Sronson hat geschrieben: ↑Dienstag, 27. Januar 2026, 20:27:04 Würde man nach mehreren Monaten im Wasser noch verwertbare DNA an der Tatwaffe finden? Kennt jemand vergleichbare Fälle? …..
Jane.Doe hat geschrieben: ↑Dienstag, 27. Januar 2026, 20:31:31
DNA muss nicht …..
Aber ja, würde mich auch interessieren.
Stunden bis Tage im Wasser, nach mehreren Monaten im Wasser jedoch sehr unwahrscheinlich.
Auf einer Wiese, nur manchmal durch “destillierten”, ph-neutralen, Tau auf der Unterseite mit Wasser in Kontakt, und auf den Kontaktflächen zum Ablageort, bei niedrigen Temperaturen, sind die Prognosen viel besser. Bakterien und Pilze, Plankton und Fische sind ebenfalls natürliche Feinde, auch “spontane Hydrolyse” kommt vor.
“Glück” ist auch ein Faktor
Anstelle von dns sind vielleicht andere Spuren, z.B. chemische Spuren, nachweisbar, vor allem wenn das Tatwerkzeug längere Zeit bereits vor der Tat in Besitz und Gebrauch war.
“ ….. Sensationserfolge aus der Forschung mit sehr alten DNA-Proben (Ancient DNA, aDNA) belegen, dass die Sequenzinformation grundsätzlich über einige hunderttausend Jahre hinweg bewahrt werden kann (Willerslev/Cooper 2005). Die ältesten
authentifizierten aDNA-Befunde stammen
aus dem Permafrost (Willerslev et al. 2003)
und Bohrkernen aus fossilem Grönlandeis
(Willerslev et al. 2007). ….. Dennoch
wird angenommen, dass DNA selbst
unter idealen Bedingungen nicht länger als
eine Million Jahre amplifizierbar erhalten
bleibt. …..
Die Abbauraten in der Umwelt können
beträchtlich variieren, abhängig von der
mikrobiellen Aktivität (z.B. Trinkwasser
oder Kläranlage) und allgemeinen Umweltbedingungen (z.B. Temperatur, Feuchtigkeit).
Studien haben gezeigt, dass Fraktionen reiner DNA, die in Boden oder Wasser eingebracht werden, dem sofortigen Abbau mitunter entgehen und für unterschiedlich lange Zeiträume (Stunden bis Tage) nachweislich erhalten bleiben.
In steriler, wässriger Lösung wird DNA
hauptsächlich durch Hydrolyse oder die
von Sauerstoff-Radikalen verursachten
oxidativen Veränderungen an Zucker oder
Basen geschädigt (Alaeddini et al. 2010).
Abhängig vom pH-Wert lässt sich ein
alkalisches Schmelzen der DNA-Doppelhelix
(bei pH ~12; kurzfristig reversibel)
oder eine säurekatalysierte Hydrolyse
von DNA-Bestandteilen (bei pH < 6.0;
z.B. in Magen, Vagina oder auf der Haut)
feststellen. …..”
„Gute“ und „schlechte“ DNA-Spuren. Ein Überblick zum aktuellen Stand der forensischen Molekularbiologie
SIAK-Journal − Zeitschrift für Polizeiwissenschaft und polizeiliche Praxis (2/2017),
72-86, Stein, Christina/Gausterer, Christian
https://www.bmi.gv.at/104/Wissenschaft_ ... 2_2017.pdf