MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Antwort erstellen

Bestätigungscode
Geben Sie den Code genau so ein, wie Sie ihn sehen; Groß- und Kleinschreibung wird nicht unterschieden.
Smileys
:D :) ;) :( :o :shock: :? 8-) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: :geek: :ugeek:

BBCode ist eingeschaltet
[img] ist eingeschaltet
[url] ist eingeschaltet
Smileys sind eingeschaltet

Die letzten Beiträge des Themas
   

Ansicht erweitern Die letzten Beiträge des Themas: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Mord oder Totschlag?

von HE_Gffnkkd » Freitag, 06. November 2026, 14:55:40

Pentax77 hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 14:19:44 Puh, jetzt muss ich doch nochmal aus meinem Sessel hoch.
Die von mir als nicht ganz sachliche, "fairer Kompromiss" Totschlag-Diskussion hast du damals direkt selber verworfen:
Ich habe gerade nochmal nachgeschaut und würde sagen, fair enough, dass du nochmal aus deinem Sessel hochkommst und mich anzählst 😄

Was ich damals verworfen habe, war jedoch nicht die Diskussion an sich, sondern vielmehr deine "nicht ganz sachliche" Idee, ein Mord sei eine "nachweisbar geplante Tötung" und die läge nicht vor.

Der Diskussion an sich hätte ich mich definitiv gestellt.
Aber wir haben ja jetzt eh noch ein paar Tage der Langeweile auszuhalten und können das nachholen. 😁
Macht jetzt am Ende der Beweisnahme eh am meisten sind.

Ich bleib übrigens auch dabei, dass das Gericht beide Mordmerkmale im Rhamen der freien richterlichen Beweiswürdigung problemlos bejahen kann, wenn es will. Wie oben geschrieben, gehe ich sogar davon aus, dass es das tun wird.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Mord oder Totschlag?

von Pentax77 » Freitag, 06. November 2026, 14:19:44

HE_Gffnkkd hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 13:52:25 Vollzitat
Puh, jetzt muss ich doch nochmal aus meinem Sessel hoch.
Die von mir als nicht ganz sachliche, "fairer Kompromiss" Totschlag-Diskussion hast du damals direkt selber verworfen:
HE_Gffnkkd hat geschrieben: ↑Samstag, 29. August 2026, 11:01:55 Die Staatsanwaltschaft hat Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen angeklagt.
Nach dem bisherigen Stand der Beweisaufnahme könnte das Gericht beides problemlos bejahen.

Ich versteh auch nicht, warum hier andauernd gesagt respektive suggeriert wird, dieses oder jenes sei "nicht bewiesen".
Ob etwas im Rahmen der Beweisaufnahme als "bewiesen" betrachtet werden kann, wird nämlich im Wesentlichen nicht nach objektiv eindeutigen Kriterien festgestellt, so wie es viele Foristen hier scheinbar glauben, sondern auf Grundlage der freien richterlichen Beweiswürdigung nach subjektiver Überzeugung des Gerichtes.
(Die freie richterliche Beweiswürdigung ist natürlich auch nicht grenzenlos, aber sie ist doch sehr weitreichend).
Sronson hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 14:04:53 Weiterhin unbeantwortet bleibt die Frage, was es mit der Fahrt um 9:35 Uhr auf sich hatte.
Das habe ich bei der timeline Richtung Kalle schon bemängelt, da die Aussage total unsauber ist. Eine Funkzelle entspricht keiner "Zufahrtsstrecke". Der Funkmast Lohmen deckt dort unten so gut wie alles ab. Der Funkmast Klein Upahl weiter nördlich ist auch noch vorhanden. Ob dieser hier damit gemeint ist, ist unklar. Selbst wenn er es war, ist nicht klar ob sie wirklich dort war oder der KU-Funkmast ausnahmsweise bis Reimershagen reichte und den in Lohmen ablöste.
Von Reimershagen bis zum Tümpel und zurück braucht man (selbst ohne anhalten) über eine halbe Stunde, der Hufschmied war bis gut 9.30Uhr da. Würde vorne und hinten nicht zu 9:35Uhr passen zumal sie 10:21Uhr schon im Auto Richtung Güstrow losfuhr. Die Bewegungsdaten hätten hier vor 10:20Uhr ohnehin mehr geliefert wenn sie dorthin gefahren wäre.

Viel interessanter als den 10.10. 9:35Uhr fand ich den 13.10. früh:
2025-10-13, 09.04h: Zeugin Ulrike H kümmert sich um Schafe auf der Weide ggü. Tümpel, und nimmt schwarzen SUV (im Wald) und orangenen Pick up (beim Tümpel) wahr
Ist aber hier auch irgendwie untergegangen oder war nicht so interessant...?

So, und damit bin ich wieder raus. Wer mag, kann mich weiterhin privat anschreiben.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Sronson » Freitag, 06. November 2026, 14:04:53

Gastleser hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 13:39:27 „Unsere“, @Kalle , fast ein Jahr alte, wiederkehrende Frage nach „warum genau dieser Tümpel“, selbst die OFA hatte keine Antwort, außer genaue Ortskenntnisse:
„Täterwissen“ oder „Zeugenwissen“ oder 🪄🔮 , wird mMn den Ausschlag bei der Überzeugungsbildung geben.
Falls die Tat bereits länger als einen Tag im Voraus geplant war, könnte auf der Suche nach einem geeigneten Ort gezielt dieser Tümpel ausgewählt worden sein. In diesem Zusammenhang wäre es sinnvoll gewesen, auch die Mobilfunkdaten vor dem 09.10. abzufragen. Hat sich Ginas Handy zuvor schon in dieser Gegend in eine Funkzelle eingeloggt?

Weiterhin unbeantwortet bleibt die Frage, was es mit der Fahrt um 9:35 Uhr auf sich hatte.
Überlegung hat geschrieben: ↑Donnerstag, 28. Mai 2026, 14:01:41 Was hat es wohl mit der ersten Fahrt (9.35 Uhr) auf sich?
Zufahrtstrecke zum Fundort der Leiche...
Sronson hat geschrieben: ↑Sonntag, 01. November 2026, 01:36:08 Wurde diese Information jemals wieder aufgegriffen?

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Mord oder Totschlag?

von HE_Gffnkkd » Freitag, 06. November 2026, 13:52:25

Ich möchte die verbleibende Lücke bis zur Urteilsfindung nochmal nutzen, um eine Diskussion zu den Mordmerkmalen anzuregen und nach Meinungen dazu zu fragen.


Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Nebenklage gehen davon aus, dass als Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe in diesem Fall erfüllt sind:
Heckengäu hat geschrieben: ↑Donnerstag, 29. Oktober 2026, 12:28:01 Staatsanwaltschaft sieht zwei Mordmerkmale

Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als Mord aus Heimtücke und aus niedrigen Beweggründen.
Heckengäu hat geschrieben: ↑Donnerstag, 29. Oktober 2026, 14:55:36 Auch Nebenklage fordert lebenslange Haft

Auch die Nebenklage sieht die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe als erfüllt an. Anwältin Christine Habetha fordert für Gina H. eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Wir hatten die Mordmerkmale zwar vereinzelt schon mal kurz diskutiert, aber bisher habe ich diesbezüglich noch recht wenig Meinungen gehört, was in diesem Fall zutreffen könnte oder eben nicht.

Ich finde diese Frage allerdings sehr interessant aus folgenden Gründen:
Es wird von sehr vielen Seiten so getan, als sei das Urteil ein "alles oder nichts" Ding, siehe oder viel mehr höre z.B. den Bild Podcast Der Fall Fabian: Die entscheidenden Indizien.
Unter der Annahme der vollen Schuldfähigkeit, die wohl so gut wie von niemandem bestritten wird (jedenfalls hier Forum sind wir uns scheinbar wenigstens in diesem Punkt einstimmig einig), wird also oft so getan, als seien nur "Freispruch" oder "Lebenslänglich" als Urteil möglich.

Das ist jedoch faktisch falsch.
Denn wenn das Gericht weder "niedrige Beweggründe" noch "Heimtücke" als Mordmerkmal zweifelsfrei bejahen kann, Gina aber zweifelsfrei als die Täterin sieht, dann wäre (bei voller Schuldfähigkeit) gemäß § 212 StGB auch jedes Strafmaß, das zwischen mindestens fünf Jahren und lebenslänglich liegt, ebenso möglich.

Daher möchte ich die beiden Punkte einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen.



1. Heimtücke

Die Staatsanwaltschaft und auch die Nebenklage sind sich im Prinzip einig darüber, dass man eigentlich gar nicht weiß, wie die Tötung genau abgelaufen ist, sondern dass man nur über das wahrscheinlichste Szenario mutmaßen kann.
Heckengäu hat geschrieben: ↑Donnerstag, 29. Oktober 2026, 10:53:11 Genauer Ablauf der Tötung bleibt unklar

Wie genau Fabian getötet wurde, habe sich in der Hauptverhandlung nicht sicher feststellen lassen, sagt Staatsanwalt Oliver Schley. Der Rechtsmediziner habe als mögliches Szenario geschildert, dass Fabian von hinten mit einem Arm „umfasst und gewürgt“ worden sei. Dies wäre für Gina H. „anatomisch auch leistbar gewesen“, so Schley.
Sronson hat geschrieben: ↑Donnerstag, 29. Oktober 2026, 14:13:12 „Wir haben kein Tatwerkzeug. Wir können auch die letzten Minuten im Leben des Kindes nur mutmaßlich rekonstruieren“, sagt Habetha. „Aber wir können eine andere Tätervariante verbindlich ausschließen.“
Das ist aber für die Beurteilung der Frage, ob die Tötung heimtückisch war oder nicht, sehr problematisch. Denn bei Heimtücke geht es im Kern unter anderem um die Frage, ob und falls ja, wann Fabian sich darüber im Klaren war, dass er attackiert wird und in Lebensgefahr schwebt.

Der Gerichtsmediziner skizzierte zwar auch die Möglichkeit eines Szenarios, bei dem Fabian von hinten attackiert wird und der Täter seinen Körper dabei als Widerlage benutzt, tat dies aber nur auf explizite Nachfrage des Gerichtes und hält ein Szenario, bei dem das Opfer auf dem Boden lag, eher für wahrscheinlich:
Sronson hat geschrieben: ↑Donnerstag, 04. Juni 2026, 11:20:59 Richter Schütt möchte wissen, wie Fabian und die Person, die ihn getötet hat, zum Zeitpunkt der Tat zueinanderstanden. Das lasse sich nicht klar sagen, so der Rechtsmediziner. Aufgrund der massiven Verletzungen sieht er es als wahrscheinlich an, dass Fabian am Boden gelegen haben könnte. "Andernfalls wäre ein enormer Impuls nötig", so Manharts Erklärung. Es sei aber auch möglich, dass der Täter, die Täterin hinter dem Jungen stand und so mehr Kraft aufwenden konnte.
Die Staatsanwaltschaft argumentiert hingegen, dass das Szenario, bei dem Fabian von hinten umfasst wurde, am wahrscheinlichsten ist, weil am Leichnam „keine Abwehrspuren oder andere Anhaltspunkte für ein Kampfgeschehen“ festgestellt wurden:
Sronson hat geschrieben: ↑Donnerstag, 29. Oktober 2026, 10:42:08 „Die genauen Umstände, die wie Tötung erfolgt ist, konnten im Rahmen der Hauptverhandlung nicht festgestellt werden“, sagt Schley. Da aber der Leichnam „keine Abwehrspuren oder andere Anhaltspunkte für ein Kampfgeschehen“ aufgewiesen habe, sei der Angriff auf Fabian „plötzlich und für diesen unvorhersehbar“ erfolgt.

„Am wahrscheinlichsten“ sei es laut Schley, dass der „stehende oder gehende Fabian von hinten umfasst und gewürgt wurde, während mit der anderen Hand schnell und wiederholt auf den Oberkörper eingestochen wurde“.
Ein solches Szenario spräche natürlich sehr stark für Heimtücke.
Jedoch stellt sich die Frage, wie überzeugend das Argument der Staatsanwaltschaft hier ist, wenn wir von einem teilweise stark verbrannten Leichnam ausgehen müssen, bei dem man durchaus erwarten kann, das Abwehrspuren aufgrund des Zustandes der Leiche unter Umständen gar nicht mehr feststellbar waren.
Gast8888 hat geschrieben: ↑Donnerstag, 04. Juni 2026, 10:56:29 Keine Abwehrspuren feststellbar
Der Gerichtsmediziner erklärt, es habe keinen Anhalt für Abwehrhandlungen gegeben. Allerdings seien die Oberarme so stark verkohlt gewesen, dass sie nicht mehr auf entsprechende Merkmale untersucht werden konnten. Auch an der erhaltenen rechten Hand seien keine Abwehrspuren festgestellt worden.

Mein persönliche Meinung:
Heimtücke ist zwar sehr wahrscheinlich, lässt sich aber nicht zweifelsfrei bejahen.
In dubio pro reo müsste in diesem Punkt meiner Meinung nach zu Gunsten von Gina entschieden und Heimtücke verneint werden.
Allerdings vermute ich, das Gericht wird der Auffassung der Staatsanwaltschaft folgen und unter anderem aus dem Fehlen von Abwehrspuren die Heimtücke herleiten.



2. Niedrige Beweggründe

Wie auch immer die Staatsanwaltschaft oder Nebenklage die niedrigen Beweggründe in Worte fassen und ausdrücken mag, im Wesentlichen laufen alle genannten Gründe darauf hinaus, dass Gina Fabian als großen Störfaktor für ein weiteres Leben, in der sie nach ihrer Vorstellung mit Mathias ein entspannte Beziehung führen kann, betrachtet hat, und/oder Mathias für die letzte Trennung bestrafen wollte:
Sronson hat geschrieben: ↑Donnerstag, 29. Oktober 2026, 12:02:52 „Fabian wurde zum Sinnbild für die gescheiterte und zugleich ersehnte Beziehung“

Nun geht Oliver Schley auf das Motiv ein. [...]

Matthias R.s Vaterschaft sei aufgrund von Gina H.s Eifersucht ein „unlösbarer Streitpunkt“ in der Beziehung gewesen.

Die Angeklagte habe erkannt, dass Matthias R. sich immer wieder von ihr abwandte – und deshalb den Entschluss gefasst, Fabian zu töten. „Fabian wurde zum Sinnbild für die gescheiterte und zugleich ersehnte Beziehung“, sagt Schley.
Heckengäu hat geschrieben: ↑Donnerstag, 29. Oktober 2026, 14:31:41 „Fabian musste nichts tun, um störend zu sein“

Gina H. habe Fabian zunehmend nicht mehr als Kind, sondern als Problem und möglichen Rivalen wahrgenommen, sagt Habetha. „Fabian war kein Beziehungskonkurrent auf Augenhöhe.“ Es habe genügt, „dass er existierte und von seinem Vater geliebt wurde“.
[...]
„Fabian war kein Problem“

„Fabian war kein Problem, das Erwachsene lösen mussten“, sagt Christine Habetha. Er sei auch kein Hindernis „auf dem Weg zu einem erträumten Leben zu zweit“ gewesen.
Dass solche Motive nach allgemeiner Auffassung auf sittlich tiefster Stufen stehen und daher besonders verachtenswert wären, brauchen wir nicht zu diskutieren, oder?

Bleibt also die Frage, wie können diese Beweggründe unter der Annahme, das Gina die Täterin ist, zweifelsfrei belegt werden.
Weder die Staatsanwaltschaft noch die Nebenklage geben so richtig eine Antwort darauf, aber anscheinend soll das im Wesentlichen durch die zahlreichen Sprach(nachrichten), die Gina verschickt hat, belegt werden.
Am Ende des Tages muss man hier bei der Motivfrage versuchen, in den Kopf von Gina zu schauen, was immer schwierig ist.
Daher gibt es durchaus kritische Stimmen, die zu der Einschätzung kommen, dass man eventuell nicht genug Material hat, um niedrige Beweggründe zweifelsfrei festzustellen, höre z.B. die Aussage des Strafverteidigers Sayil Bayraktar aus dem Podcast Der Fall Fabian aus Güstrow -Teil 7: Ist Gina schuldig oder unschuldig? Alle Indizien vor dem Urteil.


Meine persönliche Meinung:
Niedrige Beweggründe lassen sich aus der Kommunikation von Gina sehr gut ableiten. Dafür haben wir unzählige Beispiele gehört.
Insbesondere kann man unter der Annahme, dass Gina Fabian getötet hat, kein Motiv erkennen, dass nichts mit der On-Off-Beziehung zwischen Gina und Mathias zu tun hat.
Ich gehe deshalb davon aus, dass auch das Gericht niedrige Beweggründe bejahen wird.



[Alle farblichem Hervorhebungen in den Zitaten von mir]

Your turn, was meint ihr?
Heimtücke, ja oder nein?
Niedrige Beweggründe, ja oder nein?


Spoiler
Wenn es fancy wird, verneint das Gericht beide möglichen Mordmerkmale, aber Gina geht dennoch für 20 - 30 Jahre ins Gefägnis, weil das Gericht nach § 212 Absatz 2 StGB diese Tat als einen besonders schweren Fall des Totschlags mit Festellung der besonderen Schwere der Schuld einstuft.
Spoiler
Ich hab recherhiert, das ist theoretisch denkbar und würde genauso bestraft werden wie ein Mord mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Sronson » Freitag, 06. November 2026, 13:49:08

Gastleser hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 13:10:46 Diese „suggestiv positive Verdrehung“ des Zeitpunkts der Zeugeninterviews war zum Fremdschämen.
Ich frage mich, warum Jens die Aussage von Frau Habetha nicht gleich an Ort & Stelle richtiggestellt hat. Schließlich müsste er doch am besten wissen, wann er die Zeugen Olaf & Olaf interviewt hat.

Spoiler
Gastleser hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 13:10:46 Beim Wal hatte ich ebenfalls dieses Gefühl :D
Soll ich noch einmal zitieren, wie der dänische Meeresbiologe Peter T. Madsen euer großdeutsches Walerlebnis bewertet hat oder reicht die Scham bis heute aus?

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Gastleser » Freitag, 06. November 2026, 13:39:27

Sronson hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 16:43:40 Es ist wirklich mühsam, immer wieder aufs Neue erklären zu müssen, dass sich eine Indizienkette nicht dadurch entkräften lässt, dass man jedes einzelne Indiz isoliert seziert und eine Zufallserklärung dafür anzubieten versucht.
Ganz so einfach ist es nicht, solange „jedes einzelne dieser Indizien ohne strafrechtlich relevante Interpretation gedeutet werden“ kann.
Entweder Entwertung des Indiz oder eine nicht strafrechtliche Interpretation. Eine „Abholung“, um den Bus zu sparen, wäre keine strafrechtliche Interpretation.

Das „Kerngeschehen“ am Tümpel ist reduziert auf die Spurenlage am Tümpel, kombiniert mit den TZ 1 bis 2, möglicherweise 3, Aussagen.
Alternativinterpretation sind ein Foto und Pause im Wald.

„Unsere“, @Kalle , fast ein Jahr alte, wiederkehrende Frage nach „warum genau dieser Tümpel“, selbst die OFA hatte keine Antwort, außer genaue Ortskenntnisse:
„Täterwissen“ oder „Zeugenwissen“ oder 🪄🔮 , wird mMn den Ausschlag bei der Überzeugungsbildung geben.
Wenn verschiedene Indizien jeweils tendenziell auf die Schuld eines Angeklagten hindeuten, jedes für sich zum Nachweis der Täterschaft jedoch nicht ausreicht, so kann eine zusammenfassende Bewertung die notwendige Überzeugung von der Schuld des Angeklagten begründen […..].

Kann hingegen jedes einzelne dieser Indizien ohne strafrechtlich relevante Interpretation gedeutet werden, so muss auch eine Vielzahl von Indizien in ihrer Gesamtheit sich nicht zur Überzeugung des Gerichts von der Schuld des Angeklagten verdichten.

BGH 5 StR 581/02 - Urteil vom 31. Juli 2003 (LG Cottbus)
Mord; Beweiswürdigung (Grenzen der Revisibilität; Freispruch; Gewissheit; Überzeugungsbildung; Indizien: Vielzahl, Verdichtung zur Überzeugung von der Schuld des Angeklagten); Spontanäußerungen (Vernehmung; Selbstvorwürfe ohne strafrechtlichen Hintergrund).

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Gastleser » Freitag, 06. November 2026, 13:10:46

Sronson hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 12:02:08[…..] Besonders ihre Ausführungen zur Fußspurenlage am Tümpel finde ich herrlich.


Allerdings ist hinsichtlich der Zeugen-IVs folgende Korrektur nötig: […..]
Diese „suggestiv positive Verdrehung“ des Zeitpunkts der Zeugeninterviews war zum Fremdschämen. Beim Wal hatte ich ebenfalls dieses Gefühl :D

Ob der Journalist die Anmerkung von Ra Habetha zu „Social Media“ und seiner Rolle interpretieren konnte?
11min03

[…..]
Ich glaube, dass Herr Oberstaatsanwalt auch eher den Fokus gelegt hat auf die sozialen Medien und was sich da so tut und was da so tobt, äh ist ja schon bemerkenswert und sehr, sehr schlimm. […..]

https://youtu.be/RwzkLlsvQGE?t=663
Sehr, sehr schlimm.


^^^^^^

Ergänzend zur Schuhspurenlage:
Turmfalke23 hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 07:57:39 […..] hundeartigen Tiere […..] charakteristische Spuren […..] für einen Laien erkennbar.

Ein solches Wissen sollte dann ein Gutachter schon haben […..]
Die Möglichkeiten der Trassologen und der Anspruch, eine Schuhspur mit Note 1 bis 2 zuordnen zu können:
https://www.bvda.com/de/schuhspuren

Zum Gangbild, darüber wurde wenig berichtet. Hieß es nicht, es sei kein geschlossenes oder gemeinsames Gangbild erkennbar gewesen, aber im Anklageplädoyer wurden „11 Meter“ getickert?
„Das Gangbild zeigt ange­borene und erworbene Eigenschaften“:
https://www.synatech.de/Gang/Gang_Krimi.html

Trassologen Anleitung und Video für Schuhspuren, auch geeignet um Wildfährten im Schnee oder Matsch zu sichern, später auch als tolle Schreibtischdekoration geeignet, „Wolf Ersatztrophäe“ ;)
https://www.kriminalwissenschaft.de/pri ... 416772&f=1

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Sronson » Freitag, 06. November 2026, 12:02:08

Gastleser hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 21:39:24 Interview mit Nk, Tag 33
Spoiler
Vielen Dank für das kurzweilige IV mit der eloquenten Frau Habetha. Besonders ihre Ausführungen zur Fußspurenlage am Tümpel finde ich herrlich.
Da laufen am Tümpel ja auch scharenweise Kinder rum. Gruppen von Kindern, ja. Wir haben da eine Spurenlage wie am Hauptbahnhof von Hamburg.
Allerdings ist hinsichtlich der Zeugen-IVs folgende Korrektur nötig:
Tümpelzeuge Olaf K. gab bereits im März als „Maik“ ein IV. Im Juni sagte er dann vor Gericht aus. Sichtungszeuge Olaf L. wurde bereits im Dezember vergangenen Jahres interviewt. Erst Ende Mai sagte er gemeinsam mit seinem Kollegen vor Gericht aus.
—> In beiden Fällen fanden die IVs vor den jeweiligen Zeugenaussagen vor Gericht statt. Lediglich Heike ließ sich erst interviewen, nachdem sie bereits vor Gericht ausgesagt hatte.

^^^^^^
Heckengäu hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 11:05:04 Seit nun 3 Tagen keine Bewegung mehr in den beiden Umfragen... schnell! Eilt herbei, aus anderen Ecken zu den 2 Urnenfrägen! ;)
.
2u.png
.
https://www.het-forum.de/viewtopic.php?t=8807
https://www.het-forum.de/viewtopic.php?t=8808
Besten Dank für die Erinnerung. Tatsächlich habe ich vorhin erst daran gedacht.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Gastleser » Freitag, 06. November 2026, 11:50:56

HE_Gffnkkd hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 09:30:34 […..] Wenn Löcker seine Aussage wiederum so formuliert hat, dass er sich auf Ginas Aussage bezog, wovon ich ausgehen würde, dann dürfte das unproblematisch gewesen sein.
[spoiler
Es entbehrt dabei natürlich nicht ein gewisser Ironie, […..]

[…..] glaub ich fair annzunehmen, dass die Schöffen im Vergleich zum juristischen Durchschnittslaien, über deutlich mehr juristisches Wissen verfügen und sich dort selbst, gerade bei so einem Prozess, stark fortbilden.
Und zweitens, müssen die Berufsrichter den Schöffen spätestens bei den Beratungen zur Urteilsfindung bei juristischen Unklarheiten helfen. […..]
Löcker Move ©

@Pentax77 im Pausenraum :D , hat Ra Löcker sich mit seiner „kriminell“ Aussage im Plädoyer auf die TZ2 Meinung der Angeklagten bezogen, so in der Art „wie wir gelernt haben“, „wir wir gehört haben“?
Es geht um Gerechtigkeit, nicht nur um Bestrafung.
Wir wollen die Menschen wieder zurück in unsere Gesellschaft bringen."

Nicole Witthuhn, Schöffin am Landgericht Rostock
KOMV © Katapult MV 2023


Wie ist es, Schöff:in zu sein?
KATAPULT MV hat mit zwei Schöff:innen der Landgerichte Rostock und Schwerin über ihr eher unbekanntes Ehrenamt gesprochen.
Von: Anna Hansen, Peter Scherrer
Veröffentlicht am: 2. Februar 2023
https://katapult-mv.de/artikel/schoeff-in-sein/
Ob es außer einem Merkblatt und kurzer Einführungsveranstaltung mehr Weiterbildung gab, um z.B. die im H.E.T. „gerne und häufig diskutieren“ Methoden „zur richterlichen Überzeugungsfindung anhand einer Indizienkette zu gelangen“, zu kennen, zu verstehen und durch Übung zu können? Oder Weiterbildungen zur Glaubhaftigkeitsbewertung von Zeugenaussagen?
Eine hinreichende Ausbildung der Schöffen vor oder am Beginn der Amtsperiode, durch welche die Schöffen nicht nur mit ihren Rechten und Pflichten vertraut gemacht werden, sondern wesentliche Details ihrer Gestaltungsmöglichkeiten nach der jeweiligen Verfahrensordnung erfahren oder erlernen, erfolgt nicht grundsätzlich im zuständigen Gericht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6 ... chter%2529
Die besondere Qualifikation der Laienrichter ist, dass sie keine gelernten Richter oder Anwälte sind, sondern „das Volk“, „im Namen des Volkes“, repräsentieren.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Pitahaya11 » Freitag, 06. November 2026, 11:14:52

Liebe RRR-Sronson, deinen Unmut teile ich und kann ich gut verstehen!

Irgendwann hat man es satt, sich permanent im Kreis zu drehen, ohne dass was neues Sinnvolles hinzukommt. Es strapaziert die Nerven.

Auch ich hab ein schlechtes Gewissen, weil ich mich zeitweise zu Gedanken und Spekulationen hinreißen lassen und dabei das Augenmaß verloren habe. Es geht hier schließlich um reale Personen, alle mit ihrem Herzchen, alle mit ihrem Leben - Fabian leider nicht mehr.

Das sollten wir uns immer wieder in Erinnerung rufen, wenn wir Gefahr laufen, allzu sehr zu abstrahieren und ins Reich der Fiktion abzudriften.

Das hier ist leider kein Film und kein Roman.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Heckengäu » Freitag, 06. November 2026, 11:05:04

Seit nun 3 Tagen keine Bewegung mehr in den beiden Umfragen... schnell! Eilt herbei, aus anderen Ecken zu den 2 Urnenfrägen! ;)
.
2u.png
2u.png (64.2 KiB) 442 mal betrachtet
.
https://www.het-forum.de/viewtopic.php?t=8807
https://www.het-forum.de/viewtopic.php?t=8808

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von HE_Gffnkkd » Freitag, 06. November 2026, 09:30:34

Gastleser hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 20:12:54 Apropos Scharade, passend zum Folgenden:
Sind die Äußerungen von Ra Löcker bezüglich TZ2, sinngemäß „Kriminelle Vergangenheit“, von der Meinungsfreiheit gedeckt, oder gibt es Tatsachen in der Prozessakte, z.B. im Kriminalaktennachweis der Zeugen, die diese Annahme rechtfertigen, oder ist „kriminell“ als eine allgemeine laienhafte Äußerung über ein bestimmtes, sozial unpassendes, Verhalten zu verstehen?
Gina hat in ihrer Einlassung davon berichtet, dass OK ihm von seiner kriminiellen Vergangenheit erzählt habe. Wenn Löcker seine Aussage wiederum so formuliert hat, dass er sich auf Ginas Aussage bezog, wovon ich ausgehen würde, dann dürfte das unproblematisch gewesen sein.
Spoiler
Es entbehrt dabei natürlich nicht ein gewisser Ironie, dass Löcker offensichtlich stark an der Formulierung der Einlassung mitgewirkt hat und die Angeklagte ja insbesondere auch lügen darf.

Gastleser hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 20:12:54 Die Formulierungen von Journalisten müssen keine Fachtermini verwenden oder den Ansprüchen eines Juristen genügen, sondern verständlich sein.
Der erste Teil ist zwar richtig, den zweiten Teil würde ich aber gerade für den Artikel von Martin Trotz nicht unterschreiben. Der Artikel war suggestiv missverständlich formuliert und ich bin mir sehr sicher, dass er das deutlich besser hätte hinbekommen können, wenn er vorher etwas zu den Grundlagen von Indizienprozessen rechercherit hätte.


Gastleser hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 20:12:54 [...] zwei Nichtjuristen:
Schöff:in 1 und Schöff:in 2.

Das sind ehrenamtliche Laien, und sind besonders dadurch ausgezeichnet, dass sie keine Juristen sind:
Davon ist zwar mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen, aber kleiner Funfact am Rande: Auch Menschen die eine (völlständig abgeschlossene) juristische Ausbildung genossen haben, können Schöffen werden, sofern sie nicht in explizit augeschlossenen Berufen tätig sind, sieh dazu Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) § 34.
(Technisch gesehen würde der Wortlaut dieses Gesetzes sogar solche Berufe erlauben.)


Gastleser hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 20:12:54 Wo ist die Grenze zwischen Scharade und kritischer Betrachtung, wenn 3 Profis und 2 Amateure als 5 gleichberechtigte Ehrenwerte Richter zu einem Urteil kommen müssen?
[...]
Die zwei primären Zielgruppen der Plädoyers von Anklage und Verteidigung sind zwei Nichtjuristen:
Schöff:in 1 und Schöff:in 2.
Tja, dass ist eine gute Frage.
Ich gehe mit, dass die Plädoyers insbesondere die der Verteidigung, primär an die beiden Schöffen gerichtet waren, weil insbesondere Herr Ohm und Herr Löcker beide ganz genau wissen, dass sie bei den Berufsrichtern mit der Sachlage keinen Blumentopf mehr gewinnen können und die letzte Hoffnung für Gina, zumindest was das Urteil des Landgerichtes angeht, damit darin besteht, dass die beiden Schöffen die Berufsrichter mit 2:3 zum Freispruch überstimmen.

Meiner Ansicht nach dürfte aber auch dieses Szenarion sehr unwahrscheinlich sein.
Denn erstens ist es glaub ich fair annzunehmen, dass die Schöffen im Vergleich zum juristischen Durchschnittslaien, über deutlich mehr juristisches Wissen verfügen und sich dort selbst, gerade bei so einem Prozess, stark fortbilden.
Und zweitens, müssen die Berufsrichter den Schöffen spätestens bei den Beratungen zur Urteilsfindung bei juristischen Unklarheiten helfen.

Ich weiß das natürlich nicht, aber ich würde auch vermuten, dass nach jedem Prozesstag mindestens mal ein kurzes Coaching stattgefunden hat, wo die Schöffen mit dem Berufsrichtern zusammensaßen, juristische Fragen stellen konnten und ihnen die wichtigsten Begriffe, juristisch genau definiert wurden.
(Eventuell fand ein solches Coaching auch (oder nur) schon jeweils vor dem Prozesstag statt, damit die Schöffen vorbereitet wurden, worauf sie an dem Tag besonders achten müssen.)

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von HE_Gffnkkd » Freitag, 06. November 2026, 08:53:37

Sronson hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 19:12:47 Rückmeldung von der ehrenwerten Richterin Frau Kruse: Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Entscheidung der Kammer veröffentlicht wird. Wann, wo & in welcher Form dies geschehen wird, kann Frau Kruse zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht mitteilen.
Wie cool, dass du extra beim Gericht für uns nachgefragt hast! Dankeschön ❤️
Und die Antwort klingt ja durchaus auch vielversprechend 🥳

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Jeanne » Freitag, 06. November 2026, 08:26:55

Sronson hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 08:00:06 Der Gerichtsmediziner hat doch verneint, dass neben dem festgestellten Ameisenfraß an der Hand weitere Hinweise auf Tierfraß vorlagen.
Weder Hand, noch Auge waren „ amputiert“ oder zerfressen. !!

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Sronson » Freitag, 06. November 2026, 08:00:06

Turmfalke23 hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 07:57:39 Ein solches Wissen sollte dann ein Gutachter schon haben, wenn er vor Gericht eine Aussage macht.
Der Gerichtsmediziner hat doch verneint, dass neben dem festgestellten Ameisenfraß an der Hand weitere Hinweise auf Tierfraß vorlagen.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Turmfalke23 » Freitag, 06. November 2026, 07:57:39

Gastleser hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 02:14:17 Hunde haben stumpfe, kurze Zähne, zerren und ziehen am Gewebe, das verursacht charakteristische Spuren:

Keine Triggerwarnung, sondern Lese Empfehlung: Raus aus dem Bildschirmfenster und Spurenerkennung in Matsch und Schnee üben [Seiten 11 bis 19]:
Spoiler
Die bevorzugten Stellen sind ebenfalls charakteristisch, „Wenn [Hunde][……] anschneiden, öffnen sie diese vom Bauch her, wobei die Eingeweide oft herausgezogen werden (Abb. 38) [Seite 25], Bestimmungsschlüssel zur Beurteilung [Seiten 32 bis 34].

https://www.researchgate.net/publicatio ... umentieren
.
Die in Deutschland vorkommenden hundeartigen Tiere haben alle 42 Zähne und somit ein unverwechselbares Zahnbild.
Dazu zählen Wolf, Fuchs und auch Haus- und Hofhunde.

Selbst wenn sich Schwarzwild an den Leichnam von Fabian zu schaffen gemacht haben soll, 
welche sehr charakteristische Spuren hinterlässt, wäre es wahrscheinlich auch für einen Laien erkennbar.

Ein solches Wissen sollte dann ein Gutachter schon haben, wenn er vor Gericht eine Aussage macht.

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Albatros » Freitag, 06. November 2026, 07:28:38

Katinka252 hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:52:31
??? Ich verstehe nur Bahnhof…

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Maria » Freitag, 06. November 2026, 06:50:28

Kölli hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 21:18:30 Ich halte es auch für möglich, dass nichts verändert wurde.
1. Die unterschiedlichen Sichtverhältnisse zwischen Nacht und Tag.
2. Das Gehirn kann faszinierende Dinge aus unfassbaren sensorischen Eindrücken machen.
Ob eine Hand.und.die Augen amputiert wurden, wäre wohl am Spurenbild erkennbar gewesen. Daraus folgt nicht, dass das vom 13.10 auf dem 14.10 passiert ist, aber passiert so etwas eines Tages infolge der Witterung?

Ob Gina das im Detail so gesagt hat weiss ich auch nicht, weil es Aussagen der mittelbaren Zeugin Heike M. sind, dass Gina das gesagt hätte. Auch deren Erinnerung an das Gesagte kann sich verändert haben.

Aber unabhängig davon, ob alles im Detail so gesagt wurde legt die spontane Reaktion Olaf Ks. nahe, dass der Eindruck einer Veränderung bei zwei Personen entstanden ist. Wenn mehrere sich erinnern, kann natürlich gruppendynamische Beeinflussung dazu kommen. Aber er soll ja sehr spontan auf die Bilder reagiert zu haben. Wenn er Fabian mit der Taschenlampe angeleuchtet hat, ist das eine andere Vergleichsgrundlage als wenn er keine zusätzliche Beleuchtung dabei gehabt hätte. Dass Gina ihn darum gebeten hat, kann natürlich auch so ausgelegt werden, dass sie eben doch nicht 100%-ig sicher war, dass es Fabian ist.
Spoiler
Könnten, was die Augen angeht eventuell Vögel die "Täter" gewesen sein?

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Gastleser » Freitag, 06. November 2026, 02:14:17

Katinka252 hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:52:31[…..] könnten Hunde die Veränderungen so herbeigeführt haben? […..]
Hunde haben stumpfe, kurze Zähne, zerren und ziehen am Gewebe, das verursacht charakteristische Spuren:

Keine Triggerwarnung, sondern Lese Empfehlung: Raus aus dem Bildschirmfenster und Spurenerkennung in Matsch und Schnee üben [Seiten 11 bis 19]:
Spoiler
Die bevorzugten Stellen sind ebenfalls charakteristisch, „Wenn [Hunde][……] anschneiden, öffnen sie diese vom Bauch her, wobei die Eingeweide oft herausgezogen werden (Abb. 38) [Seite 25], Bestimmungsschlüssel zur Beurteilung [Seiten 32 bis 34].

https://www.researchgate.net/publicatio ... umentieren

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

von Katinka252 » Freitag, 06. November 2026, 00:52:31

Sway hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 21:39:08 Oder dass sich der Körper auf natürliche Art und Weise einfach schnell verändert hat. Tatsächlich passiert in der Zeitspanne ab dem 2+3. Tag recht viel je nach Witterungsbedingungen. Dazu kommt noch das Licht mit Taschenlampe angestrahlt vs Tageslicht wie Du sagst.

Mit dem Thema Verwesungsprozess hatte ich mich ausführlicher im Juni nach Os Aussage beschäftigt. Nachzulesen hier: viewtopic.php?p=348330&hilit=Verwesung#p348330
Und hier: viewtopic.php?p=348334#p348334



Aww, Du :D
Es wurde ja nur Tierfraß am Leichnam ausgeschlossen - wären Hundehaare erwähnt worden von der Gerichtsmedizin oder nicht genannt, weil nicht relevant bzw durch das Auffinden bekannt?
Ebenso der fragliche Hundeurin? Wäre der erwähnt worden.



Für mich ist immernoch das dreifach-versuchte Auffinden und die Motive dahinter nicht schlüssig. Die ganze Tat ist es nicht, jedoch hänge ich immer mal an dieser Stelle im Ablauf fest..
Ich präsentiere mal meine rein spekulativen Gedanken hierzu, genaueres werden wir nie erfahren, dennoch:

Sollte sie die Täterin sein, wäre es ihr dann nicht auch durchaus zuzutrauen, gezielt die Hunde beim Besuch mit Heike auf den Leichnam gelenkt zu haben und könnten Hunde die Veränderungen so herbeigeführt haben?

Sie sprach ja selbst von der Idee Spuren zu verwischen, ihre Art zu Lügen ist ja, immer so viel Wahrheit wie nötig einzubauen.
Ich halte es für eine Mögliche Variante, dass die Angeklagte lediglich ihrem Drang nachkommen musste, den Zustand der Leiche zu überprüfen.
Demnach fuhr sie nicht am 13.ten hin, um die gefeierte Entdeckerin von Fabian zu sein, nicht um Mathias zu erlösen, wie manche spekulieren, nicht um die Suche zu beenden.

Tagsüber hat sie sich evtl bis zum 13.10. aus Angst gesehen zu werden nicht mehr dort hingetraut (gewarnt durch die Steinesammler). Im Dunkeln hatte sie Schiss allein den Zustand der Leiche zu inspizieren. Der erste Anlauf mit Christian ging schief, der wollte so schnell weg, dass sie mit ihrer Handyfunzel nicht genug gesehen hat. Zum Glück musste sie ihre Reize auch nicht spielen lassen, damit er dicht hält, Schock und Angst waren ausreichend, damit er die Polizei raushält). Also danach nochmal in Ruhe mit Olaf hin, der war ihr eh schon hörig genug, um dicht zu halten...
Da sah der Leichnam noch zu 'sauber' aus.
Nachdem die Folgen von Feuer, Wildfraß (der nicht stattfand), Zeit und Witterung den Zustand nicht ausreichend verschlechterten, wie sie nun überprüfen konnte, lag sie die übrigen Nacht und hat reichlich gegrübelt, wie man nachhelfen kann und das Verschlimmern des Zustands beschleunigen kann. Und so entstand die spontane Idee, mit Heikes Hund und ihrem Hund hinzufahren? Eigentlich nicht mit Heike, sie wollte ja nur den Hund. Und nicht wegen der Fußspuren des Vorabends. Nicht mit jemandem, der die Situation beendet, die mit ihr zufällig findet und für sie die Polizei ruft.

Sondern ganz grausam, dumm und dreist: Lediglich ein drittes Mal hin mit einem zusätzlicher Hund, der potentiell an die Leiche geht und sie verschandelt? Was eventuell bedingt geklappt hat, was dann zur Aussage von Olaf passt.

Allerdings hat Heike ja den Hund nicht wie gewünscht hergegeben, sie wollte selbst mit und es kam wie es kam...

Nach oben