Trodat5203 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 20:29:00
Also ob die Schuhe von Anfang an dort lagen (wovon ich ausgehe, glaube die waren sogar noch geschnürt), spielt keinen Walzer. Frauke wird sie getragen haben, zumindest zu Beginn der Tat, oder gehst du davon aus, dass der Täter sie als erstes darum bat die Schuhe auszuziehen bevor sie in sein Fahrzeug stieg oder er sie hinein zerrte? Dass die Schuhe so verhältnismässig sauber aussehen erkläre ich mir durch die trockene warme Witterung die zu der Zeit herrschte und dem wenigen Bodenkontakt, sowie dass das Obermaterial und die Sohle der Schuhe nicht so stark durch Verwesung angegriffen werden.
Von Gewissheit war meinerseits nie die Rede, ich gehe davon aus. Das sind 2 Paar Schuhe, wenn du verstehst
Ja, das verstehe ich schon mit den 2 Paar Schuhen!
Es ist absolut okay, wenn Du davon ausgehst. Ich habe konträr hierzu immer noch einen Finder im Ohr. Einen Jäger der die Stelle mglw. öfter frequentiert und zuerst eben diese Schuhe als Erstes entdeckt hatte. Der ggü. den Medien und sicher auch den EB dezidiert aussagte, dass es ihn wundern würde, dass die Schuhe an eben dieser Stelle nicht schon früher entdeckt wurden.
Ich denke, dass sollte man nicht so einfach abtun. Ja, kann sein, dass die Schuhe schon von Beginn an mit Fraukes Leichnam dorthin verbracht wurden. Kann aber rein hypothetisch auch anders sein.
Trodat5203 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 19:47:42
Die Schuhe wären super interessant gewesen bzgl. möglicher Faserspuren einer Fussmatte z.B. oder Innenverkleidung eines Kofferraums. Mögliche Reste von Klebeband. Ach da fallen einem viele Dinge ein.
Ja von Gründlichkeit kann keine Rede sein in dem Fall, da wurde schon einiges verbaselt. Da packt man sich bei manchem echt annen Kopp. Vielleicht sieht die EG Cold Case da noch andere Ansätze und Möglichkeiten.
Erschaudern lässt mich auch immer wieder folgende Aussage von Östermann: " Manchmal hat man objektive Belege die gegen eine Täterschaft sprechen, das sind uns natürlich die liebsten und bei anderen Kandidaten da muss man sich einfach auf sein Bauchgefühl verlassen und sagen, nee, das passt nicht, das haut nicht hin." (Ungefähr so hat er es glaub ich gesagt) Also ich hoffe jedenfalls nicht, dass Personen aufgrund eines Bauchgefühls der Beamten ausgeschlossen wurden.
Wir scheinen da dieselbe Sprache zu sprechen und auch unseren Fokus auf ähnliche Dinge gelegt zu haben. Die Aussage von Östermann ist mir auch sehr präsent geblieben und ich dachte auch beim 8. Hören der Folge noch, dass ich inständig hoffe, dieser Mann und auch die anderen Ermittler verlassen sich eben nicht nur auf ihr Bauchgefühl. Ich war auch nicht sehr glücklich mit Östermanns Aussage, die Ausgangslage im Fall Liebs sei beschissen gewesen. Mag ja sein, aber 2015 wurde Östermann ja ein vielversprechender Hinweis präsentiert. Trotzdem kam es erst 2022 zu Durchsuchungen im Zusammenhang mit diesem Hinweis. Vielleicht war die Ausgangslage ja auch gar nicht so beschissen, sondern die eigene Einstellung und die eigenen Kompetenzen waren beschissen. Dieses Beispiel spricht jedenfalls dafür. In dem Fall hat deren Bauchgefühl ihnen wohl gesagt, alles ist in Ordnung. Nur mal so ein Gedanke.
SuperdadV8 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 20:36:35
Ja, das verstehe ich schon mit den 2 Paar Schuhen!
Es ist absolut okay, wenn Du davon ausgehst. Ich habe konträr hierzu immer noch einen Finder im Ohr. Einen Jäger der die Stelle mglw. öfter frequentiert und zuerst eben diese Schuhe als Erstes entdeckt hatte. Der ggü. den Medien und sicher auch den EB dezidiert aussagte, dass es ihn wundern würde, dass die Schuhe an eben dieser Stelle nicht schon früher entdeckt wurden.
Ich denke, dass sollte man nicht so einfach abtun. Ja, kann sein, dass die Schuhe schon von Beginn an mit Fraukes Leichnam dorthin verbracht wurden. Kann aber rein hypothetisch auch anders sein.
Ja ihn wunderte generell, dass man den Leichnam nicht früher entdeckt hatte. Dem gegenüber steht aber, dass die Fundstelle null von der Straße aus einsehbar ist und das selbst heute ohne den Bewuchs nicht. Wären vorher mal Menschen dort langgekommen hätten sie den Geruch wahrgenommen. Scheint also nie passiert zu sein, zumindest habe ich noch von niemandem gehört oder gelesen, dass er/sie im Zeitraum von Ende Juni bis zum Fund dort langgekommen wäre oder angehalten hätte. Also können die Schuhe durchaus dort die gesamte Zeit über gelegen haben. Außerdem weiss man ja nicht, wann dort Tiere zu Gange waren und ob diese nicht sogar kurz vor dem Fund noch zur Verteilung beigetragen haben. Und auch wenn ich es nicht mit Sicherheit sagen kann und zu deiner Enttäuschung auch keine Akten dazu besitze, ist es für mich logischer, dass Frauke dort samt Schuhen abgelegt wurde, als das der Täter die Schuhe dort separat abgelegt hat.
Der von dir beschriebene Schimmel in den Schuhen könnte btw ebenso gut die von mir erwähnte Leichenflüssigkeit sein.
Je mehr du mir weg nimmst desto größer werde ich. Was bin ich?
Trodat5203 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 19:47:42
Vielleicht sieht die EG Cold Case da noch andere Ansätze und Möglichkeiten.
Das hoffe ich auch, denn nach meiner Überzeugung gibt es erfolgversprechende Möglichkeiten, die bisher nicht oder nicht ausreichend genutzt wurden.
Ich war sehr unangenehm von Östermanns Reaktion überrascht, als Dominik Stawski ihn in seinem Podcast fragte, ob er mal in Erwägung gezogen hätte, dass das dreimalige "Mama" im letzten Gespräch ein Hinweis gewesen sein könnte. Nein, überhaupt nicht, lautete Östermanns Antwort, das sei völlig abwegig.
Ingrid Liebs hat nach meiner Ansicht sehr vernünftig in diesem Podcast dargelegt, dass es zwei Möglichkeiten zur Deutung dieses "Mama" gebe. Es könne Ausdruck völliger emotionaler und körperlicher Erschöpfung , aber sehr wohl auch ein Hinweis gewesen sein.
Dass der leitende Ermittler trotz eines klaren Hinweises im ersten Gespräch ("Christos") diese Möglichkeit eines weiteren Hinweises vollständig ignorierte, finde ich sehr bedenklich.
GeistL817 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 20:45:02
Wir scheinen da dieselbe Sprache zu sprechen und auch unseren Fokus auf ähnliche Dinge gelegt zu haben. Die Aussage von Östermann ist mir auch sehr präsent geblieben und ich dachte auch beim 8. Hören der Folge noch, dass ich inständig hoffe, dieser Mann und auch die anderen Ermittler verlassen sich eben nicht nur auf ihr Bauchgefühl. Ich war auch nicht sehr glücklich mit Östermanns Aussage, die Ausgangslage im Fall Liebs sei beschissen gewesen. Mag ja sein, aber 2015 wurde Östermann ja ein vielversprechender Hinweis präsentiert. Trotzdem kam es erst 2022 zu Durchsuchungen im Zusammenhang mit diesem Hinweis. Vielleicht war die Ausgangslage ja auch gar nicht so beschissen, sondern die eigene Einstellung und die eigenen Kompetenzen waren beschissen. Dieses Beispiel spricht jedenfalls dafür. In dem Fall hat deren Bauchgefühl ihnen wohl gesagt, alles ist in Ordnung. Nur mal so ein Gedanke.
Zusammenfassend lässt sich dazu sagen: gerade wenn eine Spurenlage beschissen ist, man keine DNA mehr finden kann, gerade dann untersuche ich alles was ich zur Verfügung habe! Alles andere ist halbherzig.
Die Mühe wollte man sich also nicht machen, aber man reist quer durch Deutschland um Chatkontakte zu überprüfen.
Ich glaube seitens der zuständigen Polizeibeamten kann man von einer gewissen Form von Betriebsblindheit sprechen in dem Fall.
Ich habe mich Mal vor kurzem dazu mit einem Kripobeamten unterhalten. Er hat sich den Podcast angehört und sagte direkt: er glaubt, dass war einer der das geplant hatte und den sie nicht kannte. Das wäre aus Erfahrung so. Von der Theorie jemandem könnte da was aus dem Ruder gelaufen sein und von der 1. SMS die durchaus noch freiwillig von Frauke verfasst worden sein kann , wollte er nix wissen und auch nicht weiter begründen warum er von einem Fremdtäter ausgeht.
Und bevor du Superdad jetzt fragst: nein, auch er hat die Akten zum Fall nie gesehen!
Je mehr du mir weg nimmst desto größer werde ich. Was bin ich?
Hamburger hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 20:52:50
Das hoffe ich auch, denn nach meiner Überzeugung gibt es erfolgversprechende Möglichkeiten, die bisher nicht oder nicht ausreichend genutzt wurden.
Ich war sehr unangenehm von Östermanns Reaktion überrascht, als Dominik Stawski ihn in seinem Podcast fragte, ob er mal in Erwägung gezogen hätte, dass das dreimalige "Mama" im letzten Gespräch ein Hinweis gewesen sein könnte. Nein, überhaupt nicht, lautete Östermanns Antwort, das sei völlig abwegig.
Ingrid Liebs hat nach meiner Ansicht sehr vernünftig in diesem Podcast dargelegt, dass es zwei Möglichkeiten zur Deutung dieses "Mama" gebe. Es könne Ausdruck völliger emotionaler und körperlicher Erschöpfung , aber sehr wohl auch ein Hinweis gewesen sein.
Dass der leitende Ermittler trotz eines klaren Hinweises im ersten Gespräch ("Christos") diese Möglichkeit eines weiteren Hinweises vollständig ignorierte, finde ich sehr bedenklich.
Ja, du sprichst mir aus der Seele. Da widerspreche ich Östermann ebenfalls. Frauke war keineswegs total verklatscht im letzten Gespräch. Sie hat sinnvolle Antworten gegeben. Sie hat sinnvolle Fragen gestellt. Sie hat sogar ihre Schwester aufgefordert sie nicht auszufragen. Das Mama kam nicht zwischendurch fragenunabhängig oder mit eingeworfen und auf keine andere Frage. Da nicht einmal den Schluss zu zulassen, dass es ein Hinweis gewesen sein könnte, finde ich mehr als engstirnig.
Je mehr du mir weg nimmst desto größer werde ich. Was bin ich?
Trodat5203 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 21:05:52
Zusammenfassend lässt sich dazu sagen: gerade wenn eine Spurenlage beschissen ist, man keine DNA mehr finden kann, gerade dann untersuche ich alles was ich zur Verfügung habe! Alles andere ist halbherzig.
Die Mühe wollte man sich also nicht machen, aber man reist quer durch Deutschland um Chatkontakte zu überprüfen.
Sehe ich 100% genauso. Dem ist nichts hinzuzufügen. Und diese Irrationalität ärgert mich massiv.
Ich hab keine Idee dazu .. Verwandtschaft dürfte mMn eine große Rolle spielen.. Familienmitglieder sind idR loyaler zueinander als Freunde...
Vielleicht eine liebende Mutter die etwas mitbekommen hat oder unwissend geholfen hat..wie auch immer das ausgesehen haben kann.
..oder bei den anderen Tv halt ein Bruder der einen guten Ruf zu verlieren hat.
Möglich wäre auch das es 2 Freunde waren am 1. Abend und einer hat sie dann mit nachhause genommen und ist dafür verantwortlich das sie am Ende sterben musste.
Würde ich zumindest nicht ausschließen..
Dieser Film 'Misery' (welcher natürlich eine ganz andere Grundhandlung hat)... eine Person nimmt eine andere verletzte Person mit nachhause und versorgt sie über Tage.. aber krankhaft es wird keine professionelle Hilfe geholt .. die verletzte Person merkt irgendwann das sich die Lage zuspitzt...sie wird immer wieder sediert (vielleicht vergewaltigt) und kommt da nicht mehr raus weil sie (Frauke) in den Fängen eines waschechten Psychopaten ist... der keine Lust auf Konsequenzen hat...
GeistL817 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 21:19:20
Sehe ich 100% genauso. Dem ist nichts hinzuzufügen. Und diese Irrationalität ärgert mich massiv.
Ja vorallem, weil direkt gesagt wurde, der Täter muss den Ablageort gekannt haben. Der ganze Tatablauf spricht für einen regionalen Täter. Aber Hauptsache man besucht Polarforscher Tjorven und Sybille aus Buxtehude, um sicher zu gehen, dass Frauke sich nicht mit einem dieser Chatbekannten noch verabredet hatte *findetdenfehler*
Je mehr du mir weg nimmst desto größer werde ich. Was bin ich?
Trodat5203 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 21:05:52
...
Ich glaube seitens der zuständigen Polizeibeamten kann man von einer gewissen Form von Betriebsblindheit sprechen in dem Fall.
Ich habe mich Mal vor kurzem dazu mit einem Kripobeamten unterhalten. Er hat sich den Podcast angehört und sagte direkt: er glaubt, dass war einer der das geplant hatte und den sie nicht kannte. Das wäre aus Erfahrung so. Von der Theorie jemandem könnte da was aus dem Ruder gelaufen sein und von der 1. SMS die durchaus noch freiwillig von Frauke verfasst worden sein kann , wollte er nix wissen und auch nicht weiter begründen warum er von einem Fremdtäter ausgeht.
Ich glaube, "Betriebsblindheit" ist eine zutreffende Bezeichnung. Östermann war ja durchaus ein erfahrener Kriminalbeamter, aber der Fall Frauke Liebs sehr ungewöhnlich, und ich vermute, es war seine Art der Erfahrung, die ihm hier eher im Weg stand.
Es ist nachvollziehbar, dass man zu Beginn der Ermittlungen davon ausging, dass der Täter aus Fraukes Freundeskreis oder zumindest dem engerem Umfeld stamme. Statistisch betrachtet, war das sehr wahrscheinlich.
Aber leider blieb Östermann auch nach einem Jahr trotz ausbleibender Erfolge hartnäckig auf die Hypothese fixiert, in Nieheim sei etwas "aus dem Ruder gelaufen". Dabei konnte man keineswegs sicher sein, dass Frauke Liebs freiwillig Paderborn verlassen hat. (In dem Stern-Artikel von Dominik Stawski tat Östermann z. B. die Möglichkeit, Frauke sei in ein Auto gezerrt worden, als unwahrscheinlich ab. Ich glaube durchaus, dass das sehr unwahrscheinlich ist, habe aber den Eindruck, dass Östermann generell sehr schnell Möglichkeiten als unwahrscheinlich - und deshalb vernachlässigenswert - abtat, die nicht in das Schema seiner bisherigen Erfahrungen passten.)
Das von Dr. Saimeh entworfene Täterprofil bietet nach meiner Ansicht eine sehr viel stimmigere Erklärung der Ereignisse als der Ermittlungsansatz der Bielefelder Kripo unter Östermann, und ich finde es sehr interessant, dass die Vermutung des Kripobeamten, mit dem Du Dich neulich unterhalten hast, auch in diese Richtung geht.
Hamburger hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Juli 2024, 23:26:57
Ich glaube, "Betriebsblindheit" ist eine zutreffende Bezeichnung. Östermann war ja durchaus ein erfahrener Kriminalbeamter, aber der Fall Frauke Liebs sehr ungewöhnlich, und ich vermute, es war seine Art der Erfahrung, die ihm hier eher im Weg stand.
Es ist nachvollziehbar, dass man zu Beginn der Ermittlungen davon ausging, dass der Täter aus Fraukes Freundeskreis oder zumindest dem engerem Umfeld stamme. Statistisch betrachtet, war das sehr wahrscheinlich.
Aber leider blieb Östermann auch nach einem Jahr trotz ausbleibender Erfolge hartnäckig auf die Hypothese fixiert, in Nieheim sei etwas "aus dem Ruder gelaufen". Dabei konnte man keineswegs sicher sein, dass Frauke Liebs freiwillig Paderborn verlassen hat. (In dem Stern-Artikel von Dominik Stawski tat Östermann z. B. die Möglichkeit, Frauke sei in ein Auto gezerrt worden, als unwahrscheinlich ab. Ich glaube durchaus, dass das sehr unwahrscheinlich ist, habe aber den Eindruck, dass Östermann generell sehr schnell Möglichkeiten als unwahrscheinlich - und deshalb vernachlässigenswert - abtat, die nicht in das Schema seiner bisherigen Erfahrungen passten.)
Das von Dr. Saimeh entworfene Täterprofil bietet nach meiner Ansicht eine sehr viel stimmigere Erklärung der Ereignisse als der Ermittlungsansatz der Bielefelder Kripo unter Östermann, und ich finde es sehr interessant, dass die Vermutung des Kripobeamten, mit dem Du Dich neulich unterhalten hast, auch in diese Richtung geht.
Was mir leider immernoch fehlt, ist eine logische Erklärung für die 1.Sms in einem Szenario in dem Frauke und der Täter sich vorher nicht kannten. Und die liefert auch Saimeh nicht. Ansonsten ist ihre Einschätzung schlüssig und passt besser zu dem letzten Telefonat als ein Frauke bekannter Täter.
Und genau deswegen glaube ich an die Mitte. Ein Frauke flüchtig bekannter Täter von dem sie kaum was wusste, zu wenig um ihn zu verraten, aber genug Vertrauen hatte um freiwillig in sein Fahrzeug zu steigen.
Frau Saimeh sagt, wenn Opfer und Täter sich kannten, dann hätte man ihn bereits. Das sehe ich anders. Dagegen stehen die fehlende DNA, die Ermittlungspannen, die nicht gesicherten Spuren.
Ach und nicht zu vergessen, der einfach riesige Bekanntenkreis von Frauke!
Je mehr du mir weg nimmst desto größer werde ich. Was bin ich?
Meine persönliche Hypothese ist auch ein Täter, den sie, wenn überhaupt, ganz oberflächlich kannte. „Grüß- und Nick-Kontakt“, um es mit Saimehs Worten zu sagen, trifft es möglicherweise gut. Vorstellbar ist aber auch jemand, den sie während dieses Sommers beim Feiern kurz vorher flüchtig kennengelernt hat oder jemand, den sie sogar erst an dem besagten Abend kennenlernte. Eines muss man ja zusammenbringen: Sie war sich offenbar im Klaren, nicht mit dem Leben davonzukommen und trotzdem nannte sie den Namen des Täters nicht. Sie scheint den Namen also nicht gewusst zu haben. Dennoch stieg sie höchstwahrscheinlich freiwillig zu ihm ins Auto. Höchstwahrscheinlich, da es keine Zeugen für eine Entführung gab. Ich sage nicht sicher, da es besonders im Bereich der Leo-Str. durchaus Bereiche gibt, in denen man eine junge Frau auch an Abenden, an denen die Innenstadt belebt ist, relativ entspannt in ein Auto zerren könnte, ohne dabei aufzufallen. Aber Man muss sich vorstellen, es war WM 2006 und Sommer. Frauke wurde von ihrem Umfeld, auch wenn sie grundsätzlich sehr offen war, nicht so eingeschätzt, dass sie zu einem fremden in ein Fahrzeug steigen würde. Diese besondere Stimmung, so schilderte Frau Liebs es einmal, könnte aber dafür gesorgt haben, dass man einem Fremden schneller vertraut, als man dies zu einem anderen Zeitpunkt und unter anderen Umständen getan hätte. Sprich: Möglicherweise wurde das Sommermärchen ihr zum Verhängnis. Aber das ist nur spekulativ. Ein weiterer Punkt, der dafür spricht, dass der Täter ein Fremder oder zumindest nur ein flüchtiger Bekannter war, ist, dass das Umfeld ihn ja offenbar ebenfalls nicht kannte, denn sonst hätte das Umfeld die Polizei ja bereits auf so jemanden aufmerksam gemacht.
Nach meiner Überzeugung gibt es einen Anhaltspunkt, der zum Täter führen könnte. (Ich hatte es hier schon erwähnt, weiß aber nicht, ob Ihr es gelesen habt.)
Die Telefongespräche wurden alle in Gewerbe- bzw. Industriegebieten an der Peripherie Paderborns (und mit schnellem Zugang zur B64) geführt. Für das 4. Gespräch kehrte der Täter in den Paderborner Osten zurück, wo nicht weit entfernt bereits das 2. Telefonat stattgefunden hatte. Der Standort des 5. Gesprächs befand sich in unmittelbarer Nähe zu dem des 4. Gesprächs.
Angesichts dieser Fakten bin ich überzeugt, dass der Täter gewusst haben muss, wie die Polizei auf diese Telefonate reagierte. Den Medien war das nicht zu entnehmen. Das letzte Mal (bis zum Fund der Leiche) wurde am Freitag über Fraukes Verschwinden berichtet; ein Polizeisprecher teilte mit, dass Frauke sich am Donnerstagabend telefonisch gemeldet habe, aber, da die Umstände weiterhin ungeklärt seien, die Polizei weiterermitteln würde.
Ein Täter, der auf Informationen aus den Medien angewiesen gewesen wäre, hätte also nicht den geringsten Hinweis darauf gefunden, dass die Polizei nach den ersten Anrufen sicher war, dass kein Verbrechen vorliegen würde, und deshalb auch keinen Finger mehr rührte. Bedenkt man, wie ungewöhnlich früh die Polizei Ermittlungen aufgenommen (keine 48 (!) Stunden nach Verlassen des Pubs, gab die Polizei bereits mit dem Absendeort der 1. SMS die ersten Ergebnisse ihrer Ermittlungen öffentlich bekannt), hätte der Täter allen Grund gehabt, weitere Ermittlungen zu fürchten.
Da der Täter aber bei weiteren Ermittlungen der Polizei spätestens bei dem 5. Gespräch mit aller Wahrscheinlichkeit in der Falle gesessen hätte, lässt das nach meiner Ansicht nur den Schluss zu, dass er zuverlässige Informationen aus dem engsten Kreis von Frauke über die Einstellung der polizeilichen Aktivitäten erhalten konnte. An solche Informationen konnte der Täter aber nur gelangen, wenn niemand ihn ihm den Täter vermutete.
Der Täter muss also nach meiner Ansicht in den Tagen von Fraukes Entführung die unauffällige und unverdächtige Möglichkeit gehabt haben, mit einer Person aus dem allerengsten Kreis von Frauke zusammenzutreffen. (Auf Gerüchte konnte er sich nicht verlassen.) Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dieser vollkommen unschuldigen und bis heute völlig ahnungslosen Person um den Mitbewohner handelt.
Und ich halte es für sehr naheliegend, dass Frauke der Täter über diese Person bekannt war und sie ihn deshalb für hinreichend vertrauenswürdig hielt, um sich von ihm nach Hause fahren zu lassen.
Zu der Frage, weshalb sie seinen Namen nicht im letzten Gespräch verraten hat:
Vielleicht kannte sie nur seinen Vornamen (in Fraukes Alter nicht ungewöhnlich), und wenn dieser ein Allerweltsname gewesen wäre, hätte es nicht viel gebracht. Wenn sie auch den Nachnamen gekannt hätte: Wie wahrscheinlich wäre es gewesen, dass der Täter sie nach Nennung seines Vornamens auch den Nachnamen noch hätte aussprechen lassen?
Vor allem glaube ich jedoch, dass Frauke den Täter nicht provozieren wollte, weil sie auf eine Befreiung durch die Polizei hoffte. Sie hatte Chris' Frage bejaht, ob sie wisse, dass die Polizei nach ihr suche (von Chris im Präsens formuliert), und es ist doch sehr wahrscheinlich, dass Frauke in diesem Fall davon ausging, die Polizei werde während dieses Gespräches ihr Handy zu orten versuchen.
Auch und gerade wenn Frauke wusste, dass sie in Lebensgefahr war, wird sie doch aller Wahrscheinlichkeit nach versucht haben, sich auf ihr Überleben zu konzentrieren. Dass sie überlebte, war für sie, ihre Familie und ihre Freunde das Wichtigste. Dass eines Tages ihr Mörder gefunden würde, kann für sie in einer solchen Lage nach meiner Auffassung nicht prioritär gewesen sein.
..mMn ist der gesuchte eher durch den neuen Bekanntenkreis (Freunde und deren Freunde) zu finden..
der neue Bekanntenkreis der ein Drama verarbeiten musste... da irgendwo müsste sich der Hase im Gras verstecken...
Was Du in deinem letzten Beitrag geschrieben hast sehe ich genauso, mit einer Ausnahme. Der Täter dürfte mAn nicht über Chris mit Frauke in Kontakt gekommen sein, er wohnte noch nicht so lange in Paderborn und war unter der Woche nur für ein paar Tage in der Uni. Ob er dort überhaupt einen Freundeskreis hatte? Frauke hingegen kannte durch die Ausbildungsstelle viele Kolleginnen und Kollegen, verabredete sich auch an den Wochenenden mit ihnen. Die Wahrscheinlichkeit ist mAn hier viel größer, dass sie dem Täter über einem dieser Kontakte schon mal begegnet ist. Vielleicht ist man sich auch schon mal früher in Bielefeld oder Herford auf einer Party über den Weg gelaufen, als sie noch in Lübbecke wohnte?
Hätte der Täter Chris gekannt, wären die Anrufe doch eigentlich nicht nötig gewesen.
HHmoin hat geschrieben: ↑Montag, 29. Juli 2024, 08:27:30
..mMn ist der gesuchte eher durch den neuen Bekanntenkreis (Freunde und deren Freunde) zu finden..
der neue Bekanntenkreis der ein Drama verarbeiten musste... da irgendwo müsste sich der Hase im Gras verstecken...
Das könnte durchaus möglich sein. Man Stelle sich vor, jemand aus dem Bekanntenkreis von I. Und N. spricht Frauke an und sagt sowas wie:" du, können wir mal quatschen? ich mache mir Sorgen um N., der ist so scheisse drauf seit dem Tod von seinem besten Freund"
Freunden von Freunden vertraut man in der Regel schneller und ich glaube, Grad dieses Thema hätte Frauke nicht abgelehnt.
Je mehr du mir weg nimmst desto größer werde ich. Was bin ich?
Hamburger hat geschrieben: ↑Montag, 29. Juli 2024, 01:31:17
Der Täter muss also nach meiner Ansicht in den Tagen von Fraukes Entführung die unauffällige und unverdächtige Möglichkeit gehabt haben, mit einer Person aus dem allerengsten Kreis von Frauke zusammenzutreffen. (Auf Gerüchte konnte er sich nicht verlassen.) Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dieser vollkommen unschuldigen und bis heute völlig ahnungslosen Person um den Mitbewohner handelt.
Und ich halte es für sehr naheliegend, dass Frauke der Täter über diese Person bekannt war und sie ihn deshalb für hinreichend vertrauenswürdig hielt, um sich von ihm nach Hause fahren zu lassen.
So sehe ich das auch, aber in einem entscheidenden Punkt bin ich anderer Meinung, nämlich, dass der Täter ein Mann gewesen sein muss.
MMn handelt es sich um eine Täterin. Dies könnte im Hinblick auf das Motiv, den gesuchten Kontakt mit „nur Chris“, Fraukes Antworten im letzten Gespräch, und dass Frauke bekleidet und ohne sichtbare Anzeichen von Gewalt gefunden wurde usw. viel besser erklären. Es könnte sogar erklären, warum Frauke die Täterin nicht verraten hat. Vielleicht hat Frauke trotz des Ernstes der Lage, aber weil es sich um eine Täterin handelte, die Hoffnung nicht aufgegeben und ist deshalb nicht das Risiko eingegangen, einen Namen zu nennen. Oder weil sie durch das Nennen eines Namen Chris in ein teuflisches Dilemma gebracht hätte und Chris ihr deshalb wahrscheinlich sowieso nicht geglaubt hätte, aber es schon Konsequenzen, kein Kontakt mehr zu Außenwelt, für Frauke hatte.