TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Fälle: Arian Arnold, Jenny Böken, Kirsten Heisig, Unbek. Junge (Oelsa/Osterzgebirge), Isabelle Kellenberger, Malina Klaar, Yolanda Klug, Elisa Lam, Paula Maaßen, Christian Morgenstern, Theresa Stahl, Georgeta Tapu
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

Catch22 hat geschrieben: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 20:14:58

Back to the Roots blickt Benedikt Warmbrunn für die Süddeutsche Zeitung (SZ) – wie schlampige Polizeiarbeit überhaupt zur Anklage geführt haben konnte. Nicht tangiert wird allerdings die Frage, weshalb zwei Rosenheimer Pflichtverteidiger trotz Akteneinsicht von all den Widersprüchen nichts mitbekommen haben wollen.
https://www.youtube.com/watch?v=vG5IVnOq4uk
Hier wird von der Lydia Benecke beim Fall des Bauern Rupp die glorreiche bayrische Polizei und das ehrenwerte Gericht beleuchtet.
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

Mist, jetzt wollte ich morgen mal live zusehen, leider hab ich gerade festgestellt, dass mein Ausweis abgelaufen ist. 🙈
Waren an den letzten Tagen Ausweiskontrollen und waren sie Plätze besetzt?
String27
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von String27 »

Reisepass geht auch. Ich war insgesamt an 5 Verhandlungstagen dabei und musste nur am Anfang einmal mein Ausweis zeigen. Weil die Justiz uns ja bereits kannte. aber es geht doch auch ein Führerschein als Dokument oder nicht?
String27
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von String27 »

Catch22 wann lädst Du die Artikel hoch ? Der von der Rosenheimer also ovb würde mich sehr interessieren. Ich danke Dir.
Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

9. Sitzungstag – 23.10.2025

OVB: Live-Ticker

Das Oberbayerische Volksblatt (OVB) berichtet:

(Nachfolgende Zusammenfassung enthält auch Infos aus dem Ticker der PNP, Link siehe weiter unten.)

► Zeuge: LKA-Beamter zu Handy- + Geo-Daten
Hanna (iPhone XR)
• Standortdaten von Apps
→ auf Heimweg nach Süden
→ zuletzt Richtung Seilbahnparkplatz [Geo-Punkt 11]
→ Ungenauigkeit sehr groß
→ auch Kampenwandstr. möglich
→ kein Rückschluss auf tatsächliche Wegstrecke
• Geo-Punkte 1–11 relativ genau (Radien > 90 m)
• Geo-Punkt 12 sehr ungenau (2.32 Uhr)
→ hohe Signaldämpfung, z. B. durch Sturz ins Wasser
• auch im Eiskeller schlechter Empfang, Geo-Punkte ungenau
RAin Rick: Geodät könne Geo-Punkte sehr genau eingrenzen
Sebastian
• 3 Handys
• 1 davon ausgewertet
• keine Standortdaten aus jener Nacht
• 02.10.2022, 20.55 Uhr Telefonat mit Bekanntem
• 03.10.2022, 19.57 Uhr Telefonat mit demselben Bekannten
• „auffällige“ Suchbegriffe
• RAin Rick: Ausschluss der Öffentlichkeit bei intimen Details?
• StA: signalisiert Zustimmung
• Gericht: bei Porno-Suchbegriffen keine Öffentlichkeit

► Zeuge: Datenanalyst der Polizei zu Funkzellendaten
• 3 Funkzellen
→ 1 südlich des Schlossbergs
→ 2 nördlich (Eiskeller)
Hanna
• bis kurz vor mutmaßlicher Tatzeit in nördlicher Funkzelle
• gegen 2.30 Uhr in südlicher Funkzelle
• später wieder in nördlicher Funkzelle
→ Wechsel nicht zweifelsfrei erklärbar
→ kein Aufschluss über Hannas Aufenthaltsort
• 2.31 Uhr Aufbau Telefonat (südliche Funkzelle)
→ Voice over LTE, nach 45 Sek. abgebrochen
• 2.36 + 2.37 Uhr eingehende Anrufe, Aufbau nicht gelungen
Sebastian
• mit Verzögerung erlangte Erlaubnis
→ keine Verkehrsdaten mehr verfügbar (Speicherung 7 Tage)

► Zeuge: Kriminalbeamter zu Facebook + Instagram
• Auftritte von Hanna untersucht
• keine Verbindung zu Sebastian

► Zeuge: Kriminalbeamter u. a. zu Handy-Auswertungen
Sebastian
• 1. Handy (Xiaomi) für Internet, vor allem Pornos
• 2. Handy für Internet, länger nicht in Gebrauch
• 3. Handy (Oukitel WP7) für Chats und Telefonate
• 4. Handy beschädigt, nicht auslesbar
• 03.10.2022, 1.24 Uhr Fitnessvideo (14 Min., 10 % angeschaut)
• 03.10.2022, 2.42 Uhr „Clash of Clans“ (8:33 Min., W-LAN)
→ Benutzer-Account „Jojo“, unklar, wer gespielt hat
• 03.10.2022 Gruppen-Chat, Verabredung mit Freunden
• ab 04.10.2022 Berichterstattung verfolgt
→ Pressemitteilung der Polizei, Rosenheim24, Spiegel
• Garmin-Smartwatch: defekt, keine Daten zum 03.10.2022
Verena R.
• 05.10.2022: „Paranoia, dass ich auch umbracht werd“
• 17.11.2022 an Mutter: Treffen „nicht am 3., sondern am 5.“
• nach Festnahme: „müssen dem T. unbedingt helfen“
• später: in JVA besuchen, zeigen, was sie von ihm halten
• Vorsitzende: Kippen der Stimmung von Wohlwollen zu Wut
Spaziergang, Tischtennisspiel
Verena:
• per Chat mit Sebastian zu Spaziergang 03.10.2022 verabredet
• 03.10.2022 Fotos Tischtennisspiel
• 03.10.2022 Geo-Daten abends zu Hause [Bergen]
• 03.10.2022 Schrittzähler 20–21 Uhr nur 76 m
• 04.10.2022 Schrittzähler 21–23 Uhr viele Schritte, > 5 km
• 04.10.2022 Geo-Daten + Kamera → in Aschau
Sebastian:
• 03.10.2022 Schrittzähler nur 3.197 Schritte
• 04.10.2022 Fotos Spaziergang
• 04.10.2022 Schrittzähler 13.078 Schritte
Überwachungskameras
• vor Lokal „Chalet“: 2.08 Uhr Jogger
• bei Seilbahn (zeichnet nur bei Bewegung auf)
→ wegen Spinnennetz und Regen nichts erkennbar
→ 2.26–2.40 Uhr keine Aufzeichnung

► nichtöffentlich: Pornokonsum + diesbzgl. Suchbegriffe

Morgen geht's weiter:
Verena R.
► Vernehmungsbeamte
► Zeugen aus Umfeld des Eiskellers

Spoiler – hier klicken!
Irrte sich Sebastians Freundin im Datum? Handydaten erhärten die Annahme

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… Sebastian T. und seine Anwälte Regina Rick und Dr. Yves Georg. © Haindl

Update 11.30 Uhr – „Irgendwas muss mit Hannas Handy passiert sein“

Der neunte Verhandlungstag startete mit einem Antrag der Verteidigung. Rechtsanwältin Regina Rick teilte mit, dass sie nicht einverstanden damit sei, dass die Pornonutzung von Sebastian T. auf seinem Handy noch einmal öffentlich aufgerollt werde. …

Dann wurde der erste Zeuge in den Saal gerufen. Der Polizeibeamte sagte zu den GPS-Daten des iPhones von Hanna W. aus. Es ging um Geo-Punkte, die von Apps gesetzt werden und Standortdaten senden. Alle weisen eine gewisse Ungenauigkeit auf, deuten aber darauf hin, dass Hanna W. sich auf ihrem Heimweg nach Süden bewegte. Zuletzt bewegen sich die Punkte Richtung Kampenwandparkplatz, doch der Radius sei so groß, dass das Handy Hannas sich auch auf der Hauptstraße befunden haben könnte.

Die Geopunkte 1 bis 11 wiesen eine relativ hohe Genauigkeit auf, ab Punkt 12 liege eine starke Ungenauigkeit vor, so der Experte. Er führte dies auf eine hohe Dämpfung des Signals, wie beispielsweise durch einen Sturz des Geräts ins Wasser, zurück. „Irgendwas muss mit dem Handy passiert sein“, so der Zeuge. Auch im Keller des Clubs sei der Empfang so schlecht gewesen, dass die Geopunkte sehr ungenau waren.

Der nächste Zeuge sagte zu den Funkzellendaten zu Hanna W.s Mobiltelefon aus. Es gebe drei Funkzellen, die … die Aktivität des Handys abdeckten: eine südlich des Schlossbergs im Bereich des Elternhauses und zwei nördlich, die den … Eiskeller … abdecken. Um 2.31 Uhr sei auf Hannas Gerät versucht worden, ein Telefonat zu starten, der Verbindungsaufbau wurde aber „durch irgendetwas abgebrochen“, so der Zeuge. Zu diesem Zeitpunkt habe sich das Gerät bereits in der südlichen Funkzelle befunden.

Um 2.36 Uhr und 2.37 Uhr sei von einem anderen Telefon versucht worden, eine Verbindung zu Hannas Gerät aufzubauen, was nicht gelang. Zum Smartphone Sebastian T.s sagte der Zeuge, dass gerade im kritischen Zeitraum – in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2022 – keine Verkehrsdaten vorlägen. „Teile der Zell-IDs und der Kommunikation waren zu diesem Zeitpunkt schon weg.“

Update 14.50 Uhr – „Der würde sowas niemals tun“

Der nächste Polizeibeamte, der als Zeuge in den Saal gerufen wurde, hatte drei Handys von Sebastian T. ausgewertet: Eines wurde … vorrangig für die Internetnutzung und eines für Chats und Telefonate verwendet. Ein drittes Smartphone war beschädigt und enthielt wohl keine relevanten Daten. Laut dem Beamten habe Sebastian die Berichterstattung über den Fall Hanna W. ab dem 4. Oktober verfolgt – er las die Pressemitteilung der Polizei, den Artikel auf rosenheim24.de und von Spiegel. Zudem gab er Hinweis auf einen Gruppenchat am 3. Oktober, in dem sich Sebastian mit Freunden verabredete.

Richterin … Will ließ sich einige der Nachrichten vorspielen – darunter eine vom 5. Oktober, einen Tag nach Bekanntwerden des Todes von Hanna W.: „Ich hab totale Paranoia, dass ich jetzt auch umbracht werd“, hörte man die aufgeregte junge Frau. In einer Nachricht nach ihrer ersten Vernehmung an ihre Mutter sagte sie: „Mir ist grad eingefallen, es war nicht am 3., wo wir uns getroffen haben, sondern am 5. Jetzt muss ich wahrscheinlich auch noch in U-Haft, weil die denken, dass ich mit dem T. das Mädl umbracht hab.“

Weitere Nachrichten von dem Tag klangen ähnlich: „I merk mir doch ned, was da am 3. oder am 5. Oktober war“, so Verena R. per Sprachnachricht. Nach der Festnahme von Sebastian T. sagte sie: „Wir müssen dem T. unbedingt helfen. Der würde sowas niemals tun – ich kenne ihn jetzt schon so lang.“ Dann kippte die Stimmung bei den Freunden und in weiteren Nachrichten sprachen Verena und ein Freund darüber, wie sie Sebastian in der JVA besuchen wollten und ihm – umschrieben – zeigen, was sie von ihm halten. Die Vorsitzende Richterin erklärte, dass sie die Nachricht deswegen abspielen ließe, um zu zeigen, dass es so ein Umkippen vom Wohlwollen zur Wut gebe.

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Die Rekonstruktionen der zeitlichen Abläufe … © Klinger

Update 16.20 Uhr – Irrte sich Sebastians Freundin im Datum?

Anschließend wurden Fotos vom 3. Oktober 2022 gesichtet, die Verena R. am Nachmittag des Tischtennisspiels erstellt hatte, bei dem Sebastian erzählt haben soll, dass in Aschau ein Mädchen umgebracht worden sei. Am 4. Oktober machte Sebastian T. dann Fotos während eines Spaziergangs in Aschau. Verenas Handy zeichnete an diesem Tag zwischen 21 und 23 Uhr viele Schritte auf. Insgesamt lief Verena in diesem Zeitraum mehr als fünf Kilometer. Geodaten von Verenas Handy und ein Überwachungsvideo vom Festhallenparkplatz belegen, dass die junge Frau an diesem Tag in Aschau war. Sebastians Handy zeichnete 13.078 Schritte auf.

Am 3. Oktober lief Verena zwischen 20 und 21 Uhr nur 76 Meter – und auch der Schrittzähler auf Sebastians Handy maß an diesem Tag nur 3.197 Schritte. Diese Daten könnten die Tatsache stützen, dass sich Verena R. bezüglich des Datums ihres Treffens mit Sebastian T. irrte. Während der polizeilichen Vernehmung hatte sie angegeben, dass der Angeklagte ihr bereits am 3. Oktober … von einem ermordeten Mädchen in Aschau erzählte. …

Dann ging es um die eine Fitnessuhr von Sebastian T. Diese sei laut dem Zeugen defekt gewesen und habe keinerlei Daten enthalten. Auch der Hersteller habe angegeben, dass es zum 3. Oktober keine Daten gebe – ob diese gelöscht oder nie aufgezeichnet wurden, sei jedoch nicht beantwortet worden. Die Auswertung eines der Handys von Sebastian ergab, dass er am 3. Oktober 2022 um 1.24 Uhr ein 14-minütiges Fitnessvideo anklickte. Es wurden jedoch nur 10 Prozent davon heruntergeladen. Um 2.42 Uhr spielte er dann 8 Minuten und 33 Sekunden lang … „Clash of Clans“. Dabei war das Gerät im WLAN der Familie T. eingeloggt.

Ob das Datenthema mit der heutigen Anhörung von Zeugen schon abgeschlossen ist, lässt sich … noch nicht sicher sagen. …

Rosenheim24.de am 23.10.2025
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 99821.html
ohne Paywall:
https://www.removepaywall.com/search?ur ... 99821.html

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... d-Comments


PNP: Live-Ticker

https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... g-19513535


OVB

Auf die Hinzuziehung eines Geodäten (auf Anregung der Verteidigung) geht das das Oberbayerische Volksblatt in einem weiteren Artikel ein:

Spoiler – hier klicken!
Hannas Notruf um 2.31 Uhr: Wo verlief der letzte Weg der Studentin? – Geodaten werfen Fragen auf

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Hanna … [W.] starb auf dem Heimweg … Verrät ihr Mobiltelefon (Symbolfoto), wo ihr letzter Weg entlangführte? © privat/dpa



… Der neunte Verhandlungstag … ist ein paar Minuten alt, da spricht Richterin … Will ein großes Ding gelassen aus. „Technisch ist für mich ganz schwierig“, sagt sie. … sie [war] … gefordert von dem, was … von einem Datenexperten vom Landeskriminalamt … auf sie eindrang. Der Experte sollte erklären, was Hannas Mobiltelefon über den letzten Weg … verraten kann.

Das Mobiltelefon war erst am 2. Juni 2023 … in der Prien gefunden worden. … Die Daten konnten ausgelesen werden. Aber: Sie sind mal ungenau, mal ungenauer. Ermittler hatten immer wieder zu bedenken gegeben, dass die Smartphones sozusagen gewollt ungenaue Daten abschicken. Ein Dauerbetrieb in Präzision, wie etwa für Navigation notwendig, erschöpfe den Akku einfach zu schnell.

Es gab einen Notruf, 45 Sekunden lang

… Von Hannas Smartphone aus wurde ein Notruf gestartet. Und zwar um 2.31 Uhr … Der Anruf lief als Voice over LTE, war also ein Anruf übers Internet. Es müssten laut Ermittler daher zwei Datenpakete festzustellen sein. Doch gibt es lediglich das erste Paket. Die Antwortdaten fehlen, der Anruf wurde also nie entgegengenommen. 45 Sekunden lang dauerte dieser Anrufversuch.

… In der Nähe des Parkplatzes der Kampenwandbahn wird das Signal auf einmal grob ungenau. Wahrscheinlich, weil das Handy da schon ins Wasser des Bärbachs gelangt war. Zeitpunkt: 2.32 Uhr.

Handys punktgenau orten? Gar nicht so einfach

Warum nur kann man Handys nicht so genau orten, wie das Krimis … nahelegen? … Kann man … sagen, wo genau sich Hanna … [W.] in den letzten Minuten vor ihrem Tod … befand? Regina Rick … ist sich sicher: Das geht.

Regina Rick hat einen Geodäsie-Experten aufgeboten. Geodäsie … ist laut TU München die Wissenschaft von der Vermessung und Abbildung der Erdoberfläche … Dieser Fachmann werde genau darlegen können, welchen Weg das Smartphone von Hanna … [W.] … genommen habe, sagt Rick. Und dieser Weg sei ein anderer als … von der Polizei angenommen. … Das Gericht muss der Beweisanregung freilich noch zustimmen.

Die Sache mit dem Täterwissen: Widersprüchliche Handy-Resultate

Fortgeführt wurde … auch die Diskussion über ein angebliches Gespräch zwischen … [Verena R.] und Sebastian T. am Abend des fatalen Tages. … Hat T. wirklich … [Täterwissen] offenbart …? Das hatte … [Verena R.] vor der Polizei angegeben, in Sprachnachrichten … aber widerrufen. Sie habe sich im Datum geirrt, sagt sie mit einer Stimme, in der sich Verwirrung und Verzweiflung mischen.

Tatsächlich weisen die Geokoordinaten ihres Smartphones darauf hin, dass sich zumindest ihr Handy … am Abend des 3. Okober in ihrem Wohnort befand. Ein Ermittler … trug allerdings aus Aktenvermerken vor, dass man sich in der Chat-Gruppe mit Sebastian T. und … Verena für den Abend des 3. zu einem Spaziergang verabredet habe. … Verschiedene Smartphones müssen wohl nochmals gecheckt werden.

Gescheckt wird auch, welche Seiten Sebastian T. über sein Handy suchte. Es handelt sich oft um Seiten, die „bemerkenswerter waren“, wie es ein Ermittler des Landeskriminalamts ausdrückte. … „Wenn Sie alle einsperren, die Pornos gucken, dann ist die Straße leer”, sagte … [RAin Rick]. Dieser Punkt wird also, dieser Forderung folgte das Gericht schnell, unter Ausschluss der Öffentlichkeit geklärt werden. „Über Herrn T. ist schon genug Dreck ausgeschüttet worden“, sagte Rick.

Rosenheim24.de am 23.10.2025
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 01795.html
ohne Paywall:
https://www.removepaywall.com/search?ur ... 01795.html

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... d-Comments


PNP

Dass nunmehr der Pornokonsum Sebastians zu einer nichtöffentlichen „Randnotiz“ degradiert wurde, rückt die Passauer Neue Presse in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung. Nur am Rande gestreift werden hingegen die viel spannenderen Geo-Daten. Final herausgehoben wird, dass „Clash of Clans“ auch von jedem anderen gespielt worden sein könne, der die PIN des Handys kenne.

Spoiler – hier klicken!
Öffentlichkeit ausgeschlossen
Pornokonsum des Angeklagten im „Eiskeller“-Prozess in Laufen nur noch „Randnotiz“

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Der mögliche Tatort … an der Kampenwandstraße. Die Auswertung der Handys brachte keinen genauen Hinweis, ob Hanna … [W.] zur möglichen Tatzeit genau an dieser Stelle war. – Foto: Herbert Reichgruber

Zum ersten Mal … fand ein Teil der Sitzung nichtöffentlich statt. Auf Antrag der Verteidigung wurde über den Pornokonsum des Angeklagten … unter Ausschluss der Öffentlichkeit … [verhandelt].

… am Donnerstag ging es unter anderem um die Auswertung der Mobiltelefone des Angeklagten. Darunter auch ein Handy „Xiaomi“, das laut den Ermittlern … ausschließlich zum Surfen … benutzt worden ist – offenbar fast ausschließlich um Pornos zu konsumieren. …

Verteidigerin Rick: „Er ist nicht einmal einfacher Tatverdächtiger“

Im … Gerichtssaal erklärte nun Verteidigerin … Rick, dass ihrer Ansicht nach der Angeklagte „nicht einmal mehr einfacher Tatverdächtiger ist“: „Deshalb sehe ich nicht, welche Rolle der Pornokonsum hier spielen sollte.“ Über ihren Mandanten sei „bereits genügend Dreck ausgeschüttet worden“. Sie sei nicht damit einverstanden, wenn nun in aller Öffentlichkeit darüber berichtet werde, welche Vorlieben er habe.

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Im großen Sitzungssaal … sagte der Kripobeamte … unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den Pornokonsum des Angeklagten aus. – Foto: Herbert Reichgruber

Vorsitzende … Will stimmte den Ausführungen zwar nicht im Detail zu, erklärte aber, dass sie „keine genaue Anzahl“ der konsumierten Pornos brauche oder diese sehen müsse. Es gehe um die Feststellung der Schuldfrage, und in dieser Hinsicht bezeichnete sie den Pornokonsum als „Randnotiz“.

Kripo-Zeuge sagt nur nichtöffentlich aus

Staatsanwalt … Merkel meinte, dass man … die Öffentlichkeit bei dem Teil der Aussagen ausschließe, der die „Intimsphäre“ des Angeklagten betreffe. Schließlich wurde ein entsprechender Beschluss … verkündet und der … Kripobeamte sagte zu diesem Komplex … unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

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Auch das Handy von Hanna … [W.] wurde ausgewertet. – Foto: Privat

Vorher hatte er unter anderem über die Auswertung der Handys von Hanna … [W.], der „besten Freundin“ des Angeklagten [Verena R.] sowie des Angeklagten selbst berichtet. Dabei spielten vor allem Sprachnachrichten der „besten Freundin“ … eine große Rolle. Diese Freundin hatte in ihrer Vernehmung am 17. November 2022 berichtet, dass ihr Sebastian T. bereits am Abend nach dem Fund der Leiche … davon berichtet habe.

Sprachnachrichten der „besten Freundin“

Zu diesem Zeitpunkt war dies aber noch nicht bekannt … Damit hätte Sebastian T. Täterwissen geäußert, weshalb er … festgenommen worden ist. In den nun abgespielten Sprachnachrichten der „besten Freundin“ erklärte sie unter anderem ihren Eltern und ihrer Schwester, dass sie sich im Datum geirrt habe und Sebastian T. ihr erst am 5. Oktober über den Tod von Hanna berichtet habe. …

Am Donnerstag wurden zudem eine Reihe von untersuchten Geodaten der Handys von Hanna … [W.] und Sebastian T. vorgestellt. Letztlich wurde deutlich, dass das I-Phone XR von Hanna Wörndl zwar sehr genaue Daten geliefert hatte, diese aber nur einem größeren Bereich mit Radien von 90 Metern und mehr zugeordnet werden können. Anhand von Funkmasten konnte nur ermittelt werden, dass sie in der Tatnacht vom Eiskeller in Richtung Heimat (Süden) unterwegs war, um die angenommene Tatzeit um 2.33 Uhr herum bewegte sich das Handy demnach aber auch wieder weg vom Heimweg in Richtung Norden. Das Handy könnte zu dieser Zeit schon im Bärbach gelegen haben und Richtung Prien geschwemmt worden sein … Für das Handy von Sebastian T., ein Oukitel WP7, waren hingegen keine Geodaten mehr verfügbar, als er zum Tatverdächtigen geworden und sein Mobiltelefon sichergestellt worden ist.

Defekte Fitnessuhr des Angeklagten

Der Kripobeamte berichtete … zudem übers seine Nachforschungen zu einer Fitnessuhr von Garmin, die Sebastian T. besessen und in der Tatnacht getragen haben soll. Diese Smartwatch war gesichert worden, war aber so defekt, dass daraus keine Daten mehr ausgelesen werden konnten. „Deshalb habe ich bei Garmin nachgefragt, ob sie eventuell Daten zu dieser Uhr gespeichert haben“, so der Kripobeamte. Ihm sei aber am 29. Juli diesen Jahres mitgeteilt worden, dass dazu keine Daten mehr vorlägen. Verteidigerin Rick kritisierte diese Untersuchung als Beleg dafür, dass „die Staatsanwaltschaft mit Gewalt versucht, etwas Belastendes zu finden“. Dies konnte Richterin Will nicht nachvollziehen: „Es hätte ja auch rauskommen können, dass er zur möglichen Tatzeit ganz wo anders war.“ …

Keine neuen Erkenntnisse gebracht hatten Kameraauswertungen zur möglichen Tatzeit aus dem möglichen Tatumfeld. Lediglich eine Kamera an der Kampenwandbahn hätte Hinweise geben können, war in der Tatnacht aber von einem Spinnennetz verdeckt, weshalb auf den Aufnahmen kaum etwas zu erkennen gewesen sei. Zudem hatte diese Kamera, die nur bei Bewegungen aktiviert wird, zur möglichen Tatzeit zwischen 2.26 und 2.40 Uhr nichts aufgezeichnet.

Wer hat kurz nach möglicher Tatzeit „Clash of Clans“ gespielt?

Wie im ersten Prozess wurde zudem über das Spiel „Clash of Clans“ berichtet, das auf dem Oukitel-Handy des Angeklagten nachweislich in der … für über acht Minuten gespielt worden war. Der Kripobeamte verneinte aber, dass bewiesen werde könne, dass der Angeklagte zu dieser Zeit das Spiel auf dem Handy mit seinem Benutzernamen „jojo“ gespielt hatte: „Jeder, der die PIN des Handys kennt, kann es nutzen.“

PNP.de am 23.10.2025
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... z-19774910
ohne Paywall:
https://archive.ph/20251023172537/https ... z-19774910


RFO

Über den gestrigen 8. Sitzungstag (22.10.2025) berichtet heute das Regional-Fernsehen Oberbayern (RFO):
https://www.rfo.de/mediathek/video/geda ... m-hanna-w/

Über den 5. Sitzungstag (13.10.2025):
https://www.rfo.de/mediathek/video/neue ... ngszeugen/


PNP: Hannas 27. Geburtstag

Aus Anlass ihres 27. Geburtstags blickt die Passauer Neue Presse zurück auf Hannas Leben und betont die unveränderte Haltung der Eltern, die ein Unfallgeschehen nach wie vor kategorisch ausschließen: „Auf so einer Strecke kommt man nicht vom Weg ab und fällt von alleine in einen Bach.“

Anmerkung: Fakten wie Alkoholgewöhnung, eine BAK von 2,06 Promille und neue Gutachten finden in einer „heilen Welt“, wie sie die PNP rückblickend besingt, freilich keinen Platz – ein befremdlicher Blick auf eine angeblich „eher überlegt und nicht ungerecht“ denkende Familie. Ob Sebastian nach einem Freispruch jemals so viel Anteilnahme in der regionalen Presse erfahren wird?

Spoiler – hier klicken!
Heute wäre ihr 27. Geburtstag
Wie glücklich Hanna … [W.] aus Aschau gelebt hat – und wie ihre Eltern ihren Tod bewältigen

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Hanna … [W.] liebte die heimischen Berge …, genoss die Sonnenuntergänge in Übersee, aber auch Reisen in alle Welt. – Foto: privat

Hanna … [W.] … wäre am heutigen 23. Oktober 27 Jahre alt geworden. Seit die Studentin … tot in der Prien gefunden worden ist, bewegt ihr Schicksal Menschen im ganzen Land. …

In diesen Tagen wird deutlich, wie Rosalie und Andreas … [W.] versuchen, neuen Lebensmut zu fassen, und die Erinnerungen an den 3. Oktober 2022 … durchzustehen. …

Die Eltern sitzen … beim Gespräch mit der Mediengruppe Bayern in ihrer Küche … Früher wäre Hanna irgendwann zur Tür reingekommen, vielleicht mit einem Lied auf den Lippen: „Sie hat immer gerne gesungen und ist durch die Wohnung getanzt. …“

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Hanna … [W.] bei einer Urlaubsreise nach Biarritz an der baskischen Küste … – Foto: privat

Hanna war immer sehr selbstständig

… Mit 13 Jahren flog Hanna zusammen mit einer Freundin alleine nach Kanada, weil sie dorthin von Verwandten der Freundin eingeladen worden waren. Nach drei Wochen kehrten die Mädchen unversehrt wieder heim: „Mit 14 Jahren stand für Hanna fest, dass sie nach dem Abschluss der Schule auf Reisen gehen will. Mit 15 begann sie dafür zu sparen“, erinnern sich die Eltern.

Als Hanna 2017 das Abitur in der Tasche hatte, ging es für drei Monate nach Australien, Neuseeland und Südostasien. Als sie zurückkehrte, hatte gerade eine Freundin ihr Praktikum bei einem Arzt in Traunstein beendet und Hanna diese Stelle vermittelt: „Der Internist hat sie dann auch extrem bestärkt, dass sie unbedingt Medizin studieren soll, weil sie dafür so geeignet sei“, erinnert sich Rosalie … [W.].

Weil ihre Abiturnote nicht für eine Zulassung an der Uni in München ausreichte und ihre Schulfreundin begeistert vom Medizinstudium ihrer Schwester im rumänischen Cluj berichtete, schrieben sich die jungen Frauen dort ein.

Dass das Studium in Englisch war und sie für Praktika Rumänisch lernen musste, war kein Problem, versichert Vater Andreas (53): „Sie hat sich mit Sprachen immer leicht getan. Hanna hatte auch in Cluj einen sehr großen Freundeskreis und hat mit der Freundin erst in einer größeren WG und später zu zweit gewohnt.“

Inzwischen könnte Hanna schon als Ärztin arbeiten

Im Herbst 2022 hätte sie mit dem neunten Semester begonnen, inzwischen wäre sie fertig: „Ihre Freunde aus Cluj arbeiten inzwischen alle … in München oder Garmisch als Assistenzärzte, eine israelische Freundin ist zurück in ihre Heimat gegangen. Diese internationale Gemeinschaft dort hat Hanna unter anderem so gut gefallen. …“

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Hanna wollte Ärztin werden und studierte im rumänischen Cluj. – Foto: privat

Das letzte Praktikum absolvierte die damals 23-Jährige im Juli vor drei Jahren in der Aschauer Kinderklinik. In den drei Wochen dort durfte sie auch bei komplizierten Rückenoperationen dabei sein und ist abends oft völlig begeistert heimgekommen: „Das waren schwierige Operationen, die teilweise sechs, sieben Stunden gedauert haben. …“ … Hanna sei „sehr tough“ gewesen: „Sie stand mitten im Leben, überhaupt nicht naiv, sie wusste, was sie will, war sehr gut organisiert.“

Eltern schließen einen Unfall aus

Anfang Oktober 2022 sollte es zurück nach Cluj gehen, der Flieger war gebucht, der Koffer gepackt: „Sie hat nur wegen dem am 3. Oktober geplanten Hungerbaumfest noch verlängert. Im Eiskeller haben sie dann Abschied gefeiert …“

… Der 885 Meter lange Heimweg über die Kampenwandstraße war ihr bestens bekannt, die ist sie schon in der Grundschulzeit täglich gegangen: „Auf so einer Strecke kommt man nicht vom Weg ab und fällt alleine in einen Bach.“

Dass Hanna in dieser Nacht bei einem Unfall gestorben ist, schließen die Eltern folglich aus. …

Rosalie und Andreas … [W.] ist Gerechtigkeit wichtig, auch im Sinne ihrer Tochter: „Wir versuchen immer eine gerechte Lösung zu finden. Mit Hanna konnte man auch nie streiten, sie ist nie ausgeflippt, auch wenn sie oft das letzte Wort hatte, einfach weil sie besser argumentieren konnte. Aber wir sind da nicht anders. Wir sind eher überlegt, und versuchen, nicht aufbrausend oder ungerecht zu sein.“

Nach dem ersten Urteil versuchte die Familie, ihren Weg zurück in ein einigermaßen normales Leben zu finden: „Wir waren in der Verarbeitung des Verlusts unserer Tochter eigentlich schon sehr weit. …“

Rückzug der Eltern aus dem zweiten Prozess

Am neuen Prozess in Laufen hat anfangs auch Vater Andreas mit Rechtsbeistand … Holderle … teilgenommen. Zusammen mit ihm und seiner Frau hat Andreas … [W.] inzwischen entschieden, sich aus dem Prozess zurückzuziehen: „Wir brauchen jetzt ein Ende, nach drei Jahren sollte man es verdient haben, dass man einmal zur Ruhe kommen darf. …“ Deshalb wollen sie sich jetzt auch nicht mehr zum neuen Prozess äußern, neutral bleiben.

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Auf dem Aschauer Friedhof hat Hanna … [W.] ihre letzte Ruhe gefunden. … – Foto: Herbert Reichgruber

Die Eltern werden am heutigen Geburtstag zum Grab ihrer Tochter … gehen …

Unterwegs arbeitet das Paar den Verlust auf

Wandern, spazieren gehen, unterwegs arbeitet das Paar den Verlust auf: „Das Gehen ist wie eine Meditation, da brauche ich keinen Psychologen. Wir genießen auch unsere Reisen, wie heuer nach Frankreich, wo Hanna auch oft war: Wir genießen das mit ihr im Herzen …“, erklärt Rosalie … [W.].

Viele Menschen geben ihnen Halt

… „Wir haben hier unsere Familien und Freunde, sind hier sehr verwurzelt, wir lieben unser Zuhause … Wir würden niemals weggehen. …“

Und schließlich gibt es noch ihren inzwischen 23-jährigen Sohn: „Andreas muss auch ein glückliches Leben haben, obwohl diese ganze Tragödie passiert ist. …“

… „… Und auch die Freundinnen von Hanna haben letztlich festgestellt: Ihr Leben war vielleicht nicht lang, aber sehr glücklich.“

PNP.de am 23.10.2025
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... n-19766810
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OVB: Hannas 27. Geburtstag

Wie ein Schlag ins Gesicht des Rechtsstaats liest sich das fromme Geburtstags-Memorial des Oberbayerischen Volksblatts: Noch heute danken Hannas Eltern den Ermittlern, der StA und der Aßbichlerschen Jugendkammer.

Anmerkung: Aufklärung wurde wohl nur insoweit erhofft, als dass eine monströse Gewalttat die Idylle jäh entzwei gerissen haben möge – und kein alkoholbedingtes, alleinbeteiligtes Unfallgeschehen. Um einen höchstwahrscheinlich unschuldig Angeklagten schert sich keiner. Das OVB jedenfalls befeuert diese Vermutung nach Kräften.

Spoiler – hier klicken!
Erinnerung an eine lebensfrohe junge Frau
„Freunde waren ihr Hobby“: Wie die Eltern … [W.] an Hannas Geburtstag an ihre Tochter denken


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Die Welt, ein Zuhause: Hanna … [W.] … © re

Hanna … [W.] wäre am 23. Oktober 27 Jahre alt geworden. In Laufen läuft der zweite Prozess um ihren Tod. War es Mord? Oder war es doch ein Unfall? Hannas Eltern bleiben nur die Erinnerungen. Ein Portrait in Abwesenheit.

… Die Mühlen der Gerechtigkeit … mahlen geräuschvoll, im Amtsgericht in Laufen hört man die Attacken der Verteidiger, die Entgegnungen der Staatsanwälte, die Fragen des Gerichts. Hinter den juristischen Gefechten verblasst ein Bild: das Bild einer lebensfrohen jungen Frau, der Welt so zugewandt, der Welt abhandengekommen … Drei Jahre später ist sie … aufs Aktenzeichen reduziert. Der „Fall Hanna“.

In den Erinnerungen lebt Hanna weiter

Die Familie … [W.] wohnt am Ortsrand von Hohenaschau. … Unterhalb des Hauses … liegt die Talstation der Kampenwandbahn. Dort irgendwo … starb Hanna.

Immer mit Freunden unterwegs

Sie lebt in den Erinnerungen ihrer Familie. Und ihrer Freunde. „Freunde waren Hannas Hobby“, sagt ihre Mutter. Wenn Hanna mal da war, habe sie sich immer ein straffes Pensum verordnet, erzählt Rosalie … [W.] … Auch an jenem Abend vor drei Jahren …, um im Club „Eiskeller“ zu feiern und Freunde zu treffen.

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Besonders ihre lebensfrohe Art habe Hanna ausgezeichnet. © Privat

Hanna … [W.] reiste so gern

Ein Foto … steht für Hannas große Leidenschaft. Es zeigt sie vor einer wandgroßen Weltkarte … zwischen Afrika und Südamerika, die Arme … ausgebreitet. …

… Im Café Pauli habe sie gearbeitet, um ihre Reisekasse aufzubessern, erzählen ihre Eltern. … „Wir haben ihr nie viel verboten“, sagt Rosalie. „Mussten wir auch nicht“, sagt Andreas.

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Vor allem das Reisen begeisterte Hanna … [W.], auch Länder wie Australien oder Bali besuchte sie. © privat

Sie schränkten ihre Tochter nicht ein, sie bestärkten sie. Wie auch den Sohn. Die beiden seien auch als Heranwachsende unkompliziert gewesen. Sie mit Hang zur Medizin, zu Ed Sheeran und dem Musical „Les Miserables“. Er eher mit dem Talent für Mathe. Dennoch: Hanna sei als die Ältere diejenige gewesen, die den Kurs angab. …

Hanna: Man konnte ihr vertrauen

Viel erzählen die Eltern von Hannas großer Reise. … Hanna machte sich allein auf die Reise, nach Australien, Neuseeland, Indonesien, Singapur, fand auf jeder Station Anschluss und Freunde. „Bali war mir nicht geheuer“, gibt die Mutter zu. „Aber sie war tough und strukturiert, und wir wussten, wir können uns auf sie verlassen.“ Initiative habe sie gezeigt, sagt Andreas. „Sie war so selbständig.“

Hanna liebte ihr Studium

Die Schwester einer Freundin erzählte vom Leben in Cluj und vom Studium an einer rumänischen Uni. Hannas Antwort …: „Das schau ich mir mal an.“ Es habe ihr gefallen, lauter junge Leute, eine schöne Innenstadt voller Leben. … „Sie wäre eine gute Ärztin geworden“, sinniert Andreas … [W.] …

Was passiert ist? Unsicher, ob es die Eltern je erfahren

Womöglich wäre sie mittlerweile Assistenzärztin. Wenn nicht am 3. Oktober 2022 etwas passiert wäre. Hanna ertrank. Im Bärbach oder der Prien, man weiß es nicht genau. …



Den Eltern gehen Kraft und Zuversicht aus

Ob die Menschen, die um sie trauern, jemals erfahren werden, was geschah? Zweifelhaft. Die Eltern glauben nicht mehr daran. Das erste Verfahren hatten sie als Nebenkläger fast durchgehend begleitet. Und noch heute danken sie den Ermittlern, der Staatsanwaltschaft, dem Gericht dieses Prozesses. …

Rosenheim24.de am 23.10.2025
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Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

String27 hat geschrieben: Donnerstag, 23. Oktober 2025, 20:17:54 Catch22 wann lädst Du die Artikel hoch? …
Bitte etwas Geduld. Das ist eine Heidenarbeit. Jetzt sind sie ja da. ;-)
String27
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von String27 »

Sorry ich weiß,
Ich danke dir😊
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

Die Berichterstattung der Passauer Neuen Presse ist wirklich dreist ! Scheinheiligkeit kann man den Autoren zumindest nicht unterstellen, völlig offensichtlich wie die mit ihrer Berichterstattung die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen möchten. Und ständig die Hetze gegen die Verteidigung.
Ich war ja nun nicht vor Ort, aber so wie ich es aus dem Liveticker verfolgt habe, war es wohl die Richterin die Lea durch gründliche Fragen zugesetzt hat. Dargestellt wurde es von der pnp als wäre die Verteidigung über Lea hergefallen bis zu ihrem Zusammenbruch.
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

@Catch22
Selbstverständlich auch von mir wieder ein großes DANKE für Deine Zusammenfassung !!
Ich dachte ja nicht, dass ich das mal noch sage, aber :
die letzten Prozesstage habe ich doch glatt den Herrn Holderle vermisst, das hätte mich interessiert was er zu den neuen Erkenntnissen sagt.
Aber vermutlich hätte er es einfach ignoriert und es wäre der gleiche Kommentar gekommen wie bereits in den letzten rund 40 Statements.
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 23. Oktober 2025, 20:46:01 9. Sitzungstag – 23.10.2025

(✄ ...)


Diesen Beitrag werde ich ggf. später noch ergänzen.
Danke für die Infos
String27
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von String27 »

Aber Andi55 ich hatte den Eindruck das ovp komplett auf den Seiten der Geschädigten sind. Alleine des Interview mit den Suggestivfragen wo er quasi holdere und den Vater von Hanna alles auf den Silbertablett gelegt hat. Wo Hannas Vater gesagt hat das Messerschmidt glaubwürdig ist und das er des jetzt natürlich ein Jahr später alles vertauscht mit der Begründung es ist ja ein weiteres Jahr vergangen. Für den Vater war es nicht mehr zumutbar. Die Bilder von Hanna vom Fundort und dann nochmal Kopfbilder zusehen, er ist sogar aus der Verhandlung rausgegangen, obwohl ihn Frau Rick gewarnt hat. Als Außenstehender war ich auch geschockt, weil ich sowas noch nie gesehen hatte.
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

Sind euch eigentlich die Socken von RA Georg aufgefallen. 🤩😀
Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

Gast hat geschrieben: Freitag, 24. Oktober 2025, 12:28:54 … die Socken von RA Georg …
Cooler Akzent. War in den 80ern auch schon mal ganz hip! Sieht man aber bei Gericht im Sitzen hinter der Bank nicht. Wie einst Marc Bators untere Hälfte der Motorradkluft in der Tagesschau. ;-)

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Bild: Herbert Reichgruber – PNP, Live-Ticker
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

Bisher keinerlei News aus den Newstickern der Presse. Vielleicht niemand mehr vor Ort und alle schon im Wochenende?
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

Ich denk mal der wird bei der Telekom auch Einnahmen generieren.
Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

Gast hat geschrieben: Freitag, 24. Oktober 2025, 14:27:22 … der wird bei der Telekom auch Einnahmen generieren.
Oder bei einer Partei? Ob auch Aral, Shell, Greenpeace oder die Mainzelmännchen bunte Socken sponsern? Ihr spinnt doch!
Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

10. Sitzungstag – 24.10.2025

OVB: Live-Ticker

Das Oberbayerische Volksblatt (OVB) berichtet:

(Nachfolgende Zusammenfassung enthält auch Infos aus dem Ticker und dem Bericht der PNP, Links siehe weiter unten.)

► Zeugen: 3 Kriminalbeamte
• zu Vernehmung Lea R. am 22.11.2022
→ Tischtennis 03.10.2022: Sebastian habe von Mord erzählt
• zu WhatsApp-Nachrichten von Verena R.
→ 05.10.2022: habe „gestern“ mit Sebastian Zeit verbracht
→ auf Nachfrage der Polizei: Verena R. bestätigt 03.10.2022
→ Nachricht an Mutter: 03.10. sei Irrtum, richtig sei 04.10.2022
• Vorsitzende: warum Standortdaten nicht geprüft?
• Verteidigung: Festnageln mit aller Gewalt
→ Sebastian vorschnell in U-Haft?
• StA Merkel: OLG habe 2023 Haftentlassung abgelehnt

► Zeugin: Eiskeller-Gast (21) zum Jogger
• kurz nach 2.30 Uhr Heimweg zum Burghotel
• Freund schon im Burghotel, an Tür empfangen
• 2.40 Uhr unterwegs Video aufgenommen
• nichts von Überfall oder Schrei bemerkt

► Zeugin Verena R. (23)
• Zeugenbeistand: RA Andreas Leicher
• wann Spaziergang, „Täterwissen“?
• verweigert Auskunft (§ 55 StPO)

► Verteidigung hält an Befangenheit der Rechtsmediziner fest
• Vortrag Rotary-Club inkl. Tätereinschätzung (siehe hier)
• Rotary-Club bestreitet Vortrag
• Verständigung aller Prozessbeteiligter:
→ statt Oliver Peschel (stv. Direktor Rechtsmedizin, LMU)
Markus Rothschild (Direktor Rechtsmedizin, Uni Köln)
• ungeklärt, ob Rothschild mit Adamec (LMU) kooperiert
→ Gericht: sieht Adamec nicht als befangen
→ Rothschild soll zu Kooperation mit Adamec gehört werden
• aufgrund Einarbeitung längere Prozessdauer?

► noch keine Entscheidung bzgl. Malcherek

Weiter geht‘s nach 2½ Wochen Pause am 12.11.2025 (Mittwoch) um 9.30 Uhr (alle Termine siehe hier).

Spoiler – hier klicken!
Verena R. schweigt: Nächste Hauptbelastungszeugin … wertlos?

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Sebastian T. … vor seinen Verteidigern Regina Rick und Yves Georg. © dpa/Sven Hoppe71



Update, 12 Uhr – „Warum wurde nicht weiter überprüft?“

Ein Mann der Kripo Traunstein sagt als erster Zeuge aus. Er vernahm Lea R. … – und auch sie sagte ihm bei ihrer Vernehmung am 22. November 2022: Nach einem Tischtennisspiel am 3. Oktober habe Sebastian T. von einem Mord an einer Frau in Aschau erzählt. … Außerdem meinte Lea R., ihr wäre es im Nachhinein vorgekommen, Sebastian T. hätte sich nach dem 3. Oktober bei ihnen daheim „versteckt“.

Der Kriminalpolizist hat aber auch die Whatsapp-Nachrichten von Verena R. … ausgewertet. In einer Sprachnachricht vom 5. Oktober erzählt sie davon, sie habe „gestern“ mit Sebastian T. Zeit verbracht. Das wäre dann der 4. Oktober … Auf Nachfrage versicherte Verena R. der Polizei, es sei doch der 3. Oktober gewesen. In einer weiteren Sprachnachricht im November sagte sie ihrer Mutter, mit dem 3. Oktober habe sie sich bei der Polizei geirrt, es muss der 4. gewesen sein.

„Wenn es Differenzen beim Datum gab, warum wurden den Handy-Standortdaten von Verena R. dann nicht mehr Beachtung geschenkt?“, fragt Vorsitzende Richterin Heike Will. „Warum wurde nicht weiter überprüft?“, fragt Will. Eine Steilvorlage für Verteidiger … Georg: „Bei der tragenden Zeugin, wegen der Sebastian T. in U-Haft sitzt, muss man doch genauer nachfragen.“

Der Polizei sei es „wurscht“ gewesen, ob jemand seiner Freiheit beraubt wird oder nicht, meint Yves Georg. Und Verteidigerin … Rick legt nach: „Man wollte Sebastian T. festnageln. Mit aller Gewalt und gegen alle Widerstände.“ Staatsanwalt Christian Merkel hält dagegen, das Oberlandesgericht München hätte damals eine Entlassung Sebastian T.s aus der U-Haft abgelehnt. …

Update, 15.22 Uhr – Verena R. schweigt

… Verena R. verweigert die Aussage [richtig: die Auskunft auf einzelne Fragen]. Am frühen Nachmittag kam sie mit ihrem Rechtsanwalt Andreas Leicher … Dann machte Leicher klar: Sie will von ihrem Zeugenverweigerungsrecht [richtig: Auskunftsverweigerungsrecht] Gebrauch machen. Das steht ihr zu, wenn sie sich bei der Beantwortung der Fragen selbst strafbar machen könnte.

Das ist bei Verena R. deswegen der Fall, weil sie sich bei ihren früheren Aussagen … immer wieder selbst widersprach. Hätte sie jetzt … noch einmal ausgesagt, hätte man der jungen Frau womöglich den Vorwurf der Falschaussage machen können. …

… Zwei der wichtigsten Hauptbelastungszeugen sind damit so gut wie wertlos. Der Knast-Zeuge … wurde von einem Gutachter … als unglaubwürdig eingestuft. Und Verena R.s Angaben waren auch deshalb so wichtig, weil durch ihre erste Aussage bei der Polizei am 17. November 2022 Sebastian T. überhaupt erst festgenommen wurde.

Dass Sebastian T. bei der Hausparty am 17. November 2022 bei der Familie R. sagte, er habe Hanna umgebracht, scheint unstrittig. … Nach wie vor scheint aber nicht wirklich geklärt, ob der Angeklagte gegenüber Verena R. am 3. Oktober 2022 … Täterwissen verriet. Womöglich erzählte er ihr erst am 4. Oktober 2022 von dem „toten Mädel aus Aschau“. Da war der schreckliche Fund über die Medien aber bereits bekannt.



Rosenheim24.de am 24.10.2025
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PNP: Live-Ticker

https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... g-19513535


OVB

Besänftigende Worte über schlampige Ermittlungsarbeit findet in einem weiteren Artikel das Oberbayerische Volksblatt (OVB), das zugleich Verängstigung ausdrückt, weil nunmehr alle Belastungszeugen der Reihe nach wegbrechen:

Spoiler – hier klicken!
„Viel Durcheinander“ … – und jetzt verweigert eine wichtige Zeugin die Aussage

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Ein Dschungel aus Widersprüchen: … jede Menge Orientierungsarbeit … © Michael Weiser

Im Juni 2025 wurde der Haftbefehl … aufgehoben. Zweieinhalb Jahre zu spät? Die Verteidigung macht den Ermittlern … schwere Vorwürfe. Sie sollen auf Widersprüche nicht reagiert haben.

… zum Abschluss der dritten Verhandlungswoche … kann man lediglich feststellen: Das Gewicht der ehemals belastenden Aussagen schwindet und schwindet. …

Nun schweigt auch noch die erste Hauptzeugin

Da macht es eigentlich auch keinen Unterschied mehr, dass Zeugin Verena R. … die Aussage verweigert. … Ihr Beistand, der Rosenheimer Anwalt Andreas Leicher, sagte, dass seine Mandantin von ihrem Recht laut Strafprozessordnung Gebrauch macht. Paragraf 55 sieht vor, dass ein Zeuge die Aussage [richtig: die Auskunft auf einzelne Fragen] verweigern darf, wenn die Gefahr besteht, dass er sich selbst in Schwierigkeiten bringt.

Es ist fast beängstigend, wie rapide sich die Zeugen verschleißen. …

Wer belastete nunmehr Sebastian T. am stärksten? Die Aussage von Verena R. Ihr Bericht hatte Sebastian T. überhaupt erst dringend tatverdächtig gemacht. Allerdings gibt es auch an ihrer Aussage Zweifel. Sollte ihr Sebastian T. wirklich am frühen Abend des 3. Oktober 2022 berichtet haben, dass in Aschau ein Mord geschehen sei? …

Zwei Schwestern, noch mehr Versionen

Allerdings soll dieses Gespräch auf dem Parkplatz nahe dem … „Eiskeller“ in Aschau stattgefunden haben. Die Geodaten ihres Mobiltelefons zeigen, dass sich Verena am 3. Oktober zunächst bei einem Tischtennisspiel in Felden befand. Um 18.50 Uhr loggte sich ihr Handy in eine Funkzelle in Aschau ein. Was das bedeutet, ist nicht ganz klar. Könnten sich Sebastian T. und Verena R. um diese Zeit herum unterhalten haben?

Über Whatsapp teilte jedoch Verena R. zwei Tage später Vater, Mutter, Schwester und einem Freund mit, dass sie sich im Tag vertan habe. Das Gespräch mit Sebastian T. habe erst am 4. stattgefunden, sagt sie. … Allerdings – in einer zweiten Vernehmung sprach Verena R. offenbar erneut vom 3. Oktober. Was denn nun?

Ein Gespräch am fraglichen Tag, aber an einem anderen Ort

Da kommt Verenas Schwester Lea ins Spiel. Sie liefert, Stand Tag zehn, die auffälligste Aussage: Sebastian T. habe tatsächlich zu verdächtig früher Zeit von einem Mord in Aschau berichtet. Also am 3. Oktober. Nur nicht in Aschau, sondern nicht weit weg vom Chiemsee. Dort hatten sie, Verena, zwei Freunde und auch Sebastian T. Tischtennis gespielt. Und zwar auf dem Gelände des Freibads bei Felden. Als sie auf dem Weg zurück zum Fahrzeug waren, habe Sebastian T. erzählt, dass es einen Mord in Aschau gegeben habe … Alle hätten das mitbekommen.

Wusste die Polizei um die Widersprüche?

Wem ist nun zu glauben? … Verlieren nach der Aussage des JVA-Zeugen Adrian M. auch die Worte von Verena und Lea ihren Wert? Die Verteidigung … ging sofort in den Angriff gegen die Rosenheimer Polizei über. „Da schmort einer hinter schwedischen Gardinen“, schimpfte Rechtsanwalt Dr. … Georg, und das nur auf der Grundlage einer einzigen Zeugin. Die Polizei wisse, dass die belastenden Aussagen widersprüchlich seien, „und es ist ihr wurscht“.

In den Aussagen „gab es viel Durcheinander“

„Es war schon so, dass hier viel Durcheinander war. Es war aber schon auch so, dass sie immer wieder den 3. Oktober thematisiert hat“, sagte der leitende Ermittlungsbeamte … über die Schilderungen … [von] … Verena R. … Aber wäre es nicht Zeit gewesen, die Zeugin auch mal auf eine Version festzunageln? Wusste manchmal die rechte Hand nicht, was die linke tut? Nicht auszuschließen, bei der Soko „Club“ mit bis zu 60 Ermittlern, mit Hunderten von Zeugen und weit über 1000 Vernehmungen. „Es war uns allen nicht immer klar, was wann genau passiert ist“, sagte der Polizeibeamte noch.

Ja, Widersprüche seien da gewesen, sagte eine andere Zeugin von der Polizei. Aber da sei so viel anderes gewesen, was den Verdächtigen belastet habe. Es wird sich noch zeigen müssen, was von diesem anderen übrig ist. …

Rosenheim24.de am 24.10.2025
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PNP

Näheres zum Wechsel des Rechtsmediziners berichtet die Passauer Neue Presse (PNP):

Spoiler – hier klicken!
Eiskeller-Prozess vor Verlängerung
Münchner befangen? Neuer Rechtsmediziner aus Köln soll Fall Hanna untersuchen

Staatsanwaltschaft mit Wechsel nach Befangenheitsantrag der Verteidigung … einverstanden

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Das Hotel Burgblick … liegt schräg gegenüber des angenommenen Tatorts … – Foto: Herbert Reichgruber

Vor einer zweiwöchigen Pause … wurde entschieden, dass nach einem Befangenheitsantrag der Verteidigung nun ein neuer Rechtsmediziner den Tod der Medizinstudentin untersuchen soll.

Die Verteidigung hatte erklärt, die Sachverständigen des Instituts für Rechtsmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität im Namen ihres Mandanten wegen „Besorgnis der Befangenheit“ abzulehnen. Begründet wurde dies mit einem Artikel in der Wochenzeitung „Zeit“ [siehe hier], in dem berichtet wird, dass der Leiter der Rechtsmedizin an der LMU einen oder mehrere Vorträge während des laufenden Verfahrens beim Rotary Club Chiemsee gehalten und sich dabei positiv über die Arbeit der Ermittler und des Gerichts geäußert habe.

Verteidiger hielten an Befangenheitsantrag fest

Im Laufener Prozess hatte [die] Vorsitzende … Will dazu bereits eine Erklärung des Präsidenten des Rotary Clubs verlesen, dass es einen solchen Vortrag nicht gegeben habe. Da der Befangenheitsantrag aber bestehen blieb, stimmte die Staatsanwaltschaft Traunstein nun zu, einen neuen Rechtsmediziner zu beauftragen.

Statt dem stellvertretenden Vorstand des Instituts für Rechtsmedizin, Prof. Oliver Peschel, soll nun Markus Alexander Rothschild, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Köln, ein Gutachten zu dem Fall abgeben. Ungeklärt blieb die Frage, ob dieser mit Prof. Jiri Adamec von der LMU zusammenarbeiten darf, der bereits mit dem Fall betraut ist. Die Verteidigung lehnte neben Peschel auch Adamec wegen Befangenheit ab. Richterin Will erklärte dazu: „Wir würden ihn nicht als befangen ansehen.“ Man einigte sich schließlich darauf, erst einmal den Kölner Rechtsmediziner zu befragen, ob er mit dem Münchner Kollegen Adamec zusammenarbeiten will. Wenn ja, soll entschieden werden, ob Adamec trotzdem als befangen abgelehnt wird, was Verteidiger Yves Georg schon erklärt hatte.

Prozessende im Dezember vom Tisch

Da sich der Kölner Rechtsmediziner erst komplett in den Fall … einarbeiten … muss …, wird das anvisierte Prozessende am 19. Dezember nun nicht mehr zu halten sein. Dessen sind sich Prozessbeobachter einig.

… Nicht entschieden wurde über einen weiteren Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen den … Hydromechanik[er] … Malcherek … Die Verteidiger werfen ihm vor, einer „Anweisung“ der Vorsitzenden … Aßbichler im ersten Prozess gefolgt zu sein, und deshalb … ein Unfallereignis ausgeschlossen zu haben.

Erwartungsgemäß nicht ausgesagt hat am Freitag … [Verena R.]. Sie berief sich im Beisein ihres Rechtsbeistandes Andreas Leicher auf ihr Auskunftsverweigerungsrecht. Die 23-Jährige hatte ursprünglich gegenüber der Polizei ausgesagt, dass ihr Sebastian T. bereits am 3. Oktober 2022 abends vom Fund der Frauenleiche … berichtet hatte. … In dieser Woche hatten … dazu bereits die Schwester und Mutter der 23-Jährigen … ausgesagt und den 3. Oktober bestätigt. Allerdings wurden diese Woche auch Whatsapp-Nachrichten der 23-Jährigen vom 17. November 2022, als sie erstmals als Zeugin vernommen worden ist, gezeigt. Darin berichtet sie unter anderem ihrer Schwester, ihrer Mutter, ihrem Vater und einem Freund …, dass sie sich bei der Zeugenaussage geirrt habe und das Gespräch mit dem Angeklagten erst am 5. Oktober stattgefunden hätte.

Vor Polizei blieb Zeugin bei Aussage

Mit Vernehmungsbeamten sollte auch am Freitag nochmals geklärt werden, ob dieser Widerspruch aufgelöst worden ist. Dabei wurde deutlich, dass beispielsweise die Schwester immer beim 3. Oktober geblieben sei. Der erste Sachbearbeiter der Kripo in dem Fall erklärte zudem, dass der Widerspruch zwar Anfang Dezember 2022 bekannt gewesen sei, man aber eine solche Vielzahl an Spuren verfolgen musste, dass man sich auf eine weitere Vernehmung der Zeugin geeinigt habe, um diese Frage zu klären. Bei der Nachvernehmung am 18. Januar 2023 sei die Zeugin dann erneut dabei geblieben, dass sie sich mit Sebastian T. am 3. Oktober abends getroffen habe und er ihr dabei von dem Fund der Leiche erzählt habe. Seine Kollegin … sagte zudem aus, dass es im Januar 2023 schon viele weitere Verdachtsmomente gegen … Sebastian T. gegeben habe.

Verteidiger … Georg kritisierte die aus seiner Sicht mangelnde Ermittlungsarbeit. Er und seine Kollegin würden sich den Kopf darüber zerbrechen, warum nach dem Auftauchen der umfangreichen Sprachnachrichten mit den widersprüchlichen Angaben zur Aussage bei der Polizei niemand schneller versucht habe, diese aufzuklären. Hätte sich bestätigt, dass die Aussage erst am 5. Oktober 2022 gefallen sei, hätte man den Haftbefehl gegen ihren Mandanten schon damals aufheben müssen. Verteidigerin … Rick kritisierte dabei die Leitung der Staatsanwaltschaft, die ausschließe, dass es andere Tatverdächtige geben könnte: „Man hatte T. und wollte ihn festnageln.“

Junge Frau kurz nach Hanna unterwegs

Keine neuen Erkenntnisse brachte am Freitag die Vernehmung einer Eiskeller-Besucherin, die am 3. Oktober 2022 im angenommenen Tatzeitraum kurz nach 2.30 Uhr ebenfalls alleine in Richtung des angenommenen Tatortes an der Kampenwandstraße unterwegs war. Die damals 18-Jährige hatte mit ihrem Freund in einer Wohnung im Hotel Burgblick, direkt gegenüber des angenommenen Tatorts, übernachtet. Der Freund war schon im Hotel und hatte sie an der Tür in Empfang genommen. Ein Video, das sie während des Weges zum Hotel aufgenommen hatte, war um 2.40 Uhr entstanden. Die heute 21-Jährige versicherte am Freitag …, dass sie auf ihrem Weg ins Hotel aber nichts von einem Überfall auf Hanna … [W.] oder einen Schrei gehört habe. …

PNP.de am 24.10.2025
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BR

Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet:
► Polizisten räumen Versäumnisse ein
► Verteidigung zweifelt an Ermittlungen
► Belastungszeugin Verena R. „demontiert“
Geodät zu Hannas Geo-Punkten im November bei Gericht

Spoiler – hier klicken!
… Zweifel an Belastungszeugin

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Der Angeklagte mit seinen Anwälten … – Bild: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Im Prozess … hat heute eine enge Freundin des Angeklagten die Aussage verweigert. Bereits im ersten Verfahren … hatte sie sich in Widersprüche verstrickt und schließlich geschwiegen.

Hatte der Angeklagte Täterwissen?

Schon während der Ermittlungen … im Herbst 2022 hatte die Freundin den Angeklagten schwer belastet. Sie erzählte der Polizei, der Angeklagte habe ihr schon an Hannas Todestag von einem Mord in Aschau berichtet – also bevor der Fall öffentlich bekannt war. Die Polizei wertete das als sogenanntes Täterwissen und nahm den Mann kurz darauf fest. Noch am selben Tag verschickte die Zeugin jedoch mehrere Sprachnachrichten an Freunde und Verwandte, in denen sie sagte, sie habe sich beim Datum geirrt und der Polizei „einen Schmarrn“ erzählt. Tatsächlich habe das Gespräch … erst einen Tag später stattgefunden …. Gegenüber der Polizei blieb sie in einer weiteren Vernehmung jedoch bei ihrer ersten Aussage.

Polizisten räumen Versäumnisse ein

Vor Gericht sagten heute drei Polizeibeamte und -beamtinnen zu den damaligen Vernehmungen der Freundin und ihrer Mutter und jüngeren Schwester aus. Die Beamten räumten ein, dass es früh Hinweise auf Widersprüche in den Aussagen der Zeugin gegeben habe. Man sei diesen nachgegangen, habe sie etwa mit einer Sprachnachricht konfrontiert, es dann aber dabei bewenden lassen. Die Verteidigung fragte wiederholt nach, warum man der Sache nicht auf den Grund gegangen sei. Sie wirft der Polizei vor, sich früh auf den Angeklagten festgelegt zu haben.

Eine befragte Polizistin der Kriminalpolizei Rosenheim betonte hingegen, es habe neben der Aussage der Freundin noch zahlreiche weitere Indizien gegeben, die den Angeklagten verdächtig erschienen ließen: Etwa sein intensiver Pornokonsum in den Tagen vor Hannas Tod, der danach ganz aufgehört habe, oder die Tatsache, dass er in Hannas Todesnacht in kurzen Hosen beim Joggen gesehen wurde, diese Hosen aber hinterher nicht mehr auffindbar waren.

Zweifel an Beweislage mehren sich

Vor zwei Wochen hatte sich bereits ein anderer wichtiger Belastungszeuge bei seiner Aussage … in Widersprüche verstrickt. Ein Gutachter hatte ihm zudem eine ausgeprägte Neigung und Fähigkeit zum Lügen attestiert. Mit dem heutigen Tag ist nun auch die zweite wichtige Zeugin demontiert, die den Angeklagten belastet hatte.

Ermittlungen zu Handydaten werfen neue Fragen auf

Ein weiterer Schwerpunkt der vergangenen Tage waren die Handydaten der toten Hanna W. Ein Polizist schilderte am Donnerstag, wie die Ermittler anhand von Funkzellen und GPS-Daten versucht haben, den letzten Weg der Medizinstudentin zu rekonstruieren. Doch das Ergebnis bleibt ungenau: Die ermittelten Positionen zeigen nur Bereiche von etwa 40 Metern Radius. Auf Karten wurden diese im Gerichtssaal als blaue Zonen dargestellt.



Die zentrale Frage bleibt: Ging Hanna tatsächlich den Heimweg, auf dem sie laut Staatsanwaltschaft dem Angeklagten begegnet sein könnte? Oder nahm sie eine andere Route und stürzte möglicherweise selbst in den Bärbach?

Verteidigung zweifelt an Ermittlungen

Um zu beweisen, dass Hanna durch einen Unfall starb, hat die Verteidigung einen eigenen Gutachter beauftragt: einen Vermessungs-Experten, der die Genauigkeit der Standortdaten von Hannas Handy bewerten soll. Der Gutachter wird im November vor Gericht aussagen. Ein Urteil wird noch vor Weihnachten erwartet.

BR am 24.10.2025
https://www.br.de/nachrichten/bayern/ei ... in,V0Y2eCz

Abendschau:
https://www.ardmediathek.de/video/abend ... 2ViOTk0M2U
Download der Videodatei:
https://cdn-storage.br.de/MUJIuUOVBwQIb ... 943e_E.mp4
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

Wie hiess noch mal der oberste Ermittler der auch damals in XY zu sehen war und hier bei 0:13 mit Brille.
https://www.rfo.de/mediathek/video/proz ... as-urteil/
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

@Catch22
Und jetzt ? Kommt Verena einfach so durch damit ? Hm...mei..hab halt viel durcheinander gequatscht....kann schon sein...was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.., dann sag ich halt jetzt gar nichts mehr !
So einfach geht das ? Von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen, ist ja quasi ein Schuldeingeständnis, oder nicht ?
Kann Sebastian sie auf zivilrechtlichen Weg ( heißt das so ?) auf Schadensersatz verklagen ? Alleine schon die immensen Anwaltskosten, die der ihr Gequatsche verursacht hat.
Ich will gar nicht ausschließen, dass man sich mit Datum und Zeit verirrt, noch dazu in der Aufregung während einer Polizeibefragung , man möglicherweise, eventuell, vielleicht auch noch manipuliert wird. Aber spätestens wenn man den Irrtum bemerkt, setze ich doch Himmel und Hölle in Bewegung, den Fehler zu korrigieren !
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

Was hat es denn mit diesem Möchtegern-Elitären-Rotarier-Club auf sich ?
Wenn ich es richtig verstanden habe, hat ein ehemaliger Vorstand in einem Brief an Sabine Rückert von der "Zeit" geblufft, es hätten Vorträge eines Wissenschaftlers in deren elitären Rotarier Club stattgefunden, in denen die Arbeit von Frau Richterin Aßbichler bestätigt und gelobt wird.
Und nun stellt sich heraus , dass es diese Vorträge nie gab ?? Freu mich schon, wenn es tatsächlich mal eine Doku über den Eiskeller-Fall geben sollte.
Vielleicht kann ja ausgerechnet der Herr Reichgruber von der Passauer Neuen Presse mal bei den Rotariern nach einem Interview anfragen, was es mit den Vorträgen auf sich hat ! Oder verscherzt man sich's mit den Rotariern lieber nicht ?
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