ich lese hier immer mal wieder mit und habe mir nun nach einiger Pause den Stern Podcast noch einmal genau angehört. Vorab: Ich bin offen für alle (realistischen) Theorien und dieser Post fasst nur meine persönlichen Gedanken und Fragen zum Fall zusammen.
Dennoch muss ich zugeben, bin ich mir unschlüssig, wie ich die Rekonstruktion des Abends vom 20. Juni 2006 nach den Schilderungen von N. und A. genau verstehen soll. Ich habe hierzu auch im Forum keine wirklich eindeutigen Antworten gefunden (verzeiht mir, wenn ich da auf den 2000+ Seiten etwas übersehen habe
Um welche Snooker Halle soll es denn genau gegangen sein? Im Bereich Schloss Neuhaus liegt zumindest heute das Strike, wobei das Dienstags geschlossen hat (klar, das kann vor 20 Jahren komplett anders gewesen sein, hier finde ich keine historischen, zuverlässigen Daten mehr leider).
Was ich aber sehr wohl finden konnte - und was mich ehrlich gesagt ziemlich vom Hocker gehauen hat: In der Libori Galerie (welche ein Zufall!!!) gibt es eine Halle, in der man Snooker spielen kann: das Pader Bowling (mit zumindest im Jahr 2026 täglichen Öffnungszeiten bis Mitternacht unter der Woche). Das wäre natürlich schon eine berechtigte Frage, wenn ich doch in der Libori Galerie verabredet bin und noch mit Frauke schreibe den Abend über (und wohl relativ spontan entscheide, doch nicht mehr in den Pub zu wollen), würde es denn dann nicht Sinn machen, erst mal den Weg in die Paderborner Innenstadt einzuschlagen um ggf. dort zu snookern?
Auch hier ist es 20 Jahre später schwer verlässliche Daten zu finden. Über North Data konnte ich nur in Erfahrung bringen, dass der Gesellschaftsvertrag für Pader Bowling im Mai 2006 unterschrieben wurde. Meine Frage wäre daher an die Locals: Gab es zum 20. Juni 2006 bereits das Pader Bowling in der Libori Galerie? Falls ja: weiß noch jemand, wie hier die Öffnungszeiten waren?
Was ich auch nie verstanden habe: Wenn ich nach einem langen Tag Feierabend mache - gerade wenn es so eine relativ körperliche Arbeit in einer Halle ist, die ja doch weitläufig sein kann je nach Größe - habe ich ehrlich gesagt schon Hunger. N und A hätten das Snooker Spiel ja angeblich unterbrochen, weil sie Hunger hatten. Davor haben sie noch Pause gemacht um Geld abzuheben, aber sie wollten nicht nach der Arbeit direkt noch was essen, obwohl sie sich doch sicher denken konnten, dass sie sonst während des Spiels Hunger bekommen würden (und gerade Snooker kann ja etwas dauern, wenn man mehrere Frames spielen will). So etwas würde ich nur machen, wenn ich entweder absolut keinen Hunger habe (scheint hier ja nicht der Fall zu sein, wenn der Hunger dann wohl schon etwa eine Stunde später so groß war, dass man früher gehen wollte) oder weil ich keine Zeit mehr habe - vielleicht weil die Halle nur noch eine Stunde offen hat, nachdem ich dort ankomme und ich zumindest 1-2 Frames schaffen will? Aber warum sollte man das nicht einfach so sagen, wenn es so war?
Das ist hier alles spekulativ, denn wie gesagt: Ich habe keine 100% sicheren Informationen gefunden, dass zum 20.6.2026 das Pader Bowling bereits eröffnet war oder falls dem so war, dass die Öffnungszeiten den heutigen gleichen.
Weiter würde mich auch interessieren, wo sich dieser "Dönermann" denn befunden haben soll? Hier wurden ja auch bereits mehrere Vermutungen geäußert.
Denn selbst wenn das alles so stimmt, wie N berichtet - wenn er erst um 1 Uhr, dann auf Nachfrage 2 oder plötzlich auch erst 3 Uhr) im Bett gewesen sein will - nehmen wir der Einfachheit halber mal den Mittelwert 2 Uhr an - bis dahin werden doch wohl mehr als nur ein "Dönermann" offen gehabt haben? Warum betont er, dass dieser Imbiss bis 6 Uhr morgens auf hatte und das auch der einzige war, wo sie noch was bekommen hätten? Vor allem während der WM 2006 kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass es in Paderborn nur einen Imbiss gab, der bis sagen wir mal 1-2 Uhr maximal geöffnet hatte. Und wenn ich das richtig verstehe soll dieser "Dönermann" in Paderborn gewesen sein. Also N und A fahren von ihrer Arbeit aus erst nach Schloss Neuhaus zum Snookern, dann unterbrechen sie ihr Spiel um nach Paderborn zum Döner essen zu fahren? Würde ja mehr Sinn machen, wenn man eh schon in Paderborn zentral beim Snookern war, dann wäre wohl auch der Weg zum Döner essen kürzer oder?
Und dann die große, offene Frage mit dem Auto. N wird ja wohl kaum gelaufen sein. Hat A. ihn dann zurück zur Arbeit gefahren (mit schneller Geschwindigkeit 45 MInuten von Paderborn Innenstadt entfernt) um sein Auto falls es denn überhaupt dort stand abzuholen oder hat A N dann nach Hause gefahren? Die Aussage, dass sie sich "da dann auch getrennt hatten" (wo ist da? Beim "Dönermann"?) ist entweder schlecht geschnitten im Podcast oder kann nicht hinkommen - wie hier im Forum ja auch schon ausgeführt.
Zum Thema Auto: Ich verstehe auch nicht, warum man während eines Arbeitstages Grillfleisch im Auto lässt. Hier hatte aber das Forum auch schon gerätselt, also glaube ich, da gibt es wohl keine plausible Antwort für.
Was ich allerdings gelesen hatte ist, dass sich die Ausbildung von Leichenspürhunden in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat und diese "heute" vermehrt mit echtem biologischem Material trainiert werden um verschiedene Stadien der Verwesung besser erkennen zu können. Ich bin kein Spürhundexperte und natürlich konnten Hunde auch 2006 bereits Leichen oder Blutspuren identifizieren, aber das Training hat sich wohl auch aus dem Grund mit der Zeit verändert, damit gerade frühere Stadien nach Eintritt des Todes besser erfasst werden können als es mit dem Training durch künstliche Substanzen der Fall war. Nun weiß ich natürlich nicht, wie die eingesetzten Hunde vor 20 Jahren genau trainiert wurden, aber spannend ist das dennoch.
Mit Blick auf den Transport von Frauke zum Totengrund gibt es genau 3 Möglichkeiten: 1. Frauke wurde noch lebend zum Ablageort gefahren und vor Ort getötet (halte ich persönlich für unwahrscheinlich), 2. Frauke war bereits tot, als sie zum Ablageort gefahren wurde, aber der Todeszeitpunkt lag noch nicht so lange zurück, d.h. der Transport erfolge vor einsetzten der Leichenstarre oder 3. Frauke war bereits seit "längerer" Zeit tot und der Transport erfolge nachdem die Leichenstarre schon abgeklungen war. Mit dem Wissen zur Ausbildung der Hunde halte ich persönlich einen Transport in einem frühen Stadium für am wahrscheinlichsten, auch weil ein Täter in der Regel insgesamt bemüht ist, nicht tagelang mit einer Leiche auszuharren, wenn die Polizei überall sucht.
(An dieser Stelle wird es etwas detaillierter, aber ich glaube, dass das wichtige Überlegungen sind und ich gehe nicht mehr ins Detail als nötig.)
Das grenzt den Zeitraum und den Ablauf aber weiter ein : Die Leichenstarre setzt unter normalen Bedingungen so in etwa 1-2 Stunden nach dem Tod ein, braucht aber unter normalen Bedingungen etwa 6-8 Stunden, bis sie sich wirklich ausgebreitet hat. Dabei beginnt die Starre mit den kleineren Muskelgruppen, die größeren Muskelgruppen wie in den Extremitäten, die den Transport nahezu unmöglich machen würden folgt erst zum Schluss. Also im frühen Zustand der Starre wäre ein Transport demnach noch möglich. Die Starre hält etwa 1-2 Tage und löst sich in der umgekehrten Reihenfolge (also Extremitäten zum Schluss).
Das ist der Normalzustand, aber:
Der Juni 2006 extrem heiß, wodurch die Totenstarre schneller einsetzten kann (und sich schneller ausbreiten könnte). Dazu kommt noch ein wichtiges kriminalistisches Detail: Wenn eine Person vor dem Tod unter extremen Stress oder Anstrengungen stand (was bei Frauke wohl der Fall war), setzt die Starre oft früher ein. Hintergrund: Für die Entspannung der Muskeln wird ein bestimmter Energieträger namens ATP (Adenosintriphosphat) benötigt. Unter extremem Stress, bei Panik oder starker körperlicher Aktivität verbraucht der Körper große Mengen dieser Energiereserven. Setzt nach dem Tod die normale Muskelentspannung ein, sind die ATP-Speicher bereits stark erschöpft. Infolgedessen tritt die Leichenstarre deutlich schneller ein – manchmal bereits innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden.
Was bedeutet das? Ich denke, dass es am wahrscheinlichsten ist, dass irgendetwas passiert ist (entweder ein bewusstes Tötungsdelikt oder ein Unfall) und der Täter schnell handeln müsste und Frauke bereits kurz nach dem Tod zum Totengrund brachte - damit meine ich, dass ich denke, der Täter dürfte innerhalb von einer bis max. 2 Stunden reagiert haben und Frauke dort abgelegt haben. Diese Eile würde erklären, warum die Ablage so provisorisch war (nur etwas Reisig drüber, auch wenn das natürlich im Sommer noch mehr Sichtschutz bot als beim Fund im Oktober) und warum Frauke so nah an der Straße gefunden wurde. Außerdem würde es erklären, warum Frauke das auffällige rote Oberteil noch trug (entweder, weil die Starre sich langsam schon ausbreitete und der Täter Schwierigkeiten hatte, den roten Stoff zu entfernen oder weil es eben einfach schnell gehen musste - oder es war ihm einfach egal). Außerdem dürfte der Täter selbst überrascht gewesen sein, wie schnell die Starre einsetzte wenn es so war, da er vermutlich nicht wusste, dass extremer Stress die Starre so beschleunigen könnte.
Auch zum fehlenden Zahn möchte ich noch etwas ergänzen: Ich habe mir durch einen kleineren Unfall vor mehreren Jahren dummerweise einen Schneidezahn ausgeschlagen. Es ist gar nicht so leicht, normal zu sprechen, wenn einem plötzlich einer der Schneidezähne fehlt. Daher halte ich es für sehr unwahrscheinlich bis nahezu unmöglich, dass Frauke insgesamt noch so "normal" (wenn auch verwaschen) geredet haben soll ohne erkennbares lispeln usw. wenn ihr ein Schneidezahn gefehlt haben soll. Nur ein verwaschenes Sprechen würde hier nicht ausreichen - zumindest ist das meine Erfahrung (kann sein, dass es da Ausnahmen gibt, aber ich halte es für extrem unwahrscheinlich). Ich denke also, dass der Zahn ihr entweder nach dem letzten Telefonat ausgeschlagen wurde ODER, dass sie diesen erst nach dem Tod verlor.
Das waren ein paar der Gedanken, die mir in letzter Zeit immer mal wieder gekommen waren. Ich habe lange überlegt, ob ich das so schreiben möchte, da gerade der 2. Punkt teilweise graphisch ist. Aber es handelt sich um ein sehr trauriges und ernstes Verbrechen und solche Informationen auszuklammern hilft leider nicht. Ich habe versucht, es so neutral und kurz wie möglich zu halten.
Ich hoffe, dass da ein paar Gedankengänge dabei waren, die für die Diskussion interessant sind und hoffe auch, dass jemand mir meine o.g., Fragen beantworten kann. Wie gesagt, das sind meine Gedanken. Ich sage nicht, dass irgendwelche im Podcast dargestellten Personen unbedingt involviert sein müssen (das weiß ich natürlich auch gar nicht), aber ich würde zumindest die getätigten Aussagen besser verstehen können. Jeder ist unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist
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