MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
CIC

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Im Sternbericht ist von einer Hausdurchsuchung die Rede:
"Auch die Durchsuchung des Hauses in Lohmar brachte die Ermittler nicht weiter: Nichts deutete auf ein Doppelleben der 54-Jährigen hin, auf einen Liebhaber oder auch nur einen neuen Bekannten. Kein Zettel mit einer unbekannten Telefonnummer, kein verräterisches Foto, kein Liebesbrief. Es gab auch keine ungewöhnlichen Abbuchungen von ihrem Konto."

Wird eine Hausdurchsuchung in einem solchen Fall routinemäßig angeordnet oder müssen Angehörige ihr Einverständnis geben? Kennt sich hier jemand damit aus?


gast hat geschrieben:
Warum fâhr er -immerhin war der Fahrersitz/Spiegel nIcht verstellt...

Und wenn es der Ehemann sein soll, warum hat sie nichts zu ihren Bruder gesagt ala mein Mann holt mich heute ab oder so? Wenn er sie aber nach der Arbeit überraschen wollte, so hat diese Variante viele Schwachstellen:
a) er könnte auf dem Flughafen von anderen gesehen werden
b) warum sollte er den Scenic selbst fahren?
C) warum parkt er rückwärts, wenn eh nur ein Umstieg geplant war?
d) wenn er es war, bleibt die Frage was er zwischen 8.30 und die Einschaltung des Flugmodus gemacht h

Ohne die betreffende Person konkretisieren zu wollen: Ich denke, dass es ein "Überraschungsbesuch" war. Frau Ameis rechnete nicht damit. Außerdem ist m.E. auch nicht damit zu rechnen gewesen, dass der Täter auf dem Flughafenparkplatz und im Apartmenthaus erkannt werden würde. Der Bruder von Frau Ameis war bei der Arbeit, zu anderen hatte sie offenbar recht wenig Kontakt und die vielen anderen Reisenden waren bestimmt viel zu sehr mit sich und ihrem Gepäck beschäftigt, als dass sie sich an einen für sie fremden Menschen erinnern würden.
Zu FAHRERSITZ UND SPIEGEL: entweder nicht viel Größenunterschied zu Frau Ameis und/oder Teil des Plans. Nach der Fahrt wurden Sitz und Spiegel wieder in die "korrekte" Position gebracht.
RÜCKWÄRTSEINPARKEN: Gewohnheit. Äußerster Parkplatz: um schnell fußläufig und einigermaßen ungesehen wieder am Flughafenareal und wahrscheinlich am dortigen Parkplatz zu sein.
Was der Täter in der Zwischenzeit gemacht hat? Ich vermute, die Leiche irgendwohin verbringen, wo sie bis heute nicht gefunden werden konnte...
Widasedumi
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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CIC hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 16:19:07 Ohne die betreffende Person konkretisieren zu wollen: Ich denke, dass es ein "Überraschungsbesuch" war.
Ja, das denke ich auch.
Bei diesem kalten Tag musste man eine Mütze aufsetzen und einen Schal über Mund und Hals wickeln. Vielleicht auch noch einen Schirm.
Und die Leute konzentrieren sich bei diesem Sauwetter auf ihr Ziel und wollen das schnell erreichen. Da interessieren andere Leute kaum.
Apropos "überraschen*. BA könnte auch erwartet worden sein. Vielleicht hat sie das gar nicht gleich bemerkt. Auf einmal könnte sie
überrascht, geschockt und bewusstlos gewesen sein.
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Meidericher
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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CIC hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 16:19:07 Im Sternbericht ist von einer Hausdurchsuchung die Rede:
"Auch die Durchsuchung des Hauses in Lohmar brachte die Ermittler nicht weiter: Nichts deutete auf ein Doppelleben der 54-Jährigen hin, auf einen Liebhaber oder auch nur einen neuen Bekannten. Kein Zettel mit einer unbekannten Telefonnummer, kein verräterisches Foto, kein Liebesbrief. Es gab auch keine ungewöhnlichen Abbuchungen von ihrem Konto."

Wird eine Hausdurchsuchung in einem solchen Fall routinemäßig angeordnet oder müssen Angehörige ihr Einverständnis geben? Kennt sich hier jemand damit aus?


Klar kenn ich mich damit aus.
Die Wohnungsdurchsuchung im Falle (insbesondere vermisster Kinder) ist eine Standardmaßnahme.
In aller Regel wird dem freiwillig zugestimmt. Ansonsten muss man sich einen Beschluss nach § 103 StPO (Durchsuchung bei anderen Personen, nicht beim Beschuldigten nach § 102) besorgen, der sicherlich auch erlassen wird.
Widasedumi
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

CIC hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 14:58:25 Leider wurden in meinem letzten Beitrag die Beiträge von widasedumi und meidericher nicht als solche gekennzeichnet (z.B. "widasedumi hat geschrieben"). Warum auch immer. Sollte natürlich nicht vorkommen.
CIC

Das erkannte ich und es war für mich kein Problem. Wenn du das Schreibfenster über den Antwort-Button geöffnet hast, dann erscheinen im unteren Teil des Bildschirms die letzten Postings der User. Da kannst du mit der Maus ganz normal markieren, dann gehe auf die seitlichen Anführungsstriche im kleinen gelben Quadrat und klicke drauf. Diese Stelle hat sich dann als Zitat fix und fertig in dein Schreibfenster begeben.
Irrtumsvorbehalt
gast

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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CIC hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 16:19:07 Wird eine Hausdurchsuchung in einem solchen Fall routinemäßig angeordnet oder müssen Angehörige ihr Einverständnis geben? Kennt sich hier jemand damit aus?
Also grundsätzlich erfolgt eine Dursuchung stets nach richterlichem Beschluss. Es kann also keine Routine sein, sondern ist eher eine Einzefallentscheidung. Der Richter muss die Verhältnismäßigkeit abwägen, ob ein solcher Eingriff in Grundrechten durch vorhandene Indizien gerechtfertigt ist. Mit Einverständnis der Angehörigen hat das wenig zu tun -sie müssen sich halt fügen. Eine andere Situation wäre, wenn beim Erstbesuch der Kripo die Familie sinngemäß sagt "Kommen Sie bitte rein, schauen sie sich um". Da kann die Kripo den einen oder anderen Schrank öffnen -aber eine richtige Dursuchung ist das nicht, da sehr oberflächlich.

1) Was Fahrersitz/Spiegel angeht: ich gehe davon aus, dass die Polizei auch Fingerabdrücke genommen hat, d.h. wenn der Eheman zuletzt was verstellt hat müssten auch sein Abdrücke dort zu finden sein. Insofern dürfe diese Info verifiziert sein, d.h. dass er dort nichts verstellt hat. Es sei denn mit Handschuhen, aber das würde die Polizei auch merken.

2) Was das Risiko auf dem Flughafen gesehen zu werden angeht. Dieses Risiko ist immer da -ob der Bruder im Tower sitzt oder Reisende mit sich beschäftigt sind. Es muss ja schließlich jeder an ihm erinnern -es reichen 2 und schon hat er ein Riesenproblem. Die Frage ist auch, warum auf so einem belebten Ort ein Risiko eingehen wo er sie doch jederzeit im Wald zum wandern locken könnte?

3) Was die Zeit zwischen Parkplatz und Flugmodus angeht. Wenn wir von ca. 8.30-14.00Uhr ausgehen, dann sind das 5,5h. Die Zeit für eine Leichenbeseitigung ist zwar nicht wenig aber auch nicht so viel, dass er nochmal um 14.00Uhr kommen könnte. Denn wie weit soll er gefahren sein -wenn einerseits die Umgebung nach Spuren abgesucht und nichts gefunden wurde und anderseits dass er trotz Stress, hin-rückfahrt + Leiche vergraben um 14.00Uhr wieder antanzt?
anderergast

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Ich gehe davon aus, dass das Kfz von B.A. vom Täter auf dem Gemeindeparkplatz abgestellt wurde.

Eine entscheidende Frage ist dann, welchen Vorteil es für einen fremden Täter gehabt haben sollte, dass das Fahrzeug von Fr. Ameis am Tag ihres Verschwindens NICHT auf dem Stellplatz vor dem Apartment vorgefunden wird? Ich sehe keinen einzigen Grund.

Woher sollte ein völlig fremder Täter wissen,
dass BA an diesem Tag die Heimreise antreten wollte,
dass sich BA das Apartment mit einem Kollegen (Bruder) teilt,
dass dessen Fahrzeug neben dem Stellplatz von BA parkte,
dass dieser nach Dienstschluss am Abend dorthin zurückkehren und sich wundern/alarmiert sein würde, weil das Kfz der Schwester noch da steht, die Schwester jedoch abwesend ist.

Selbst bei einem der Fr. A. etwas näher stehenden Täter (Anwohner/Kollege/Durchreisender/Sonst.) stellt sich die Frage, welchen Nutzen dieser davon hätte, durch ein Umparken die Denkrichtung an ein freiwilliges Verschwinden, eine Vermissung oder einen Suizid vorzugeben.
Gast.

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Kleiner Beitrag zum Thema Mobilphon

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gast

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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anderergast hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 18:27:17
Eine entscheidende Frage ist dann, welchen Vorteil es für einen fremden Täter gehabt haben sollte, dass das Fahrzeug von Fr. Ameis am Tag ihres Verschwindens NICHT auf dem Stellplatz vor dem Apartment vorgefunden wird? Ich sehe keinen einzigen Grund.
Na ganz einfach: Weil das Verbrechen erst am Parkplatz vor dem Bürgerhaus begonnen haben könnte. D.h. vielleicht wurde sie kurz vorm Parkplatz unter falschem Vorwand (Notfall, Autopanne) abgefangen und dorthin gelotst. Eine Autopanne-Falle wegen leerer Autobatterie z.B. würde die Parksituation des Autos erklären, wenn das andere auch rückwärts geparkt war. Wenn BA also ein reines Zufallsopfer war, beantworten sich deine Fragen von selbst.

Dann bliebe nur noch der Flugmodus.... :(

Da ich mit dem Gedanken, dass ein Täter (ob aus dem näheren Umfeld oder völlig unbekannt) den Flugmodus umstellt überhaupt nicht klar komme -denke ich gezwungenermaßen in eine andere Richtung. Was ist wenn BA um 14.00Uhr noch gelebt hat und dem Täter gesagt hat, dass sie eigentlich längst zu Hause sein müßte und ihr Mann bald anrufen wIrd? Ist es da nicht naheliegend dass der Täter sagt "Dann schalte das Handy aus!". Reflexartig macht sie ihr was vertrautes (Flugmodus statt ganz ausschalten) und zack ergibt der Flugmodus mehr Sinn.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Hier wurde gerätselt, wer vermutlich eher ein Auto rückwärts einparken würde, ein Mann oder eine Frau. Meiner Meinung nach hängt das entscheidend davon ab, wo man aus welchem Grund parken muss. Wenn ich an einer verabredeten Stelle auf jemanden warte parke ich z.B. rückwärts ein, um freie Sicht nach vorn zu haben.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

gast hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 18:03:30 Was die Zeit zwischen Parkplatz und Flugmodus angeht. Wenn wir von ca. 8.30-14.00Uhr ausgehen, dann sind das 5,5h. Die Zeit für eine Leichenbeseitigung ist zwar nicht wenig aber auch nicht so viel, dass er nochmal um 14.00Uhr kommen könnte. Denn wie weit soll er gefahren sein -wenn einerseits die Umgebung nach Spuren abgesucht und nichts gefunden wurde und anderseits dass er trotz Stress, hin-rückfahrt + Leiche vergraben um 14.00Uhr wieder antanzt?
Selbstverständlich ist die Zeit für ein Endversteck zu kurz. Er hatte diesen Fehler nicht in seinem Plan. Daher musste er an einem sicheren Ort zwischenablegen, zurückfahren, und danach konnte er seinen Plan für eine Endverbringung weiter betreiben.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

anderergast hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 18:27:17 Eine entscheidende Frage ist dann, welchen Vorteil es für einen fremden Täter gehabt haben sollte, dass das Fahrzeug von Fr. Ameis am Tag ihres Verschwindens NICHT auf dem Stellplatz vor dem Apartment vorgefunden wird? Ich sehe keinen einzigen Grund.
gast hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 19:47:58 Na ganz einfach: Weil das Verbrechen erst am Parkplatz vor dem Bürgerhaus begonnen haben könnte. D.h. vielleicht wurde sie kurz vorm Parkplatz unter falschem Vorwand (Notfall, Autopanne) abgefangen und dorthin gelotst. Eine Autopanne-Falle wegen leerer Autobatterie z.B. würde die Parksituation des Autos erklären, wenn das andere auch rückwärts geparkt war. Wenn BA also ein reines Zufallsopfer war, beantworten sich deine Fragen von selbst.
Da komme ich leider nicht mit. Ein Unbekannter soll BA zum Gemeindehaus gelotst haben wegen einer Panne? Dann hat er sie verschwinden lassen?
Das ist so unwahrscheinlich, dass ich diese Möglichkeit nicht annehme.
gast hat geschrieben: Sonntag, 06. September 2020, 19:47:58 Was ist wenn BA um 14.00Uhr noch gelebt hat und dem Täter gesagt hat, dass sie eigentlich längst zu Hause sein müßte und ihr Mann bald anrufen wIrd? Ist es da nicht naheliegend dass der Täter sagt "Dann schalte das Handy aus!".
Es fällt mir schwer, darin einen Sinn zu finden. Daher ist für mich die Motivfrage der entscheidende Punkt, den die Theorie plausibel erklären muss. Und hier halte ich meine Theorie für erklärungsstärker.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Ich gehe, wie die Tochter von BA, von einem bekannten Täter aus, der sich überlegt hatte, wie die Ermittlungen laufen. Sein Ziel dürfte es gewesen sein, so lange wie möglich aus dem Fokus zu sein. Diesem Ziel diente es, dass das Auto von BA eine Woche unentdeckt blieb und dass die Ermittlungen erst dann richtig anliefen, als das Überwachungsvideo-Material vom Flughafen schon gelöscht war.

AngRa schrieb letztes Jahr im Mai dazu:

von AngRa » 21.05.2019, 18:39

Man muss bedenken, dass die Ermittlungsbehörden erst nachdem sie das Fahrzeug von Birgit gefunden haben von einem Tötungsdelikt ausgegangen sind. Das Auto ist ca. 1 Woche nach ihrem Verschwinden gefunden worden. Man kann also davon ausgehen, dass alle in Frage kommenden Tatorte ( die Polizei geht von vier möglichen Tatorten aus: Tower, Appartement, kleiner Parkplatz auf dem Flughafengelände, Parkplatz auf dem Gemeindegelände) erst dann kriminaltechnisch intensiv untersucht worden sind. Innerhalb von einer Woche können alle Spuren verschwunden sein. Das ist oft die Problematik der Vermisstenfälle.
Irrtumsvorbehalt
gast

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von gast »

Widasedumi hat geschrieben: Montag, 07. September 2020, 00:32:42 Sein Ziel dürfte es gewesen sein, so lange wie möglich aus dem Fokus zu sein. Diesem Ziel diente es, dass das Auto von BA eine Woche unentdeckt blieb
Dieser Logik kann ich nicht folgen. Zum einen hätte das Auto gleich nach Ostern gemeldet + von der Polizei identifiziert werden können und auf der anderen Seite zeigt die Kriminalogie-Praxis, dass Autos die in Parkverbote bzw. auf einsame Parkplätze abgestellt werden -gefunden werden sollen!! Wer ein Auto verstecken will, parkt eher auf vollen Parkplätzen oder in Wohngebieten wo ein Auto selbst mit fremden Kennzeichen nicht auffällt.

In diesem Fall hier haben wir mehrere Elemente die gegen diese Logik sprechen: Bürgerhaus = Polizeiwache, leerer Parkplatz = Parkverbot, die nähe zum Flughafen = Reisende die für lau parken. Also alles andere als ein gutes Versteck wo möglichst lange sich keiner aufregen wird... :roll:

Zum Zeitgewinn des Ehemannes -den ihr so im Verdergrund als Argument stellt. Der Ehemann hat seine Frau am nächsten Tag als vermisst gemeldet, ich schätze mal so gegen Mittag > dann wären das ca. 20h (sie wollte ja nach der Schicht noch etwas schlafen) nach dem sie eigentlich zu Hause sein sollte. Was bringt dem Mann ein ohnehin so kurzer Zeitgewinn, dass er sogar noch Zeit hätte diesen nochmals um mehrere Stunden zu verkürzen indem er nochmals zurückfährt um den Flugmodus einzuschalten?
CIC

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von CIC »

Die "unbekannte Täter - Theorie" macht für mich auch wenig Sinn, weil es sehr unwahrscheinlich ist, dass Frau Ameis wegen einer vorgetäuschten Panne diesen Parkplatz angesteuert hat. So wie ich sie von den Beschreibungen her einschätze, wäre sie vermutlich schon hilfsbereit gewesen, hätte aber wohl eher angeboten per Handy den Pannendienst zu rufen.

Und wenn wir davon ausgehen, dass ein unbekannter Täter die Frau im/am Apartmenthaus überwältigt hätte, hätte es auch wenig Sinn gemacht, dass derjenige sie z.B. gezwungen hätte zum Parkplatz zu fahren. Wie weiter oben schon jemand sagte, ein unbekannter Täter müsste sich ja gar nicht die Mühe machen, das Auto vom Standort wegzubewegen, weil er die Lebensumstände von Frau Ameis nicht kannte.

Das Auto musste erst einmal aus dem Blickfeld derjenigen Leute verschwinden, die es kannten. Dass der Täter SO viel Glück haben würde, dass es erst eine Woche nach der Tat quasi um die Ecke entdeckt wurde, konnte sicherlich auch er kaum fassen.

Ich habe gelesen, dass mit "Personensuchhunden" gearbeitet wurde. Diese scheinen anders ausgebildet als die sog. Leichenspürhunde, denn sie können wohl die Fährte einer lebenden Person aufnehmen . Interessant wäre nun, ob jemals in diesem Fall an den möglichen Tatorten auch Leichenspürhunde eingesetzt wurden. Oder können die Hunde nur sehr zeitnah die Spuren erschnüffeln und es war zu spät?
anderergast

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von anderergast »

Wurde jemals berichtet, ob die Polizei davon ausgeht, dass B.A. nach Dienstschluss nochmal in dem Apartment war? Die Winterjacken von B.A. wurden beide im Kofferraum ihres Kfz vorgefunden und eine Spurensuche war bekanntlich insgesamt ergebnislos. Kein Blut oder sonstige Körperflüssigkeiten, keine fremde DNA.
Wenn sie direkt auf dem Heimweg (überrascht, unbedarft, in gutem Glauben) von einem Fahrzeug aufgepickt wurde, stelle ich mir vor, dass sie vor dem Einsteigen ihre feuchte Jacke (Wetter a. Tattag) und ihre Umhängetasche auf dem Rücksitz des warmen, beheizten Abholer-Kfz abgelegt hat. Eine Eskalation + „Übergriff“ erfolgte wahrscheinlich zeitnah in dem Auto und die Gegenstände inkl. Handy wurden nach Abschluss aller Aktivitäten vom Täter in den Kofferraum des von ihm weggeparkten Kfz * der B.A. verbracht.

* Gedankengang – Zuvor: Es ist noch dunkel. Sonnenaufgang 7.00 h, winterliches Wetter, nebelig. Täter parkt frühzeitig in Sichtweite Apartment, wartet, bis Kollege gg. 6.45 h Apartment verlässt, übernimmt bereits vollgepacktes Kfz der B.A., parkt es auf dem Gemeindeparkplatz, kehrt fußläufig zurück zu seinem Kfz. Wartet auf B.A.

Vor einer Weiterfahrt nach ? sollte der Täter nach dem „Spurenleger Handy“ (gefragt) gesucht haben. Kann man davon ausgehen, dass B.A. dieses in der Arbeit dabei hatte? Ich meine NEIN. Wozu? Es wurde selten von ihr genutzt, es war für sie nicht wichtig. Nicht einmal zum Termine vermerken (separater Kalender) hat sie es genutzt. Im Büro hatte sie ein Telefon und Email. Täter durchsucht Jacke und Umhängetasche, kein Handy aufzufinden. Fazit: Es befindet sich noch in der Wohnung (hängt am Ladekabel). Für die weiteren Aktivitäten zunächst also keine Gefahr. Spätere Einschätzung Stunden später – Zeitverzögerungsmanagement in Gefahr. Möglicherweise frühzeitiger Anruf des Kollegen „Birgit hat ihr Handy vergessen, ist sie schon zuhause?“. Keine schlafenden Hunde wecken. Schnell noch ins Apartment (Schlüssel v. B.A.), Handy abziehen, noch im eigenen Kfz den Flugmodus aktivieren*, in die Handtasche packen, zusammen mit der Jacke in den Kofferraum von B‘s Wagen legen.
* auch in diesem Fall wieder das Rätsel, weshalb Flugmodus. Möglich – Trigger Flughafen.
B.A. wird kein Smartphone gehabt haben. Auch keine Passwortsicherung. Oldfashioned Nokia z.B. 2 Schalter. 1 oben mittig (Ausschalten), 1 seitlich Laut/Leiseregler. Den Aus-Schalter muss man länger gedrückt halten, damit das Handy komplett aus ist. Drückt man den Aus-Schalter nur kurz, gelangt man in das Menue der Profile (ausschalten, lautlos, Flugmodus etc.).

Frage: Werden bei einer Hausdurchsuchung, der man ohne Durchsuchungsbeschluss zugestimmt hat, auch „Haushaltsfahrzeuge“ mit einbezogen?
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

gast

Das Wegfahren von Birgits Auto macht sehr wohl Sinn, um Zeit zu gewinnen. Sowohl, damit der Bruder nicht stutzig wird, als auch, dass es sonst niemanden stört. Sicher hätte es gemeldet werden können, aber dann hätte es eine Halterfeststellung und vielleicht einen Strafzettel gegeben. Unser Mitforist Meidericher kann das besser beurteilen. Außerdem wurde die Vermisstenanzeige in Siegburg gemacht, und wenn am Dienstag nach Ostern diese Parkordnungswidrigkeit aufgenommen und sofort ein Bezug zur Vermisstenmeldung hergestellt worden wäre, dann wären es auch 4 Tage Zeitvorsprung gewesen und das Videomaterial wäre gelöscht gewesen.
gast hat geschrieben: Montag, 07. September 2020, 07:50:03 Dieser Logik kann ich nicht folgen. Zum einen hätte das Auto gleich nach Ostern gemeldet + von der Polizei identifiziert werden können
Ich kann ihr sehr wohl folgen. Der Täter hat's probiert und es hat funktioniert.
gast hat geschrieben: Montag, 07. September 2020, 07:50:03 Zum Zeitgewinn des Ehemannes -den ihr so im Verdergrund als Argument stellt. Der Ehemann hat seine Frau am nächsten Tag als vermisst gemeldet, ich schätze mal so gegen Mittag > dann wären das ca. 20h (sie wollte ja nach der Schicht noch etwas schlafen) nach dem sie eigentlich zu Hause sein sollte. Was bringt dem Mann ein ohnehin so kurzer Zeitgewinn, dass er sogar noch Zeit hätte diesen nochmals um mehrere Stunden zu verkürzen indem er nochmals zurückfährt um den Flugmodus einzuschalten?
Nach meinem Verständnis hat die Funktionsumstellung des Handys den Zeitgewinn vergrößert. Ein Zeitgewinn hat sich auch ergeben, dass von Siegburg aus mit der Polizei in Hahn Verbindung aufgenommen werden musste. Daraufhin wurde wohl das Fahrzeug erst gemeldet. Danach ging das ganze nach Koblenz über. Und dann liefs erst richtig an.

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65853/2993790 Fahndung der Polizei Siegburg v. 10.4.15
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65853/2993917 Fehlerkorrektur bzl. letzter Sichtung von BA durch Polizei Siegburg v. 10.4.15
https://www.lohmar.info/nachricht_lohma ... 7b930.html Polizeipräsidium Koblenz vom 18.5.15

Also wir sehen, dass die Vermisstenmeldung vom 5.4.15 in Siegburg erst einmal ruhig angegangen wurde, denn die Öffentlichkeit wurde erst am 10.4.15 informiert. Dann ging es über nach Koblenz, wo der Polizeibericht vom 18.4.15 datiert. In dieser Zeit ist manche Spur verloren gegangen.
Erst in Koblenz wurde eine Sonderkommission gebildet. Der Fall war nicht bei Aktenzeichen xy. Die Ermittlungen verliefen im Sande.
(Die Links zu den Vermisstenmeldungen stammen von Forist Coco, zu lesen auf S. 13 dieses Threads.)
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Wie ich eben bei genauem Hinsehen erst feststellte, war, dass die Pressemeldung des Polizeipräsidiums Koblenz erst vom 18. Mai 2015 ist,
das heißt: einen Monat und 8 Tage nach der Fahndung von Siegburg. Diese Meldung war vom 10. April 2015.

Na da ist ja ne Menge Wasser den Rhein hintuntergeflossen, bis in Koblenz was angelaufen ist. Seit 4.4.15 ist BA vermisst. Und die Sonderkommission
in Koblenz, wann hat sich die gebildet, wenn die Meldung aus Koblenz vom 18. Mai 2015 ist?
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Frage von andergast: Werden bei einer Hausdurchsuchung, der man ohne Durchsuchungsbeschluss zugestimmt hat, auch „Haushaltsfahrzeuge“ mit einbezogen?


Antwort: natürlich, die Fahrzeuge im Wortlaut enthält ein Beschluss ja auch. Das macht auch Sinn. Da könnten Zettel etc. zu finden sein.
CIC

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Frage von anderergast Frage: Werden bei einer Hausdurchsuchung, der man ohne Durchsuchungsbeschluss zugestimmt hat, auch „Haushaltsfahrzeuge“ mit einbezogen?

Danke an Meidericher für die Antwort, denn das habe ich mich auch schon länger gefragt. Schließlich könnten dort ja auch Hinweise zu finden sein. Allerdings wäre für mich die Frage offen, wie gründlich das Durchsuchen geschieht. Also "nur" händisch mit Hilfsmitteln wie speziellem Licht, eventuell Chemikalien etc. oder werden auch hier Hunde eingesetzt? Diese Frage konnte leider noch nicht beantwortet werden, nämlich wie es sich mit dem Einsatz von Personensuch- und Leichenspürhunden verhält. Welche Institution ordnet diese an aufgrund welcher Verdachtsmomente??
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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[quote=CIC post_id=160930 time=1599476495
Danke an Meidericher für die Antwort, denn das habe ich mich auch schon länger gefragt. Schließlich könnten dort ja auch Hinweise zu finden sein. Allerdings wäre für mich die Frage offen, wie gründlich das Durchsuchen geschieht. Also "nur" händisch mit Hilfsmitteln wie speziellem Licht, eventuell Chemikalien etc. oder werden auch hier Hunde eingesetzt? Diese Frage konnte leider noch nicht beantwortet werden, nämlich wie es sich mit dem Einsatz von Personensuch- und Leichenspürhunden verhält. Welche Institution ordnet diese an aufgrund welcher Verdachtsmomente??
[/quote]

Das kann man alles nicht so absolut sagen, es kommt immer auf die Hypothese an die der jeweilige Ermittler/ die Kommission hat. Sicherlich werden im Appartement chemische Substanzen eingesetzt worden sein, um minimalste Blutspuren sichtbar zu machen. Es wird schon gründlich, d.h. spurensichernd durch die KTU und händisch durch die Ermittler durchsucht worden sein, da sei mal sicher.

Ich weiß nicht ob mantrailer Hunde zum Einsatz gekommen sind, da muss man sich im dann im Einzelfall beraten lassen, ob das Sinn macht. Auch hier bin ich mit sicher, sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden, sofern sie sinnvoll sind.
Anordnen kann das die Polizei, es ist ja keine strafprozessuale Maßnahme die unter dem Richtervorbehalt steht.
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