TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Fälle: Arian Arnold, Jenny Böken, Kirsten Heisig, Unbek. Junge (Oelsa/Osterzgebirge), Isabelle Kellenberger, Malina Klaar, Yolanda Klug, Elisa Lam, Paula Maaßen, Christian Morgenstern, Theresa Stahl, Georgeta Tapu
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Vater von komischen Nachbarn bekam was mit und checkte Lage bei Hannas Eltern ab..ob die ine Ahnung haben
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Der Fall sollte noch nicht ruhen..Hannas Familie will die Wahrheit und hat ein Recht darauf
Catch22
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Gast hat geschrieben: Mittwoch, 13. Mai 2026, 23:37:56 Sehe gerade Reportage auf BR. …
Die heutige Ausstrahlung des BR ist identisch mit der dreiteiligen Doku, die bereits in der ARD gezeigt wurde und die seit 25.01.2026 in der ARD-Mediathek anzusehen ist.

ARD-Doku:
viewtopic.php?p=319525#p319525

MDR-Podcast mit der Autorin der ARD-Doku:
viewtopic.php?p=321930#p321930

Gast hat geschrieben: Mittwoch, 13. Mai 2026, 23:37:56 … ich bin ueberzeugt..es war kein Mord..nuur Unfallgeschehen in Beteiligung von Bekannten/ Freunden von Hanna …
D5kkgk hat geschrieben: Mittwoch, 13. Mai 2026, 23:45:15 Rest wurde insziniert von gewissen Kumples/ Freunden.mit Ring..Jacke..Tasche im Fluss …
Gast hat geschrieben: Mittwoch, 13. Mai 2026, 23:48:21 Sollte nach Mord aussehen. …
Wie sollte eine solche „Inszenierung“ vonstatten gegangen sein?

Hanna war ohne Begleitung, als sie von der Schlossbergstraße nach rechts in die Kampenwandstraße einbog und aus dem Sichtfeld der Außenkamera am Notausgang des Eiskellers verschwand. Zeitnah gefolgt oder vorausgegangen ist ihr niemand. Woher sollten denn die Bekannten, Freunde oder Kumpel plötzlich unbemerkt aufgetaucht sein? Zudem muss Hanna nach dem Sturz in den Bärbach recht schnell abgetrieben sein. Die Strömung war wegen des Hochwassers sehr stark.

Jacke (mit Gürtel), Hose und Umhängetasche (in der sich das Handy befand) hat Hanna, als sie den Eiskeller alleine in Richtung Kampenwandstraße verließ, ausweislich der Videoüberwachung noch getragen. Ebenso befanden sich die beiden Ringe wohl noch an ihren Fingern (einer davon wurde nicht gefunden).

Wie, bitte, sollte jemand all diese Gegenstände als „Inszenierung“ an den späteren Fundorten im Bärbach und in der Prien platziert haben?

Gast hat geschrieben: Mittwoch, 13. Mai 2026, 23:37:56 … der komische Nachbar z.B., der mit ihr ja heimlaufen wollte...da ist wasoberfaul …
Gast hat geschrieben: Mittwoch, 13. Mai 2026, 23:50:27 Vater von komischen Nachbarn bekam was mit und checkte Lage bei Hannas Eltern ab..ob die ine Ahnung haben
Wie sollte der Nachbar P. involviert sein, wenn er zu dem Zeitpunkt, als Hanna in den Bärbach stürzte, gar nicht in der Nähe des Baches war?

Gast hat geschrieben: Mittwoch, 13. Mai 2026, 23:53:51 Der Fall sollte noch nicht ruhen..Hannas Familie will die Wahrheit und hat ein Recht darauf
Solange die StA ein Phantom jagt, nur um nicht eingestehen zu müssen, dass sie sich fundamental geirrt hat, wird Hannas Familie der Wahrheit nicht näherkommen.

Der beste Weg dürfte sein, sich von der Vorstellung eines Gewaltverbrechens zu lösen und sich ernsthaft und möglichst emotionslos mit den Fakten zu beschäftigen. Diese nämlich sprechen eine klare Sprache und für ein alleinbeteiligtes Unfallgeschehen.

Siehe z. B. hier:
viewtopic.php?p=325737#p325737
viewtopic.php?p=326410#p326410
Gast

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Bin mir sicher, die Wahrheit kommt irgendwann noch ans Licht...der junge Mann, der Jogger hatte mit Sicherheit nichts mit Ableben von Hanna zu tun..musste als" Bauernopfer" herhalten...macht man ja auch gerne mit Menschen mit Handicap...
Wuensche den Familie von Hanna ,dass sie Antwort auf ihre Fragen bekommen
Catch22
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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OVB: Podcast zum „Jahrhundertfall“ Hanna

Morgen startet das Oberbayerische Volksblatt (OVB) eine Podcast-Reihe über Kriminalfälle aus Südostbayern mit dem Titel „True Crime zwischen Inn und Alpen“. Zum Auftakt geht es um den Fall Hanna – den „Jahrhundertfall“, wie ihn das OVB nennt.

Die „erfahrenen und begeisterten OVB-Gerichtsreporter“ kennen „sämtliche Facetten des Falls“ und führten „unzählige Hintergrundgespräche“, verspricht das OVB. Peinlich dabei ist, dass die schiere Kraft geballten Wissens Revision mit Berufung verwechselt. Begeisterung allein genügt halt nicht.

Radio Charivari Rosenheim:
https://radio-charivari.de/audiothek-app
https://podcast.funkhaus-rosenheim.de/

Rosenheim24:
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ov ... ti1526488/
https://www.rosenheim24.de/truecrime (lt. OVB)

Spotify:
https://open.spotify.com/show/033iTB8zg ... a37f7c48f2

Apple:
https://podcasts.apple.com/us/podcast/t ... 1896754159

Podigee:
https://truecrime-zwischen-inn-und-alpen.podigee.io/


Die Versprechungen der OVB-Medien auf Rosenheim24:

Spoiler – hier klicken!
Premiere des Podcasts „True Crime zwischen Inn und Alpen“
True Crime mit dem OVB und OVB24: Neuer Podcast steigt in Kriminalfälle ein

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Der OVB24-Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“ beleuchtet wahre Kriminalfälle aus der Region Südostbayern. © OVB

Vom Fall Hanna in Aschau über ein Tötungsdelikt, dessen Spur bis nach Neapel führte: Das sind nur zwei der unzähligen Kriminalfälle, die zuletzt die Region bewegt haben. In unserem neuen Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“ greifen wir diese und weitere Fälle auf, und beleuchten sie aus neuen Perspektiven.

… Sei es der Fall eines Mannes aus Raubling …; ein Säugling, tot … ausgesetzt; und natürlich der Jahrhundertfall Hanna aus Aschau im Chiemgau. …



„Eiskeller“-Fall: Wie kam Hanna … [W.] ums Leben?

Die ersten Folgen unseres neuen Podcasts, der alle 14 Tage mittwochs erscheint, widmen wir dem „Eiskeller“-Fall um den Tod von Hanna: in all seiner Tragik, mit Blick auf die Ermittlungen, die Entwicklung in den beiden Gerichtsverfahren – und wie es im Fall Hanna nun weitergeht. Denn zu den Akten gelegt wurde er noch lange nicht. Die Staatsanwaltschaft Traunstein geht nach wie vor von einem Gewaltverbrechen aus.



Fall Hanna: OVB-Reporter an jedem Verhandlungstag bei Gericht

Unsere ersten Folgen starten mit drei erfahrenen und begeisterten OVB-Gerichtsreportern: Patricia Huber, Julian Baumeister und Michael Weiser. Kaum ein Redakteur dürfte so tief in die Thematik eingearbeitet sein wie Michael Weiser. Von Beginn der Ermittlungen an über die Prozesse bis zu unzähligen Hintergrundgesprächen kennt er sämtliche Facetten des Falls. Und er hat im Übrigen im Fall Hanna keinen einzigen der 47 öffentlichen Verhandlungstage verpasst (ein Verhandlungstag war nicht öffentlich, gesamt 48). Selbst im entlegenen Laufen nicht, wohin das Landgericht Traunstein die Berufung [richtig: die neue Hauptverhandlung nach erfolgreicher Revision] ausgelagert hatte. …

… Zu finden ist … [der Podcast] bei Spotify, Apple Music und allen anderen gängigen Anbietern sowie in der Audiothek von Radio Charivari, dessen Team uns bei der Produktion unterstützt hat.



Rosenheim24.de am 19.05.2026
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ch ... 12551.html (ohne Paywall)

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ch ... d-Comments


Mit penetranter Redundanz folgt eine weitere Ankündigung:

Spoiler – hier klicken!
Die spektakulärsten Kriminalfälle der Region
OVB24-Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“ startet: Das erwartet die Hörer ab sofort

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Den OVB24-Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“ gibt es alle zwei Wochen … © Re

… Ab sofort blicken wir alle zwei Wochen auf spektakuläre Kriminalfälle aus unserer Region. …

… Die Gegend zwischen Inn und den Gipfeln der bayerischen Voralpen – das ist die reinste Idylle. Doch auch dort … tun sich menschliche Abgründe auf. …

Fälle aus der Region von Rosenheim über Traunstein bis ins Berchtesgadener Land

Ab sofort blicken die OVB-Gerichtsreporter Michael Weiser, Julian Baumeister und Patricia Huber alle zwei Wochen auf spektakuläre Kriminalfälle aus Rosenheim, Traunstein, Mühldorf, Altötting und dem Berchtesgadener Land. …

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Die OVB-Gerichtsreporter (von links) Julian Baumeister, Patricia Huber und Michael Weiser geben im neuen OVB24-Podcast Einblicke in die spektakulärsten Kriminalfälle aus der Region. © Mischner

… Als Redakteure sind die drei OVB-Gerichtsreporter oft von der allerersten Polizeimeldung bis zum letzten Prozesstag im Gerichtssaal bei diesen Fällen dabei. Dabei stehen sie im engen Austausch mit den Verteidigern, Staatsanwaltschaften und Ermittlern.

Betrachtung der menschlichen Seite

Genau diesen Einblick wollen sie ab sofort mit dem neuen OVB24-Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“ teilen. Wieso haben sich Polizei und Staatsanwälte in den einzelnen Fällen so entschieden, wie muss man die Taten einschätzen und welche Fragen sind vielleicht trotz eines Urteils noch offen geblieben? Allerdings geht es nicht nur um die juristischen Hintergründe. Sondern auch um die menschliche Seite. Wie haben die Betroffenen die Verfahren erlebt, was haben die Fälle bei den Angehörigen ausgelöst? …

In der ersten Folge widmen sich die Drei einem Fall, der die Menschen weit über die Grenzen des Chiemgaus hinaus erschüttert hat …: der tragische Tod der Studentin Hanna … [W.] aus Aschau. Zum Auftakt rekonstruieren die OVB-Gerichtsreporter die Ereignisse – vom Fund der Leiche in der Prien bis hin zum zweiten Urteil vor dem Landgericht Traunstein. Es kommen Menschen zu Wort, die den Fall hautnah begleitet haben.

Überall wo es Podcasts gibt

Das und mehr gibt es ab Mittwoch, 20. Mai, bei Spotify, Apple Podcasts und allen gängigen Podcatchern. Danach erscheint alle zwei Wochen eine neue Folge.



Rosenheim24.de am 19.05.2026
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ro ... 12156.html (ohne Paywall)

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ro ... d-Comments


Fotostrecke:

Spoiler – hier klicken!
Fotos
„True Crime zwischen Inn und Alpen“: Folge 1

Eine junge Frau kehrt nach einer Partynacht im „Eiskeller“ in Aschau nie nach Hause zurück. Doch wer war Hanna und warum blieb ihr Heimweg ungeklärt? …

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1/16: Der Club „Eiskeller“ in Aschau. Hier feierte Hanna, bevor sie auf ihrem Heimweg ums Leben kam. © Julian Baumeister

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2/16: Mit einer bewegenden Traueranzeige verabschiedet sich die Familie von Hanna (†23). © OVB Heimatzeitungen/Pixabay

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3/16: Der Weg vom Eiskeller bis zur Hauptstraße, es ist der Bereich, in dem Hanna zuletzt auf einer Kamera zu sehen war. © re

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4/16: Welchen Weg die Studentin ab dieser Kreuzung genau gekommen hat, ist nach wie vor umstritten. © re

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5/16: Über den Bärbach gelangte der leblose Körper in die Prien. © re

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6/16: Im Mai 2026 ist der Bärbach ausgetrocknet, in der tragischen Nacht führte er Hochwasser. © Mischner

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7/16: Der Tod von Hanna … [W.] aus Aschau ist auch nach Jahren immer noch ein Thema im Ort. © re

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8/16: Auch Hannas Freunde nahmen in einer emotionalen Anzeige Abschied. © OVB Heimatzeitungen

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9/16: Hier fließt der Bärbach in Aschau in die Prien. © re

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10/16: Ein kleiner Ausschnitt von Hannas Heimweg: Oben rechts ist der Club „Eiskeller“ zu sehen. © re

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11/16: Erste Bilder nach dem Fund von Hannas Leiche. © hs

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12/16: Polizisten suchten im Mordfall Hanna W. die Prien nach Spuren ab. © Peter Kneffel

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13/16: Polizeitaucher suchen das Flussbett der Prien nach Spuren ab. © Peter Kneffel/dpa

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14/16: Polizeitaucher suchen das Flussbett der Prien nach Spuren ab. © Peter Kneffel/dpa

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15/16: Polizeitaucher suchen das Flussbett der Prien nach Spuren ab. © Peter Kneffel/dpa

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16/16: Im Alter von 23 Jahren verstorben: Hanna … [W.] aus Aschau im Chiemgau. © Elisabeth Kirchner

Rosenheim24.de am 19.05.2026
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ov ... 12552.html
ohne Paywall („Option 4“ wählen):
https://www.removepaywall.com/search?ur ... 12552.html

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ov ... d-Comments


Wird der Hanna-Podcast des OVB die vollmundigen Versprechen einlösen können? Oder zündet das OVB nur eine neue Stufe der gewohnt tendenziösen Berichterstattung? Morgen werden wir es erfahren.


Nachtrag
Direkte Links zum OVB-Podcast:
viewtopic.php?p=338191#p338191
Transkript des Podcasts (im Spoiler):
viewtopic.php?p=338110#p338110
Gast12345

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast12345 »

Danke für den Hinweis auf den Podcast.

"Wir versuchen, die Betroffenen im Blick zu behalten".
Leider ist es in diesem Fall bei dem Versuch geblieben. Weder wurde Rücksicht auf Hannas Eltern genommen noch auf den mittlerweile Freigesprochenen.

" Wir ordnen die neuesten Entwicklungen nach dem Abschluss für euch ein".
Ist mir wohl entgangen, dass es "neueste Entwicklungen" gibt.
Aber nachdem der Eiskeller-Fall (der ja aller Wahrscheinlichkeit nach ein Unfall war) in diesem True-CRIME-Podcast als allererstes genannt wird, bin ich doch sehr gespannt auf diese neuesten Entwicklungen in Richtung Verbrechen.
Fränkin
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Fränkin »

Catch22 hat geschrieben: Dienstag, 19. Mai 2026, 17:04:06 Wird der Hanna-Podcast des OVB die vollmundigen Versprechen einlösen können? Oder zündet das OVB nur eine neue Stufe der gewohnt tendenziösen Berichterstattung? Morgen werden wir es erfahren.
Das OVB entfernt sich nicht von seinem Standpunkt. Keinen Millimeter!

Nachdem einer der Hosts des Podcasts alles abliest, hört er sich an manchen Stellen auch relativ stockend an.
Für all die, die Podcasts nicht mögen und lieber etwas lesen, kommt hinter dem Spoiler das Transkript.

Spoiler
Transkribiert von TurboScribe (bis Minute 30, Rest abgetippt und komplett überarbeitet - viele "unds", "ähhhs", "ebendst" und die (Eigen-)Werbung rausgelassen ...)

Hier das Transkript:


True Crime zwischen Innen und Alpen. Der OVB24 Podcast. Mit wahren Kriminalfällen aus der Region.

Und damit herzlich willkommen zur ersten Folge des neuen OVB24 Podcasts True Crime zwischen Innen und Alpen. In dieser Folge widmen wir uns einem Fall, der die ganze Region erschüttert hat und deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Es geht um den Tod der jungen Studentin Hanna Wörndl aus Aschau.

Wir Gerichtsreporter vom OVB, Patricia Huber, Michael Weiser und ich, Julian Baumeister, werden uns in den nächsten 30 Minuten diesen Fall nochmal genau anschauen und erklären euch alles, was man darüber wissen muss. Alles begann allerdings mit dieser Radiomeldung:

"Ich bin Christoph Grabner, grüß Gott.
In der Nähe von Prien ist eine tote Frau gefunden worden. Die Leiche wurde im Bereich Kaltenbach gestern Nachmittag aus der Prien geborgen. Die Hintergründe sind derzeit noch unklar. Der Leichnam wurde bereits obduziert. ..."

Julian, wie hat euch in der Redaktion damals diese Nachricht erreicht?

Los ging es mit einer Nachricht, die unser Team, das für den Feiertag eingeteilt war, erreichte.
Es war schließlich der 3. Oktober. Am Nachmittag machte dann die Meldung die Runde, dass in der Prien, dem Fluss, der von Aschau nach Prien am Chiemsee fließt, eine tote Person aufgefunden wurde.
Erst im Laufe der nächsten Stunden und nach dutzenden Anfragen bei der Polizei zeichnete sich damals das Bild ab, dass ein junges Mädchen gestorben ist. Hanna Wörndl, an dem Tag war wohl auch bei uns noch niemandem klar, welche Tragweite der Fall noch haben wird.

Michael, du verfolgst den Fall seit Tag 1.
Wie hast du die ersten Stunden oder Tage nach ihrem Auffinden erlebt?

Es herrschte natürlich Aufregung. Wenn ein Mensch sein Leben verliert, auf mutmaßlich gewaltvolle Art und Weise, dann ist eine Redaktion schnell mal in Alarmbereitschaft.
In diesem Fall wurde uns relativ schnell bewusst, dass dieser Fall eine ganz besonders tragische Komponente aufweist. Es ging schließlich um ein junges Mädchen, dem im Leben alles noch offen stand. Hanna war 23 Jahre alt, ein hübsches Mädchen, vielseitig interessiert, mit zahlreichen Freunden, in der Region sehr bekannt, hatte ein großes Netzwerk an Freunden und Bekannten.
Wir erfuhren bald, dass sie sich auf einem Urlaub befunden hatte, in den Ferien praktisch, weil sie studierte Medizin, und zwar in Cluj in Rumänien, in einer Stadt, in der sich junge Menschen vor allem sehr wohl fühlen. Und bei uns vervollständigte sich das Bild einer jungen, offenen, der Welt zugewandten Frau, vielseitig interessiert, sehr freundlich vor allem, sie war kein zwiederner Mensch, das hat damals auch ihr Vater gesagt.

Patricia, du warst damals noch nicht beim OVB und bist auch ungefähr im gleichen Alter wie Hanna. Wie hat man das damals im Privaten aufgefasst und miterlebt?

Bei uns im Freundeskreis war das natürlich ein riesiges Thema. Man hat sich Gedanken gemacht, viele kennen den Eiskeller, wenn man hier in der Region zu Hause ist, dann war wahrscheinlich jeder schon mal dort.
Das ist eigentlich ein Ort, an dem man sich trifft zum Feiern, wo man Spaß hat, wo man die Leute kennt. Und dass nach so einer eigentlich glücklichen Nacht einem jungen Mädchen so etwas passiert, das hat meinen Freundeskreis und mich sehr beschäftigt und auch irgendwo für Verunsicherung gesorgt.

Bevor wir jetzt aber richtig einsteigen in dieses Thema, ist mir eines wichtig:
Der Angeklagte in diesem Fall ist inzwischen rechtskräftig freigesprochen. Er gilt dem Gesetz nach als unschuldig. Das bedeutet auch, nach dem Gesetz gibt es keine Antwort darauf, was Hanna in dieser Nacht passiert ist.
Es gibt bislang keinen Täter. Das Einzige, das wir wirklich wissen ist, eine junge Frau ist gestorben. Ihr Tod ist aber nach wie vor ungeklärt.
Juristisch ist zu diesem Zeitpunkt niemand dafür verantwortlich zu machen.

Wir wollen uns zunächst vor Augen führen, wer war Hanna?

Ich habe mal die Todesanzeige rausgesucht, die Hannas Familie damals bei uns im OVB geschalten hatte.
Da stand drin, deine Zeit mit uns war viel zu kurz und doch so intensiv und gewaltig schön. Du hast dein Leben gelebt und geliebt. Nun hast du deine große Reise angetreten.
Wir bleiben hier mit deinem Geschenk an wundervollen Erinnerungen und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Michael, wie geht es einem als Reporter in so einer Situation, wenn man über so ein Schicksal berichtet, während man gleichzeitig diese ergreifende Traueranzeige der Familie auf dem Schreibtisch liegen hat?

Ich habe diese Anzeige nicht angeschaut.
Ich habe mir später während des Prozesses anhören können, was die Eltern, was der Bruder, was die Freunde über sie zu sagen hatten und das war hart genug. In den ersten Tagen, als es darum ging, festzustellen, was da überhaupt passiert war, wie die Polizei mit diesem Fall umgehen würde, da waren wir viel zu beschäftigt.
Wir mussten viele Sachen abklären. Und ich wollte diese Angelegenheit auch nicht zu nah an mich herankommen lassen.

Später hast du es aber ja dann doch recht nah an dich herankommen lassen.
Du hast ein sehr detailliertes Bild erhalten, wie Hanna war. Was hast du da gehört von Familie und Freunden?

Ja, nur das Beste. Und zwar über das Maß hinaus, was man normalerweise Verblichenen angedeihen lässt. Hanna wurde von ihren Eltern, von ihrem Bruder und von ihren Freunden sehr eindrucksvoll geschildert. Als freundlicher, großzügiger, weltoffener Mensch, der immer für seine Freunde da war.
Ich habe da keine allgemeinen Plätze gehört, sondern das waren tief bewegende Schilderungen von Leuten, die jemanden unsagbar wertvollen in ihrem Leben verloren hatten. Vor Gericht flossen da manchmal die Tränen. Und es war schwierig, das anzuhören, das gebe ich zu. Das war sehr, sehr schwierig, weil auch die Bilder, die wir so, die Fotos, die wir da auf dem Schreibtisch liegen hatten, vermittelten genau dieses Bild. Ein freundlicher, ein netter, dem Leben unglaublich zugewandter Mensch war da gegangen.

Das zeigt ja eigentlich nur wieder, dass Hanna eben nicht nur eine bloße Aktennummer war, wie auf vielen Gerichtsordnern draufsteht. Macht es auch die Berichterstattung von Gerichtsfällen schwieriger, wenn es auf einmal so persönlich wird?

Ja, ich glaube schon.
Du gibst nochmal mehr Acht, dass du niemandem wehtust, der ohnehin schon Schmerzen hat. Und natürlich haben wir dann auch versucht, an Hannas Eltern auch nochmal heranzukommen. Wir hatten dann während der zweiten Verhandlung festgestellt, dass der Mensch Hanna mehr und mehr in den Hintergrund trat.
Es ging nur noch um die Abarbeitung eines Falles, eines Aktenzeichens, wie du vorhin gesagt hast, Julian. Und deswegen sprach ich nochmal mit den Eltern, um Hanna nochmal als Menschen darzustellen, sie zu schildern, wie sie war. Und ich habe ihre Eltern natürlich tief traurig erlebt an jenem Oktober drei Jahre nach dem Tod von Hanna. Haben wir uns getroffen, bei ihnen im Haus in Aschau. Und die Eltern waren tief traurig. Ich glaube, sie hatten in mancher Minute unseres Gesprächs dann doch nochmal Freude, als sie ihre Tochter geschildert haben und so noch einmal zurückgeholt haben in die Gegenwart.
Ich habe ohnehin hohen Respekt davor, wie die Eltern mit dieser Tragödie umgehen. Es ist das Äußerste an Haltung, was man erwarten kann bei so einem furchtbaren Verlust, dass die Eltern über die ganzen Monate der Verhandlungen und der Revision am BGH, dass die dann irgendwann mal gezeichnet sind, dass sie sichtbar Kraft verlieren. Das, glaube ich, verwundert niemanden.
Aber mir gegenüber haben sie sich freundlich gezeigt, vollkommen an der Aufklärung der Umstände des Todes ihrer Tochter interessiert. Ohne jeglichen Verurteilungswillen gegenüber dem Angeklagten, das muss ich auch hinzufügen, der Vater sagte zu mir, da liegt mir doch nichts daran, dass der hinter Gitter wandert. Ich will nur wissen, was meiner Tochter passiert ist.

Ich glaube, das zeigt ganz gut, wie emotional auch die Region betroffen war von diesem Fall.
Eine Kollegin von uns damals war tatsächlich bei der Beerdigung von Hanna dabei. Wie sie diesen Moment erlebt hat, diese Stimmung auf dem Friedhof, hat sie für uns kurz zusammengefasst:

Ich war Redakteurin beim OVB in der Zeit und dafür verantwortlich, in der Zeit über Aschau im Chiemgau zu berichten. Somit habe ich dann auch den Fall von Hanna von Anfang an eigentlich mit begleitet. Und auch in dem Zuge ist das OVB ja auch immer eine Regionalzeitung und will da ja den Menschen eigentlich auch ganz nahe sein und dementsprechend bietet eigentlich das OVB auch immer an, Nachrufe zu schreiben für Menschen. Und in dem Zuge habe ich dann den Auftrag bekommen, einmal zu fragen, ob denn Hannas Familie überhaupt auch vielleicht einen Nachruf auf sie haben wollen würde. Und das war schon eine Anfrage, wo ich selber so ein bisschen geschluckt habe und ich mir dachte, wie stellt man irgendwie da respektvoll eine Anfrage an eine Familie, die gerade extrem im Leiden ist und sagt, hey, wir sind auch da für euch, um eben über das Leben eurer Tochter zu schreiben. Und hatte da das Glück, dass der Pfarrer von Aschau, Paul Jansen, mit dem ich auch schon einiges gemacht hatte, eben meine Bitte an Hannas Eltern herangetragen hat. Ich war schon ein bisschen überrascht am Ende oder in der Zeit, dass die Eltern dann wirklich ja gesagt haben.
Aber sie wollen eben es so, dass ich zur Beerdigung gehe und daraus eben über Hannas Leben schreibe und eben kein exklusiv Interview oder mich nicht eben mit ihnen oder Freunden unterhalte. Und dementsprechend bin ich da als OVB-Redakteurin zu dieser Beerdigung vielleicht auch ein bisschen anders gegangen als irgendwie die Journalisten vom BR oder von der BILD, die einfach irgendwie dahin wollten, um den Schmerz da aufzufangen und zu zeigen, da ist jetzt irgendwie etwas Dramatisches passiert und so trauert man über Hanna. Und ich bin hingegangen schon mit dem Hintergrund und auch der Verantwortung, hey, ich schreibe jetzt hier irgendwie einen Nachruf für die Familie, für die Freunde und für die Region auf eine junge Frau, die einfach tragisch ums Leben gekommen ist.
Das war schon auf alle Fälle etwas, was mir sehr, sehr wichtig war und was ich auch sehr, sehr ernst genommen habe und versucht habe, dann auch respektvoll umzusetzen.
Die Beerdigung hat stattgefunden in der Pfarrkirche und wie gesagt, ich war wirklich super pünktlich da und da war die Kirche schon komplett voll. Ich konnte mich damals nur an einen Seitengang stellen und vorne waren weiße Rosen, ein Trauerbild von Hanna stand dort und man hat so richtig gemerkt, dass eben an diesem Freitagnachmittag einfach irgendwie das ganze Dorf zusammengekommen ist, um einer jungen Frau zu gedenken, die eben viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde.
Und ich finde es eben schön, dass generell auch der ganze Gottesdienst natürlich, finde ich, sehr klar gezeigt hat, was hier passiert ist, dass das irgendwie sehr, sehr schlimm war. Also Jansen hatte auch in seiner Predigt die Frage aufgeworfen, was steckt dahinter? Ich meine, wir sind ja hier zu einem Zeitpunkt gewesen, wo einfach ganz viele Sachen überhaupt noch nicht klar waren.
Was ist eigentlich mit Hanna passiert? Und ich glaube, zu dem Zeitpunkt war auch noch nicht mal ein Tatverdächtiger näher festgelegt. Also Pfarrer Jansen hat da, finde ich, sehr einfach nah am Menschen geschafft, irgendwie seine Predigt zu halten und hat dann aber gleichzeitig auch wieder den Bogen geschlagen und auf Hannas Leben hingewiesen und auch ihre Freunde und Freundinnen, die damals die Fürbitten gelesen haben, haben schon immer auch versucht zu zeigen, wer Hanna eigentlich als Mensch war. Sie war eine junge Frau, die reiselustig war, spontan, offenherzig. Sie ist gerne feiern gegangen. Sie hat Medizin studiert. War wohl auch, gerade in Liebessachen, eher so eine Taffere. Ich kann mich noch daran erinnern, dass die Freundin meinte in einer Fürbitte, sie dachte, dass sie, wenn sie mal eine Rede über Hanna halten muss, dass sie sie erst zum 30. Geburtstag oder zu ihrer Hochzeit halten würde. Aber ganz klar eben, dass die Rede erst eben über den 30. Geburtstag geht, weil sie bestimmt erst spät heiraten wird.
Und ja, das war schon einfach irgendwie, finde ich auch als Journalistin interessant zu sehen, weil man ganz oft natürlich einfach als Außenstehende versucht, darüber zu berichten in dem Moment. Boah, was ist da einer jungen Frau vorgefallen? Und da sehr irgendwie analytisch vorgeht, Polizei, Staatsanwaltschaft, also so verschiedene Eckpunkte versucht irgendwie zu eruieren und mit der Öffentlichkeit zu teilen.
Und da war natürlich irgendwie die Beerdigung so ein kompletter Gegenpol einfach, wo man sagt, man kriegt erst mal ein wirkliches Bild, hey, welches Schicksal beleuchtet man hier eigentlich? Und ja, dass eine junge Frau einfach wirklich umgebracht wurde. Und die hatte auch ihre Hobbys und die hat gerne Herr der Ringe geguckt und war Ed Sheeran Fan, glaube ich.
Also sie haben da wirklich echt einfach eine sehr schöne Erinnerung auch an ihr Leben geschafft. Und damit muss man ehrlich sagen, mich auch sehr berührt. Also ich stand da in der Kirche und musste auch wirklich ein paar Mal schlucken, gerade bei den Liedern von Ed Sheeran, I See Fire oder A Say Little Prayer von Aretha Franklin.
Das hat mich einfach sehr berührt. Und nach der Beerdigung gab es wirklich einen Trauerzug runter zum Friedhof. Und dort wurde dann von der Aussegnungshalle, das weiß ich auch noch, das fand ich auch sehr berührend, haben sie dann mit Balance so eine Reihe zum Grab gebildet. Und die Urne wurde dann von Freund zu Freundin gegeben bis hin zum Grab, dass jeder sich nochmal wirklich verabschieden konnte von Hanna. Und dann, und das muss ich auch sagen, fand ich auch damals sehr berührend und bin nach wie vor überrascht und bewegt auch von der Kraft, die die Familie hatte, wurden auch Kondolenzen am Grab angenommen. Und auch das stelle ich mir, oder habe ich in dem Moment vielleicht nicht so ganz verstanden, weil ich dachte so, Gott, ich glaube als Mutter wäre ich, ja, lasst mich in Ruhe, ich kann nicht und gleichzeitig jetzt mit ein bisschen Abstand dazu, finde ich, ist das ein sehr starker Gestus einfach gewesen. Und zu sagen, ja, auch nochmal eine Bejahung vielleicht dieses Lebens am Ende des Tages, zu sagen, ich nehme ja Kondolenzen einfach an, weil die dann nochmal zeigen, hey, da ist jemand, den hat Hanna berührt, mit dem hat Hanna Freunde gehabt. Da steckt noch irgendwie Hannas Geist drin.
Und es war auf alle Fälle ein sehr, sehr bewegender Gottesdienst.

Es sind bewegende Eindrücke, die unsere Kollegin hier schildert. Und ich glaube, man kann sich gut vorstellen, dass in vielen Köpfen auch nach dieser Beerdigung einfach noch die Frage schwebte, wie konnte es eigentlich überhaupt so weit kommen?

Möchtest du uns, Michael, vielleicht mal kurz schildern, was sich in jener tragischen Oktobernacht möglicherweise zugetragen hat?

Man weiß ziemlich viel über diese tragische Oktobernacht. Man weiß eigentlich fast alles, bis auf die entscheidenden fünf bis zehn Minuten, in denen Hanna dieser Welt abhanden gekommen ist.
Was man vorausschicken kann, es war unglücklich. Hanna hatte am Tag zuvor eigentlich schon an die Uni zurückreisen wollen. Ich hatte es vorhin erwähnt gehabt, sie studierte in Cluj in Rumänien.
Sie entschied sich dann aber doch dafür, mit ihren Freunden zusammen zu feiern. Saison Opening im Eiskeller ist natürlich so eine Angelegenheit, da kommt man gerne zusammen. Und sie hat also mit ihren Freunden zusammen vorgeglüht und hat dann den Club aufgesucht und auch das gehört zum Unglück, zur Tragik dieses Morgens: Eigentlich war vereinbart worden, dass sie zusammen mit ihrem Nachbarn zurückgeht zu ihrem Elternhaus. Man muss sich vorstellen, das Elternhaus ist keine 900 Meter entfernt vom Club.
Und der Nachbar hätte eigentlich mit ihr mitgehen wollen. Die beiden verließen den Club auch zusammen. Aber dann kehrte der Nachbar nochmal in den Club zurück, um sich von seiner Freundin zu verabschieden und als er dann wieder rauskam, war Hanna bereits gegangen.

Weiß man, warum sie doch ohne ihren Nachbarn losgegangen ist?

Das weiß man nicht.
Ihre Freunde blieben ratlos am Eiskeller zurück.

Wie ist es denn dann weitergegangen?
Sie ist ohne ihren Freund nach Hause gegangen.
Was weiß man über den Heimweg von Hanna?

Man kann die ersten Meter dieses Heimwegs tatsächlich rekonstruieren. Überwachungskameras haben aufgezeichnet, wie sie sich vor dem Club aufgehalten hat und noch mit ein paar Leuten geratscht hat, wie sie sich ihre Jacke holt an der Garderobe des Clubs. Dann aber auch, wie sie die ersten Meter in Richtung Kampenwandstraße geht. Und dann verschwindet sie im Dunklen.

Wie kann man sich denn den Heimweg von Hanna vorstellen, wenn man in diesem Eck noch nicht so viel unterwegs war?

Eigentlich recht harmlos. Es ist eine Hauptstraße, die da durch den Ort führt, aber keine Hauptstraße, die besonders gefährlich ist, weil da so wahnsinnig viel Verkehr wäre.
Nein, Hanna hätte zu dem Zeitpunkt, als sie nicht mehr auf dem Bild der Überwachungskamera auftauchte, vielleicht noch 700-800 Meter vor sich gehabt. Ein bisschen Hügel an, in so eine Linkskurve rein und dann irgendwo weiter oben wäre das Haus ihrer Eltern gewesen, das sie hätte erreichen wollen. Sie kam dort nie an.

Du sagst es gerade, sie kam dort nie an. Das war das Letzte, was man von Hanna wirklich gehört und gesehen hat. Das Erste war dann wieder die Meldung eines Fundes einer toten Frau in der Prien am nächsten Tag.
Wie kam dann der Zusammenschluss, dass man wusste, dass es sich dabei um Hanna handelt?

Man muss zunächst mal sagen, der Zusammenhang war schon ein bisschen schwer herzustellen. Die Stelle an der Prien, an der am Nachmittag 14.30 Uhr des 3. Oktober ein Spaziergänger einen leblosen Körper in der Prien treibend entdeckt hatte, ist zwölf Kilometer entfernt, grob gesagt, vom Club Eiskeller. Man hat dann irgendwo einen verblassten Stempel am Arm gefunden und konnte daraus schildern, dass Hanna den Club Eiskeller aufgesucht hatte.
Als die Polizei diese Spuren verfolgte, wusste in der Familie noch niemand, dass sich eine fürchterliche Tragödie ereignet hatte.
Der Vater gab erst später, am Abend des 3. Oktober dann, eine Vermisstenmeldung auf.
Er hatte vorher angenommen, dass seine Tochter, selbstständig wie sie war, bei Freunden übernachtet hatte, wie es schon so häufig vorgekommen war.
Es gab keinerlei Vorwarnung für die Familie, dass da was Schlimmes passiert war, bis dann schließlich die Polizei vor der Tür stand mit einer furchtbaren Nachricht.

Du sagst es, es war eine furchtbare Nachricht. War zum damaligen Zeitpunkt, gab es schon Hinweise, dass es sich womöglich um ein Gewaltverbrechen handeln könnte?
Oder was waren die ersten Meldungen der Polizei zu diesem Fall?

Zunächst mal war da eine Frauenleiche gefunden worden. Am Abend, wenige Stunden nach Auffinden der Leiche, hat die Gerichtsmedizin festgestellt, dass ein Gewaltverbrechen vorliegt.
Danach hat die Polizei dann schnell umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. Es wurde die Soko-Club gegründet, mit insgesamt bis zu 60 Beamten, die dann Zeugen befragt haben, die einen unglaublichen Aufwand getrieben haben. Man muss sich vorstellen, es waren 600, 700 Leute, wahrscheinlich an diesem Abend im Club Eiskeller, es war Saisoneröffnung.
Die Polizei unterhielt sich mit jedem, den sie damit in Verbindung bringen konnte. Es waren weit über 1000 Zeugengespräche insgesamt.
Die Polizei suchte die Prien ab, die Polizei suchte in der Umgebung der Prien nach irgendwelchen Spuren.
Der Aufwand war wirklich gewaltig.

Du hattest damals fast täglich Telefonate oder den Austausch mit den Beamten, zumindest mit der Pressestelle der Polizei. Welchen Eindruck haben die Ermittler auf dich gemacht damals?

Unglaublich konzentriert bei der Sache. Unglaublich konzentriert bei der Sache und wahrlich keinen Aufwand scheuend, so kamen mir die Beamten vor.
Gut, ich kann nicht mit 60 Mann sprechen, wie gesagt, ich habe mit der Pressestelle der Polizei zu tun, aber man hat schon gemerkt, dass die Polizei dieses Verbrechen, das einen ganzen Ort, eine ganze Region ja auch tief verunsichert hatte, aufklären wollte.

Du sagst, die Ermittlungen waren sehr, sehr aufwendig. Was genau war denn so aufwendig an den Untersuchungen des Falles?

Naja, die Gerichtsmedizin hatte sich auf ein Gewaltverbrechen festgelegt, es musste also ein Täter gefunden werden, nur es gab keinen Zeugen der letzten Minute von Hanna Wörndl.
Man hat keine Blutflecken gefunden, die Videoaufnahmen reichen eben nur bis kurz vor die Kampenwandstraße. Kurz, es gab so gut wie keine Spuren. Die Polizei hat dann aus Zeugenaussagen geschlossen, dass in jener Nacht, ungefähr zu dem Zeitpunkt, da Hanna verschwand, ein Jogger gesehen worden war, gar nicht weit entfernt vom Club Eiskeller und nach diesem Jogger suchte man dann zunächst als Zeugen.

In jener Nacht soll es auch einen Schrei gegeben haben, wurde spät auch vor Gericht geschildert. Was hat es sich denn damit auf sich?

Das war eine Frau, die eine Ferienwohnung bewohnt hat, nur wenige Meter von dem Punkt entfernt, da Hanna vermutlich in den Bärbach stürzte und dann bald darauf ertrank. Diese Frau, die musste in der Nacht das Bad aufsuchen, stand also auf, schaute kurz auf die Uhr und auf einmal hörte sie einen Schrei. Sie beschrieb ihn wie einen Schrei in höchster Todesnot.
Das war ungefähr um 2.30 Uhr nachts, zu der Zeit also, von der die Ermittler ausgehen, dass Hanna in den Bärbach gelangte, auf welche Art und Weise auch immer.

Auch wenn es mit Sicherheit zu den unschöneren Dingen dieses Falles gehört, aber könntest du uns mal ein bisschen schildern, mit welchen Verletzungen man Hanna fand?

Hanna wies vielfältige Verletzungen auf.
Sie ertrank nach vier bis fünf Minuten im Bärbach. Das stellte die Gerichtsmedizin fest, aber darüber hinaus hatte sie fünf Rissquetschwunden am Kopf. Wie die entstanden sind, ist bis heute kontrovers diskutiert.
Die Verteidigung hat da vollkommen andere Vorstellungen als die Ermittler und die Staatsanwaltschaft.
Hanna wies noch dazu starke Einblutungen am Rücken auf, synchron gebrochene Schulterdächer und einen gebrochenen fünften Halswirbel. Also die Verletzungen waren beträchtlich.

Du hast gerade den Jogger angesprochen, der womöglich Zeuge gewesen sein hätte können, was Hanna zugestoßen ist. Wie ging es im Fall des Joggers weiter?

Die Mutter des Joggers meldete sich bei der Polizei und sagte, dass es sich bei dem Jogger um ihren Buben gehandelt haben könnte.
Und die Polizei hat den Buben daraufhin vorgeladen als Zeugen.

Am 18. November 2022 kam dann zumindest für die Öffentlichkeit eine große Wendung in diesem Fall. Was ist da dann passiert?

Während der Zeugenvernehmung und in den Tagen danach scheint sich der Verdacht erhärtet zu haben, dass der Jogger vielleicht nicht nur ein Zeuge war, sondern auch was mit dem Fall direkt zu tun gehabt hat.
Sebastian T., das war der Jogger, war, wie die anderen Zeugen auch, gebeten worden, in der Kleidung zu kommen, die er in jener Nacht getragen hatte.
Das tat er nicht ganz. Er hatte zum Beispiel eine lange Hose an, während manche Zeugen ihn gesehen haben wollten, wie er mit kurzen Hosen joggte.
Okay, da kann man jetzt sagen, vielleicht haben sie sich falsch erinnert, vielleicht ist es in der Dunkelheit auch nicht immer einfach zu entscheiden, ob jemand lange oder kurze Hosen an hatte. Aber das mag dazu beigetragen haben, dass er ins Visier der Ermittler geriet. Dann stellte man ihm die Frage, die sich in den Ohren der Verteidiger wie eine Suggestivfrage anhörte. Nämlich, was stellen sie sich denn vor? Was könnte Hanna denn passiert sein?
Und dann erzählte Sebastian T. eine Geschichte, wie man sie sich vielleicht ausdenkt, wenn man von der Polizei mit einer komplizierten Frage bedrängt wird. Jedenfalls scheint sich in den Augen der Ermittler immer mehr herauskristallisiert zu haben, dass dieser Jogger was mit Hannas Tod zu tun gehabt haben könnte.

Letztendlich wurde er vom Zeugen zum Beschuldigten.

Richtig. Auch übrigens später beim Gerichtsprozess eine Frage, hätte die Polizei nicht in diesem Augenblick den Zeugen informieren müssen. Hallo, du bist kein Zeuge mehr, sondern du rangierst bei uns als Verdächtiger.
Das hätte dem Zeugen, zum Verdächtigen mutierten Zeugen natürlich neue Rechte eingeräumt in der Vernehmung.

Als Beschuldigter droht natürlich dann irgendwann auch die Festnahme, wenn die Haftgründe vorliegen und ein Haftrichter den Haftbefehl ausschreibt. Wann war das soweit in diesem Fall?

Naja, die Polizei hat das Umfeld von ihrem Jogger durchleuchtet. Dabei tauchten Freunde des späteren Angeklagten auf und eine von seinen Freundinnen, eine junge Frau, die er noch aus der Förderschule her kannte, sagte eben, dass am Abend des 03. Oktober, also noch bevor die Nachricht von Hannas Tod den Weg in die Medien gefunden hatte, Sebastian T. sie bei einem Spaziergang in Aschau etwas gefragt habe: "Hoast g'heard, da hamms in Aschau" ein junges Mädchen umgebracht, eine junge Frau. An den Wortlaut bitte, konnte sie sich auch nicht mehr genau erinnern und das ließ bei der Polizei dann die Alarmglocken schrillen. Das ist typisches Täterwissen. Wissen, was nur ein Täter haben kann. Damit hatte er sich in den Augen der Ermittler selbst verraten.
Wie wir dann vielleicht später noch feststellen werden, war die Aussage dieser Zeugin allerdings höchst problematisch.

Wissen wir, wie die Festnahme ablief?

Die Festnahme, n...ähm, am Tag vorher hatte Sebastian T. eben schon irgendwie geahnt, dass ihn die Polizei im Visier hat. Er hat mit Freunden zusammen gefeiert und getrunken. So wie es die Zeugen später erzählt haben, wurde an diesem Abend ein bisschen geflaxt, wurden ein paar Witze gemacht. Der angeklagte Sebastian T. soll auf dem Sofa gesessen haben und dann irgendwann möglicherweise in einem resignativen Ton gesagt haben: "Na gut, ich bin der Mörder von Aschau".
Am nächsten Tag hat die Polizei ihn festgenommen. Nach einer Fahrt mit dem Auto, die uns vor Rätsel stellt, warum er sich in Richtung Landesgrenze bewegt hat, wissen wir nicht. Das kam während des Prozesses so klar auch nie mehr raus.

Der vermeintliche Täter war gefasst, Patrizia, Du warst damals wie gesagt nicht aktiv in der Berichterstattung dabei. Wie kam diese Nachricht an? War das - ich will nicht sagen "Erleichterung" - aber wie waren die Reaktionen?

Ich glaube, es war tatsächlich in vielen Köpfen Erleichterung, weil man das Gefühl hatte, jetzt gibt es jemanden, der keine Gefahr mehr darstellt und ich glaube bis dahin hatten viele junge Menschen in den Köpfen "Oh je, da läuft jemand draußen rum, der das getan haben könnte" und das hat für Beunruhigung gesorgt und auch wenn es noch kein Urteil gab, gab das glaube ich vielen ein Gefühl von Sicherheit wieder zurück, was durch diesen Fall dem ein oder anderen genommen wurde.

Die Festnahme war aber nicht das Ende, sondern der Anfang eines Mamut-Prozesses, der die Region über Jahre hinweg bewegte.

Und in den nächsten Folgen schauen wir uns dann genau an, wie es zunächst zu einer Verurteilung und dann zu einem Freispruch kam und was das auch für die Menschen in der Region bedeutet.

Wir fragen "Was bedeutet Gerechtigkeit, wenn ein Tod ungeklärt bleibt?"

Danke für's Zuhören.
Catch22
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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OVB: 1. Podcast-Folge – „Abschied ohne Antworten“

Kaffeeklatch mit Patti, Juli und Michi?

Kein Wort über das Justizopfer Sebastian, kein Wort über eklatante Fehler von Polizei, StA und Aßbichlers Strafkammer, kein Wort über das Leid und die ernormen Kosten, die trotz des Freispruchs auf Sebastian und seiner Familie lasten.

Emotional aufgeladen dreht sich alles um die Heiligsprechung Hannas. Kein Wort darüber, dass sie volltrunken (!) und – allen Indizien zufolge – ohne Fremdverschulden in den Bärbach stürzte und ertrank. „Unglaublich konzentriert“ und „wahrlich keinen Aufwand scheuend“, so werden die Rosenheim Cops gelobt. Kein Wort über deren Versagen.

In der nächsten Folge des Podcasts, die voraussichtlich am 03.06.2026 erscheinen wird, will das OVB die beiden Verfahren am LG Traunstein „näher beleuchten“.

Die erste Folge des OVB-Podcasts (33:46 Min.) findet Ihr hier:

Radio Charivari, Funkhaus Rosenheim:
https://podcast.funkhaus-rosenheim.de/p ... antworten/
Download MP3:
https://podcast.funkhaus-rosenheim.de/p ... f=download

Spotify:
https://open.spotify.com/episode/1SPKMDgBSNZDMxFx3UuTzC

Apple:
https://podcasts.apple.com/us/podcast/d ... 0768632988

Podigee:
https://truecrime-zwischen-inn-und-alpe ... -antworten

Transkript (im Spoiler):
viewtopic.php?p=338110#p338110

Vorschau:
viewtopic.php?p=338018#p338018

Fränkin hat geschrieben: Mittwoch, 20. Mai 2026, 03:02:22 … Transkribiert von TurboScribe (bis Minute 30, Rest abgetippt und komplett überarbeitet - viele "unds", "ähhhs", "ebendst" und die (Eigen-)Werbung rausgelassen ...) …
Herzlichen Dank für Deine große Mühe!


Mühelos hingegen, wortreich und ohne neue Information ballert das OVB drei weitere Traktate unters Volk:

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OVB24 True-Crime-Podcast
Der Fall „Eiskeller“: Ein Abschied ohne Antworten

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True Crime zwischen Inn und Alpen: Der OVB24-Podcast über wahre Kriminalfälle aus der Region. © re

Der „Eiskeller-Fall“ bewegte die Region: Was passierte Hanna … [W.] am frühen Morgen des 3. Oktober 2022? Der neue Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“ gedenkt zunächst der jungen Frau, die unter bisher ungeklärten Umständen so tragisch ums Leben kam.

Aschau im Chiemgau – Der „Eiskeller-Fall“: Was zunächst nach Aktenzeichen, Gericht und Juristerei klingt, ist letztlich so viel mehr. Es geht um einen Menschen. Eine junge Frau, die der Welt abhanden kam. Am 3. Oktober 2022 kam Hanna … [W.] (†23) aus Aschau ums Leben. Unter welchen Umständen, ist bis heute unklar. Was klar ist: Zurück blieben eine Familie, Freunde und ein ganzes Dorf in Trauer.

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Die Welt, ein Zuhause: Hanna Wörndl (†23). © re

Der Fall „Eiskeller“: Wer war Hanna … [W.] (†23)?

Mit einem Text, der einen beim Lesen heute, dreieinhalb Jahre später, noch immer tief berührt, erinnerte die Familie an ihre Tochter. „Deine Zeit mit uns war viel zu kurz und doch so intensiv und gewaltig schön“, hieß es in der Traueranzeige, die damals im OVB erschien. …

Doch bevor es um die Spurensuche, die Ermittlungen und um die zwei Verfahren in diesem Fall geht, legen wir den Fokus auf den Menschen, um den es eigentlich die ganze Zeit ging. Wer war Hanna? Was machte sie aus? Wie beschrieben Familie und Freunde den Menschen, der nun so sehr fehlt? Wir geben Hanna Raum. Raum, der ihr im zweiten Prozess am Landgericht Traunstein in den Augen ihrer Familie und vieler Prozessbeobachter nicht mehr gewidmet wurde.

Tragische Nacht im Oktober: So verliefen Hannas letzte Stunden

Im Anschluss rekonstruieren wir die tragische Oktobernacht, in der die Studentin ums Leben kam. Wie sie noch ausgelassen mit ihren Freunden feierte, durch einen unglücklichen Umstand den Heimweg dann doch alleine antrat – bis sie aus dem Winkel der Überwachungskameras am Club verschwand.

Wir berichten aus dem Redaktionsalltag, als uns die Meldung über die Entdeckung einer jungen toten Frau erreichte – und wie man in der Region auf den Tod Hannas reagierte. In der zweiten Folge werden wir dann die zwei Verfahren am Landgericht Traunstein näher beleuchten. Zwei Verfahren mit insgesamt 48 Verhandlungstagen – und zwei Ergebnissen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Was am Ende bleibt, ist eine Frage: Wie kam Hanna ums Leben?

Rosenheim24.de am 20.05.2026
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Die Leserkommentare dazu:
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Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“
„Gelebt in vollen, kräftigen Farben“: So trauerte eine Region um Medizinstudentin Hanna (†23)

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Schauplatz Hohenaschau: Zu Füßen des Schlosses ereignete sich die Tragödie um Hanna. © re

Zwei Prozesse, fast 50 Verhandlungstage, Verurteilung – und Freispruch: Der „Eiskeller“-Fall um den Tod von Hanna … [W.] schlug Wellen. Der OVB24-Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“ rückt in Folge eins Hanna und die Reaktionen auf ihren Tod in den Vordergrund.

Aschau im Chiemgau – 60 Beamte im Dauereinsatz, 700 Zeugen, weit über 1000 Zeugengespräche, Hilfe von Bergwacht, Wasserwacht und Feuerwehr, Hubschrauberflüge und am Ende deutlich über 20.000 Seiten Ermittlungsakten: Der Tod der 23-jährigen Studentin Hanna … [W.] … löste die vielleicht umfangreichsten Ermittlungen in der Geschichte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd aus.

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Polizisten suchen im Mordfall Hanna W. die Prien nach Spuren ab. © Peter Kneffel

Wohl auch, weil Hannas Tod die Region erschütterte und verunsicherte. Die ganze Gemeinde trauerte, weit über Bayern hinaus nahmen Menschen am Schicksal der jungen Medizinstudentin Anteil. Sogar eine Gruppe Lehrer ihrer früheren Schule nahm an der Trauerfeier um Hanna teil. „Auch als junge Frau warst du empathisch, hilfsbereit, herzlich, du bist immer auf dem Boden geblieben, warst nie überdreht oder überheblich.“ Das hatte eine Lehrerin in ihrem Nachruf geschrieben.

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Die Welt, ein Zuhause: Hanna … [W.] (†23). © re

Nur 900 Meter weit war der Heimweg

Es war eine Partynacht mit traurigem Ende. Hanna hatte kurz vor halb drei morgens den „Club“ Eiskeller verlassen und sich auf den Heimweg gemacht, keine 900 Meter weit. Doch sie kam nicht mehr zu ihrem Elternhaus. Zwölf Stunden später entdeckte ein Spaziergänger bei Kaltenbach ihren leblosen Körper in der Prien treibend. Die Prien führte nach dem Dauerregen im Herbst 2022 Hochwasser; der reißende Fluss hatte Hanna zwölf Kilometer weit getragen. Am Abend des 3. Oktober hatten sich die Gerichtsmediziner in München dann festgelegt – auf ein Gewaltverbrechen.

Ermittlungen zu Hannas Tod waren aufwändig

Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig. Die Bilder der Überwachungskameras zeigten Hanna im Eingangsbereich, dann vor der Tür, schließlich, wie sie sich alleine auf den Heimweg macht. Kurz vor der Kampenwandstraße verschwindet sie im Dunkeln. Was passierte in den vier, fünf Minuten danach? Es gab keine Zeugen dafür. Die Polizei scheute keinen Aufwand, Spuren zu finden und Gäste des Clubs zu befragen. Nach und nach tauchten Gegenstände auf, die Hanna gehört hatten. Ihre Jacke, die Handtasche, ein Ring – und schließlich, nach acht Monaten, ihr Mobiltelefon. Einen solchen Fall erlebe man höchstens einmal im Leben, sagte Hans-Peter Butz, Chef der Soko „Club“.

Keine Tatzeugen, kein eindeutiger Tatort, keine DNA-Spuren, keine Tatwaffe. Dafür Hunderte Hinweise. Eine Spur vor allem schien heiß zu sein: Im Bärbach, unweit der Stelle, an der Hanna ins Wasser gelangt sein musste, wurde eine ungewöhnliche Armbanduhr der Marke „Holzkern“ gefunden. Hatte der Besitzer etwas mit Hannas Tod zu tun? Butz startete sogar in der Sendung „XY ungelöst“ einen Zeugenaufruf. Im März 2023 konnte der Besitzer ermittelt werden: ein Mann, der mit der Tat nachweislich nichts zu tun hatte.

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In der Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ wurde der Fall Hanna präsentiert. Eine Uhr sorgte während der Ermittlungen zunächst für Aufregung. © ZDF_Thomas K. Schumann

Wie der Jogger ins Visier der Polizei geriet

Erfolgversprechender erschien die Aussage verschiedener Zeugen, die an jenem Morgen einen Jogger in der Nähe gesehen hatten. Der Jogger, zunächst als Zeuge vernommen, geriet durch die Befragungen im Umfeld seiner Bekannten ins Visier der Fahnder: ein 20-jähriger Mann, ebenfalls aus Aschau. Eine Freundin sagte der Polizei, der junge Mann habe ihr am Abend des 3. Oktober Details erzählt, die nach Ansicht der Polizei nur der Täter wissen konnte.

Die Zeugin war nicht zuverlässig. Das stellte sich später heraus. Dennoch führte ihre Aussage letztlich mit zu jenem Indizienprozess in Traunstein, der mit der Verurteilung zu neun Jahren Jugendstrafe endete. Ein Urteil, das über ein Jahr später vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe kassiert wurde. Es folgte die Wiederaufnahme [richtig: eine neue Hauptverhandlung], die mit dem Freispruch endete.

So bleiben Hannas Eltern und ihrem Bruder nur Ungewissheit und Trauer. Mit einem Text, der einen beim Lesen heute, dreieinhalb Jahre später, noch immer tief berührt, erinnerte die Familie damals an Hanna. „Deine Zeit mit uns war viel zu kurz und doch so intensiv und gewaltig schön“, hieß es in der Anzeige im OVB. „Du hast dein Leben gelebt und geliebt. Nun hast du deine große Reise angetreten.“ .

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Mit einer bewegenden Traueranzeige verabschiedet sich die Familie von Hanna (†23). © OVB Heimatzeitungen/Pixabay

Hanna: Erinnerungen an eine liebenswürdige junge Frau

In der zweiten Auflage des Mordprozesses war Hanna zum Fall geworden. Der Mensch schien keine Rolle mehr zu spielen. Anders im ersten Prozess. Im Landgericht Traunstein schilderten die Eltern das Wesen von Hanna: Großzügig sei sie gewesen, weltoffen, selbstständig, bereit, am liebsten unterwegs mit ihren Freunden. So schilderten es Andreas und Rosalie … [W.]. „Ich vermisse sie so unendlich“, sagte Hannas Mutter an jenem Tag am Landgericht. „Man macht sich lange Gedanken, dass man sein Kind nicht hat schützen können in dieser Nacht“, sagte der Vater.

Doch wer hätte sich darauf vorbereiten können? Hanna stand auf eigenen Füßen. Sie studierte schließlich im Ausland – in Cluj in Rumänien. Dass sie rund um Aschau so viele Leute kannte, war auch der Grund, warum sich die Eltern keine Sorgen machten. Sie wähnten sie bei einer Freundin in Frasdorf. Am nächsten Tag telefonierten sie ihre Bekannten ab. Niemand hatte Hanna nach dem Clubbesuch noch gesehen. Es war schon nach zehn Uhr abends, als der Vater bei der Polizei meldete, dass Hanna nicht heimgekehrt sei. Zu dieser Zeit hatten die Ermittler eben festgestellt, dass es sich bei der Toten aus der Prien um Hanna … [W.] handelte.

Am Ende bleibt die Ungewissheit.

Es war ein Kriminalfall wie kein anderer in der Region. Oder, wenn man den Verteidigern folgt, ein Unfall unter besonders dramatischen Umständen. Bundesweit schrieb die Tragödie von Aschau Schlagzeilen. Zwei Prozesse, 48 Verhandlungstage, zwei Urteile, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und keine Sicherheit darüber, wie Hanna wirklich zu Tode kam. Ohne Zweifel bleibt nur die Erinnerung an eine 23-Jährige, die bei vielen Menschen Eindruck hinterlassen hatte. So wie es Pfarrer Paul Janßen bei der Trauerfeier in Aschau zusammenfasste: „Das Leben von Hanna war kurz. Kurz, doch voller Lebendigkeit, voller Glück, gelebt in vollen, kräftigen Farben.“



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Die Leserkommentare dazu:
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OVB24-Podcast
„True Crime zwischen Inn und Alpen“: Alle Folgen und exklusives Bonusmaterial im Überblick

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True Crime zwischen Inn und Alpen: Der OVB24-Podcast über wahre Kriminalfälle aus der Region. © re

… Die Folgen und das Bonusmaterial im Überblick.

… Hier findet ihr alle Folgen sowie exklusive Fotos und Texte mit exklusiven Videos zu den einzelnen Episoden.

Folge 1: Der Fall „Eiskeller“: Abschied ohne Antworten

Eine junge Frau kehrt nach einer Partynacht im „Eiskeller“ in Aschau nie nach Hause zurück. Doch wer war Hanna und warum blieb ihr Heimweg ungeklärt? In der ersten Folge … rekonstruieren wir den tragischen Tod von Hanna … [W.]. Unsere Reporter Michael Weiser, Julian Baumeister und Patricia Huber berichten über die ersten Stunden nach dem Fund der Leiche in der Prien, die emotionale Trauerfeier und die schwierige Suche nach der Wahrheit.

Bonusmaterial zu Folge 1

… [Fotostrecke, siehe hier im 3. Spoiler]

Das erwartet euch in Folge 2

In Folge zwei … beleuchten wir die Geschehnisse nach der Festnahme des damaligen Tatverdächtigen im Fall um den Tod von Hanna … [W.]. Gemeinsam mit Gerichtsreporter Michael Weiser, der an allen Verhandlungstagen vor Ort war, beleuchten wir den ersten Prozess vor dem Landgericht Traunstein. Zudem besprechen wir, wie es zur Revision in diesem Fall kam – und wie letztlich der Freispruch des Angeklagten zustande kam.

Rosenheim24.de am 20.05.2026
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ro ... 12698.html (ohne Paywall)

Die Leserkommentare dazu:
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Fränkin
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Fränkin »

Während die Zugriffe anderen Threads in der Rubrik AKTUELLE UND ÄLTERE UNGEKLÄRTE TODESFÄLLE - Öffentliches Forum kaum steigen, schießt der "Hanna-Thread" zugriffstechnisch durch die Decke.
Teilweise gehen die Zugriffszahlen innerhalb von 10 Sekunden um 100 Zugriffe nach oben.

Zugriffe.jpg


Kann sich das jemand erklären?
Was sind das für Bots, die sich offensichtlich auf ein paar wenige Threads in diesem Forum stürzen?
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Gast123

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast123 »

Sehr prominenter Fall gewesen. Wird überwacht von Justizbot.
https://www.rdv-online.com/print/ausgab ... /?download

Überwacht bestimmt auch die Teilnehmer mit IP und so.
Catch22
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

OVB: 2 Videoclips

Mit fünf (!) Artikeln und einer Fotostrecke den Chiemgau zu bombardieren, genügt dem OVB nicht. Dank zweier Videoclips dringt die Kunde vom Eiskeller-Podcast glücklicherweise auch zu Analphabeten durch:

► 52 Sekunden am 19.05.2026:
https://youtu.be/Zb_wZP2iozs

► 46 Sekunden am 22.05.2026:
https://youtu.be/PQAxzymhJl8
Ab Sekunde 11 zeigt eine Drohnenaufnahme die Schlossbergstraße vom Eiskeller bis zur Einmündung in die Kampenwandstraße aus der Vogelperspektive (Link mit Sprungmarke):
https://youtu.be/PQAxzymhJl8&t=11s

Damit wird der scheinbare Widerspruch in den um bis zu 31 Sekunden voneinander abweichenden Zeitangaben bei der Rekonstruktion des Geschehens erklärbar:

Spoiler – hier klicken!

Aufgrund der Krümmung der Schlossbergstraße wird ersichtlich, dass Hanna den Blickwinkel der Außenkamera am Notausgang des Eiskellers bereits verlassen haben musste, bevor sie kurz darauf in die Kampenwandstraße einbog.

2:28:00 Uhr: Hanna verschwindet aus der Videoüberwachung des Eiskellers (aufgehobenes Urteil, Rdnr. 732).

2:28:25 Uhr: Hanna biegt in die Kampenwandstraße ein (Temperaturkurve von Prof. Hansen, siehe hier im 2. und 3. Spoiler; ARD-Doku, Teil 3, ab Min. 10:16, Link mit Sprungmarke).

2:28:31 Uhr: Geopunkt 1 an der Ecke Schlossberg-/Kampenwandstr. (aufgehobenes Urteil, Rdnr. 582; Karte siehe hier im 5. Spoiler).

Bild
Die Schlossbergstraße (senkrecht im Bild) trifft auf die Kampenwandstraße (oben). Der Eiskeller liegt außerhalb des unteren Bildrands.
Quelle: Thumbnail zu https://youtu.be/PQAxzymhJl8

Fast schon als selbstironisches Pendant zu einem wenig vorteilhaften DPA-Schnappschuss Sebastians, der gerne im OVB spöttisch Verwendung fand, erscheint das eindrückliche Konterfei des OVB-Gerichtsreporters im Thumbnail zum ersten Video:

Spoiler – hier klicken!

Bild
OVB-Gerichtsreporter Michael Weiser
Quelle: Thumbnail zu https://youtu.be/Zb_wZP2iozs auf https://www.youtube.com/@rosenheim24/shorts

Bild
Sebastian T. … vor seinen Verteidigern Regina Rick und Yves Georg. © dpa/Sven Hoppe
Beispielhaft: Rosenheim24.de am 24.10.2025
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 02418.html (Paywall)
https://www.removepaywall.com/search?ur ... 02418.html („Option 4“ wählen)

Das OVB liefert, wofür der gemeine Chiemgauer zahlt. Was dem einen wertvolle Lebenszeit raubt, füllt des anderen sinnentleerte Tage aus. ;-)

Frohe Pfingsten!
Catch22
Beiträge: 1413
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Sterne:

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

„Die Zeit“: Podcast-Serie

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In einem sechsteiligen Podcast beleuchten Sabine Rückert und Andreas Sentker („Die Zeit“) den Eiskeller-Fall. Alle Folgen stehen seit dem heutigen Nachmittag online:

► Teaser mit Sabine Rückert (2 Min.)
YouTube: https://youtu.be/LPuwaibZ-l4

► 1. „Sie brauchten einen Mörder“ (45 Min.)
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
YouTube: https://youtu.be/sJu48hWczEg
Spotify: https://open.spotify.com/episode/4W5kyk2VdWXD2dm40GQfPM
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769642133

► 2. Eine falsche Fährte (49 Min.)
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
YouTube: https://youtu.be/9McYhS6VULg
Spotify: https://open.spotify.com/episode/0uCBmII3cjM2N4IGane1Dn
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769643220

► 3. Der Mann mit der Stirnlampe (85 Min. – Paywall)
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
Spotify: https://open.spotify.com/episode/0iGqkXAx6tni56TWRVlIlm
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769644787

► 4. Ein böser Zeuge (60 Min. – Paywall)
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
Spotify: https://open.spotify.com/episode/0cPcZfhyBz7TX24aRqt0Ba
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769643962

► 5. Das Kartenhaus stürzt ein (49 Min. – Paywall)
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
Spotify: https://open.spotify.com/episode/4zKiYduYALfMK4jbNu3Wfg
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769644301

► 6. Das Ende der Lügen (73 Min. – Paywall)
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
Spotify: https://open.spotify.com/episode/2JC1xfkMGMlhxMxwEsEra4
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769644434

(Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wird Hanna W. in diesem Podcast „Hanna Wolf“ genannt.)


So teasert „Die Zeit“ die einzelnen Folgen an:
Spoiler – hier klicken!
Sabine Rückert, Kriminalreporterin der ZEIT, erzählt ihrem Kollegen Andreas Sentker in sechs Folgen von einer Justizkatastrophe in Bayern.

Der Text zur Folge „Sie brauchten einen Mörder“ von Sabine Rückert ist im ZEIT Dossier vom September 2024 erschienen [siehe hier im 2. Spoiler].


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1. „Sie brauchten einen Mörder“ (ohne Paywall)

Aus der Prien wird eine tote Studentin geborgen. Die Polizei verhaftet einen jungen Mann, obwohl es keine objektiven Beweise gibt. Der „Eiskeller-Fall“ in sechs Folgen.

In einem Zufluss des Chiemsees treibt eine Leiche. Sie weist Brüche und Kopfverletzungen auf. Ist die Frau überfallen worden? Die Kriminalpolizei ermittelt.

Sabine Rückert … erzählt … von einer Justizkatastrophe in Bayern. Sie beginnt mit einem Leichenfund und einer umstrittenen Diagnose der Gerichtsmedizin.

45 Min.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast


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2. Eine falsche Fährte (ohne Paywall)

In Aschau glaubt man, der Mörder läuft frei herum. 60 Ermittlerinnen und Ermittler befragen 2.200 Zeugen. Und ein Profiler sucht nun den „großen Unbekannten“.

Wem gehört die auffällige Armbanduhr am Tatort? Und warum fahndet die Soko plötzlich nach einem jungen, sexuell frustrierten Mann?

Sabine Rückert … erzählt … von einer Justizkatastrophe in Bayern. Zu der kommt es, weil Kriminalisten sich sklavisch an die Spekulationen eines Profilers halten.

49 Min.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast


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3. Der Mann mit der Stirnlampe (Paywall)

Sebastian ist von Anfang an im Visier der Polizei. Wer war der Jogger, der in der Todesnacht durch Aschau lief? Und warum wurde er zum perfekten Opfer der Polizei?

Der 20-jährige Sebastian gerät ahnungslos ins Visier der Polizei. Und seine beste Freundin wird zu seiner schlimmsten Feindin.

Sabine Rückert … erzählt … von einer Justizkatastrophe in Bayern. Die weitet sich aus, weil die Polizei in ihrem Drang, einen Täter zu präsentieren, allen belastenden Aussagen blinden Glauben schenkt.

1 Std. 25 Min.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast


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4. Ein böser Zeuge (Paywall)

Ein junger Mann meldet sich. Er will ein Mordgeständnis gehört haben. Doch was taugt dieser Zeuge? Seine Vorgeschichte ist übel – und er scheint Hintergedanken zu haben.

Sebastian findet sich als Angeklagter in einem Mordprozess wieder. Beweise gegen ihn gibt es zwar keine. Doch aus dem Nichts taucht plötzlich ein weiterer Belastungszeuge auf – und der hat ein paar Hintergedanken.

Sabine Rückert … erzählt … von einer Justizkatastrophe in Bayern. Das Gericht setzt jetzt alles auf eine Karte: einen Belastungszeugen, wie man ihn sich zwielichtiger und windiger nicht denken kann.

1 Std.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast


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5. Das Kartenhaus stürzt ein (Paywall)

Ein geheimer Briefwechsel zwischen der Richterin und dem Staatsanwalt lässt das Mordurteil gegen Sebastian kollabieren.

Sebastians Verteidigerin findet in den Akten geheime Absprachen zwischen der Vorsitzenden Richterin und dem Staatsanwalt. Darin beschlossen die beiden lange vor dem Urteil, wie sie den Angeklagten hinter Gitter bringen können. Als der Bundesgerichtshof von dieser Intrige erfährt, hebt er das Urteil auf.

Sabine Rückert … erzählt … von einer Justizkatastrophe in Bayern. Der Bundesgerichtshof hebt das Mordurteil gegen Sebastian auf, denn die Vorsitzende Richterin ist befangen. Sebastian kommt aus dem Gefängnis.

49 Min.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast


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6. Das Ende der Lügen (Paywall)

Im einem neuen Prozess stellt sich heraus: Sebastian wurde Opfer von Lügnern und Polizisten, die unbedingt einen Fall lösen wollten. Auch auf Kosten eines Unschuldigen.

Im zweiten Prozess lösen sich alle Verdachtsmomente gegen Sebastian auf. Alle Belastungszeugen stellen sich als Lügner heraus. Sebastian wird freigesprochen. Er ist unschuldig.

Sabine Rückert … erzählt … von einer Justizkatastrophe in Bayern – einer, die letztlich gut ausging, weil der Rechtsstaat funktioniert.

1 Std. 13 Min.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast

„Zeit Verbrechen“ auf Spotify:
https://open.spotify.com/show/3gZaAYXAQAh09UlKbYaK49
„Zeit Verbrechen“ auf Apple:
https://podcasts.apple.com/us/podcast/v ... 1374777077
„Zeit Podcast“ auf YouTube:
https://www.youtube.com/@zeit_podcast

Zeit online am 26.05.2026
https://www.zeit.de/serie/verbrechen

Die ersten beiden Folgen sind frei zugänglich. Die Folgen 3 bis 6 können nur Abonnenten hören. Eine Gratis-Ausgabe von „Zeit Verbrechen“ bietet sich an mit kostenlosem Zugriff auf Podcasts für acht Wochen (Abo jederzeit monatlich kündbar) – oder ein während der ersten vier Wochen kostenloses Probe-Abo (innerhalb dieses Zeitraums jederzeit kündbar).

Links zu den Artikeln von Sabine Rückert in der „Zeit“:
Spoiler – hier klicken!

► „Sie brauchten einen Mörder“ (11.09.2024)
viewtopic.php?p=261744#p261744 (2. Spoiler)
Aktualisierung (25.04.2025, 21.06.2025):
viewtopic.php?p=301896#p301896

► „Einer kehrt heim“ (30.07.2025)
viewtopic.php?p=302931#p302931

► „Er saß im Gefängnis, weil andere logen“ (25.11.2025)
viewtopic.php?p=311138#p311138 (2. Abschnitt, Spoiler)

Anmerkung: Willkommenes Kontrastprogramm zum Gestammel von Patti, Juli und Michi – und ein journalistischer Maßstab, den das OVB niemals erreichen wird. Seien alle Folgen dieses „Zeit“-Podcasts den Chiemgauern und dem dortigen Rotary-Club ans Ohr gelegt!


Nachtrag – erste Hörerkommentare:
Spoiler – hier klicken!
Einer der größten Justizskandale der letzten Jahre; der gottlob noch gut ausgegangen ist. Auch wenn 2,5 Jahre unschuldig in Hauft und vermutlich 200k Kosten nicht gerade wenig sind.

Emoika am 26.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81539212
Mich hat der Text – genau genommen die Justiz – richtig aggressiv gemacht. Ich habe seitdem auf diesen Podcast gewartet!
Vielen Dank, Fr. Rückert und Co. für die Arbeit daran!

Okapi1 am 26.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81537076
Darf man auf eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung für die Vorsitzende Richterin und die Staatsanwaltschaft hoffen?

King Tut am 26.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81538485

946 Tage erscheinen als ein angemessenes Strafmaß für die beiden.

Antwort von King Tut am 26.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81538537

Angebracht wäre es in diesem Fall. Alleine wie plötzlich dieser windige Belastungszeuge aus dem Hut gezaubert wurde.

Antwort von Stereo MCs. am 26.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81538551

§ 339 StGB müsste ja fünf Jahre Freiheitsstrafe hergeben.
Wenn sie dann nach der Hälfte der Zeit wegen guter Führung rauskäme wären das ja 913 Tage ;)

Antwort auf Stereo MCs. von King Tut am 26.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81538817
Ich habe Frau Rückert immer als eine sachliche und objektive Berichterstatterin wahrgenommen. Wie sie hier allerdings mit der Rechtsanwältin und der neuen Richterin klüngelt, ist schon fast schamlos und an der Grenze des Erträglichen. Schade um einen guten Jounalismus.

AlexAHx am 26.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81539136

Selten so einen unsachlichen Kommentar gelesen. In Folge 5 wird ab 18:31 darauf beantwortet. Haben Sie den Podcast überhaupt gehört?

Antwort von Takasho am 27.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81547236

es ist nun mal AlexAHx Meinung, ob es Ihnen passt oder nicht. Ich empfand es auch als nicht objektiv.

Antwort auf Takasho von NEoPa am 27.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81549456

Im postfaktischen Zeitalter ist Objektivität also Empfindungssache…

Antwort auf NEoPa von Tiefgründler am 27.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81550560
"Die Polizei verhaftet einen jungen Mann, obwohl es keine objektiven Beweise gibt."
Ganz abgesehen von dem Fall, ist diese Zeile Humbug. In Indizienprozessen oder z.B. bei Sexualstraftaten, wenn Aussage gegen Aussage steht, gibt es auch Verurteilungen ohnräe "objektive Beweise".

Piteraq am 26.05.2026
https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... d-81539192
Bemerkenswert sind auch die Kommentare auf YouTube:
https://youtu.be/sJu48hWczEg
https://youtu.be/9McYhS6VULg
Catch22
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

Was erfahren wir Neues in den ersten beiden Folgen des „Zeit“-Podcasts?


Über Hannas Verfassung beim Verlassen des Eiskellers offenbart Sabine Rückert die im Wortlaut nachgesprochene, von der Polizei protokollierte Aussage der Zeugin „Sofia“. Transkript aus Folge 1, Minute 38:43 bis 39:51:

Spoiler – hier klicken!
Für mich war Hanna stark betrunken. Ich hab‘ gesehen, dass sie eine schwarze Leder-Leggings trug, die im Bereich des linken Oberschenkels auf einer Länge von ca. 20 Zentimetern aufgerissen war. Ich dachte, dass man die Hose in dem Bereich mit einem Reißverschluss öffnen kann, und vermutete, dass sie gerissen war.

Ich hab‘ Hanna entsetzt gefragt: „Was hast‘n Du da gemacht?“ Hanna hat mir nicht geantwortet. Sie versuchte krampfhaft, ihre Hose festzuhalten und zeitgleich ihre Garderobenmarke zu finden.

Für mich war Hanna erkennbar betrunken. Sie hat auf meine erste Frage nicht geantwortet. Sie hat ja dann auch ihre Jacke an der Garderobe abgeholt und ist dann mit uns vor die Absperrung des Eiskellers gegangen.

Hier hab‘ ich sie mehrfach gefragt, ob sie nicht mit uns nach Hause möchte, da wir jetzt gleich abgeholt werden. Hier hab‘ ich dann auch bemerkt, dass Hanna lallt. Sie sagte, dass sie gleich ums Eck wohnt und mit ihrem Nachbarn heimgeht. Es waren mehrere Fragen notwendig, um diese Antworten zu bekommen.

Podcast der „Zeit“ vom 26.05.2026, Folge 1 (Min. 38:43–39:51)
https://youtu.be/sJu48hWczEg&t=38m43s (Link mit Sprungmarke)

Im verharmlosenden und beschönigenden Kontext des aufgehobenen Urteils säuft die erschütternde Aussage dieser Zeugin (Rdnr. 270) geradezu ab. Bewusst vermeiden wollte die Aßbichlersche Kammer offenbar den Eindruck, dass in jener Nacht ein Riesenbesäufnis stattgefunden hatte, bei dem viele in hohem Bogen gekotzt haben:

Spoiler – hier klicken!


[267] …
D. II. 9. Zeugen zum Zustand der Hanna W. in der Nacht 02./03.10.2022 und ihrem generellen Trinkverhalten

[268] Soweit Zeugen zum Zustand der Hanna W. in der Nacht vom 02. auf den 03.10.2022 Angaben machen konnten, insbesondere zu ihrer Alkoholisierung und deren Folgen, war festzustellen, dass Hanna zwar angetrunken, aber nicht sinnlos betrunken gewesen ist.

[269] Der Zeuge … beschrieb sie als müde (so auch die Zeugin …) und ausgelaugt, angetrunken. Er sah aber ebenso wie die Zeugen … (war von etwa 00.30 Uhr bis 04.30 Uhr im „Eiskeller“), … (sie war von ca. 23.15 Uhr bis 03.30 Uhr/04.00 Uhr im „Eiskeller“) nicht aber, dass Hanna sich etwa irgendwo hätte festhalten müssen, getorkelt wäre, gelallt oder sich gar übergeben hätte. Die Zeugen … gaben an, dass sie auch gemeinsam mit Hanna getanzt hätten und insoweit keine Ausfallerscheinungen festzustellen gewesen seien. Der …, welcher in der Nacht vom 02. auf den 03.10.2022 bis ca. 01.30 Uhr im „Eiskeller“ feierte, gab an, Hanna W. dort gesehen zu haben, sie habe auch Alkohol getrunken, sei lustig und fröhlich drauf gewesen. Man habe ihr angemerkt, dass sie etwas getrunken hatte, er habe aber keine Ausfallerscheinungen gesehen, habe normal mit Hanna reden können.

[270] Hanna habe gemeinsam mit ihrem Nachbarn, dem … [P.], nach Hause gehen wollen, dazu sei sie nach Einschätzung der Zeugen (z.B. J. N.) auch in der Lage gewesen. Lediglich die Zeugin …, die in der Nacht vom 02. auf den 03.10.2022 ab etwa 00.30 Uhr bis ca. 02.15 Uhr im „Eiskeller“ war, schilderte, dass Hanna W. auf sie einen stark betrunkenen Eindruck gemacht habe. Das mache sie/… daran fest, dass sie Hanna gefragt habe, was mit ihrer (Hannas) Hose sei (die eine Seite sei aufgerissen gewesen, man habe die Unterwäsche gesehen und auch etwas Bein und Haut). Hanna habe darauf nicht geantwortet. Dies habe sie … auch dazu veranlasst, Hanna zu fragen, ob man sie mit nach Hause nehmen könne. Da habe Hanna auch nicht gleich geantwortet. Nach mehrfacher Nachfrage habe Hanna geäußert, dass sie gleich ums Eck wohne und mit ihrem Nachbarn heimgehe.

[271] Übereinstimmend schilderten die Zeugen (J…), dass Hanna – wie in der jeweiligen Clique üblich – beim Fortgehen und den sog. „Eiskellerabenden“ nach dem Vorglühen auch in den jeweiligen Lokalitäten und Clubs Alkohol (meist Mixgetränke oder Schnaps) konsumiert habe. Hanna habe etwas vertragen. Auch wenn sie angetrunken gewesen sei, habe man mit ihr reden können. Keiner ihrer Bekannten konnte angeben, dass sie beispielsweise nicht mehr habe laufen oder tanzen können. Wenn Hanna angetrunken gewesen sei, sei sie lustig gewesen, eher aufgedreht, habe auch eher mal Bekannte urnarmt. Hanna habe sich auch angetrunken immer im Griff gehabt, unter Kontrolle. Ausfallerscheinungen bei Hanna im angetrunkenen Zustand wie Torkeln oder sich Übergeben schilderte keiner der Zeugen.

[272] Der Zeuge … [P.], Nachbar der Hanna W., schilderte, dass er sich konkret am 02.10.2022 gegen etwa 17.00 Uhr mit Hanna zusammengeschrieben und ein Vorglühen für den Abend bei der …, die auch in Aschau im Chiemgau wohne, ausgemacht habe. Anschließend habe man gemeinsam in den Club „Eiskeller“ gehen wollen, ein Tisch sei bereits reserviert gewesen.

[273] Da es so stark geregnet habe, habe er dann gegen 20.00 Uhr die Hanna mit dem Pkw abgeholt, gemeinsam seien sie zu … gefahren.

[274] Bei diesem „Vorglühen“ seien er (…), Hanna W., … und … zugegen gewesen.

[275] Diese Personen gaben als Zeugen einvernommen glaubhaft und glaubwürdig an, dass Alkohol konsumiert worden sei (Bier, Wein, Pfefferminzschnaps), es seien auch Trinkspiele gemacht worden. Übereinstimmend äußerten alle Zeugen, dass sich die Menge des Alkoholkonsums im Rahmen des Üblichen gehalten habe, alle dann bei Aufbruch des Freundeskreises gegen 23.00 Uhr in Richtung „Eiskeller“ angetrunken und lustig gewesen seien, aber nicht betrunken. Ausfallerscheinungen, insbesondere auch von Hanna W. wurden negiert.

[276] Während die anderen mit dem Auto Richtung „Eiskeller“ gefahren seien, sei er/… [P.] mit Hanna W. zu Fuß dorthin gegangen. Am Festhallenparkplatz habe seine Freundin (…) mit ihrer Schwester … absprachegemäß auf ihn gewartet.

[277] Im „Eiskeller“ hatte zwar der … mit Hanna W. ab und an sporadisch Kontakt, sie auch mal auf der Tanzfläche wahrgenommen (ohne, dass ihm Ausfallerscheinungen aufgefallen wären) im Wesentlichen hat sich der Freundeskreis (…, …) dann dort aber „aus den Augen verloren“, jeder sprach mit zufällig getroffenen Bekannten und Freunden.

[278] Um kurz vor 02.30 Uhr habe – so der Zeuge … – er in der Discothek mit Hanna W. – sie habe heim gewollt, weil sie am nächsten Tag habe nach Rumänien fliegen wollen – vereinbart, dass man sich gemeinsam zu Fuß auf den Heimweg mache. Zusammen hätten sie dann den Eingangsbereich passiert.

[279] Ihm sei aber wegen des Alkoholkonsums schlecht gewesen und er habe sich hinter einer Steinmauer versucht zu übergeben. Anschließend sei er nochmal in den „Eiskeller“ gegangen und habe kurz [mit] seiner Freundin … gesprochen, sie gefragt, ob sie mitkomme, da ihm schlecht sei und er mit Hanna heimgehen wolle. Die Freundin habe aber noch nicht heim gewollt, weshalb er ihr (es sei beabsichtigt gewesen, dass sie bei ihm schlafe) den Haustürschlüssel gegeben habe.

[280] Als er dann wieder am Eingangsbereich der Discothek gewesen sei, habe er Hanna W. nicht finden können. Er habe versucht, sie um 02.36 Uhr und 02.37 Uhr auf deren Mobiltelefon zu erreichen, was allerdings nicht gelungen sei; er habe nur die Mailbox erreicht. Er habe sich dann nichts weiter gedacht, weil Hanna an dem Abend kein Datenvolumen mehr auf ihrem Handy gehabt habe. Deswegen habe er die fehlende Reaktion nicht hinterfragt.

[281] Um 02.38 Uhr habe er eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt „Hanna?“ geschrieben und sei, nachdem er nochmals versucht habe, sich zu übergeben, zu Fuß in Richtung seiner Wohnanschrift gegangen.

[282] Auf dem Weg dorthin habe er einen Anruf (ca. gegen 03.00 Uhr) seiner Freundin … erhalten, dass diese jetzt doch zusammen mit ihrer Schwester den „Eiskeller“ verlassen würde. Zu diesem Zeitpunkt sei er auf Höhe des Hotels „Berge“, Kampenwandstraße 85, bei dem dortigen Baum gewesen.

[283] Der Zeuge zeichnete dies in eine Lageskizze ein und erläuterte diesen Punkt im Rahmen seiner Zeugeneinvernahme allen Verfahrensbeteiligten.

[284] Anschließend sei er wegen dieses Anrufes seiner Freundin umgekehrt und zurück zum „Eiskeller“ gegangen. Dort habe er dann aber ca. eine halbe Stunde draußen gewartet, weil es der Schwester seiner Freundin schlecht gegangen und diese gemeinsam mit der Freundin auf dem Klo gewesen sei. Er selbst habe vor dem „Eiskeller“ unter einem Regenschirm sitzend gewartet, ihm sei schlecht gewesen, ihm sei nichts aufgefallen, z.B. auch kein Jogger. Letztendlich sei er dann erst gegen etwa 03.30 Uhr/03.45 Uhr gemeinsam mit seiner Freundin zu Hause gewesen (deren Schwester sei mit einem anderen Freund heimgefahren).

[285] Die Zeugen … (Geschäftsführer des „Eiskellers“) und … (Eigentümer des „Eiskellers“) berichteten übereinstimmend, die Hanna als Stammkundin des „Eiskellers“ gekannt zu haben. Sie sei der klassische Normalgast gewesen, habe natürlich auch Alkohol konsumiert, aber nie krasse Ausfallerscheinungen wie Torkeln o.ä. gezeigt.

[286] Auf Frage zum Alkoholkonsum ihrer Tochter Hanna schilderten die Zeugen … W. übereinstimmend, dass diese vor dem Feierngehen mit ihren Freunden und Bekannten schon immer vorgeglüht habe. Das Vorglühen habe auch oft bei ihnen im Haus stattgefunden, da sie ja so nah zum „Eiskeller“ wohnen würden. Im „Eiskeller“ seien die Getränke so brutal teuer, dass die jungen Leute sich das kaum leisten könnten. Sie hätten ihre Tochter aber dabei nie betrunken mit Ausfallerscheinungen wie etwa Torkeln o.ä. gesehen.



LG Traunstein, aufgebobenes Urteil vom 19.03.2024, Rdnr. 267–286
https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... 24-N-26699


Relevant für die Rekonstruktion des Geschehens ist die Lokalisation des Handys (bzgl. Geodaten, Mobilfunkempfang, Treibverhalten auf oder nahe der Wasseroberfläche, Abschirmung unter Wasser, Treiben bis in die Prien). Auskunft gibt der Podcast in Folge 1 von Minute 37:12 bis 37:46:

Hannas Handy befand sich beim Verlassen des Eiskellers in der Umhängetasche. Diese trug Hanna am Rücken, darüber ihre Lederjacke. Unter der kurzen Jacke lugte die Tasche hervor.
https://youtu.be/sJu48hWczEg&t=37m12s (Link mit Sprungmarke)


Zitiert wird aus der Operativen Fallanalyse (OFA) des Profilers Alexander Horn vom PP München. Erstellt wurde die Analyse nach dem Erkenntnisstand vom 14.10.2022. Titel: „Ergebnis der Fallanalyse Tötungsdelikt an Hanna W.“

Neben dem Umstand, dass Hannas Hose fehlte, was nach Ansicht der Profiler auf ein sexuelles Tatmotiv hingedeutet habe, lagen der OFA die Hypothesen der Münchener Rechtsmediziner vor. Transkript aus Folge 2, Minute 23:10 bis 24:27:

Spoiler – hier klicken!
Nach jetzigem Sachstand liegen keine objektiven Täterspuren vor. Alle Abstriche und bisherigen Untersuchungen verliefen negativ.

Nach rechtsmedizinischer Einschätzung verstarb das Opfer durch Ertrinken. Aufgrund des sehr geringen Flüssigkeitsgehalts im Magen ist von einem schnellen Ertrinken im bewusstlosen Zustand auszugehen. Keine Verletzungen oder Spuren an den Händen, die darauf hinweisen, dass ein handlungsfähiges Opfer versucht hätte, sich aus dem Bach zu retten.

Während sich viele der Verletzungen als Treibeverletzungen erklären lassen, finden sich andere Verletzungen, die auch nach intensiven Beratungen auf unklare Weise entstanden sind. Weitere Verletzungen können jedoch nicht als Treibeverletzungen erklärt werden oder mit einem Unfallgeschehen in Einklang gebracht werden und deuten deshalb auf eine Beibringung von Fremdeinwirkung hin.

Podcast der „Zeit“ vom 26.05.2026, Folge 2 (Min. 23:10–24:27)
https://youtu.be/9McYhS6VULg&t=23m10s (Link mit Sprungmarke)

Daraufhin gelangte die OFA zu folgendem Täterprofil (Transkript aus Folge 2, Minute 27:03 bis 29:02):

Spoiler – hier klicken!
Aus fallanalytischer Sicht sind folgende Aussagen zur Täterpersönlichkeit als wahrscheinlich anzusehen:

Männlicher Einzeltäter

Aufgrund der sexualisierten Motivlage ist von einem männlichen Täter auszugehen. Anzeichen für das Handeln mehrerer Täter sind nicht vorhanden.

Alter

Der Täter zeigte bei der Tatbegehung einen wenig kontrollierten, unerfahrenen Umgang mit Gewalt und wirkte dabei situativ überfordert. Dies lässt den Rückschluss zu, dass es sich bei dem Täter um eine vermutlich eher lebensjüngere Person handeln dürfte. Ein Lebensalter von 16 bis 30 Jahren wird angenommen. Als wahrscheinlich wird ein Alter von 18 bis 25 Jahren angesehen.

Die Gewaltanwendung wirkt unerfahren und wenig zielführend. Vorkenntnisse im Bereich der Gewaltdelikte sind daher weniger wahrscheinlich. Das mutmaßliche sexuelle Interesse scheint stärker von einer Bedürftigkeit geprägt, denn von einer Phantasieauslebung. Es wäre insofern denkbar, dass es im Vorfeld bereits zu inadäquaten Annäherungen und Belästigungen gekommen sein könnte.

Regionalität

Ein regionaler Täter wird als wahrscheinlich angesehen. Der Grund für die Anwesenheit des Täters um diese Uhrzeit in Hohenaschau ist entweder mit einem Besuch des Eiskellers begründet und/oder dass es sich hierbei um seinen Wohnort handelt.

Vor- und Nachtatverhalten

Im Nachgang der Tat wäre es vorstellbar, dass der Täter durch ein für sein soziales Umfeld nicht nachvollziehbares Vermeidungsverhalten zukünftiger Besuche des Eiskellers auffällt. Ebenso wäre denkbar, dass der Täter ein auffälliges Interesse oder Desinteresse an der Berichterstattung bzw. den Spekulationen über den Mordfall zeigt.

Bezug zum Opfer

Aufgrund der vermuteten Regionalität ist es denkbar, dass es einen Bezug zwischen Opfer und Täter gab, der sich jedoch nicht zwangsläufig als persönliche Beziehung darstellen muss, beispielsweise eine Sehbekanntschaft aus dem Eiskeller.

Podcast der „Zeit“ vom 26.05.2026, Folge 2 (Min. 27:03–29:02)
https://youtu.be/9McYhS6VULg&t=27m3s (Link mit Sprungmarke)

Von dieser Analyse der OFA hatten sich die Ermittler der Soko „Club“ leiten lassen und ein Unfallgeschehen ignoriert – eine fatale Ausgangslage für einen sich fortsetzenden Bestätigungsfehler (vgl. hier).


Nach jedem Strohhalm griffen die Rosenheim Cops. Monatelang als Beschuldiger geführt wurde ein Mann, dem eine Mitarbeiterin der Gemeinde Aschau im Oktober 2022 gegenüber der Polizei als Zeugin irrig den Besitz einer Holzkern-Uhr nachsagte – bis im Februar 2023 der tatsächliche Eigentümer der im Bärbach gefundenen Uhr ermittelt werden konnte.

Über die absurden Phantastereien der Soko „Club“ gegenüber diesem zu Unrecht Beschuldigten berichtet Sabine Rückert in Folge 2 von Minute 33:19 bis 44:24:
https://youtu.be/9McYhS6VULg&t=33m19s (Link mit Sprungmarke)

Jeder könnte der nächste sein, der auf fragwürdige Weise in die Fänge der Rosenheim Cops gerät!


Nebenbei: Wie der tatsächliche Verlierer der Holzkern-Uhr von der KPD Calw gefunden und als Täter ausgeschlossen wurde, ist zu hören in Folge 2 von Minute 44:25 bis 46:11:
https://youtu.be/9McYhS6VULg&t=44m25s (Link mit Sprungmarke)


Möchte jemand mit „Zeit“-Abo über wissenswert Neues aus den Folgen 3 bis 6 berichten?
fassbinder
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von fassbinder »

Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 18:52:08
Möchte jemand mit „Zeit“-Abo über wissenswert Neues aus den Folgen 3 bis 6 berichten?
Erstmal Danke für die Zusammenfassung.

Ich bin froh, dass Du das wieder so schnell übernommen hast, weil ich ohnehin hier auf die Sache mit der OFA und die „Kreativität“ der Rosenheim Cops aufmerksam machen wollte. Wobei es dein Ausdruck besser trifft.

Für mich waren das für den Fall die brisantesten Neuigkeiten.

Ansonsten fand ich noch interessant:

-Prof. Peschel hat eine Erstattung abgelehnt, denn sollte er zu einem Unfallgeschehen kommen, könnte Prof. Mützel in Regress genommen werden, was er nicht verantworten kann.

-Baumgärtl wurde mehrmals vom Gericht zu Sebastian geschickt, um ihm klarzumachen dass er bitte gestehen möge. Das stand zwar auch schon in dem Artikel von der Zeit über das Urteil, aber hier nochmal sehr eindrücklich.

-Holderle soll versucht haben Rückert irgendwelche Story aufzutischen, da er nicht wusste, dass sie die Akten kennt.

-Leute sollen beim Chiemgauer Friseur traurig gewesen sein, dass sich Sebastian als unschuldig rausgestellt hat.

-Es werden auch die Leserbriefe von Aßbichlers Freundin, einer Amtsrichterin aus Kehlheim und dem Ersatzschöffen verlesen und auch die Antwort Rückerts an ihnen. Alle haben sich nicht zu erkennen gegeben.

-Es werden Briefe verlesen von einer Zuhörerin von Rückerts Liveshow, die sich schämen von der Hysterie anstecken zu lassen und schlecht über Sebastian und seine Familie gesprochen zu haben.

-Sebastians Familie hatte auch andere Anwälte im Sinn, bevor sie auf Regina Rick gestoßen sind.

-Dr. Georg sagt, sie werden auch den nächsten vertreten, der von der Kripo festgenommen wird.


Sollte ich was vergessen haben oder die Teile durcheinander gebracht haben und manches in dem ersten beidem gewesen sein, entschuldige ich mich aber es lohnt sich ein Probeabo abzuschließen. Auch der Rest ist sehr gut gemacht und auch das zweite Verfahren sehr ausführlich geschildert. Was in den anderen guten Dokus und Podcasts ja auch ziemlich schnell abgehandelt wurde.


Ich fand es lustig, dass fast alle Sprecher Österreicher waren. Gleichzeitig Leute, die in echt Hochdeutsch sprechen einen bayrischen Dialekt bekommen haben. Aber das ist natürlich nicht schlimm.
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

@fassbinder
Danke für die schnelle Ergänzung! Deine Zusammenfassung klingt vielversprechend. Betrifft sie sämtliche Folgen 3 bis 6?

fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 -Holderle soll versucht haben Rückert irgendwelche Story aufzutischen, da er nicht wusste, dass sie die Akten kennt.
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: Bitte, bitte, mehr davon!!

Auch Holderles Mandanten kennen wohl die Akten nicht, sondern nur Holderles Stories. ;-)

fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 -Es werden auch die Leserbriefe von Aßbichlers Freundin, einer Amtsrichterin aus Kehlheim und dem Ersatzschöffen verlesen und auch die Antwort Rückerts an ihnen. …
Ein Transkript der Epistel von Aßbichlers Freundin wäre der ganz heiße Scheiß!! Erbarmst Du Dich, um unser aller Erheiterung zu dienen? Ganz herzlichen Dank im Voraus!

fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 -Baumgärtl wurde mehrmals vom Gericht zu Sebastian geschickt, um ihm klarzumachen dass er bitte gestehen möge. …
Erwähnt Sabine Rückert auch, wer aus Aßbichlers Kammer Baumgärtl in geheimer Mission entsandte? Aßbichler höchstselbst? Oder Salzinger oder Bartschmid?

fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 -Sebastians Familie hatte auch andere Anwälte im Sinn, bevor sie auf Regina Rick gestoßen sind.
Werden Namen genannt?

fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 -Prof. Peschel hat eine Erstattung [eines Gutachtens] abgelehnt, denn … Prof. Mützel [könnte] in Regress genommen werden, was er nicht verantworten kann.
Erstaunlich, dass auch hier das Krähenprinzip zu gelten scheint. Denn unter Rechtsmedizinern wird nicht um Leistungen der Krankenversicherer oder um kassenärztliche Honorare konkurriert. Im Übrigen haben auch Rechtsmediziner eine Berufshaftpflichtversicherung (die allerdings bei Vorsatz nicht zahlt). Oder wollte sich Peschel irrtümlich auf seine Fürsorgepflicht als Vorgesetzter gegenüber seiner Mitarbeiterin Mützel berufen?

(Nachtrag dazu siehe hier.)

fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 … es lohnt sich ein Probeabo abzuschließen.
:D Können Abonnenten die Podcasts downloaden?
Gast12345

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast12345 »

fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 -Prof. Peschel hat eine Erstattung abgelehnt, denn sollte er zu einem Unfallgeschehen kommen, könnte Prof. Mützel in Regress genommen werden, was er nicht verantworten kann.
Ich denke, er wusste genau, dass so manche Verletzung kaum mit einem Angriff in Einklang zu bringen ist, und hat deshalb die Erstattung abgelehnt. Jeder Rechtsmediziner, der den Fall verfolgt, macht sich doch ein eigenes Bild - auch ohne alle Akten genau zu kennen (bzw. wahrscheinlich kannte er diese sogar).
Und ich glaube nicht, dass er abgelehnt hätte, wenn er Frau Mützels Gutachten hätte bestätigen und sie damit sogar noch hätte unterstützen können.
Catch22
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 -Prof. Peschel hat eine Erstattung [eines Gutachtens] abgelehnt, denn sollte er zu einem Unfallgeschehen kommen, könnte Prof. Mützel in Regress genommen werden, was er nicht verantworten kann.
Dies verwirrt mich nun doch ein wenig. Was bisher bekannt war:

Oliver Peschel (stellvertretender Direktor der Rechtsmedizin der LMU München) sollte ursprünglich anstelle von Mützel (ebenfalls LMU) ein Gutachten erstellen. Peschel wurde aber von der Verteidigung wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt:

Spoiler – hier klicken!
Catch22 hat geschrieben: Montag, 29. September 2025, 16:54:56 Anmerkung: Oliver Peschel trat offenbar an die Stelle von Elisabeth Mützel, der nun an ihrer Statt aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Institut für Rechtsmedizin der LMU wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt wird. Der Münchner Merkur berichtet, dass „eine Gutachterin des Instituts, die einen Unfall nicht ausgeschlossen hatte, für die zweite Verhandlung ersetzt worden“ sei:
https://www.merkur.de/bayern/zweiter-pr ... 60955.html
Auch Regina Rick zeigte sich angriffslustig. Sie reichte Befangenheitsanträge ein, gegen Wasser-Experte Andreas Malcherek, gegen Biomechaniker Prof. Dr. Jiri Adamec und gegen Rechtsmediziner Dr. Prof. Oliver Peschel. Ihre Stellungnahmen aus der ersten Verhandlung stehen einer Unfallthese entgegen.

Rosenheim24.de am 29.09.2025
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ch ... 60692.html
ohne Paywall („Option 4“ wählen):
https://www.removepaywall.com/search?ur ... 60692.html

Später verständigten sich alle Prozessbeteiligten darauf, Markus Rothschild (Direktor Rechtsmedizin, Uni Köln) als Gutachter zu beauftragen (siehe hier). Rothschild sagte jedoch ab (siehe hier).

Was mich wundert, ist, dass Peschel selbst einen Rückzieher gemacht haben soll. Weshalb sollte ihn die Verteidigung wegen Befangenheit ablehnen, wenn er gar nicht mehr im Rennen war? Oder war Peschels Rückzug erst die Reaktion auf den Befangenheitsantrag?

@fassbinder
Wurde dazu im Podcast etwas gesagt? Könntest Du dies bitte näher erläutern?
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 -Prof. Peschel hat eine Erstattung abgelehnt, denn sollte er zu einem Unfallgeschehen kommen, könnte Prof. Mützel in Regress genommen werden, was er nicht verantworten kann.
Catch22 hat geschrieben: Freitag, 29. Mai 2026, 00:19:14 Oliver Peschel (stellvertretender Direktor der Rechtsmedizin der LMU München) sollte ursprünglich anstelle von Mützel (ebenfalls LMU) ein Gutachten erstellen. Peschel wurde aber von der Verteidigung wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt:
...
Ein wenig logischer wäre es, wenn @fassbinder anstelle von Peschel eventuell Püschel gemeint haben könnte.

Wäre das im Bereich des Möglichen?

Schließlich war es Prof. Püschel, der in den ganzen Dokus immer wieder auftaucht und nicht Prof. Peschel.
Catch22
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Fränkin hat geschrieben: Freitag, 29. Mai 2026, 07:04:35 Ein wenig logischer wäre es, wenn @fassbinder anstelle von Peschel eventuell Püschel gemeint haben könnte. Wäre das im Bereich des Möglichen? …
Klaus Püschel wurde bereits im 1. Rechtsgang 2023 per (abgelehntem) Beweisantrag von der Verteidigung ins Feld geführt. Eine kurze schriftliche Ersteinschätzung Püschels hatte RAin Rick zusammen mit ihrem Beweisantrag bei Gericht vorgelegt. Offenkundig war Püschel damals bereit, der fachlichen Expertise Mützels mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Auch in der Spiegel-TV-Reportage vom 03.03.2025 widerspricht Püschel seinen Münchener Kollegen von der LMU vehement (siehe hier). Eine etwaige Haftung Mützels war für Püschel zweifellos bereits 2023 erkennbar.

Weshalb sollte sich Püschel im 2. Rechtsgang (ab Ende September 2025) plötzlich anders entschieden haben?
fassbinder
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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Catch22 hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 21:05:23
Ein Transkript der Epistel von Aßbichlers Freundin wäre der ganz heiße Scheiß!! Erbarmst Du Dich, um unser aller Erheiterung zu dienen? Ganz herzlichen Dank im Voraus!
Senkert liest den Brief:

„Frau Sabine Rückert hat kürzlich einen Artikel lanciert, in dem der Fall Hanna W. aus Aschau angeblich unfassend recherchiert wurde. Frage: Die umfassende recherchie, worauf basierte die? Ich selbst, war an circa zehn Verhandlungstagen vor Ort, da ich in der Gegend wohne und gute Beziehungen zu Aschau habe. Ich habe miterlebt, mit welcher Mühe und Aufwand die Polizei, die Ermittler, die Staatsanwaltschaft, das Gericht und die Anwälte alles gegeben haben,um das Verbrechen aufzuklären. Hunderte von Zeugen und Indizien aufwendig geprüft. Ich erwarte, dass dieser Fall nochmal richtig recherchiert und klargestellt wird.“


Zu dem Thema welcher Richter die Pflichtverteidigung zu Sebastian geschickt hat und ob konkrete Namen von Anwälten genannt wurde, bei denen Sebastians Familie vorstellig wurde: Beides leider Fehlanzeige.

Ich habe auch keine Möglichkeit entdeckt, die Folge zu Downloaden.
Catch22 hat geschrieben: Freitag, 29. Mai 2026, 00:19:14
Dies verwirrt mich nun doch ein wenig. Was bisher bekannt war:

Oliver Peschel (stellvertretender Direktor der Rechtsmedizin der LMU München) sollte ursprünglich anstelle von Mützel (ebenfalls LMU) ein Gutachten erstellen. Peschel wurde aber von der Verteidigung wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt:

Spoiler – hier klicken!
[quote=Catch22 post_id=304854 time=<a href="tel:1759157696">1759157696</a> user_id=8791]
Anmerkung: Oliver Peschel trat offenbar an die Stelle von Elisabeth Mützel, der nun an ihrer Statt aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Institut für Rechtsmedizin der LMU wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt wird. Der Münchner Merkur berichtet, dass „eine Gutachterin des Instituts, die einen Unfall nicht ausgeschlossen hatte, für die zweite Verhandlung ersetzt worden“ sei:
https://www.merkur.de/bayern/zweiter-pr ... 60955.html
Auch Regina Rick zeigte sich angriffslustig. Sie reichte Befangenheitsanträge ein, gegen Wasser-Experte Andreas Malcherek, gegen Biomechaniker Prof. Dr. Jiri Adamec und gegen Rechtsmediziner Dr. Prof. Oliver Peschel. Ihre Stellungnahmen aus der ersten Verhandlung stehen einer Unfallthese entgegen.

Rosenheim24.de am 29.09.2025
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ch ... 60692.html
ohne Paywall („Option 4“ wählen):
https://www.removepaywall.com/search?ur ... 60692.html
Es handelt sich um Peschel von der LMU, nicht um Püschel. Peschel soll im Rahmen seiner Stellungnahme über den BA gesagt haben, dass er ohnehin nicht kommen kann, da er nicht verantworten könne, dass gegen seine Kollegin eventuell rechtliche Schritte eingeleitet werden könnten, sollte er zu einem diametralen Ergebnis kommen.
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