passen?
Mir ist es letztendlich egal, WER verurteilt wird. Ich möchte nur, dass dieser Fall aufgeklärt wird und sich später niemand hinstellen kann und sagt: Ich war es nicht und Zweifel bleiben.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Gastleser » Dienstag, 03. November 2026, 00:07:25

Korkplatte hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 20:35:26 Sehr viele Möglichkeiten gibt es nicht bezüglich der Rechtsmittel. Wenn die Revision abgeschmettert wird, ist es fast unmöglich für G, nochmal ein Verfahren zu bekommen.
Ich fürchte, auch da war sie zu naiv mit ihrem pathetischen letzten Wort.
Das ist so nicht vollständig.
Es scheint Personen zu geben, die sich an diesem Fall aus privaten und möglicherweise Creator:in Interesse beteiligen oder beteiligt haben, die eine gewisse Nähe zur NGO „Innocence Project Deutschland“ haben, möglicherweise aufgrund der Nähe zur FU Berlin, und weil es ein interessantes Forschungsfeld bietet. Einst gegründet unter dem Namen „Projekt Fehlurteil und Wiederaufnahme“:

https://de.wikipedia.org/wiki/Innocence ... eutschland

https://jurios.de/2025/10/22/unschuldig ... -schaffen/

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/ ... 97e92bada0 [Schranke]

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Kalle » Montag, 02. November 2026, 23:59:04

Fragjanur hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 23:26:34 Da stellen sich die, die an Ginas Unschuld glauben und keine Skrupel haben, anderen die Tat anzulasten, über die sie noch sehr viel weniger wissen,lieber selber als Opfer dar, die ihre Meinung hier nicht vertreten dürfen.
Und es ist vollkommen egal, wen du in Verdacht hast, wenn du nicht in der Lage bist, nicht uns, aber die Ermittlungsbehörden informiert zu haben. Insbesondere, wo du doch seit Tag 1 nicht an ihre Täterschaft glaubst. Echt bitter. Für Gina H.
Dieses Urteil ist mir zu hart. Es ist keine Schande sich zurückzunehmen wenn man eben nichts handfestes hat, ganz im Gegenteil. Und dann ist es m.E. Gerade nicht egal ob man nun einfach mal rausposaunt wen man in Verdacht hat, sondern überlegt ob das jemanden schadet, der erstmal völlig unbescholten ist.
Alternativen und Verdacht wird sich gegen Zeugen richten. Da hab ich auch nen Favoriten, aber es reicht halt nicht….

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Pentax77 » Montag, 02. November 2026, 23:30:04

GastI hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 22:22:04 Von welcher Seite her? ...und welches Kalkül?
Danke!

LG
Das Fass mache ich hier ganz sicher nicht auf :D

Irgendwie dreht sich derzeit sowieso alles nur im Kreis. Fragen zum Fall will oder kann keiner mehr beantworten.
images.jpeg
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Fragjanur » Montag, 02. November 2026, 23:26:34

Jeanne hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 20:28:12
Ich verfolge seit der 1. Vermisstenmeldung den Fall, zumal ich nur eine halbe Stunde von Güstrow weg meine Zelte aufgeschlagen habe. Zwei meiner Angestellten kennen zwei der direkt Betroffenen persönlich, ich hatte noch das Glück" mir M's Facebookseite in den ersten Tagen anzuschauen, bevor sie auf privat gestellt wurde, habe viele... sehr viele Meinungen und Gespräche über die Beteiligten mitangehört", war zu einigen Prozesstagen vor Ort, habe
anfangs sogar noch ein paar WTH Videos angeschaut aber wegen der krassen Einseitigkeit der Berichterstattung unterlassen).....usw, usf..
Seit Tag 1 glaube ich nicht daran, dass G die eigentliche Täterin ist...hatte/ habe immer jemand anderen in Verdacht. Ich werde den Teufel tun, diesen Verdacht schriftlich zu formulieren, da ich relativ in der Offentlichkeit stehe und einige Menschen aus dem geographischen Umfeld mich kennen.
Wie schade. :|

Hättest du den oberen Teil weggelassen und einfach deinen Verdacht inkognito niedergeschrieben, würden dich die Menschen aus dem geografischen Umfeld nicht erkennen und du wärst einfach Jeanne Doe geblieben. :|

Ich verstehe nicht, wozu der Beitrag mit den ganzen Andeutungen gut sein soll, aber fundierte Antworten bekommt man ja eh nicht. Da stellen sich die, die an Ginas Unschuld glauben und keine Skrupel haben, anderen die Tat anzulasten, über die sie noch sehr viel weniger wissen,lieber selber als Opfer dar, die ihre Meinung hier nicht vertreten dürfen.
Und es ist vollkommen egal, wen du in Verdacht hast, wenn du nicht in der Lage bist, nicht uns, aber die Ermittlungsbehörden informiert zu haben. Insbesondere, wo du doch seit Tag 1 nicht an ihre Täterschaft glaubst. Echt bitter. Für Gina H.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Kalle » Montag, 02. November 2026, 23:23:43

Gastleser hat geschrieben: ↑Sonntag, 01. November 2026, 22:18:43
@Kalle sind deine Liste Methodik, Gewichtung „nach Technical Manual“ oder „nach Gefühl“?
Also meine Prognose beruhte auf laienhafter, allenfalls von gewisser Lebenserfahrung geprägtem Interesse, das von Lydia Benicke und ihren Fallbeispielen weiblicher Mörderinnen inspiriert war. Eine Gewichtung gibt es ja in der Checkliste nicht. Validiert habe ich mich selbst durch die böse KI (die damals exakt auf das Ergebnis von 22 kam). Ich war strenger, vermutlich durch meine Empörung und Voreingenommenheit. Leider kann ich nicht mehr rekonstruieren wo der Diff lag.

Ich nehme grundsätzlich die Warnung (auch durch die KI selbst) sehr ernst, dass eine Ferndiagnose der Psychopathie nicht möglich sei, allerdings behaupte ich, dass dieser Fall in dieser Hinsicht absolutes Neuland ist und Präzidenzcharachter hat. Es ist außergewöhnlich dass eine Einschätzung möglich sein kann, wenn das Objekt der Begutachtung sich selbst (wohl in der Justizgeschiche erstmalig?) derart digital dokumentiert und das dann auch derart detailliert und in Echtzeit-tickernd der Öffentlichkeit offenbart wird. Allerdings hatte auch niemand Motivation ihre andere Seite- die vielleicht genauso im Datenwahnsinn schlummert, zu offenbaren. Ich denke Misstrauen ist angebracht, was ihre vermeintliche Monstereigenschaft bedingt durchaus angebracht. Wer will sich schon vielleicht sogar mit liebenswertem der Angeklagten beschäftigen?

Im Eiskellerfall war der erste krtitische Artikel von der “Zeit” mit der Schlagzeile: “Sie brauchten einen Mörder”. Hier kommt vielleicht noch: “Sie brauchten ein Monster”…..

Ein Grund warum ich SM meide. Hab keine Lust dass die KI irgendwann der Welt sagt wer ich bin ( oder war)

Ehrlich gesagt meine Hauptmotivation diesen Fall zu begleiten. Er ist für mich eine Art “Zeitenwende” der Berichterstattung und Selbstoffenbarung. Gruselig.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Bernhard » Montag, 02. November 2026, 23:09:19

Jeanne hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 20:28:12 Seit Tag 1 glaube ich nicht daran, dass G die eigentliche Täterin ist...hatte/ habe immer jemand anderen in Verdacht. Ich werde den Teufel tun, diesen Verdacht schriftlich zu formulieren, da ich relativ in der Offentlichkeit stehe und einige Menschen aus dem geographischen Umfeld mich kennen.
Schade, weil das natürlich enorm interessant wäre wen du verdächtigst als jemand der recht nahe dran ist. Ich verstehe das natürlich vollkommen dass du dich da bedeckt halten musst.
Jeanne hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 20:28:12 weil von Anfang an durch verschiedene Personen das Augenmerk auf sie gelenkt wurde [...]
Das geht mir arg in Richtung Verschwörungstheorie, sollen das alles Mordbeteiligte sein? Oder Leute die fälschlicherweise an Ihre Schuld glauben aber selbst mit dem Mord nichts zu tun haben?

Zumindest das könntest du doch, ohne Namen oder Hinweise auf Personen zu nennen, genauer ausführen?

Anonym hat gerade geschrieben was ich auch denke:
Anonym hat geschrieben: ↑Montag, 02. November 2026, 21:42:36 Falsch, sie wird nicht verurteilt, weil verschiedene Personen ein Augenmerk auf sie gelenkt haben oder sie sich in Lügen verstrickte, sondern weil eine durchgängige Indizienkette gegen sie spricht.
--> genau so ist es

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