Mal wieder etwas mehr Hobby-Ermittlung statt Hobby-Mensa-Kochkurs:
Ich habe etwas ausgiebiger gesucht nach dem Algorithmus, mit dem Samsung seine motion_log-Datei befüllt.(inkl. chatgpt)
Quintessenz:
[Deine Annahme, dass ein kurzer Ampelhalt nicht zwangsläufig einen neuen STATIONARY-Block erzeugt, halte ich für sehr wahrscheinlich.
Sonst würde die Datenbank bei jeder Fahrt mit Ampeln, Stop-and-go und Abbiegevorgängen mit einer Vielzahl von Wechseln zugeschrieben werden. Eine Aktivitätserkennung soll gerade einen ÜBERGEORDNETEN Aktivitätszustand zusammengefasst abbilden.
Das Entscheidende ist aber:
Wir kennen die Samsung-Schwelle nicht."
und weiter "...die Datenbank ausdrücklich als noch unzureichend erforscht und weist auf notwendigen Validierungsbedarf hin."
Das Galaxy S25 besitzt u. a. Beschleunigungssensor und Gyroskop; Android stellt dafür eigene Bewegungs- und Bewegungslosigkeits-Erkennungen bereit. Für unseren VEHICLE/STATIONARY-Fall ist also interessant, dass das Telefon mehrere Sensorinformationen kombinieren kann, um eine Aktivität zu klassifizieren.]
Schwer zu sagen, ob Samsung einem Ermittler mal eben preisgibt, wie seine Software so funktioniert, insbesondere wie die erfassten Daten zu den übergerdneten Aktivitäten (vehicle,walk,stationary,run) zusammengefasst werden. Allenfalls Infos über eine evtl. 5-sekündige Latenz beim Speichern gibt es. Der Ermittler stellte aber größere Verzögerungen beim Speichern fest.
Die ganzen Aktivitäten, z.B. VEHICLE, sind durchgehend, obwohl das Auto wie bei jeder Fahrt beim Abbiegen und an Ampeln mal hält. Ergo kann es bei STATIONARY ebenso eine Zusammenfassung geben. Keiner weiß aber wie das erfolgt, der Ermittler offenbar selbst nicht:
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Anwalt Thomas Löcker fragt sehr detailliert zu einzelnen Zeitangaben nach, die seiner Meinung nach keinen Sinn ergeben. Der Zeuge erklärt, dass einzelne Aufzeichnungen des Handys fehlerhaft sein können.
Anwalt Andreas Ohm steigt darauf ein und zieht die Datenanalyse weiter in Zweifel. Er wundere sich, sagt er, dass das Handy an einer Stelle eine Bewegungsänderung vermerkt habe, aber tatsächlich keine Bewegungsänderung stattgefunden habe.
"Das Problem habe ich auch gesehen. Warum das so ist, da habe ich keine Antwort drauf", antwortet der Zeuge."
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Doch genau hier stoßen die digitalen Spuren an ihre Grenzen. Die Daten lassen keine eindeutige Rekonstruktion der gesamten Aufenthaltsdauer zu.
Auch der Zeuge kann diesen Punkt nicht weiter aufklären. Wie lange das Treffen tatsächlich dauerte, bleibt damit offen.
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bamberg24:
"Richter, Verteidigung und weitere Verfahrensbeteiligte haben noch Rückfragen. Dabei geht es tief in die Technik: Wie entstehen die einzelnen Datensätze? Was bedeuten bestimmte Zeitstempel? Und wie sicher lässt sich daraus ableiten, ob ein Handy gefahren, getragen oder lediglich benutzt wurde?
Für die Zuschauer ist dieser Teil der Verhandlung stellenweise nur schwer nachzuvollziehen. Viele Fachbegriffe und einzelne Dateneinträge werden ausführlich besprochen.
Nach den zuvor sehr konkreten Zeitangaben und Bewegungsmustern geht es jetzt vor allem darum, wie belastbar diese digitalen Spuren tatsächlich sind."
Ähm, ja, hallo? Und was kam dabei heraus???????
War jemand letzte Woche vor Ort?
Für mich sieht das nach jetzigem Stand so aus, dass das zwar tolle neue Daten sind, aber so richtig niemand, nichtmal der forensische Ermittler, sagen kann, wie genau die Einträge entstehen, klassifiziert und abgespeichert werden. Das ist nicht schön und in seiner Beweiskraft dann doch schwächer als gedacht. Es kann nicht erklären, wie das knapp 10 Minuten für das hin+rück vorbeifahren am Elektroladen mit dem 9,5minütigem STATIONARY-log und dann noch zur Einlassung des Parkens Am Wall passt.
Eins von den dreien stimmt nicht, die Kamera würde ich da mal ausschließen. Also entweder die log-Datei hat da Müll klassifiziert indem sie quasi unmittelbar nach dem vorbeifahren stationary gespeichert hat obwohl G noch 350m über die Ampel in die Parklücke getuckert ist, oder die ergänzende Einlassung war kompletter Müll und ein Griff ins Klo/undurchdacht. Was ich auch nicht so recht glauben, kann da die Präsentation der Bewegungsdaten ja noch sehr frisch war.
Hmmhmmhmm......
Ich stelle mir nun zwei Szenarien vor:
1. G hat wie ursprünglich von mir vermutet, direkt nach dem ersten vorbeifahren gedreht, vor Haus Nr39 geparkt und F aus dem Haus geholt und ist wieder zurück gefahren. Würde alles zeitlich und mit der Zeugin und Fs Handyabschalten um 10:51uhr millimetergenau passen. (in Richtung sie wars) Die ergänzende Einlassung war daher nur strategisch, um die originale Einlassung (in die Stadt gefahren, Karte gesucht und nicht gefunden, paar Minuten gegrübelt was nun, und nach KU statt nach Hause gefahren) zu stärken, dann aber mit dem Ziel bzw Wissen, dass man die Bewegungsdaten volles Rohr angreifen muss. Vielleicht sogar WEIL danach erst die Bewegungsdaten kamen und eigentlich keinen Spielraum mehr lassen.
2. G ist wirklich bis zu Am Wall gefahren und es war so wie in ihrer Einlassung (Richtung unschuldig) und motion_log hat das 'stationary' (und ggf. anderes) nur müllig zusammengefasst.
In jedem Fall ist motion_log der Buhman, ob zurecht oder nicht
