Keatleys Winthropping ist eigentlich dafür gedacht ein Leichenversteck aufzuspüren. Im Fall Frauke könnte man also nur das Reverse Winthropping durchführen, indem man Aussagen von Tatverdächtigen genauer unter die Lupe nimmt und sich damit auseinandersetzt, ob es sprachliche Auffälligkeiten und Hinweise auf Täterwissen innerhalb der Aussagen gibt. Sollte man im Fall von Frauke definitiv Mal machen, denn wenn man sich Folge 5 des sterncrime-podcasts mal ganz genau anhört, dann finden sich eine Menge Auffälligkeiten. Diese Arbeit scheint sich aber keiner machen zu wollen. Da wurde ein Haken dran gemacht und dann bleibt das eben auch so. Ich bin der Meinung, die Polizei hat 2006 nicht alles ausgeschöpft und manch einem nicht genügend Druck gemacht.ocram84 hat geschrieben: ↑Sonntag, 28. Dezember 2025, 10:12:00 Im hervorragenden Podcast Licht ins Dunkel zum Fall Katrin Konert wird folgende Methode vorgestellt:
Keatleys Winthropping.
Keatley's Winthropping ist eine spezialisierte Ermittlungstechnik, entwickelt von Dr. David Keatley, die geografisches Profiling mit psychologischen und sprachlichen Analysen verbindet, um vermisste Personen oder nicht auffindbare Leichen zu lokalisieren. Der Ansatz basiert auf der Frage: "Wo würde ein Täter die Leiche verstecken?" und integriert Überlegungen wie die "Theory of Mind", "Affordance" (Möglichkeiten der Umgebung) und "Satisficing" (zufriedenstellende Lösung finden), um Suchgebiete einzugrenzen, indem die Perspektive des Täters eingenommen wird.
Kernkonzepte
Ursprung: Der Begriff leitet sich vom ursprünglichen "Winthropping" ab, das von nordirischen Sicherheitskräften zur Suche nach IRA-Waffenverstecken verwendet wurde, indem man sich fragte, wo man selbst etwas verstecken würde.
Keatley's Erweiterung: Fügt psychologische Faktoren hinzu, wie das Verständnis der Täterperspektive (Theory of Mind), die physischen Möglichkeiten des Ortes (Affordance), und dass der Täter oft einen "zufriedenstellenden" (satisficing) Platz wählt, nicht unbedingt den perfekt versteckten.
Forensische Linguistik: Analysiert die Sprache des Verdächtigen, um versteckte Hinweise auf den Ort zu finden, etwa durch Sprachmuster, die auf eine Nähe zum Versteck hindeuten.
Zusammenführung: Kombiniert diese Elemente zu einem umfassenden System, um Verstecke in Fällen von vermissten Personen, ungelösten Morden und kaltblütigen Fällen zu finden, wo Spuren fehlen.
Anwendung
Ermittler versetzen sich in die Lage des Täters, um zu verstehen, warum ein bestimmter Ort gewählt wurde, basierend auf Zugänglichkeit, Tarnung und psychologischen Motiven.
Analysiert Aussagen und Interviews auf sprachliche Indikatoren für den Standort des Verstecks.
Wird in Kombination mit traditionellen Methoden eingesetzt, um Suchgebiete gezielter einzugrenzen und Ermittlungsprozesse zu beschleunigen, anstatt eine universelle „Silberkugel“ zu sein.
Das passt doch zu diesem Fall sehr gut.
Wo würdet Ihr eine junge Frau versteckt halten?
Wo würdet Ihr die Leiche entsorgen?
Und ich werde nie verstehen wie Menschen, die mehr wissen oder zumindest eine starke Ahnung haben dies 20 Jahre oder länger für sich behalten können. Da fehlt es grundsätzlich in meinen Augen an Empathie für die Opferfamilie, genauso wie es dem Täter an Empathie für sein Opfer mangelte. Ich bin mir sicher, es gibt im Fall von Frauke jemanden der zumindest einen Verdacht hat und diesen nicht äußert, aber aus Angst wovor? Dass man sich eingestehen muss einen Mörder als Freund, Bruder oder Sohn zu haben? Dass das eigene Image leidet?
Würde sich diese Person nur Mal für einen Moment in die Lage der Angehörigen von Frauke versetzen, dann müsste klar sein: es gibt einfach keinen plausiblen Grund einen Täter zu schützen. Nicht einen einzigen Grund der nicht genauso egoistisch wäre, wie jemandem das Leben zu nehmen weil es für einen selbst Lösung oder Vergnügen bedeutet.
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