MORDFALL LIEBS -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
NinJa

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von NinJa »

Hobbypsychologe hat geschrieben: Dienstag, 28. Juli 2026, 14:13:40 Mich würde auch interessieren, wer alles wusste, das Fraukes Akku leer war.
Es besteht natürlich die Möglichkeit dass der Täter davon wußte.
Aber ist das zwingend so?
Natürlich würde der Fall für uns anders dastehen wenn er geladen gewesen wäre, wenn sie den Schlüssel gehabt hätte (wieso eigentlich letzteres, wird hier oft als "Schlüssel"Moment gesehen, mir dennoch nicht klar...)
Dass der leere Akku den Fall verändert hat, klar.
Aber dass der Täter (oder -in) das wissen mußte?
Eventuel versuchte Frauke um 0.49 bereits aus Not nochmal das Handy anzuschmeißen.
Oder der Täter hatte es bereits in Besitz und hat es angemacht.
Letzteres sehe ich aber nur als sinnvoll wenn er befürchten mußte dass das Handy etwas über ihn verraten könnte.
Weil er
A) Mit ihr in Kontakt stand (Telefonbuch oder vermeintliche sms unmittelbar nach Pub)
B) er die hat die 0.49 sms mitbekommen, musste dann den Inhalt sehen (und daraus hat sich die perfide Idee mit den weiteren sms und in Folge sogar anrufen erst entwickelt).
Eventuell unter Fraukes Einfluss der Sprung von sms zu den folgenden anrufen, weil sie sein Spiel nicht durchschaute,
oder sie wirklich dachte ihn bequatschen zu können und er auch ernsthaft zuerst darauf einging...

Aber ich bin abgeschweift.
Warum glauben so viele dass der Täter vom leeren Akku wußte?
MMn werden Entführungen oder Sexualmorde nicjt durch geladene Handies verhindert.
Das Opfer min 1 Woche festzuhalten natürlich nur ohne Handy.
Gedankengang:
- Entführt worden wäre sie so oder so.
- 1 Woche festgehalten (inkl. Sms/Anrufe) nur weil er wußte dass Frauke (ausschließlich sms/Anrufe) nicht übers Handy zu orten ist
Gast246

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast246 »

So jetzt nochmal zur Handy überlegung..

00:49 Sms ich war ja immer der Meinung das die Sms beim
Pub versendet wurde.

Jetzt hat man F. telefonisch nicht erreicht das ihr Handy aus war!

Um 00:49 kommt die Sms bei C. an vermutlich verspätet.

Jetzt wieso wurde das Handy um 00:49 eingeschalten
bzw. geladen? Es erfolgte ja kein Kontakt.

Wollte der Täter sich sicher sein das sie niemanden
geschrieben hat mit wem sie sich noch trifft?!

Wenn es so wäre.. würde es ein Täter sein der Bekannt war!
Gast246

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast246 »

Mit wem war F. dann sonst noch so im Ausgang oder Unterwegs oft?
oldjoe

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von oldjoe »

Mal ein kritischer Gedanke zu den Tests, die mit noch funktionsfähigen Nokia-Geräten gleichen Modells durchgeführt wurden und werden. Solche Tests sind m.E. nicht aussagekräftig, da das Prinzip ceteris paribus (unter sonst gleichen Bedingungen) bei solchen Tests unter Umständen nicht erfüllt wird.
Man müsste auch die gesamte Infrastruktur (Netz, Frequenzen, Antennen, usw., usf.) des Jahres 2006 simulieren, um die Theorien rund um den Versand der letzten SMS prüfen zu können.
Somit bleibt das Nokiamodell die einzig konstante Variable, die Infrastruktur hat sich in den letzten 20 Jahren jedoch deutlich verändert. Ob das bei allen durchgeführten Tests berücksichtigt wurde, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Heckengäu
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Heckengäu »

Gast246 hat geschrieben: Dienstag, 28. Juli 2026, 21:27:01 Mit wem war F. dann sonst noch so im Ausgang oder Unterwegs oft?
Gast aus dem Östreich: Das wissen wir nicht. Das Mädchen hatte Hunderte von Bekannten in ganz Deutschland, einen grossen Freundeskreis in ihrer Heimatstadt L.

Da sie noch nicht lange in Paderborn wohnte, hatte sie Bekannte hauptsächlich aus ihrer Klasse der Krankenpflegeschule und darüber kam sie in Kontakt mit deren Freunden und Bekannten. Sie hatte aber in Paderborn eine beste Freundin. Von ihr ist null und nichts bekannt, so wie sich das gehört: Privat ist Privat.

Sie liebte es an den WE unterwegs zu sein und in 3 verschiedenen Tanzpalästen durchzutanzen bis in den Morgen. Nicht gleichzeitig, natürlich.
Dort sass jeweils in einem kleinen Kämmerlein immer ein gedungener Schuhmacher, um die durchgetanzten Schuhe der Mädchen sofort neu zu besohlen.
Hamburger
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Hamburger »

z3001x hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:16:49 [..]
Dann muss sie in der Tat zeitnah zum Versand geschrieben worden sein. Was eben auch bedeutet, dass die Zeitangabe "später" in der 0-49-Nachricht wissentlich absurd war - jedenfalls wenn man Fraukes oft betonte Zuverlässigkeit als tatsächliches Wesensmerkmal sieht. Und dass dieses Detail nicht frauke-authentisch war und außerdem das erste Auftreten der Verwendung des Wortes "später" in den ganzen Nachrichten, was eben auch für die Täterkontrolle bereits über diesen ersten Text spricht. [...]
z3001x hat geschrieben: Montag, 27. Juli 2026, 18:16:49 [...]
Weil was Ablenken angeht: Von welcher Örtlichkeit hat der Täter bei den Anrufen aus der Peripherie PB abgelenkt, bei denen Frauke ja zumindest einige Male (als sie sprach) dabei gewesen sein muss? Bzw. warum wollte er bei der Wahl dieser Ort nicht ablenken, aber dMn bei Nieheim? Wenn sein Aufenthalt dMn nicht bei Nieheim (im weiteren Sinn) war, war er ja vermutlich eher PB-nah. Warum hat er genau das dann bei den Industriegebiet-Kontakten nicht maskiert/verborgen? [...

Du lässt, soweit ich sehe, die Möglichkeit außeracht, dass Nieheim eine Ablenkung von dem Ort gewesen sein könnte, wo Frauke nach Verlassen des Pubs auf den Täter traf.
Die Begegnung der beiden muss in der Öffentlichkeit stattgefunden haben, und der Täter muss zumindest auf dem Weg dorthin von anderen gesehen worden sein. Wäre Frauke ohne die 1. SMS verschwunden, hätten sich die Ermittlungen auf die Umgebung des Pubs und den weiteren Nachhauseweg konzentriert. Und dann hätten vielleicht Leute im Nachhinein Beobachtungen, die sie zunächst für völlig harmlos hielten, verdächtig gefunden – z. B. eine Person, die längere Zeit am Pub auf und ab ging.
Außerdem: Es war doch ziemlich wahrscheinlich, dass die Polizei das Verschwinden einer jungen Frau, die einen Pub verließ, um nach Hause zu gehen, dort aber nie ankam, ernster nehmen würde als das Verschwinden einer jungen Frau, die entgegen ihrer Ankündigung nicht nach Hause gehen wollte und zwei Stunden später noch eine gutgelaunte SMS schrieb. Spontane Liebesaffären sind nun mal nicht gerade selten.

Wenn der Täter das Verbrechen geplant hatte, wusste er, dass irgendwann polizeiliche Ermittlungen aufgenommen werden würden. Das konnte er nicht verhindern, aber er konnte versuchen, den Zeitpunkt der Aufnahme von Ermittlungen zu verzögern und dann die Polizei an einem Ort (Nieheim) nach Spuren suchen zu lassen, wo sie ganz sicher keine finden würden.

Zu den Anrufen:
Nach meiner Ansicht waren sie keineswegs als irgendeine Ablenkung konzipiert, sondern ein Versuch, durch die Vortäuschung von Freiwilligkeit die Polizei von Ermittlungen abzuhalten. Die Ermittlungen hatten ungewöhnlich früh begonnen – nur etwa 40 Stunden, nachdem Frauke den Pub verlassen hatte, gab die Polizei öffentlich die Aufnahme von Ermittlungen und sogar das erste Ermittlungsergebnis (Absendeort der SMS) bekannt. Ich gehe davon aus, dass das den Täter sehr beunruhigte.
Hamburger
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Hamburger »

benico76 hat geschrieben: Dienstag, 28. Juli 2026, 14:23:56 [...]
Zu dem Punkt „warum hat sie nie einen Täternamen genannt wenn er ihr doch bekannt war“ habe ich mir auch den Kopf zerbrochen. Denn ab einem bestimmten Punkt, so wie Du ihn beschreibst, läge einem wohl selbst nahe, wenigstens einen derartigen Hinweis zu hinterlassen, dass es eine Chance gibt, den Täter später zu fassen. Wenn sie den Täter nicht kannt dann konnte sie auch keinen Namen nennen.
[...]
Wenn Frauke nur den Vor-, aber nicht den Nachnamen des Täters kannte, hätte die Nennung des Namens wahrscheinlich nichts genutzt - vor allem nicht, wenn er nicht zu ihrem engeren Freundeskreis gehörte und auch noch einen häufig vorkommenden Namen hatte.

In dem letzten Telefongespräch sagte Frauke, sie wisse, dass die Polizei nach ihr "sucht" (Präsens). Auch wenn sie glaubte, von dem Täter nicht freigelassen zu werden, hätte sie große Hoffnungen auf eine Befreiung durch die Polizei haben können. Es ist doch mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass Frauke wusste, dass die Polizei ein Handy orten kann.
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