VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Ungeklärte Fälle: Martin Bach, Tabita Cirvele, Heidi Dannhäuser, Anna E. (Herrieden), Sergej Enns, Nancy Förster, Denis Franke, Helga Frings, Monika Frischholz, Inga Gehricke, Leonie Gritzka, Jascha Hardenberg, Karl Erivan Haub, Felix Heger, Ines Heider, Ina K. (Gorleben), Anett Carolin Kaiser, Baris Karabulut, Elke Kerll, Inka Köntges, Katrin Konert, Ralf Kottmann, Leitner/Baumgartner, Monika Liebl, Wolfgang Loh, Danuta Lysien, Jennifer M. (Bühl/Bremen), Alexandra May, Maddie McCann, Lars Mittank, Tanja Mühlinghaus, Mandy Müller, Mine O. (Duisburg), Harald Oelschläger, Alexandra R. (Nürnberg), Birgit Rösing (gen. Storck), Petra Schetters, Dirk Schiller, Émile Soleil, Rosi Strohfus, Anton Thanner, Hartmut Weiske

Geklärte Fälle: Vera B. (Datteln), Liam Colgan, Fritz Hagedorn, Kevin Hantl, Maria Henselmann, Rondk Kaniwar, Birgit Keller, Malina Klaar, Timo Kraus, Mike Mansholt, Marc Otto, Rainer Schaller, Sophie Sherpa, Jeannette Stehr, Annika T. (Seelze-Lohnde), Lars Wunder
Jolu65

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Man weiß alles nicht genau. Es kann ja alles sein, auch dass er schon schlechte Erfahrungen mit falschen Abbuchungen gemacht hat. Es kann ja auch sein, dass er seiner eine weitgehende Vollmacht eingeräumt hat.
Ganz sicher ist jedoch, dass die Polizei einen versuchten Missbrauch der Karte hätte recherchieren können. Und hätte es den tatsächlich gegeben, dann wäre ja alles klar. Aber man muss davon ausgehen, dass es eben keinen Missbrauchsversuch gegeben hat. Deshalb ist mir diese ganze Kreditkartesache nicht geheuer.

Nun versetzen wir uns einmal in die Lage von Eltern:
Wir haben eine Vollmacht für das Kreditkartenkonto des Kindes. Das Kind verlangt, wir sollen das Konto sofort sperren lassen. Würden wir da in der Situation nicht zuerst einmal fragen:
Ja, um Himmels Willen, warum denn ? Entweder war die Mutter von LM total durch den Wind oder es stimmt etwas an der Darstellung nicht. Ich tendiere eher zu Letzerem.
Alf55

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Alf55 »

Jolu65 hat geschrieben:Nun versetzen wir uns einmal in die Lage von Eltern:
Wir haben eine Vollmacht für das Kreditkartenkonto des Kindes. Das Kind verlangt, wir sollen das Konto sofort sperren lassen. Würden wir da in der Situation nicht zuerst einmal fragen:
Ja, um Himmels Willen, warum denn ?
Vielleicht ist das ein so neurotisches Beziehungsgefüge, dass solche "Durchgriffe" dort an der Tagesordnung waren. In dieser Familie war es anscheinend nicht ungewöhnlich, sich für sämtliche Angelegenheiten Vollmachten zu gaben.
Dass die Mutter die Sperrung auch in den Interviews nicht als besonderes Ereignis darstellt, zeigt, dass sie ein so enges Verhältnis zum Sohn hegt, dass ihr diese Paradoxien überhaupt nicht mehr auffallen.

Und man muss ja auch eines bedenken: Es gibt ja viele SMS vom LM an die Mutter. Diese sind nachvollziehbar und liegen der Polizei vor. Wir wissen doch gar nicht, ob die Mutter die Sperrung nicht ihrerseits veranlasst hat, weil ihr der Sohn beim letzten Anruf unmissverständlich darlegte, dass er nicht zurückkommen will, dass er jetzt "sein Leben" führen will.
Wieso das niemals gesagt wurde? Ganz klar: Weil ein 28-jähriger selbst bestimmen kann, wo er leben möchte. Es hätte überhaupt keine Ermittlungen gegeben, wenn dies so von der Mutter bekanntgegeben worden wäre. Dann wäre es allenfalls noch ein Familiendrama, in dem der Sohn auf ziemlich drastische Weise "erwachsen wurde".

Wenn das so stimmt, so ergibt es auch Sinn, dass LM auf Handy und Kreditkarte verzichtet. Man hätte ihn damit sehr leicht orten können.
Jolu65

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Der Post von Alf55 bringt es auf den Punkt. Alles andere sind Räuberpistolen- da passt nichts zusammen. Man hat eher den Eindruck einer selbst aus- aber nicht zu Ende-gedachten Geschichte der Mutter, um alles aus ihrer Sicht "stimmig werden zu lassen".
Die gesamte nachfolgende Inzenierung ist dann das Ergebnis. Aufgrund des nachhaltigen Medienechos kam die Mutter nicht mehr "aus der Nummer raus" und das ganze wird zu einem mehr und mehr romanhaften Selbstläufers. LM ist ohne äußeren Zwang verschwunden. Ob er sich in einer psychischen Ausnahmesituation befand und dementsprechen irrational handelte, weiß man nicht genau. Davon ausgehen würde ich nicht, weil er ja nach seinem Verschwinden nicht wieder zur "Besinnung" gekommen ist- nicht aus seiner Sicht, sondern der des außenstehenden Betrachters. Ich gehe davon aus, dass er bewusst so handelte, wie er eben handelte. Er will bislang nicht gefunden werden. Vielleicht sollte man das respektieren.
Alf55

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Alf55 »

https://www.zdf.de/dokumentation/zdf-re ... e-100.html

Die Doku lief heute im ZDF, habe sie durch Zufall gesehen. Dort wird ein Update über den Fall LM gegeben. Ich finde, hier wird allerdings noch deutlicher, dass das Verschwinden freiwillig erfolgte. Die Mutter meinte ganz zu Beginn: Sie hofft, dass er doch noch zurückkommt. Die ganzen anderen "Szenarien" sind in dieser Berichterstattung völlig zurückgenommen - auch die Sache mit der Kreditkarte
Jolu65

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Ich weiß nicht, ob man behaupten kann, dass "Szenarien zurückgenommen" wurden. Allerdings ist richtig, dass sie nicht mehr explizit benannt wurden und man sich auf eine medikamentös induzierte Psychose als Ursache des Verschwindens capriziert. Ich würde dem ähnlich wie der zu Wort gekommene Psychologe widersprechen. Denn Arzneimittelnebenwirkungen halten ja auch nur solange an, solange eben das Arzneimittel auch wirkt. Die Halbwertszeit von Cephalosporinen ist jedoch eher im Stundenbereich anzusiedeln, so dass LM längst wieder bei "klarem Verstand" sein müsste und dies auch schon bei dessen Verschwinden so gewesen sein müsste.
Etwas anderes wird ja in der Sendung überdeutlich (beispielhaft an dem anderen gezeigten Fall):
Man kann sich auf die Aussagen der Angehörigen überhaupt nicht verlassen !

Die Arbeit des Detektiven ist aller Ehren wert, jedoch glaube ich, dass er so überhaupt nichts erreichen wird. Es sollte sich an den Flughafenarzt wenden- wenn er das nicht schon getan hat. Der weiß vielleicht mehr, als er bisher bereit war zuzugeben. Vielleicht ahnt er auch mehr. Ich glaube, dass Menschen in solchen Ländern wie Bulgarien noch sehr viel mehr "Gespür" für die Handlungen ihrer Mitmenschen haben. Den Eindruck, den LM auf einen akademisch gebildeten Menschen, der von berufswegen mit dem Verhalten von Menschen zu tun hat, würde mich brennend interessieren. Was hat der Flughafenarzt tatsächlich von LM gedacht; welchen Eindruck hatte er ? Die Betonung liegt auf tatsächlich, nicht auf dem medizinisch erhobenen Befund.
ETTA
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Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von ETTA »

Iven hat geschrieben:
Einführungen in den Fall
1. Einführung:





2. Einführung:

Tacitus
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Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Tacitus »

Ich weiß nicht, ob, und wenn ja, wie oft eine ansatzweise schlüssige aber nicht zu Ende gedachte Option hier oder anderswo bereits Erwähnung fand. Da ich lesefaul bin, schildere ich einfach mal drauf los, allerdings eine Frage vorab:

Hier und dort liest man, dass die uniformierte Person, welche im Behandlungszimmer dazugestoßen sein soll, nicht identifiziert wurde. Wo kann man über diesen Sachverhalt genauer informieren?
Ich halte diese Informationen für enorm wichtig!

Betrachtet man die Situation aus dem Blickwinkel sämtlicher Kameras, darf man zu dem Schluss kommen, dass durch das Einspielen der einzelnen Sequenzen ein Geschehensablauf aus dem Kontext gerissen wurde, zumindest der Gesamt-Kontext Lücken aufweist.

Dazu eine fiktive Geschichte, die nicht für schwache Nerven und Angehörige gedacht ist:

Tag X am Frankfurter Flughafen:

Max Mustermann wird beim Flughafenarzt vorstellig, weil er wegen einer Verletzung in den vergangenen Tagen nicht flugtauglich war, ein Flug würde die Gesundheit von Max oder gar den Flug erheblich gefährden, eine Zwischen-Notlandung könnte erforderlich werden etc.- ergo: zu riskant. Max ist Börsenmakler, wohlhabend und muss nach NY-City. Er könnte auch das Schiff nehmen, hofft aber auf erreichen eines entsprechenden Genesungsgrades am heutigen Tage.
Max bekommt bereits Medis, welche individuell auftretende Nebenwirkungen haben können, bishin zu psychotischen Zuständen, ob und wann auch immer diese auftreten und wieder abklingen - die schlechten Erlebnisse sind bereits erlebt und beruhen entweder auf Fakten, Fiktionen oder einer gefährlichen Mischung von beidem, das ist hier aber auch egal.
Wichtig ist zu verstehen, dass unser Max faktisch ein eigenartiges, teils irrational erscheinendes Verhalten an den Tag legt, welches der Arzt für selten aber auch für nachvollziehbar hält.

Nachdem ein uniformierter Mann im Behandlungszimmer erscheint, lässt Max all sein Hab und Gut dort liegen und ergreift nahezu panisch die Flucht, warum er das tut, ist unwichtig.

Was passiert nun?

Alternative 1)
Der Arzt und der uniformierte zucken mit den Achseln, der Arzt ruft: "Der nächste bitte", gleichzeitig bittet er den Uniformierten, freundlicherweise das Hab und Gut von Max sicher zu verwahren, weil dieser sicher gleich oder etwas später wiederkommt.
Max kommt aber nicht wieder, er verschwindet spurlos. Das Gepäck wird in einem Dauerschließfach eingelagert.
Es kommt von Seiten Angehöriger zu einer Vermisstenanzeige und Fernsehbeiträgen, aus denen ersichtlich wird, wann Max wo langgerannt ist. Akte geschlossen...

Alternative 2)
Der Arzt ist perplex, er ist gerade dabei zu begreifen, dass hier wohl eine heftige Überreaktion auf das Medikament vorliegen könnte, denkt auch an eine Überdosierung (viel hilft viel) und bekommt am Rande mit, wie der Uniformierte in sein Motorola-Funkgerät spricht: "Soeben junger Mann von der Krankenstation flüchtig, hat sämtliche Gepäckstücke zurückgelassen!"...

Jeder, der diesen Funkspruch aus dem Lautsprecher seines Motorola-Funkgerätes hört ist in höchster Alarmbereitschaft und hört schon den imaginären Knall eines Sprengstoffanschlages.

Interventionsversuche des Arztes verfehlen nicht nur den fruchtbaren Boden, sondern verschärfen die Situation, indem er dem Uniformierten sagt: Ich denke, der hat (nur) eine Psychotische Episode.
Der Uniformierte funkt erneut: "Person ist psychisch krank!!!"
Es folgt eine Personenbeschreibung unter Angabe der Fluchtrichtung.

!!! RUN !!!

Gut 40 Sekunden später ertönt aus den Funkgeräten: "Schüsse!!!", wenige Sekunden später: "Person ist sicher!"

Der Arzt unternimmt weitere Interventionsversuche, weil er der einzige ist, der die derzeit vakante Situation richtig einschätzen kann, aber es ist zu spät. Im Entferntesten würde er nicht daran denken, die Krankenstation zu räumen, warum auch...

Etwas später tickert BALD-online: +++ Irrtümlich Terrorverdächtiger Max M. auf dem Frankfurter Flughafen erschossen +++ Die schrecklichen Aufzeichnungen der Überwachungskameras gibt es mit BALD-ABO +++ Horror-Hinrichtung am Frankfurter Flughafen +++

Natürlich wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, in welchem alle Umstände, die zu dem Missverständnis mit fatalem Ausgang führen konnten, offengelegt werden - das Verfahren wird von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt geführt.
Dabei wird ermittelt, dass ein Uniformierter, welcher Max verfolgte, einen Warnschuss abgegeben hat, kurz bevor Max eine Gebäudeseite passiert hatte. Eine weitere Streife, welche sich von der anderen Seite annäherte, hörte den Schuss, setzte den Funkspruch ab und eröffnete das Feuer auf Max, als er den Beamten quasi in die Arme lief.
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft kommt nach Vernehmungen und Auswertungen des Videomaterials, ballistischer Gutachten, Untersuchung von Projektilen etc. zu dem Schluss: "Putativnotwehr /-exzess" und stellt das Verfahren ein.
Jolu65

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Ja, die Geschichte mit dem "Uniformierten".....
Nach den Angaben des Flughafenarztes und wie in allen Berichten wiedergegeben wurde, so soll es sich dabei um einen Flughafenmitarbeiter gehandelt haben. Ich glaube inzwischen, dass dieser Mann ermittelt wurde und zum Sachverhalt nichts beiträgt.
Wäre es anders, so könnte natürlich das Verhalten des LM bei Sicherheitsorganen einen gewissen Alarm ausgelöst haben. Wir sehen jedoch, dass ihm bis zum Erreichen der Flughafenaußengrenzen niemand folgt- man ihn wohl tatsächlich dahin hat laufen lassen, was ich persönlich auch recht bemerkenswert finde. In Bulgarien sind vielleicht die Sicherheitsvorkehrungen im Außenbereich des Flughafens nicht so streng. Nun soll LM den Zaun von innen nach außen überquert haben, wodurch sich Sicherheitorgane ggf auch nicht gekümmert haben.
Ich hatte das weiter vorne schon einmal beschrieben, dass es natürlich denkbar wäre, dass LM doch so aufgefallen ist, dass sich Sicherheitsorgane, um ihn "gekümmert" haben könnten. Ich weiß nicht, wie man Bulgarien einschätzen kann, aber überlebt scheint es LM nicht zu haben, wenn er auf eine Streife getroffen ist. Das ist jedoch nur sehr spekulativ und durch wirklich keine Fakten erhärtet.

Zum Motiv seines Verschwindens trägt das ja auch nichts bei- eher zur Klärung seines Schicksal nach seinem Verschwinden. Aber da ist ja alles völlig offen.
chris3106

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von chris3106 »

Hallo,

nachdem ich mich nun seit längerer Zeit mit dem Fall beschäftigt habe, würde ich nun gern ein paar Kleinigkeiten zu der Diskussion beitragen.

Von den Vorrednern wird denke ich das Interesse, das das organisierte Verbrechen an einem Ausländer, der bislang nicht kriminalistisch in Erscheinung getreten ist, haben kann, weit überschätzt. Als Normalbürger ist man für die Mafia ein viel zu kleiner Fisch. Auch als Drogenkurier eignet sich ein erfahrener Mitarbeiter oder eine Person, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt, deutlich besser als jemand wie LM, der bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist und eine sichere Anstellung hat. Hinzu kommt, dass in seinem Gepäck keine Anzeichen für einen Drogenkonsum oder -transport gefunden wurden. Dies macht eine Verbindung zu Drogen zumindest unwahrscheinlicher.
Selbst wenn das organisierte Verbrechen hinter LM her war, hätte es genügend einfachere Gelegenheiten gegeben, ihn festzusetzen. Ich denke da insbesondere an den Zeitpunkt, als er in Varna nachts das Hotel verlassen hatte und panisch ein Taxi suchte.
Dass man LM wegen offener Geldschulden erpresst hat, halte ich schon deshalb für unwahrscheinlich, weil bei entsprechenden Geschäften (Drogen oder Prostitution) Vorkasse üblich ist.

Ein freiwilliges Verschwinden von LM halte ich nicht für völlig undenkbar. Dafür sprechen die teilweise nur schwer nachvollziehbarem Angaben seiner Mutter, insbesondere im Zusammenhang mit Lars' Kreditkarte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass LM wegen der als belastend empfundenen Familiensituation sich von seiner Mutter losgesagt hat, die nun die Öffentlichkeit instrumentalisiert um ihren Sohn wiederzufinden. Dagegen spricht jedoch, dass für ein freiwilliges Verschwinden keine derart aufwändige Inszenierung erforderlich gewesen wäre. Eine falsche Spur hätte Lars bereits durch die Behauptung, er werde verfolgt, gesetzt gehabt. Außerdem hätte Lars im Falle eines freiwilligen Verschwindens durchaus noch Interesse an den versprochenen 500 € gehabt. Um diese hatte er schließlich selbst gebeten.

Ein Punkt, dem meines Erachtens zu wenig Beachtung geschenkt wurde, ist Lars' Appetitlosigkeit, die sich, soweit ich weiß, durch den ganzen Urlaub zog. Aufgrund der körperlichen Verfassung von LM kann eine chronische Essstörung ausgeschlossen werden. Für mich käme als Ursache für die Appetitlosigkeit ein bereits vor Urlaubsbeginn begonnener Medikamentenmissbrauch in Betracht. Die selben Medikamente könnten dann eine Psychose ausgelöst haben, welche zu der Panikreaktion am Flughafen führte.
Im Verdacht habe ich sog. Benzodiazepine. Diese werden als Schlafmittel verschrieben und können Abhängigkeiten auslösen. LM gehört als Schichtarbeiter zu einer Risikogruppe für Schlafstörungen.
Dass Lars nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war, zeigt bereits die an seine Mutter gerichtete SMS, was es mit seinem Antibiotikum auf sich hat. Normalerweise hätte Lars doch wissen müssen, dass es sich um ein von einem Arzt verschriebenes Medikament für sein Ohrenleiden handelt.
Was haltet ihr von der Theorie eines Medikamentenmissbrauchs? Für diese Theorie spricht wie gesagt, dass sie das merkwürdige Essverhalten von Lars erklären würde. Dafür, dass eine psychische Ausnahmesituation sein Verhalten ausgelöst hat, spricht, dass es keinen einzigen konkreten Anhaltspunkt dafür gibt, dass er sich in einer tatsächlich gefährlichen Situation befand.
Hat jemand mit medizinischer Ausbildung vielleicht eine Idee, welche anderen Medikamente in Berracht kämen?

Abgesehen von dieser Idee, wollte ich noch anmerken, dass der Zustand des Hotels Color in den Medien etwas dramatisiert dargestellt wird. Es handelt sich sicher um kein schönes Hotel, aber wie entsprechende Bewertungen auf booking.com zeigen, ist das Hotel normalerweise ein Ort, an dem man problemlos eine Nacht verbringen kann.

Soweit die bis jetzt behauptet wurde, die Reisebegleiter würden einen merkwürdigen Eindruck machen, kann ich dem nur zustimmen. Mir haben echt die Worte gefehlt, als ein "Freund" für seinen verschwundenen Kumpel keine besseren Worte übrig hatte als dass dieser "trinkfreudig und sympathisch" gewesen sei.

Was haltet ihr von den Gedanken?
Excelsior

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Excelsior »

Hallo,

ich bin neu hier und habe mir gerade alle 23 Seiten durchgelesen. Ich MUSS jetzt einfach mal einen Sachverhalt klarstellen, auf dem hier beständig rumgeritten wird:
Die Sperrung der Kreditkarte durch die Mutter ist nicht im Geringsten merkwürdig, sie benötigt dafür weder eine Kontovollmacht noch sonstiges. Ich kann nach Belieben jegliche Kreditkarte sperren lassen wie mir lustig ist. Das nennt sich Kartensperrung durch Dritte und dient der Kartensicherheit. Wenn diese z.B an einer Tankstelle vergessen wurde kann der jeweilige Mitarbeiter diese dann sperren lassen. Solch eine Sperre ist immer temporär und der Karteninhaber könnte sie jederzeit nach Identitätsnachweis wieder aufheben lassen.
Da jetzt also einen Verdacht gegen die Mutter draus zu konstruieren ist völlig abwegig!

Zum Verschwinden selbst denke ich, dass ein freiwilliges Untertauchen absolut unplausibel ist und nichts dafür spricht. Wer seinen Abgang plant macht das unauffälig und nicht auf eine Weise, die größtmögliche Aufmerksamkeit und daraus folgend eine umfassende Suchaktion garantiert. Er hätte keinerlei Grund gehabt solch eine Show zu veranstalten, welche ihm im Nachhinein das Leben noch schwer machen kann.

Auch eine medikamentöse Psychose scheidet aus, das Medikament wurde schließlich ungeöffnet in seinem Gepäck gefunden. Er hat es also gar nicht eingenommen.

Krankheitsbedingt käme für mich hier nur eine Reisepsychose in Betracht, welche natürlich erst so richtig ausbrach, als er plötzlich allein im fremden Hotel war. Wenn man so will, fast die Grundbedingung für eine solche Erkrankung.

Ansonsten denke ich, die Flucht aus dem Flughafen spricht dafür, dass er etwas tat, was die Offiziellen dort für ihn zur Gefahr werfen ließ. Entweder eigener Drogenkonsum (hierfür spricht das Verhalten nach dem Verlassen des Gebäudes) und ein freundlicher Hinweis des Arztes, dass er so besser nicht Richtung Türkei fliegt und noch dableiben sollte. Wenn dann plötzlich ein Sicherheitsmitarbeiter in den Raum kommt, kann er gedacht haben der Arzt hätte ihn verpfiffen und ist aus Angst vor einer Festnahme getürmt. Das erklärt dann auch das Verhalten des Arztes, wenn der nämlich aussagt, dass er ihn gewarnt hat zu fliegen, statt die Polizei zu rufen, ist er vielleicht selbst dran. Also sagt er lieber nichts.

Die zweite Variante wäre, er wollte tatsächlich geschluckte Drogen schmuggeln (Finanzsorgen können durch die Pflege des Vaters durchaus vorhanden sein!) und bekam Angst vor einer Untersuchung durch den Arzt bzw. bemerkte er da, was für ne dumme Idee das war. Beim Flüchten über den Zaun platzt durch den Druck auf den Bauch eins der Päckchen und aus.
Gast

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Gast »

Excelsior hat geschrieben:Beim Flüchten über den Zaun platzt durch den Druck auf den Bauch eins der Päckchen und aus.
Wenn ich dein "und aus" richtig interpretiere, hätte er ja wohl hinter dem Zaun nicht mehr weit kommen können...
Excelsior

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Excelsior »

Das war mehr ein generelles "und aus" :)

Ich kenne mich mit Drogen nicht aus und habe daher keine wirkliche Ahnung wie schnell eine letale Wirkung einsetzt, welche Dosierung nötig wäre und wie weit er da noch gekommen wäre. Ich halte diese Variante auch für wenig wahrscheinlich, aber würde es nicht ausschließen. Auf Grund der durchaus kostenintensiven Pflegesituation zuhause kann durchaus eine gewisse Geldnot vorhanden gewesen sein.

Am wahrscheinlichsten ist für mich die Reisepsychose, da gibt es Erfahrungsberichte und Beschreibungen die durchaus auch auf das Verhalten von LM passen. Erstes mal "alleine" aus der behüteten Umgebung zuhause weg, scheinbar auch ein eher zurückhaltendes Wesen - was sich mit gesteigertem Alkoholkonsum und einem Überangebot an nackter Haut manchmal schwer vereinbaren lässt, vielleicht im Übereifer Drogen getestet, Stresssituation mit der Verletzung, plötzlich allein in fremden Land und Hotel.
Alf55

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Alf55 »

chris3106 hat geschrieben:Hallo,

nachdem ich mich nun seit längerer Zeit mit dem Fall beschäftigt habe, würde ich nun gern ein paar Kleinigkeiten zu der Diskussion beitragen.

Von den Vorrednern wird denke ich das Interesse, das das organisierte Verbrechen an einem Ausländer, der bislang nicht kriminalistisch in Erscheinung getreten ist, haben kann, weit überschätzt. Als Normalbürger ist man für die Mafia ein viel zu kleiner Fisch. Auch als Drogenkurier eignet sich ein erfahrener Mitarbeiter oder eine Person, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt, deutlich besser als jemand wie LM, der bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist und eine sichere Anstellung hat. Hinzu kommt, dass in seinem Gepäck keine Anzeichen für einen Drogenkonsum oder -transport gefunden wurden. Dies macht eine Verbindung zu Drogen zumindest unwahrscheinlicher.
Selbst wenn das organisierte Verbrechen hinter LM her war, hätte es genügend einfachere Gelegenheiten gegeben, ihn festzusetzen. Ich denke da insbesondere an den Zeitpunkt, als er in Varna nachts das Hotel verlassen hatte und panisch ein Taxi suchte.
Dass man LM wegen offener Geldschulden erpresst hat, halte ich schon deshalb für unwahrscheinlich, weil bei entsprechenden Geschäften (Drogen oder Prostitution) Vorkasse üblich ist.

Ein freiwilliges Verschwinden von LM halte ich nicht für völlig undenkbar. Dafür sprechen die teilweise nur schwer nachvollziehbarem Angaben seiner Mutter, insbesondere im Zusammenhang mit Lars' Kreditkarte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass LM wegen der als belastend empfundenen Familiensituation sich von seiner Mutter losgesagt hat, die nun die Öffentlichkeit instrumentalisiert um ihren Sohn wiederzufinden. Dagegen spricht jedoch, dass für ein freiwilliges Verschwinden keine derart aufwändige Inszenierung erforderlich gewesen wäre. Eine falsche Spur hätte Lars bereits durch die Behauptung, er werde verfolgt, gesetzt gehabt. Außerdem hätte Lars im Falle eines freiwilligen Verschwindens durchaus noch Interesse an den versprochenen 500 € gehabt. Um diese hatte er schließlich selbst gebeten.

Ein Punkt, dem meines Erachtens zu wenig Beachtung geschenkt wurde, ist Lars' Appetitlosigkeit, die sich, soweit ich weiß, durch den ganzen Urlaub zog. Aufgrund der körperlichen Verfassung von LM kann eine chronische Essstörung ausgeschlossen werden. Für mich käme als Ursache für die Appetitlosigkeit ein bereits vor Urlaubsbeginn begonnener Medikamentenmissbrauch in Betracht. Die selben Medikamente könnten dann eine Psychose ausgelöst haben, welche zu der Panikreaktion am Flughafen führte.
Im Verdacht habe ich sog. Benzodiazepine. Diese werden als Schlafmittel verschrieben und können Abhängigkeiten auslösen. LM gehört als Schichtarbeiter zu einer Risikogruppe für Schlafstörungen.
Dass Lars nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war, zeigt bereits die an seine Mutter gerichtete SMS, was es mit seinem Antibiotikum auf sich hat. Normalerweise hätte Lars doch wissen müssen, dass es sich um ein von einem Arzt verschriebenes Medikament für sein Ohrenleiden handelt.
Was haltet ihr von der Theorie eines Medikamentenmissbrauchs? Für diese Theorie spricht wie gesagt, dass sie das merkwürdige Essverhalten von Lars erklären würde. Dafür, dass eine psychische Ausnahmesituation sein Verhalten ausgelöst hat, spricht, dass es keinen einzigen konkreten Anhaltspunkt dafür gibt, dass er sich in einer tatsächlich gefährlichen Situation befand.
Hat jemand mit medizinischer Ausbildung vielleicht eine Idee, welche anderen Medikamente in Berracht kämen?

Abgesehen von dieser Idee, wollte ich noch anmerken, dass der Zustand des Hotels Color in den Medien etwas dramatisiert dargestellt wird. Es handelt sich sicher um kein schönes Hotel, aber wie entsprechende Bewertungen auf booking.com zeigen, ist das Hotel normalerweise ein Ort, an dem man problemlos eine Nacht verbringen kann.

Soweit die bis jetzt behauptet wurde, die Reisebegleiter würden einen merkwürdigen Eindruck machen, kann ich dem nur zustimmen. Mir haben echt die Worte gefehlt, als ein "Freund" für seinen verschwundenen Kumpel keine besseren Worte übrig hatte als dass dieser "trinkfreudig und sympathisch" gewesen sei.

Was haltet ihr von den Gedanken?
Bin Psychologie-Student (bald fertig) und kann dir sagen: Das halte ich für ausgeschlossen. Ich habe selbst schon Erfahrungen mit Benzodiazepinen (Diazepam, Lorazepam) gemacht und kann definitiv sagen: Das sind sedierende Medikamente. Die bringen dich in jedem Fall runter und bewirken nur in äußerst seltenen Fallen paradoxe Reaktionen. Dies allerdings dann aber auch "direkt" (oft bei der ersten Einnahme).

Kein verantwortungsvoller Arzt wird Lars dauerhaft Benzos verordnet haben. Das sind Notfallmedikamente für akute Krisen und sie werden in der ärztlichen Verordnungspraxis auch nicht für länger als max 14 Tage gegeben. Heute finden solche Medikamente eher Einsatz zur kurzfristigen Angstprophylaxe für - im Idealfall - einmalige Erlebnisse (Zahnarztangst, Prämedikation vor operativen Eingriffen). Um nun eine Abhängigkeit zu entwickeln, muss man solche Medikamente auch mindestens 4-6 Wochen einnehmen. Und zum Thema Appetitlosigkeit: Gerade Benzodiazepine wirken modulierend auf verschiedene Rezeptoren des Brechzentrums ein. Sie werden sogar gelegentlich zur Behandlung von Übelkeit eingesetzt, wenn andere Medikamente keine Wirkung zeigen. Menschen, die dauerhaft Benzos einnehmen, werden dick und bekommen massiven Hunger.

Sollte LM tatsächlich Schlafstörungen gehabt haben, so wird man ihm trizyklische Antidepressiva verordnet haben. Das sind Medikamente, die zwar zur Behandlung von Depressionen, wegen ihres schlafanstoßenden Effekts jedoch auch zur Behandlung von chronischen Schlafstörungen eingesetzt werden. Diese Medikamente machen nicht abhängig, wenngleich Absetzungserscheinungen beschrieben werden. So ein Medikamenten-Szenario wäre bei verantwortungsvollen Ärzten durchaus denkbar. Nur: Selbst wenn er diese Medikamente plötzlich absetzt, "tickt" man nicht aus. Nahm er sie weiter, so wird sein Essverhalten erst recht nicht damit zusammenhängen, denn diese Trizyklika wirken modulierend auf den Histamin H1-Rezeptor (ebendies tun auch Medikamente, die explizit gegen Übelkeit entwickelt wurden, z.B. Dimenhydrinat = Vomex A).

Allgemein kann man also sagen: Benzodiazepine sind zentral dämpfende Medikamente, die unruhige Personen ruhigstellen (sedieren), die Angst verringern (Anxiolyse), sie wirken muskelrelaxierend und gegen epileptische Anfälle. Psychopharmaka, die dämpfend wirken, steigern - allgemein gesagt - eher das Hungergefühl und das Essverhalten.

Einzig die SSRI - die neuen Antidepressiva - wirken mitunter massiv antriebsseigernd. Es hat viele dokumentierte Selbstmorde gegeben, weil Depressive hier häufig einen Handlungsdrang verspürten, der sich dann gegen sie selbst wendete. Essstörungen sind bei SSRI häufig zu beobachten. Allerdings: Ging es um Schlafstörungen, so sind diese Medikamente häufig kontrainduziert.
Absetzungserscheinungen fallen unter SSRI Medikation mitunter sehr stark aus. Personen sind sehr verzweifelt und haben körperliche Symptome, wenn die Dosis schlagartig auf 0 gesetzt wird.

Ob das bei LM allerdings zu einem solchen Verschwinden führte - ich halte das für ausgesprochen unwahrscheinlich.
Jolu65

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Nun gibt es ja tatsächlich gar keine Hinweise, dass LM unter Schlafstörungen litt bzw. deshalb auch Benzodiazepine einnahm. Sollte es doch so gewesen sein, dass er abhängig von Benzodiazepinen gewesen wäre, dann könnte eine Sucht durchaus bizarre Verhaltensmuster bewirkt haben. Hier gibt es die interessante Geschichte des Sture Bergwall alias Thomas Quick, die beschreibt, wie Benzodiazepine in einer Abhängigkeit sehr eindrückliche Änderungen in der Persönlichkeit bedingen können.
Ich glaube nicht, dass LM abhängig von Benzodiazepinen war und auch ansonsten keine anderen Drogen als Alkohol konsumierte. Wäre es anders, hätte man das leicht ermitteln können, weil Benzodiazepine als Arzneimittel ja zugelassen sind und von Ärzten auf einem Kassenrezept verschrieben werden. Das machen Ärzte auch, weil da Übertragungen und Gegenübertragungen wirken und sie durchaus wissen, dass eine längerfristig Einnahme nicht gut für den Patienten ist. Demnach bin ich davon überzeugt, dass man aus den Krankenversicherungsdaten von LM eine Verschreibung von Benzodiazepinen hätte ersehen können.

Es bleibt dabei:
Ich glaube immer noch, dass LM aus eigenem Antrieb sein Verschwinden inszenierte. Warum das Erscheinen eines uniformierten Flughafenarbeiters sein Verhalten auslöste, weiß ich auch nicht. Nach den Berichten schien es jedoch so sein.
Hängt das vielleicht doch mit seiner Ohrverletzung zusammen ?
Wir wissen ja überhaupt nicht, wie es dazu gekommen sein soll. Die Geschichte mit den Fußballfans ist wenig glaubhaft und klingt nach Ausrede. Was hat LM alleine in Varna zu nächtlicher Stunde da gemacht ? Womit konnte man ihn möglicherweise erpressen ?
Mir fällt da nur ein sexuelles Motiv ein- und ein solches ist für Varna ja auch nicht so entfernt. Das könnte schon sein, dass da ein "Uniformierter" von ihm abkassiert hat und dass er bei einem erneuten Auftauchen eines weiteren Uniformierten panische Angst bekommt. Aber gerade das würde ihn ja eigentlich eher veranlassen Bulgarien so schnell wie möglich zu verlassen........
1899Ost

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von 1899Ost »

Die hier aufgeführten Theorien über mögliche reelle Gefahren, die von der Person, die ins Sprechzimmer gekommen ist, und anderen ausgegangen sein sollen, halte ich insgesamt für abwegig. Wäre Mittank bei klarem Verstand gewesen, hätte er gewusst, dass die Flucht vom Gelände über den Zaun und der damit verbundene Verlust eigentlich sämtlicher Kommunikations- und Reisemöglichkeiten die schlechteste Option ist. Selbst im Falle eines drohenden körperlichen Angriffs würde man nicht in dieser Form die Flucht ergreifen. Auch der Fund von Drogen erfordert eigentlich nicht die Aufgabe des bisherigen Lebens. Es handelt sich bei der Flucht also definitiv um irrationales Verhalten, das legen auch die Bilder aus dem Flughafengebäude nahe.

Auch die Vielzahl und Heterogenität der von Mittank offenbar empfundenen Bedrohungen (er fühlte sich im Hotel unsicher, er hat Vertrauen in die Medikamente verloren, schließlich die Flucht am Flughafen) spricht eher für ein psychologisch begründetes Bedrohungsgefühl bzw. Paranoia in irgendeiner Form. Da sind meine VorrednerInnen sicher kompetenter. Das irrationale Verhalten an mehreren Punkten nährt jedenfalls erheblich die Zweifel, ob Mittank überhaupt in der Lage war, seine tatsächliche Bedrohungslage einzuschätzen.

Und wenn man davon ausgeht, dass er nicht tatsächlich verfolgt wurde, muss man hier zwei Fragen deutlich trennen: Welchen (psychologischen) Hintergrund hat die Flucht vom Flughafengelände? Was ist in der Folgezeit mit Lars Mittank geschehen?

Mittank ist absolut mittellos gewesen. Wenn er viel Glück gehabt hat, wurde er an der Autobahn noch von einer ihm wohlgesonnenen Person als Tramper mitgenommen. Im Normalfall aber - Balkan hin oder her - wäre er spätestens nach gewisser Zeit auf jemanden getroffen, der seine Herkunft hinterfragt. Man muss ja bedenken, dass Mittank sich als deutscher Tourist in aller Kürze hat überlebenswichtige Mittel beschaffen müssen. Ein unentdecktes Leben als Obdachloser erscheint wenig realistisch. Theorien über eine beabsichtichte Flucht mit unbekanntem Hintergrund scheitern daran, dass Mittank hierfür zunächst ein Lügenkonstrukt für seine Mutter hätte errichten müssen, ehe er dann doch spurlos verschwindet.

Würde ich mich persönlich festlegen müssen, ginge ich davon aus, dass er schon zeitnah nach seinem Verschwinden einem tödlichen Unfall oder Verbrechen zum Opfer gefallen ist und dies nichts mit dem Verschwinden aus dem Flughafengebäude zu tun hat. Denkbar wäre beispielsweise, dass Mittank in seinem Wahn einen möglichen Wegbegleiter angegriffen hat und daraufhin getötet wurde, das ist allerdings spekulativ.
Jolu65

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Selbstverständlich ist das Verhalten von LM für Außenstehende irrational; nicht normal. Aber für ihn hat es sicherlich durchaus einen Sinn ergeben. Nicht jeder, der für Andere irrational handelt, ist auch psychisch krank oder "gestört". Sein Verhalten war in dem Moment das einzig Richtige, was er hat tun können. Die Vorstellung er würde in Bulgarien "auf der Straße leben", halte ich für nicht überzeugend. Er hat als junger deutscher Mann überall auf der Welt sehr gute Chancen ein Auskommen zu finden. Und in manchen Ländern schaut man auch nicht so genau hin, wenn "Papiere" fehlen.
Nun könnte es passiert sein, dass LM ums Leben gekommen ist. Das ist bei ihm so wahrscheinlich, wie es bei mir wahrscheinlich ist, durch einen Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Solange man seine Leiche nicht gefunden hat- und die hätte man ja gefunden, wenn er einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen wäre- ist er für mich jedenfalls am Leben und führt das eben auf seine Weise- weder als "Wahnsinniger" noch als Opfer einer arzneimittelbedingten Psychose.

Warum pflegen Angehörige im häuslichen Milieu ?
Ja, da kann vielleicht auch schlechtes Gewissen oder sogar Geld eine Rolle spielen. Im Falle der Frau M wird es das nicht sein. Beim Pflegen von Angehörigen ist aber hauptsächlich moralische Überlegenheit im Spiel. Man will "Anderen" das Feld nicht überlassen, obwohl diese Anderen professionalisierte Kräfte sind und ihr Handwerk meistens und ganz sicher besser verstehen, als nicht ausgebildete Laien.
Die Mediendarstellung lässt Frau M immer als "starke Frau" dastehen, die nun neben ihrem Mann auch noch die Großmutter von LM pflegt. Was jedoch nur unterschwellig "durchkommt" ist die moralische Dominanz, die sie dadurch ausstrahlt oder auszustrahlen versucht. Durch diese Darstellung würde es jedem schwerfallen, sich ihrem Einfluss zu entziehen.
LM wirkt auf mich wie jemand, der "weit unter seinen Möglichkeiten blieb". Ein eher durchschnittlicher Typ mit gutem Aussehen aber nicht ambitioniertem Leben. Er arbeitet hart und verdient wahrscheinlich nur sehr durchnittlich; eine Freundin und gar eine Ehefrau hat er nicht. Stattdessen geht es jedes Wochenende heim - zur Mutter und dem schwerkranken Vater (ja ich bin hier böse in der Ausdrucksweise, um das Bild deutlich zu lassen von einem vermutlich zutiefst enttäuschten Menschen, dem im Bulgarienurlaub plöztlich klar geworden ist, wie wenig er bisher aus seinem Leben machen konnte und wie trist seine Perspektiven sind).
Vielleicht hat er auch vorher schon Signale ausgesendet, die ein Ende seines unambitionierten Lebens ankündigten. Die Fahrt in einen unbeschwerten Sauf-Urlaub mit Kumpels, deren Leben wahrscheinlich auch in Deutschland "total easy" verläuft, wäre ein passender Anlass gewesen, das Leben zu ändern.

Und das hat er getan- ob es gelang ? Ich weiß es nicht.
Wenn er das so getan hat, zolle ich ihm auf jeden Fall Respekt für seinen Mut.
Donlod
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Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Donlod »

Jolu65 hat geschrieben:Es kann ja niemand einfach die Kreditkarte Dritter- also auch nicht die naher Verwandter einfach so sperren lassen. Dazu braucht es eine Vollmacht oder die Verfügungsermächtigung durch Bekanntgabe der Kreditkartendaten. Die Mutter muss folglich eine ziemlich weitgehende Vollmacht über das Konto von LM gehabt haben. Warum das so war, kann man nicht wissen. Natürlich können das rein praktische Gründe gewesen sein. Allerdings ist es trotzdem ungewöhnlich, dass LM in seiner Situation seiner Mutter die Weisung gibt seine Kreditkarte zu sperren und noch ungewöhnlicher ist es, dass die Mutter dieser Weisung ohne Rückfrage nachkam. Ich kann das einfach nicht verstehen.
In dem link auf eine der letzten seiten da hat der detektiv ja ein paar Informationen preisgegeben. Und dort stand auch dass falls die Kreditkarte gesperrt wird nur lars sie entsperren kann. Eine vollmacht ist also auszuschließen.

Was ich vielmehr komisch finde ist dass die ganzen berichte auf eine art angst / verfolgungswahl anspielen. So wird zum beispiel auch nur gesagt zeugen hätten bemerkt dass er ängstlich ist. Wobei in den posts von dem detektiv auch mehrmals bestätigt wurde dass lars geweitete pupillen gehabt hätte.

Und zu der sache mit dem cefzil 500. wenn ich es richtig mitbekommen habe ist noch die volle tablettenpackung mit diversen anderen sachen von lars im Behandlungszimmer zurückgelassen worden.
Er hat also gar nichts von dem medikament genommen? Das einzige was er noch mit sich trägt ist sein reisepass + geldbörse.
Trotzdem sagen alle berichte er hätte pass und geld zurückgelassen.
Und was die 500€ western union angeht, man kann nur mit einem code darauf zugreifen den die mutter ihm per handy mitgeteilt hat. Da er das handy zurückgelassen hat konnte er später sowieso nicht mehr darauf zugreifen.

Was man auch nicht ausser acht lassen sollte ist dass lars spur von hunden bis zur autobahn verfolgt wurde. Dass er also irgendwo im feld liegt ist eher auszuschliessen zumals auch weil das feld laut detektiv von polizei abgesucht wurde. Heisst also dass er entweder eingestiegen ist oder evtl. weitergelaufen ( straße überquert, oder was auch immer).
Nun weiss ich jetzt nicht genau wie das mit den hunden ist. Können sie denn nicht falls er weitergelaufen wäre seine spur ausserhalb des bereichs der straße wieder aufnehmen?
Jolu65

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Eigentlich müsste alles in der Außendarstellung in solchen Sendungen wie Aktenzeichen xy besser geordnet sein. Deshalb exisistieren auch widersprüchliche Theorien, die eben ihren Ausgangspunkt in widersprüchlichen Faktendarstellungen haben.
Die Sache mit der Kreditkarte bleibt zunächst unklar. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass jeder die Kreditkarte des Anderen sperren lassen kann. Vorstellbar ist natürlich, dass Vertragspartner von Kreditkartenfirmen solche Sperrungen bei Unklarheiten beantragen können, aber dass Normalbürger ohne den Status eines Einzelhändlers mit vertraglicher Bindung an ein Kreditkartenunternehmen einfach ein Sperrung vornehmen können, würde ja jedem Missbrauch Tor und Tür öffnen. Deshalb muss die Mutter von LM über dessen Kartendaten verfügt haben. Geht gar nicht anders. Und das finde ich seltsam.
Ja, das verordnete Antibiotikum hat LM wohl nicht genommen. Dahingehend gibt es zahlreiche Aussagen, wodurch die "medikamentös" bedingte Psychose als Ursache seines Verhaltens ohnehin ausscheidet. Aber auch wenn er das Medikament genommen hätte, wäre die Wirkung innerhalb von Stunden wieder verflogen.
Drogen außer Alkohol hat LM wohl nicht konsumiert. Davon sollte man einfach einmal ausgehen, weil ja sich ja nirgends auch nur der leiseste Ansatzpunkt findet. Das wurde alles schon so oft hin- und herdiskutiert, dass man sich da ein ganz klares Bild machen kann. Da war nichts mit einer freiwilligen Einnahme von Drogen. Und wahrscheinlich hat er auch nicht "versehentlich" Drogen eingenommen. Auch dafür gibt es keinen Anhaltspunkt. Nun berichtet die Sozialarbeiterin, die ihn im Taxi zum Flughafen begleitete von erweiterten Pupillen. Das ist schon merkwürdig, wenn man einmal unterstellen will, dass eine Sozialarbeiterin in Varna einen gewissen Erfahrungsschatz mit Drogen und Drogenabhängigen hat. Erweiterte Pupillen deuten auf einen Kokainabusus hin. Andererseits sieht man auf den Videosequenzen einen recht müde und langsam laufenden LM, als der das Flughafengebäude betritt. So würde ein Kokainabhängiger nicht laufen- eher vielleicht jemand, der Cannabinoide intus hat. Deshalb ist auch die Schilderung der Sozialarbeiterin in sich nicht konsistent. Da widerspricht sich alles. Aus dem Grund sollten wir davon ausgehen, dass LM keine Drogen konsumiert hat.
Gar nicht denkbar, ist, dass er mit der Organisierten Kriminalität etwas zu tun hatte. Die würde niemals einen deutschen Touristen als Mitarbeiter rekrutieren. Das wäre für solche Organisationen viel zu riskant. Denn deren Ziel ist die Arbeit im Verborgenen. Durch einen dilettantischen Fehler eines Amateurs kann die gesamte Organisation "auffliegen". Deshalb kommt das nicht in Frage.
yogtze
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Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von yogtze »

Seit Jahren schaue ich XYungelöst (sämtliche Folgen habe ich inzwischen auf youtube gesehen - alle Folgen seit 1967).

Dieser Fall hat mich auch vom ersten Moment an fasziniert, aber auch sehr verwundert.
Ich möchte jetzt hier nicht alles auflisten, was am Vermistenfall LM merkwürdig ist.

Ich habe keine Theorie, was passiert ist aber vielleicht habe ich den einen oder anderen Denkanstoß.
Der Vater von LM hatte doch einen Schlaganfall und muss gepflegt werden.
Frage: pflegt die Mutter alleine ihren Mann oder hatte sie Hilfe?
Es ist doch bekannt, dass Pflegekräfte, vornehmlich aus Ost-Europa bei der Pflege von Angehörigen aushelfen.
Gab es diese Hilfe bei der Pflege?
Vielleicht eine Pflegekraft aus Bulgarien? Oder, so es diese Pflegehilfe gibt, hat/hatte diese Kontakt zu Bulgaren und ist LM so mit denen in Verbindung gekommen? Oder LM hat eine Krankenschwester/Ärztin aus Bulgarien wärend des KH-oder Rehaaufenthalt des Vaters kennengelernt.

Wer hatte die Idee zu der Reise nach Bulgarien? (Warum nicht Mallorca)?

Mir ist auch ein leichtes Lächeln bei der Schilderung des Arztes aufgefallen. Dieses beschäftigt mich auch schon die ganze Zeit und ich stelle mir die Frage: vielleicht hat er ja eine Tochter o.ä. Angehörige in Deutschland, die als Pflegekraft irgendwo arbeitet.
Das Lars geflohen ist, weil dieser Security/Polizist herein gekommen ist, wissen wir doch nur von diesem Arzt. Hat es diesen Security/Polizisten wirklich gegeben? Er wurde (meines Wissens nach) niemals ermittelt, vielleicht weil es ihn niemals gab?
Warum war LM 40min bei diesem Arzt?
Kannten sie sich und haben noch letzte Details besprochen?

In der ganzen Geschichte von LM tauchen immer Ärzte auf. Der Arzt vor Ort, der in KH überweist, der Arzt im KH, der Arzt im Flughafen. Vielleicht erklärt das die Vermutung einiger Hobbyermittler, ob man die Verletzung auch absichtlich herbei geführt haben kann, sodass LM einen Grund für sein vor Ort bleiben hatte. Äusserlich gab es wohl keine Anzeichen für einen Schlag keine Rötung oder Schwellung am Ohr - merkwürdig. Hat es diesen Schlag gegeben? War LM wirklich verletzt? Kann man die Verletztung absichtlich herbeiführen? Ein Arzt kann. Wollte man damit den Kumpels das Nicht-Abreisen plausibel machen? Macht aber wiederum keinen Sinn, eine doch so schmerzhafte Verletzung herbei zu führen, nur um eine Erklärung zu haben. Für ein neues Leben muss man fit sein, man verletzt sich nicht freiwillig. Eine Verletzung im Ohr ist aber eine perfekte Erklärung um evtl. nicht fliegen zu dürfen. Ausserdem ist sie nicht sichtbar und die Frage stellt sich, gab es sie überhaupt? Wer von euch oder seinen Kumpels kann sowas prüfen?

Sollte LM freiwillig in Bulgarien geblieben sein, dann macht die Abwesenheit der Mitreisenden von LM Sinn. Die Anwesenheit der Kumpels hätte doch gestört. Diese wären bei einer Flucht von LM aus dem Behandlungszimmer quer durch den Flughafen und das Gelände nicht still sitzen geblieben. Sie wären ihm nach gerannt, hätten doch zumindest Alarm geschlagen und somit die gesamte Aufmerksamkeit auf das Geschehen gezogen.
Andere Reisende wären aufmerksam geworden und der Ein oder Andere hätte doch sein Handy gezückt und die ganze Szenerie gefilmt. So viel Aufmerksamkeit wollte LM nicht haben und deshalb hat er auch seinen Sprint am Eingang verlangsamt und ist dann gemächlicher über das Flughafengelände gejoggt. Niemanden ist es aufgefallen oder gab es irgendwelche Zeugen, die gesagt haben: ja, ich habe diesen jungen Mann in Panik wegrennen sehen?

Wie schon oft hier gesagt, es gibt in diesem Fall mehr Fragen als Antworten und je mehr Fragen beantwortet werden umso mehr Fragen findet man auch wieder. Am Anfang dachte ich auch, es geht um Organhandel (LM war ein gesunder junger Mann, der sehr auf sich geachtet hat - Aussage der Mutter) oder Drogenschmuggel (wenig gegessen). Inzwischen glaube ich aber, dass LM tatsächlich aus freien Stücken verschwunden sein kann und zwar um in Bulgarien ein neues/anderes Leben zu beginnen.


So, und jetzt geschieht genau das was ich oben beschrieben habe. Man beantwortet eine Frage für sich und gleich kommt wieder eine Neue: was ist, wenn der Arzt durch einen befreundeten Arzt in Deutschland an die Gesundheitsdaten von LM gekommen ist? Da stellte man fest, welche Blutgruppe LM hat, dass er sehr gesund ist, weil gesund lebt und deshalb genau als Organspender für jemanden passt.
Dann ist eine Flucht von LM absolut im Bereich des Möglichen, weil er sich in Sicherheit bringen wollte. Aber auch hier gleich wieder: zu viel Aufmerksamkeit, LM in Varna Nähe Hotel Color verschwinden zu lassen wäre viel unauffälliger.


Vielleicht konnte ich ja ein wenig helfen oder in eine Richtung stubsen.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, bis die Tage.


P.S.: Ich finde es sehr erstauntlich und auch absolut fantastisch, was ihr alle für tolle Ideen habt, vielen Dank.
Alf55

Re: VERMISSTENFALL LARS MITTANK, VARNA (BULGARIEN), 2014

Ungelesener Beitrag von Alf55 »

Danke für deinen Beitrag, yogtze. Du hast viele interessante Aspekte genannt, die tatsächlich neu sind. Ich hoffe, die werden hier noch ein wenig diskutiert. Nur so viel: Die massive Dominanz der Ärzte ist mir bisher geworden - so war es tatsächlich. Und bei einem "Schlag aufs Ohr", sollte man durchaus einen Hämatom am Ohr erwarten können. Dieses gab es anscheinend nicht.
Die Vehemenz, mit der LM seine Freunde zurück nach D schickte, ist ebenfalls ungewöhnlich. Auch der Bezug zum Schlag aufs Ohr - in der Tat eine Erkrankung, die vielleicht für viele Menschen als plausibel für eine Flugunfähigkeit herhalten kann. Welche andere Erkrankung sollte einen Flug so plausibel herauszögern können? Grippale Infekte, Magen-Darm-Probleme etc. sicher nicht.
Vielleicht gab es diese Ohrverletzung aber auch schon von Geburt an - das wurde hier ja schon diskutiert. Oder irgendeine Anomalie, die oberflächlich betrachtet nach einem Defekt aussieht.

Übrigens interessanter Nickname. War das nicht die letzte Notiz eines Mannes, der in den 80ern ebenfalls spurlos verschwand, nachdem man seine Angst nicht ernst genommen hat - ich meine, das war auch bei XY :D
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