MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Rebus
Beiträge: 43
Registriert: Freitag, 09. April 2021, 13:49:26
Kronen:
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Rebus »

Also, ich habe mich mal etwas kundig gemacht:

Wetterdaten werden halbstündig abgerufen von den Messgeräten und zwar zur vollen Stunde und um halb. Verschlüsselte Datenübermittlung (also kein persönlicher Kontakt, sondern Arbeitsplatz an Computer in Offenbach) dann jeweils mit Zeitversatz von 20 Minuten.
Heißt: 5:20, 5:50.
Dann 5:56 Mail an Freundin,
6:20, 6:50, 7:20, 7:50 usw.
Welche Datenübermittlungen von ihr oder dem Bruder getätigt wurden, ist nicht sicher festzustellen.
5:56 hat sie wohl noch im Tower gelebt. Dann fällt der Vorhang der verlässlichen Fakten.
_____

„Hochsicherheitstrakt“ ist nur journalistische Freiheit. Theoretisch kann sich auch eine tote B.A. einloggen, denn es loggt sich nur eine Chipkarte ein. Keine Kamera, kein Fingerabdruck, keine Gesichtserkennung oder so. Jeder Tower-Mitarbeiter kann den Tower unregistriert verlassen oder sogar betreten, wenn ein anderer Towermitarbeiter ihm von innen die Tür öffenen würde. Das wäre dann eine Transaktion, die überhaupt nicht dokumentiert ist. Hochsicherheit ist ja auch gar nicht nötig, denn da sitzen übereinander Flughafenfeuerwehr, Wettterdienst, Fluglotsen, die letzteren Beiden mit Blick über das ganze Terrain bis zum Flugfeld. Aber nichts Staatstragendes und die Kanzel ganz oben hat möglicherweise noch ihre eigene Sicherung.

Und was Sternschnuppe meint, dass das flüchtig gepackte Auto auch schon morgens in L’hausen gestanden haben könnte ...Wenn die Mail um 5:56 aus dem Tower kam, krieg ich das zeitlich nur als Formel 1-Fahrer und Jogger hin und mit dem Wieder-Einloggen auch nicht. 6:20 musste ja die nächste Meldung nach Offenbach raus. Diese 30-Minuten-Sequenzen machen eine längere Abwesenheit vom Tower nicht möglich. Müsste ich mal nachdenken.

Rebus
Beiträge: 43
Registriert: Freitag, 09. April 2021, 13:49:26
Kronen:
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Rebus »

Doch, jetzt krieg ich’s hin. Das wäre dann aber schon sehr geplant und würde alle die Theorien, die ich nicht mochte, bestätigen, dass nämlich der Täter noch einmal zum Auto zurückkehrte, um Handy und Tasche in den Kofferraum zu legen.

Sternschnuppe

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Sternschnuppe »

Hallo Rebus,

ich glaube, dass die Tat sehr gut geplant und durchdacht war. Und zwar von jemandem, der BA sehr gut kannte. Ihre Schichten, ihre Lebensgewohnheiten. Er kannte, meiner Meinung nach, sogar ihr Appartement und hatte Zugang dazu. Ich nehme auch an, dass sie den Autoschlüssel dort gelassen hat. Sie ist zu Fuß zur Arbeit gegangen und brauchte den Autoschlüssel nicht. Er wusste, wo der Autoschlüssel lag. Er hatte auch Zugang zum Fahrzeug ohne Fremdspuren zu hinterlassen.

Das alles machte es ihm möglich, das Auto bereits in der Nacht vom Freitag zum Samstag "verschwinden" zu lassen, indem er es auf dem Gemeindeparkplatz abstellte. Er hatte die ganze Nacht Zeit. Keinerlei Stress. Wichtig für ihn war, dass das Fahrzeug am nächsten Morgen nicht mehr auf dem Appartmentparkplatz stehen durfte. Es musste später die "Story erzählt werden", dass BA sich auf der Heimfahrt nach Lohmar befindet.

Daher halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass der Brötchenzeuge den roten Renault tatsächlich am Morgen dort hat stehen sehen.

Dann ging es zur eigentlichen Tat, die, aus meiner Sicht, nicht im sondern nahe am Turm verübt wurde. Personal konnte dort parken. Man sieht es auf einigen Fotos, dass das möglich ist.

Ich denke auch, dass der FH-Hahn überbewertet wird zwecks Kameras etc. Es wird sicherlich welche geben aber so, wie z.B. in FFM ist es bestimmt in 2015 nicht gewesen und wird es auch heute nicht sein. Da ich davon ausgehe, dass der Täter sich auf dem Areal rund um den Turm auskannte, wird der auch gewusst haben, wo man im "toten Winkel" parken und ggflls. jemanden ins Auto locken kann.

So stelle ich mir das nämlich vor. BA wurde, als sie nachts Messdaten ablesen wollte, von dem Täter in ein Auto gelockt und dort sofort betäubt. Er nutzte das Überraschungsmoment aus, so dass BA nicht dazu kam, sich zu wehren oder zu schreien. Dann erstickte er sie und fuhr sofort zum Ablageort. Er kannte den Schleichweg und brauchte dazu nur ein paar Minuten. Danach ging er als BA in den Tower und beendete die Schicht. Niemand bekam mit, dass nicht BA dort saß, sondern eine "andere" Person.

Ich komme deswegen darauf, weil man später ihre blaue Jacke und Mütze im Kofferraum fand. "Man" sah sie auf Bildern mit einer schwarzen Fleecejacke bekleidet. Diese könnte ihr vielleicht ausgereicht haben, um zum Messfeld zu gelangen. Ihre blaue Wanderjacke und die Mütze waren im Büro und wurden später in den Kofferraum gelegt.

Oder es gab jemanden, der im Auftrag tötete.

Deine Aufzählung der Messdaten-Übermittlung finde ich auch sehr interessant.

Was mir noch ein wenig Kopfzerbrechen macht, ist die EMail an die Freundin. Wurde die tatsächlich von BA geschrieben? Ich glaube es fast nicht. Es könnte ein Teil des Planes gewesen sein.

Auf jeden Fall glaube ich nicht daran, dass BA durch die Halle gelaufen ist. Der Zeugin schenke ich keinen Glauben. Interessant ist auch, warum die Suchhunde im Tower anschlugen.

Sagen wir, BA wurde im Tower getötet... wo hat der Täter sie aber aufbewahrt? ( Leichenstarre )

Das Motiv wäre schon mal interessant zu wissen. Da muss es ja um ein richtig großes Ding gegangen sein. Warum tötet jemand so geplant? Da alles so durchdacht aussieht, glaube ich nämlich nicht an eine Affekttat.

Widasedumi
Beiträge: 3084
Registriert: Donnerstag, 12. März 2020, 10:04:00
Kronen: Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
(ausgezeichnet mit drei Goldenen Kronen für 3000 Beiträge)
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

@Sternschnuppe
Deine Theorie hast du zwar nicht an mich gerichtet, aber ich möchte trotzdem etwas dazu meinen.

Den ersten Absatz würde ich auch so sehen. Aber diesem Mann, der es nach deiner Theorie
gewesen sein könnte, traue ich das nicht zu. Er hat m.E. keinerlei Motiv für so eine irrsinnige Tötung.
Anerkennend sehe ich einen detaillierten Gesamtaufbau einer Theorie.

Meine Beiträge sind meine subjektive Meinung.
Ich bemühe mich um Wahrhaftigkeit, kann aber irren.

Sternschnuppe

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Sternschnuppe »

Hallo Widasedumi,

danke für Deine Anerkennung meiner Überlegungen. :)

Mich lässt das irgendwie nicht mehr los. Wer kann der Täter sein?

Tja, was war das Motiv? Das interessiert mich auch brennend. Wer wollte BA unbedingt loswerden? Ich kann einfach nicht an einen vollkommen fremden Täter glauben. Wenn ich Täter wäre, dann würde ich einfach nur meine Tat ausführen, um zu erreichen, das Person XY nichts mehr gegen mich unternehmen kann. ( als Beispiel ) Damit wäre mein Ziel erfüllt.

Warum sollte ich die getötete Person dann noch verstecken, deren Auto umparken und den Flugmodus einschalten? Ich kann mir keinen Reim drauf machen. Wenn es rein ums Töten gegangen ist, dann hätte der Täter BA doch einfach "umbringen" und liegen lassen können. Ich kann mir den ganzen Aufwand dahinter nicht erklären.

Wenn man sich die "Geschichte" ansieht, dann soll erzählt werden:

1. BA hat ihre Schicht bis 07:00 Uhr erledigt.
2. Sie hat 45 Minuten mit ihrem Bruder gesprochen und hat gegen 07:45 Uhr den Tower verlassen. Sie wollte sich hinlegen und dann nach Lohmar fahren.
3. Danach verschwand sie. Kam nicht zu Hause an.
4. Da das Auto weg war, dachte man, dass sie auf dem Weg nach Lohmar verschwunden sei. Der Täter wollte diese Ablenkung.
Aber WARUM? Wollte er unterbinden, dass sofort nach BA in der näheren Umgebung gesucht wird?

5. Dann hätte er sie doch auch entführen und weiter weg umbringen und im Wald verstecken können.

lindenstein
Beiträge: 1273
Registriert: Freitag, 01. Februar 2019, 20:38:02
Kronen: Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
(ausgezeichnet mit einer Goldenen Krone für 1000 Beiträge)
Sterne:
(ausgezeichnet mit einem Goldenen Stern für seine vielen guten Diskussionsbeiträge und unermüdliche Arbeit im Mordfall Jutta Hoffmann)

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von lindenstein »

Sternschnuppe hat geschrieben:
Samstag, 08. Mai 2021, 14:45:40
Auf jeden Fall glaube ich nicht daran, dass BA durch die Halle gelaufen ist. Der Zeugin schenke ich keinen Glauben.
Puh, schwierig.. wenn man so anfängt und die paar Strohhalme fallspezifisch in Bezug auf Zeugenaussagen noch knickt, bleibt am Ende in der Tat wirklich nicht mehr viel und man schaut in die Glaskugel.

Der mündige Mensch, der als Zeuge vernommen wird, der sich freiwillig als Zeuge zelebriert, wird meiner Meinung nach sich sein Tun schon überlegen und situativ nichts verfälschen bzw. erfinden. Klar können Zeugen irren, das wissen wir.

Ich würde jedoch gegenwärtig nicht so lapidar von mir geben, dass ich Zeugenaussagen, die für mich nicht ins Bild passen keinen Glauben schenken/ wobei das Wort Glaube ja im Christlichen ein laissez faire ist.
Alle meine Beiträge spiegeln meine Meinung und ich kann auch völlig daneben liegen.

Rebus
Beiträge: 43
Registriert: Freitag, 09. April 2021, 13:49:26
Kronen:
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Rebus »

@Sternschnuppe
1. Parkplatz: Ja natürlich kann man da parken. Hab ich schon mehrfach gemacht, nicht auf den Personalparkplätzen, aber daneben. Jeder kommt mit Parkschein durch die Schranken, auch wenn es so eine Nacht lang recht teuer werden wird. Aber der Hahn ist ein 24h- Flughafen und jeder Zubringer, ob nun Taxi oder Bohrbus oder privat, fährt da mit unterschiedlichen Parkscheinen oder Karten rein. Mitarbeiter haben vermutlich auch eine Karte. Da ist außerdem, wenn ich recht erinnere, auch noch ein Parkhaus, in dem sonstwas passieren kann.

2. Deine Version: Geht so nicht, von wegen beim Ablesen überrascht. Der Flughafen Hahn ist zwar nur ein Flughafen der meteorologischen Kategorie MET II, also Regionalflughafen, in dem vielleicht nicht alles nach letztem HighTech abläuft, aber im Wesentlichen wird auch die meteorologische Flugsicherung, um die es ja hier vor allem geht, ablaufen, wie auf den großen Flughäfen. D.h. wir dürfen uns das nicht so vorstellen, dass ein DWD-Mitarbeiter mit der Taschenlampe bei Nacht und noch dazu auf dem Rollfeld in ein Thermometerhäuschen klettert und die Daten dort abliest. Das geht automatisch und die DWD-Mitarbeiter müssen den Tower nicht verlassen. I.d.R. melden die Geräte rund um die Uhr alle 10 Sekunden ihre Daten an die Flugsicherung im Tower und, bei satellitengestützten Systemen, auch in die Cockpits der Flugzeuge im Luftraum. Die Mitarbeiter der Wetterbeobachtung des DWD machen einerseits im wahrsten Sinne Beobachtung, als sie gucken, wie das Wetter da draußen ist (ist nachts nicht so doll, aber freie, unverstellte Sicht auf das Flugfeld ist Vorschrift, deshalb sitzen die auch mit da oben) und andererseits zapfen sie alle 30 Minuten die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Daten einmal ab (Routine und Sondermeldungen) und liefern dann diese Momentaufnahme als Datenpaket in einem speziellen Format an die Verarbeitung nach Offenbach.

Du mußt bei deiner Version also sagen: Aus dem Tower gelockt, beim Verlassen überrascht (oder zum Mal-Rausgehen überredet) und unter einem Vorwand (ich zeig dir was, ich gebe dir da noch was) zum Auto gelockt.

3. Wenn ich ein Drehbuchautor wäre für einen Tatort-Krimi, würde ich mir noch folgende Geschichte ausdenken (das meine ich jetzt aber nicht ernsthaft):
Bruder sagt „Schwester, ich löse dich heute Morgen mal ganz, ganz früh ab, früher, als wir das dürfen, so gegen 5 Uhr. Dann kannst du dich noch mal auf’s Ohr legen und morgen früh ausgeruht nach Hause fahren. Das darf aber nicht rauskommen, also lass mich mal um 5 in den Tower und ich gehe einfach so gegen 7 nochmal raus und logge wieder ein, merkt ja keiner.“ B.A. geht dann nach 669, setzt da um 5:56 noch die Mail an die Freundin ab und dann passiert das, was hier im Forum auch schon als eine Möglichkeit angedacht war: Jemand kommt ins Appartment und es passiert was. Auto nach L’hausen usw., wie gehabt. Bruder hat schlechtes Gewissen und Angst um seinen Job und denkt sich die Geschichte mit 7 Uhr und dem Gespräch aus, damit dieser Deal nicht rauskommt. Ist natürlich Unsinn, denn da bleibt noch immer das gegen 14 Uhr in den Flugmodus geschaltete Handy im Koferraum, und ich denke, ein Zufallstäter ist nicht so gerissen. Der ist froh, wenn er das rote Auto weg hat und die Leiche im Wald und er über alle Berge ist. Nein, ich denke, da steckt doch sehr viel mehr Planung dahinter, damit die Sache so spurenlos verlaufen konnte.

lindenstein
Beiträge: 1273
Registriert: Freitag, 01. Februar 2019, 20:38:02
Kronen: Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
(ausgezeichnet mit einer Goldenen Krone für 1000 Beiträge)
Sterne:
(ausgezeichnet mit einem Goldenen Stern für seine vielen guten Diskussionsbeiträge und unermüdliche Arbeit im Mordfall Jutta Hoffmann)

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von lindenstein »

BA schreibt ja noch am Tag ihres Verschwindens morgens gegen 6 Uhr eine Mail an eine Freundin. Dann sagt ihr Bruder als Zeuge aus, dass er sich noch 45 Min mit BA unterhalten hat.

Die Backshopzeugin will BA gegen 8 Uhr gesehen haben, und der Lautzenhausenzeuge will das Auto dann auch schon etwas nach 8 Uhr in der hinteren Reihe auf dem Parkplatz stehen sehen.

Die Zeitfolge geht und man kann folgern, dass BA zu dem Parkplatz selbst gefahren ist, um aus den Augen zu sein, da soll keiner etwa mitbekommen.

Es geht jetzt um die Täterschaft.. Tamara( Tochter) sagt, ihre Mutter kannte den Täter gut.

Der Täter/Täterin kannte sich auch um den Hahn aus, sprich er/sie hatte da einen Bezug.
Wenn die Tochter im Stern solche Infos gibt, werden da auch Klarnamen zur Kripo gegeben.

Wie gesagt, läuft oder könnte es auf die Nachweisbarkeit hinaus laufen../ hier hat die Staatsanwaltschaft Interesse und man kann vermuten, dass der oder die Täterin überführt wird. Die heutigen Mittel bei Bedarf sind schon kriminalistisch on top.

Würde in Bezug gegenwärtig selbstredend ein Geständnis der Täterschaft Haftmilderung bedeuten.
Alle meine Beiträge spiegeln meine Meinung und ich kann auch völlig daneben liegen.

z3001x
Moderator
Beiträge: 2957
Registriert: Montag, 23. September 2013, 03:07:45
Kronen:
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von z3001x »

@Sternschnuppe @Rebus
Wenn BA ihren Dienst nicht bis zum Schluss, 7 Uhr am Samstagmorgen, 4.4.2015 absolviert haben sollte, müsste jemand anderes für sie die halbstündigen Wetter-Meldungen korrekt abgeschickt haben, das wurde sicher geprüft und nicht Auffälliges dabei gefunden.
Es könnte nur jemand gewesen sein, der sich damit auskennt. Also ein anderer DWD'ler.
Realistisch kommen in Kombi mit der restl Spurenlage nur zwei Personen in Frage. Beide stehen ihr sehr nahe.
Diese Person müsste dann aber vorher in den Tower gekommen sein. Das wäre aufgefallen, da die Zugangsprotokolle geprüft wurden.
Dann müsste derjenige entweder einen Trick gekannt haben, wie man am Erfassungssystem vorbei rein kommt. Oder BAs Chipkarte geklont haben.
Das ist zwar denkbar, wenn auch einigermaßen aufwendig u auch potentiell riskant.
Die Frage ist dann, welchen Vorteil bietet der Tower oder der Parkplatz am Tower als Tatort bei einer geplanten Tat und warum muss es vor Schitende BAs sein?
Im Tower haben 100 Leute gearbeitet an dem Tag. Warum sollte man riskieren von einem von denen ertappt zu werden oder zumindest bei einer befremdlichen Handlung, beobachtet zu werden, die von den gewohnten Ritualen abweicht...?

Das Appartement würde ich als den geeignetsten Ort für die Tat ansehen. Im Schlaf erwürgen/erdrosseln/ersticken. Nur das Wegschaffen würde ein gewisses Problem darstellen, man bräuchte ein großen Trolley oder etwas ähnliches. Aber das ist machbar.

Als ich mal Vor Ort (Juni 2019) war fielen mir grosse rollbare Wäschecontainer auf, die im Erdgeschoss von G669 frei zugänglich rumstehen. Mit denen könnte man z.B. eine Leiche von der Appartmenttüre in den Kofferraum eines Autos auf dem Parkplatz vor dem Gebäude befördern.
Wäsche-Container-in-G669.jpg
Wäsche-Container-in-G669.jpg (114.77 KiB) 325 mal betrachtet

z3001x
Moderator
Beiträge: 2957
Registriert: Montag, 23. September 2013, 03:07:45
Kronen:
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von z3001x »

Undercover hat geschrieben:
Samstag, 08. Mai 2021, 10:53:03
Also zum einen verstehe ich nicht warum ihr euch so sehr mit einem Stern-Artikel von vor 5 Jahren beschäftigt -wo dieser doch den Wissensstand von damals wiedergibt und auch sonst eher vage als gründlich recharchiert ist. So fehlt mir z.B. Recherchen aus BAs Leben, das von dem Bruder, vom Ehemann, von der Tochter, Vermögensverhältnisse usw wo ich Interviews erwartet hätte oder sonstigen Belege. Nix. Das ist lediglich ein Artikel der wie eine Kolumne geschrieben ist und keinerlei Investigativanspruch hat.
Das was drin steht ist ja eigentlich alles immer noch gültig. Speziell die Spurenlage im Appartement, am Parkplatz und im Auto. Da wird auch kaum je was neues dazu kommen.
Auch wie man sich den Alltag einer Wetterbeobachterin am Hahn so vorstellen muss und wie BA gelebt hat, was für eine Persönlichkeit sie war usw, dazu steht schon eine ganze Menge zu drin.
Auch was man im Handy fand und v.a. was man da alles nicht drin fand.
Dass dir das nicht reicht, kann sein, aber es ist/bleibt bislang mW der ausführlichste Dokument zu dem Fall.
Die Vermögensfragen wären sicher interessant. Als Familie hätte ich die aber, auch wenn ich nichts zu verbergen hätte, was die Schuldfrage in dem Fall angeht, trotzdem keinem Journalisten offenbart.
Wir sind hier ja Hobbyermittler, wir müssen auch noch was zu tun haben ^^

AngRa
Beiträge: 4424
Registriert: Freitag, 24. Oktober 2014, 08:54:34
Kronen: Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
(ausgezeichnet mit vier Goldenen Kronen für 4000 Beiträge)
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von AngRa »

Ja, der Stern-Bericht hat an Aktualität eigentlich nichts verloren und ich halte ihn nach wie vor auch für sehr informativ.

Es werden im Stern - Bericht die nach damaligem Ermittlungsstand in Frage kommenden Tatorte aufgezählt, die die Polizei in Betracht gezogen hat. Dazu gehört auch der Tower, eben weil es wohl keine Ausgangsprotokolle gibt, die ein Verlassen des Towers offiziell belegen und weil Fährtenhunde im Tower angeschlagen haben. Ich vermute aber, dass die Polizei die Möglichkeit, dass der Tower Tatort war, als ziemlich unwahrscheinlich einstuft. Zumindest nach heutigem Ermittlungsstand dürfte das der Fall sein.Das entnehme ich der Fragestellung der letzten Pressemitteilung:

1. Wer hat Birgit Ameis am Ostersamstag, dem 04.04.2015, allein oder in Begleitung im Bereich des Flughafens Hahn oder der umliegenden Gemeinden gesehen?
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117715/4881533

Aus der Fragestellung geht hervor, dass die Polizei wohl nunmehr davon ausgeht, dass BA den Tower nach dem Gespräch mit dem Bruder verlassen hat, am Morgen des 4.4. noch gelebt hat und dass sie im Bereich des Flughafens oder in der Umgebung noch unterwegs war.

Ich tendiere nach wie vor zu der Möglichkeit, dass das Appartement der Tatort war. Auf dem Weg dort hin könnte sie von Zeugen gesehen worden sein, vielleicht auch zusammen mit ihrem Mörder. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass sich noch ein Zeuge an eine Sichtung erinnert. Ich halte es auch für sehr gut möglich, dass der Täter ihre Leiche in einem Wäschecontainer , siehe Wäsche-Container Bild von @z3001x , zum Fahrzeug transportiert hat. Nach wie vor halte ich aber auch einen Transport in einem Koffer für gut möglich. In beiden Fällen hätte der Täter den Vorteil gehabt, dass der Leichentransport aus dem Appartement heraus zum Fahrzeug von Zeugen unbeobachtet vonstatten gehen kann.

Widasedumi
Beiträge: 3084
Registriert: Donnerstag, 12. März 2020, 10:04:00
Kronen: Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
(ausgezeichnet mit drei Goldenen Kronen für 3000 Beiträge)
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Zu AngRas Beitrag:

Dass die Hunde im Tower anschlugen, führe ich darauf zurück, dass BA dort arbeitete und dort ihre Geruchsspuren von den Hunden gewittert worden sind. Über ein Anschlagen der Hunde sonstwo ist mir nichts bekannt. Das kann man ja nicht ausschließen, auch wenn es nicht erwähnt ist. Schließlich nennt die Polizei vier möglich Tatorte.

Bezüglich Transportmittel würde ich den Koffer für geeigneter halten, weil der Täter den Wäschecontainer nicht so gut in sein Auto gebracht hätte. Im Koffer war der Leichnam verstaut und verborgen. Er musste nicht vom Wäschecontainer unverpackt ins Auto gelegt werden, um dann womöglich über der Schulter zum Ablageort getragen zu werden.

Das sind nur meine Spontangedanken dazu.

Meine Beiträge sind meine subjektive Meinung.
Ich bemühe mich um Wahrhaftigkeit, kann aber irren.

Undercover
Beiträge: 375
Registriert: Sonntag, 04. Oktober 2020, 13:57:22
Kronen:
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Undercover »

Sternschnuppe hat geschrieben:
Samstag, 08. Mai 2021, 12:39:53
Meinst Du, BA hat das Handy selbst in den Flugmodus gestellt? Irgendwie kann ich das nicht glauben.
Ja, das denke ich schon! Du bist neu hinzugekommen und hast vielleicht meine Beiträge von vor 6-7 Seiten nicht gelesen. Darin argumentiere ich warum so ein komischer Flugmodus dem Täter nichts bringt, zumal ja das aller-, aller einfachste wäre das Handy ganz auszuschalten oder gleich mitzunehmen und in Gewässern zu entsorgen.

Dieser Flugmodus passt kriminaltechnisch eher zu den Columbo-Filmen wo eine fiktive Handlung nur durch die geistige Überlegenheit des Inspektors aufgelöst werden kann. In unserem Fall dagegen gibt es keinen einzigen plausiblen Grund, warum ein Täter ein Handy auf Flugmodus stellen sollte?
Sternschnuppe hat geschrieben:
Samstag, 08. Mai 2021, 14:45:40
Das alles machte es ihm möglich, das Auto bereits in der Nacht vom Freitag zum Samstag "verschwinden" zu lassen, indem er es auf dem Gemeindeparkplatz abstellte. Er hatte die ganze Nacht Zeit. Keinerlei Stress. Wichtig für ihn war, dass das Fahrzeug am nächsten Morgen nicht mehr auf dem Appartmentparkplatz stehen durfte. Es musste später die "Story erzählt werden", dass BA sich auf der Heimfahrt nach Lohmar befindet.

OK, mit dem Gedanken dass jemand das Auto schon in der Nacht auf dem Parkplatz abgestellt haben könnte -könnte man sich ja noch anfreunden, zumal denkbar und plausibel. Aber dann kommt die Frage: Wem nützt das überhaupt was?

1) Dem Bruder? Also der Bruder macht erstmal seine 12 Std. Schicht und kann/darf nicht raus. Bis zum Ende seiner Schicht (also 12 Std) gewinnt er keine Zeit -denn ob das Auto da ist oder nicht erfährt er frühstens in 12 Std. So Plan A: Auto ist weg -weil er es weg gefahren hat oder BA ist ganz normal nach Hause gefahren. Was bringt ihm die Geschichte bis hierher? Nichts! Er muss sich "öffentlich" (also den Schwager anrufen) weder Sorgen machen, noch ist er im Zugzwang was zu unternehmen um Verdacht von sich zu weisen. Der Ball bleibt also immer beim Schwager, der diesen Zeitvorsprung bestimmt -je nachdem wann er die Suchaktion auslöst.

Dann Plan B: Das Auto stünde noch da. Dann ruft der Bruder natürlich den Schwager an und fragt was los ist.

Wie man sieht nützt ein woanders abgestellte Auto dem Bruder gar nichts.

2) Dem Ehemann? Der Ehemann steht doch noch mehr unter Zugzwang als der Bruder, denn wenn der Bruder das Auto nach Feierabend nicht mehr gesehen hat wäre für ihn alles wie gewöhnlich und in Ordnung. Der Ehemann dagegen muss sich aber spätestens am Abend (offiziell, wenn er der Täter wäre) Sorgen machen in dem er z.B. im Tower, den Bruder oder die Tochter anruft. Viel Zeit gewinnt er dadurch also nicht, da bereits am Abend schon feststeht, dass hier was nicht stimmt. Das einzige was man hier entgegenhalten könnte wäre, dass wenn das Auto ganz normal vor 669 gestanden hätte ABER BA nicht auffindbar war -dass die Polizei dann eher das Vollprogramm ausgerollt hätte. Wie wir alle wissen, startet die Polizei bei Erwachsenen Leuten so eine Aktion nicht selbstverständlich -aber hier kämen noch zu den meist "ungewöhnlichen Tagesabläufen" noch das stehende Auto hinzu wo ich mir durchaus eine schnellere Reaktion seitens der Polizei vorstellen könnte.


Auf Grund dieser Überlegungen halte ich es am wahrscheinlichsten, dass BA selbst das Auto dorthin gefahren hat, selbst den Flugmodus eingestellt hat und eine 3. uns unbekannte Person der Täter ist.


Sternschnuppe hat geschrieben:
Samstag, 08. Mai 2021, 12:39:53
Auf jeden Fall glaube ich nicht daran, dass BA durch die Halle gelaufen ist. Der Zeugin schenke ich keinen Glauben.
Das ist aber falsch! Der Zeugin kann man sehr wohl Glauben schenken, denn ihre Aussage deckt sich exakt mit der Aussage des Bruders. Wie konnte sie sonst einen so engen Zeitrahmen nennen -wo doch BA zu der Zeit für gewöhnlich längst die Halle verlassen hätte? Die Übereinstimmung mit der Zeitangabe des Bruders ist für mich absolut plausibel und stimmig -es sei denn, der Bruder steckt mit der Zeugin unter einer Decke. Aber da wären wir wieder bei Columbo.

Sternschnuppe hat geschrieben:
Samstag, 08. Mai 2021, 12:39:53
Das Motiv wäre schon mal interessant zu wissen. Da muss es ja um ein richtig großes Ding gegangen sein. Warum tötet jemand so geplant? Da alles so durchdacht aussieht, glaube ich nämlich nicht an eine Affekttat.
Also für mich sieht das nicht nach ein "großes Ding" aus, sondern eher nach einer Beziehungstat mit einer 3. unbekannten Person was die Sache so mysteriös und zugleich geplant aussehen läßt.

Sternschnuppe

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Sternschnuppe »

lindenstein hat geschrieben:
Samstag, 08. Mai 2021, 19:33:51
Puh, schwierig.. wenn man so anfängt und die paar Strohhalme fallspezifisch in Bezug auf Zeugenaussagen noch knickt, bleibt am Ende in der Tat wirklich nicht mehr viel und man schaut in die Glaskugel.

Der mündige Mensch, der als Zeuge vernommen wird, der sich freiwillig als Zeuge zelebriert, wird meiner Meinung nach sich sein Tun schon überlegen und situativ nichts verfälschen bzw. erfinden. Klar können Zeugen irren, das wissen wir.

Ich würde jedoch gegenwärtig nicht so lapidar von mir geben, dass ich Zeugenaussagen, die für mich nicht ins Bild passen keinen Glauben schenken/ wobei das Wort Glaube ja im Christlichen ein laissez faire ist.
Hallo Lindenstein,

ich möchte es nicht verkomplizieren oder gar Strohhalme knicken. Es tut mir leid, wenn ich Dich und andere angegriffen haben könnte, indem ich die Aussage der Zeugin nicht so richtig "anerkenne". Ich merke gerade, die Worte sind vielleicht wirklich ein wenig "schroff", so soll es aber gar nicht gemeint sein.

Ich glaube einfach, dass sie sich geirrt haben könnte, weil der Gang durch die Halle für meine Überlegungen keinen Sinn ergibt. Mehr wollte ich eigentlich gar nicht damit sagen. Genausogut könnte die Sichtung des "Brötchenzeugen" relevant oder irrelevant sein. Da es in meiner Version einfach "logischer" ist, dass er das Auto am Morgen schon gesehen haben will, kommt mir diese Zeugenaussage logischer vor, als die der Zeugin in der Halle.

Mir ist klar, dass die Zeugin die Aussage nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hat. Wer weiß, was letztendlich beim Fall BA rauskommt und was wirklich geschah. Also nochmal Entschuldigung. Ich wollte die Aussage der Frau nicht infrage stellen.

Sternschnuppe

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Sternschnuppe »

Rebus hat geschrieben:
Samstag, 08. Mai 2021, 20:28:12
@Sternschnuppe
1. Parkplatz: Ja natürlich kann man da parken. Hab ich schon mehrfach gemacht, nicht auf den Personalparkplätzen, aber daneben. Jeder kommt mit Parkschein durch die Schranken, auch wenn es so eine Nacht lang recht teuer werden wird. Aber der Hahn ist ein 24h- Flughafen und jeder Zubringer, ob nun Taxi oder Bohrbus oder privat, fährt da mit unterschiedlichen Parkscheinen oder Karten rein. Mitarbeiter haben vermutlich auch eine Karte. Da ist außerdem, wenn ich recht erinnere, auch noch ein Parkhaus, in dem sonstwas passieren kann.

2. Deine Version: Geht so nicht, von wegen beim Ablesen überrascht. Der Flughafen Hahn ist zwar nur ein Flughafen der meteorologischen Kategorie MET II, also Regionalflughafen, in dem vielleicht nicht alles nach letztem HighTech abläuft, aber im Wesentlichen wird auch die meteorologische Flugsicherung, um die es ja hier vor allem geht, ablaufen, wie auf den großen Flughäfen. D.h. wir dürfen uns das nicht so vorstellen, dass ein DWD-Mitarbeiter mit der Taschenlampe bei Nacht und noch dazu auf dem Rollfeld in ein Thermometerhäuschen klettert und die Daten dort abliest. Das geht automatisch und die DWD-Mitarbeiter müssen den Tower nicht verlassen. I.d.R. melden die Geräte rund um die Uhr alle 10 Sekunden ihre Daten an die Flugsicherung im Tower und, bei satellitengestützten Systemen, auch in die Cockpits der Flugzeuge im Luftraum. Die Mitarbeiter der Wetterbeobachtung des DWD machen einerseits im wahrsten Sinne Beobachtung, als sie gucken, wie das Wetter da draußen ist (ist nachts nicht so doll, aber freie, unverstellte Sicht auf das Flugfeld ist Vorschrift, deshalb sitzen die auch mit da oben) und andererseits zapfen sie alle 30 Minuten die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Daten einmal ab (Routine und Sondermeldungen) und liefern dann diese Momentaufnahme als Datenpaket in einem speziellen Format an die Verarbeitung nach Offenbach.

Du mußt bei deiner Version also sagen: Aus dem Tower gelockt, beim Verlassen überrascht (oder zum Mal-Rausgehen überredet) und unter einem Vorwand (ich zeig dir was, ich gebe dir da noch was) zum Auto gelockt.

3. Wenn ich ein Drehbuchautor wäre für einen Tatort-Krimi, würde ich mir noch folgende Geschichte ausdenken (das meine ich jetzt aber nicht ernsthaft):
Bruder sagt „Schwester, ich löse dich heute Morgen mal ganz, ganz früh ab, früher, als wir das dürfen, so gegen 5 Uhr. Dann kannst du dich noch mal auf’s Ohr legen und morgen früh ausgeruht nach Hause fahren. Das darf aber nicht rauskommen, also lass mich mal um 5 in den Tower und ich gehe einfach so gegen 7 nochmal raus und logge wieder ein, merkt ja keiner.“ B.A. geht dann nach 669, setzt da um 5:56 noch die Mail an die Freundin ab und dann passiert das, was hier im Forum auch schon als eine Möglichkeit angedacht war: Jemand kommt ins Appartment und es passiert was. Auto nach L’hausen usw., wie gehabt. Bruder hat schlechtes Gewissen und Angst um seinen Job und denkt sich die Geschichte mit 7 Uhr und dem Gespräch aus, damit dieser Deal nicht rauskommt. Ist natürlich Unsinn, denn da bleibt noch immer das gegen 14 Uhr in den Flugmodus geschaltete Handy im Koferraum, und ich denke, ein Zufallstäter ist nicht so gerissen. Der ist froh, wenn er das rote Auto weg hat und die Leiche im Wald und er über alle Berge ist. Nein, ich denke, da steckt doch sehr viel mehr Planung dahinter, damit die Sache so spurenlos verlaufen konnte.
Hallo Rebus, schau mal. In dem Filmbericht erzählt ein Mitarbeiter vom DWD. Ich hatte verstanden, dass die Daten in dem Messgarten abgelesen werden.

https://www.youtube.com/watch?v=KWC2k7UfysU

Rebus
Beiträge: 43
Registriert: Freitag, 09. April 2021, 13:49:26
Kronen:
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Rebus »

@ Sternschnuppe

Handablesung von Geräten: erfolgt nur im Rahmen der Datenkontrolle, wenn der DWD-Mitarbeiter beim Abgleich seiner eigenen Beobachtungen mit den automatisch übermittelten Daten Zweifel an der Richtigkeit der Daten haben muss. Also 28 Grad Außentemperatur im Winter. Dann wird das überprüft.


Gang durch das Terminal: Es wurde davon ausgegangen, dass es für B.A. in Anbetracht des Wetters (Regen) angenehmer gewesen wäre, nicht draußen an den Terminals entlang zu gehen, sondern "überdacht" erst mal durch die Halle zu laufen und nur das letzte Stück dann rüber nach 669 zu queren. Kann ich nachvollziehen, hätte ich auch so gemacht. Vermutlich hat die Zeugin B.A. aber nicht persönlich gekannt, sondern sich nur aufgrund der Personenbeschreibung gemeldet hat. Schmale dunkelhaarige Frau im hellblauen Anorak. Da um diese Zeit aber auch nicht besonders viel Flugbetrieb gewesen sein dürfte, fällt so eine einsame Gestalt allerdings auch eher auf. Das hält sich also so etwas die Waage.

Undercover
Beiträge: 375
Registriert: Sonntag, 04. Oktober 2020, 13:57:22
Kronen:
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Undercover »

Sternschnuppe hat geschrieben:
Sonntag, 09. Mai 2021, 09:30:23
Also nochmal Entschuldigung. Ich wollte die Aussage der Frau nicht infrage stellen.
Also du mußt dich nicht für eine Meinung entschuldigen, aber wenn du schon diese Meinung vertritts -dann bitte sachlicher und mit deinen (subjektiven) Argumenten. Du hast bloß gesagt, dass du der Zeugin nicht glaubst. Man muss keinem Zeugen glauben, aber wenn sich zwei unabhängige Aussagen überschneiden -dann kann man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit beide Aussagen als glaubwürdig betrachten.

Dass sie bei dem Wetter durch die Halle gegangen sein soll -ist ebenfalls plausibel und nachvollziehbar. Insofern denke ich, dass an dieser Zeugin nichts mehr zu rütteln gibt.

Sternschnuppe

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Sternschnuppe »

@undercover
Undercover hat geschrieben:
Sonntag, 09. Mai 2021, 09:02:45
1) Dem Bruder? Also der Bruder macht erstmal seine 12 Std. Schicht und kann/darf nicht raus. Bis zum Ende seiner Schicht (also 12 Std) gewinnt er keine Zeit -denn ob das Auto da ist oder nicht erfährt er frühstens in 12 Std. So Plan A: Auto ist weg -weil er es weg gefahren hat oder BA ist ganz normal nach Hause gefahren. Was bringt ihm die Geschichte bis hierher? Nichts! Er muss sich "öffentlich" (also den Schwager anrufen) weder Sorgen machen, noch ist er im Zugzwang was zu unternehmen um Verdacht von sich zu weisen. Der Ball bleibt also immer beim Schwager, der diesen Zeitvorsprung bestimmt -je nachdem wann er die Suchaktion auslöst.

Dann Plan B: Das Auto stünde noch da. Dann ruft der Bruder natürlich den Schwager an und fragt was los ist.

Wie man sieht nützt ein woanders abgestellte Auto dem Bruder gar nichts.

2) Dem Ehemann? Der Ehemann steht doch noch mehr unter Zugzwang als der Bruder, denn wenn der Bruder das Auto nach Feierabend nicht mehr gesehen hat wäre für ihn alles wie gewöhnlich und in Ordnung. Der Ehemann dagegen muss sich aber spätestens am Abend (offiziell, wenn er der Täter wäre) Sorgen machen in dem er z.B. im Tower, den Bruder oder die Tochter anruft. Viel Zeit gewinnt er dadurch also nicht, da bereits am Abend schon feststeht, dass hier was nicht stimmt. Das einzige was man hier entgegenhalten könnte wäre, dass wenn das Auto ganz normal vor 669 gestanden hätte ABER BA nicht auffindbar war -dass die Polizei dann eher das Vollprogramm ausgerollt hätte. Wie wir alle wissen, startet die Polizei bei Erwachsenen Leuten so eine Aktion nicht selbstverständlich -aber hier kämen noch zu den meist "ungewöhnlichen Tagesabläufen" noch das stehende Auto hinzu wo ich mir durchaus eine schnellere Reaktion seitens der Polizei vorstellen könnte.

Auf Grund dieser Überlegungen halte ich es am wahrscheinlichsten, dass BA selbst das Auto dorthin gefahren hat, selbst den Flugmodus eingestellt hat und eine 3. uns unbekannte Person der Täter ist.
[...]
Das ist aber falsch! Der Zeugin kann man sehr wohl Glauben schenken, denn ihre Aussage deckt sich exakt mit der Aussage des Bruders. Wie konnte sie sonst einen so engen Zeitrahmen nennen -wo doch BA zu der Zeit für gewöhnlich längst die Halle verlassen hätte? Die Übereinstimmung mit der Zeitangabe des Bruders ist für mich absolut plausibel und stimmig -es sei denn, der Bruder steckt mit der Zeugin unter einer Decke. Aber da wären wir wieder bei Columbo.
[...]
Also für mich sieht das nicht nach ein "großes Ding" aus, sondern eher nach einer Beziehungstat mit einer 3. unbekannten Person was die Sache so mysteriös und zugleich geplant aussehen läßt.
Hallo Undercover,

Du, ich muss sagen, jetzt "hast" Du mich schon ins Grübeln gebracht. :) Allerdings, wenn ich das so lese, wäre doch der Ehemann gut ein potenzieller Täter, denn Du sagst es doch richtig: "Er konnte die Fäden ziehen und den Startschuss zur Suche geben." Das wäre doch gut "durchdacht" gewesen. So habe ich das bisher nicht betrachtet.

Ich habe aber noch eine andere Theorie. Die hängt mit dem Verschwinden der blauen Kiste zusammen, die ich weder bei Bruder noch beim Ehemann einbauen kann.

Meine zweite Theorie:
Und zwar die des Landwirtes. Vermutlich wurde das hier auch schon besprochen. Aber für mich ist das, wegen der fehlenden Kiste, auch eine einleuchtende Möglichkeit.

Gehen wir davon aus, dass BA irgendwo mit jemandem ins Gespräch kam und es sich herausstellte, dass dieser Mensch Hühner hielt oder Lämmer züchtet. Es war Ostern und sie zeigte Interesse an diesen Produkten. Sie erzählte ihm, dass sie am Ostersamstag gegen 14 Uhr nach Hause, nach Lohmar fahren wird. Da schlug er ihr vor, man könne sich ja auf dem Parkplatz treffen, dann müsse sie nicht extra zu ihm rausfahren, da das noch ein Stückchen weg liegt. Er kommt hin und bringt ihr ein paar Sachen, die ihr gefallen könnten. Sie willigt ein.

BA fährt auf den Parkplatz und ist vor dem Herrn da. Sie parkt rückwärts ein, um ihn gleich zu sehen, wenn er ankommt. ( Warum letzter Parkplatz? Keine Ahnung. Nun gut. )

Er kommt dann auch gg. 14 Uhr an und parkt direkt neben ihrem Fahrzeug. Daher zieht sie sich auch nicht extra ihre blaue Jacke an. Sie nimmt die leere blaue Box, um sich bei ihm im Auto ein paar Produkte rauszusuchen. Bezahlt hätte sie gleich im Anschluss, wenn genau festgestanden hätte, was sie hätte bezahlen müssen. Dazu hätte sie ihr Portemonnaie, welches in ihrer Handtasche im Kofferraum lag, geholt. Aber dazu kam es nicht mehr.

Er stößt sie in sein Fahrzeug und fährt mit ihr in Richtung der stillgelegten Straße. Dort vergewaltigt und tötet er sie und legt sie sofort in dem Wäldchen dort ab. Die blaue Box verbleibt bei ihm im Auto. Er entsorgt sie später.

Der Ablageort nahe des Flughafens wäre in dieser Theorie ehr ein Zufall, halt, weil die Tat dort geschah. Ansonsten würde ich vermuten, dass ein einheimischer Täter die Leiche woandershin verbracht hätte. Weiter weg irgendwohin in den Wald.

Widasedumi
Beiträge: 3084
Registriert: Donnerstag, 12. März 2020, 10:04:00
Kronen: Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
(ausgezeichnet mit drei Goldenen Kronen für 3000 Beiträge)
Sterne:

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Sternschnuppe

Zur Landwirt-Theorie möchte ich sagen, dass der Landwirt seine Produkte verkaufen möchte.
Den Schwachpunkt dieser Theorie sehe ich im fehlenden Motiv des Landwirts.
Das Auto von Frau Ameis wurde schon morgens um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz gesichtet.
Der Bauer sei um 14.00 Uhr gekommen? Dann hätte Frau Ameis viereinhalb Stunden irgend einen Sport gemacht,
und vielleicht im Auto sich noch die Zeit mit Lesen o.ä. vertrieben?
Und dann der Mord einfach so? Was für ein Landwirt war denn das? Würde ich diesem Berufsstand eher weniger zutrauen.

Meine Beiträge sind meine subjektive Meinung.
Ich bemühe mich um Wahrhaftigkeit, kann aber irren.

CIC

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS (54 †), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von CIC »

@Sternschnuppe

Mit deiner ersten Theorie gehe ich konform, es sind fast genau meine Gedanken!
Die zweite Theorie finde ich sehr unplausibel, was sollte ein Landwirt, der seine Produkte loswerden will, ein Motiv haben Frau Ameis zu töten?

Antworten