MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Sronson
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Sronson »

14:32 Uhr
[…]
Richter Holger Schütt wirft Google Maps an die Wand. Er will von Gina H. wissen, wo sie genau geparkt habe, als sie Geld für ihre Großmutter holen wollte.

Sie beschreibt ziemlich genau, wo sie geparkt haben will. Eigentlich bräuchte man dort einen Parkschein, den habe sie aber nicht gezogen. „Hätte ich das mal getan“, sagt sie hinsichtlich eines Alibis.

Eine Zeugin hatte ausgesagt, dass das Auto von Gina H. nämlich nicht dort abgestellt gewesen sei, sondern direkt in der Nähe von Fabians Wohnung.

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Kalle
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Kalle »

Heckengäu hat geschrieben: ↑Donnerstag, 10. September 2026, 15:15:04
Die Angeklagte reagiert zunehmend aufgebracht. „Woher sollte ich wissen, dass Fabian verschwunden ist. Ich habe damit nichts zu tun. Ich habe keinen Grund, dem armen Jungen etwas anzutun. Wenn Sie es genau nehmen, hätte ich Matthias was antun müssen. Habe ich aber nicht“, sagt sie.
...äähm, hat der die bald so weit ???
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Sronson
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Sronson »

Holger Schütt konfrontiert Gina H. mit einem abgehörten Gespräch aus der JVA. Da hatte sie Matthias R. gesagt: „Dann habe ich zu Oma und Opa gesagt, ich fahre jetzt mal nach Güstrow, was erledigen.“

Schütt sagt, wenn die Großmutter sie gebeten habe, etwas zu erledigen, ergebe diese Aussage keinen Sinn.

„Ich muss doch Bescheid sagen, dass ich losfahre“, sagt Gina H.

Weiter hatte sie in der JVA zu Matthias R. gesagt: „Ich bin wieder nach Hause gefahren danach.“ In ihrer Einlassung hatte sie dagegen gesagt, sie sei danach in den Wald gefahren, um spazieren zu gehen.

Gina H. erklärt dies mit Erinnerungslücken: „Ich war mit der ganzen Situation völlig überfordert.“

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Sronson
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Sronson »

Richter zweifelt an Gina H.s Antworten


Holger Schütt kann die Ausführungen von Gina H. nicht so richtig glauben. „Sie haben sich jede Sekunde gefühlt Gedanken darüber gemacht, was passiert ist“, und in der JVA bei dem Gespräch mit Matthias habe sie plötzlich Erinnerungslücken gehabt und sei überfordert gewesen?

Anwalt Andreas Ohm interveniert. Das habe die Angeklagte schon beantwortet.

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Sronson
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Sronson »

Es geht nun darum, warum Gina H. ausgerechnet nach der unerfolgreichen Fahrt nach Güstrow in der Nähe des Fundorts von Fabian spazieren gegangen sei, um den Kopf freizubekommen, wie sie in ihrer Einlassung schilderte.

Gina H. sagt, dass das in der Nähe eines Tierheilpraktikers gewesen sei, den sie noch habe aufsuchen wollen.

„Davon steht in der Einlassung jetzt nichts drin“, sagt der Vorsitzende Richter.

Das habe für sie keine Rolle gespielt, sagt Gina H.

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Kalle »

Sronson hat geschrieben: ↑Donnerstag, 10. September 2026, 15:29:43 14:27 Uhr

Schütt fragt, ob das Auto, das auf der Überwachungskameraaufnahme zu sehen war, ihr Wagen sei.
„Ja, das streite ich auch nicht ab“, sagt Gina H.

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Bingo. Wieder ein Haken dran. Danke für die Mitarbeit. Nix mehr komisch verwaschenes Nummernschild und andere ominöse Fahrzeuge.....
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Sronson »

In ihrer Einlassung schilderte Gina H. außerdem, dass sie dort (in der Nähe des Fundorts von Fabians Leichnam, Anm. d. Red.) spazieren gegangen sei, weil sie sich ohnehin mit Christian D. am Bolzsee, der nicht so weit weg sei, treffen wollte. Das hätten sie schon am Tag zuvor, also am 9. Oktober, vereinbart.

Daraufhin spielt Richter Holger Schütt eine Sprachnachricht von Christian D. vom Morgen des 10. Oktobers vor, in der er fragt, ob sie sich treffen wollen, auf einen Kaffee oder so.

„Ein Ort ist nicht abgesprochen und eine Uhrzeit offensichtlich auch nicht“, sagt Schütt.

„Doch“, sagt Gina H. Das sei einfach eine allgemeine Nachfrage an dem Morgen gewesen.

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Sronson »

Richter Holger Schütt zitiert weiter aus der Einlassung von Gina H. Darin behauptete sie, sie habe ihr Handy ausgeschaltet, weil sie sauer auf Christian D. gewesen sei, der nicht sofort auf ein von ihr geschicktes Spaziergangsbild geantwortet habe. Außerdem habe sie über ihre Situation mit ihrem Ex Matthias R. nachdenken wollen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass in der Zeit, als das Handy ausgeschaltet war, Gina H. Fabian umbrachte.

Holger Schütt fragt Gina H., wie lange Christian D. denn gebraucht habe, bis er geantwortet habe.

Das habe sie ja nicht wissen können, weil sie ihr Handy ausgeschaltet habe, sagt Gina H.
Holger Schütt übernimmt die Antwort für sie: „Er hat eine Minute und 30 Sekunden später geantwortet. Wie viel schneller soll man noch antworten?“

Gina H. sagt nun, dass es ihr vor allem darum ging, über sich und Matthias R. nachzudenken, der Ärger über Christian D. sei nicht so ausschlaggebend für das Ausschalten des Handys gewesen.

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Sronson »

Gina H. zeigt Unsicherheiten

Es wird hitziger, die Angeklagte scheint ins Schlingern zu geraten. „Woher soll ich wissen, dass Fabian verschwindet? Ich habe damit verdammt nochmal nichts zu tun!“, ruft Gina H. „Ich habe keinen Grund, diesem armen Kind was anzutun.“

Richter Schütt konfrontiert sie mit der Aussage aus der Einlassung, dass sie den Ort, an dem sie am 10. Oktober mit ihrem Hund spazieren war, angeblich nicht gekannt habe. Deshalb sei sie auf dem Weg zum Treffen mit ihrem Bekannten Christian D. irgendwo langgefahren, in der Hoffnung, irgendwann wieder auf eine Landstraße zu kommen – dabei sei sie möglicherweise am Tümpel vorbeigekommen.

In ihrer heutigen Aussage hatte sie aber gesagt, sie kenne den Weg, auf dem sie spazieren war, es sei der Weg zu einem Tierheilpraktiker. „Zum Bolzsee müssen Sie nur umdrehen, 200 Meter und rechts abbiegen“, sagt Schütt.

Es sei schwer, auf dem schmalen Weg zu wenden, behauptet Gina H.

„Es gab überall Einbuchtungen“, entgegnet Schütt. „Warum fahren Sie einen ungewissen Weg, um irgendwo rauszukommen?“

„Weil ich es damals so gemacht habe. Ich wollte nicht umdrehen“, sagt Gina H.

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Widersprüche in den Aussagen von Gina H.

Richter Holger Schütt ordnet eine Pause an. Bevor sie losgeht, meldet sich Oberstaatsanwalt Harald Nowack noch einmal und weist darauf hin, dass Gina H. eben gerade gesagt habe, sie habe nicht nur die Bankkarte ihrer Großmutter vergessen, sondern auch ihr eigenes Portemonnaie, als sie in Güstrow war.

Nowack zitiert aus der Einlassung von Gina H. vor zweieinhalb Wochen: „Auch wenn ich nicht erwartete, die Bankkarte zu finden, suchte ich noch mal im Fußraum und sogar in meinem Portemonnaie."

Die Angeklagte widerspricht sie hier offensichtlich selbst – ausgerechnet bei wichtigen Details vom Tattag.

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Die Verhandlung wird fortgesetzt. Der Richter kündigt an, dass es heute ein längerer Tag werde.

Verteidiger Thomas Löcker greift den Widerspruch mit dem Portemonnaie auf. „Frau H. hat in der Pause gerade mit mir geschimpft, dass ich das in die Einlassung geschrieben habe“, sagt er. Er nehme das auf seine Kappe – und versucht so, den Widerspruch auszuräumen.

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Nachdem sie ihr Handy am 10. Oktober 2025 wieder eingeschaltet hatte, hatte Gina H. ein etwas sechsminütiges Telefonat mit Matthias R. geführt. Dieser hatte vor Gericht angegeben, dass er sich nicht an den Inhalt des Gesprächs erinnern könne.

Richter Holger Schütt fragt, was sie am Telefon besprochen hätten.

„Wir haben uns wieder gestritten und uns gegenseitig Vorwürfe gemacht“, sagt Gina H.

Anschließend, gegen 13 Uhr, traf sich Gina H. mit ihrem Bekannten Christian D. am Bolzsee. Der Richter will wissen, wie lange das Treffen dauerte.

„Ich weiß definitiv, dass ich erst kurz vor drei losgefahren bin“, sagt Gina H.

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Heckengäu
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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10.09.2026 - 15:36 Uhr
Staatsanwaltschaft bleibt bei Widerspruch

Oberstaatsanwalt Harald Nowack verweist dennoch auf einen aus seiner Sicht entscheidenden Widerspruch. In ihrer Einlassung habe Gina H. erklärt, sie habe in ihrem Portemonnaie nach der Bankkarte gesucht. Vor Gericht sagt sie nun jedoch, dass sie ihr Portemonnaie an diesem Tag ebenfalls zu Hause vergessen habe. Genau diesen Widerspruch hatte die Staatsanwaltschaft bereits vor der Pause hervorgehoben.
10.09.2026 - 15:36 Uhr
Verteidiger übernimmt Fehler bei Einlassung

Im Streit um das vergessene Portemonnaie meldet sich nun Gina H.s Anwalt Thomas Löcker zu Wort. Er erklärt, seine Mandantin habe sich in der Pause darüber beschwert, dass der Hinweis auf das Portemonnaie in der Einlassung gelandet sei. „Warum das mit dem Portemonnaie da reingekommen ist, weiß ich nicht. Ich bin davon ausgegangen, dass sie das dabei hatte. Dann muss ich das auf meine Kappe nehmen“, sagt Löcker.
10.09.2026 - 15:18 Uhr
Gina H. widerspricht Landwirten

Der Richter spricht nun die Aussagen mehrerer Landwirte an, die Gina H. am Tattag gegen 12.15 Uhr in der Nähe von Klein Upahl gesehen haben wollen. Die Angeklagte weist das entschieden zurück. „Definitiv kann das nicht sein, dass die mich um 12.15 Uhr gesehen haben wollen. Da war ich noch spazieren. Ich bin frühestens um 12.30 Uhr losgefahren“, sagt sie.

Gina H. erklärt zudem, einen der Zeugen später noch mit seinem Pick-up auf der Hauptstraße gesehen zu haben. Gerade deshalb sei sie sicher, dass dessen Schilderung nicht stimmen könne. „Deshalb stimmt das auch nicht, dass sie mich irgendwo gesehen haben wollen“, sagt die Angeklagte.
10.09.2026 - 15:15 Uhr
Emotionaler Schlagabtausch im Gerichtssaal

Als der Richter entgegnet, er verstehe ihre Erklärung nicht, wird Gina H. deutlich emotionaler. „Woher soll ich wissen, dass Fabian verdammt nochmal verschwindet. Ich hab damit nichts zu tun!“, sagt sie mit Nachdruck. Schütt erwidert, genau darum drehe sich das gesamte Verfahren. Darauf reagiert Gina H. sichtbar aufgebracht: „Das find ich schlimm genug! Ich hab keinen Grund, diesem armen Kind was zu tun.“ Anschließend fügt sie hinzu: „Wenn, hätte ich ja Matthias was antun müssen!“
10.09.2026 - 15:14 Uhr
Gina H. reagiert aufgebracht auf Handy-Fragen

Der Richter kommt erneut auf das ausgeschaltete Handy am Tattag zu sprechen. Er will wissen, warum Gina H. ihr Telefon am 10. Oktober 2025 abschaltet, obwohl sie dies mit den Ereignissen des Vortags begründet. „Was war am 9. Oktober so schlimm, dass sie am 10. Oktober Ihr Handy ausschalten?“, fragt Schütt. Die Angeklagte reagiert zunehmend gereizt: „Hab ich doch schon mehrfach erklärt!“
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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t-online

Jetzt gerade
Leon Pollok
in Rostock
Wie lange dauerte das Treffen am Bolzsee?
Der Richter will wissen, wie genau das Treffen am Bolzsee am 10. Oktober, dem Tattag, ablief. Von 13.09 bis 13.30 Uhr wurde das Handy von Gina H. laut Handyauswertung nicht genutzt. Christian D. nutzte ebenfalls sein Handy gut 20 Minuten nicht, bis etwa 13.19 Uhr. Dauerte das Treffen also viel kürzer als von Gina H. angegeben? Christian D. hatte ausgesagt, während der Treffen hätten die beiden ihre Handys nie genutzt. "Das ist totaler Schwachsinn", sagt Gina H. dazu.

Der Richter hält Gina H. eine Nachricht der Angeklagten an Matthias R. vor, gegen 13.39 Uhr: "Ich möchte uns nicht verlieren, dafür bist du mir viel zu wichtig", schrieb sie darin. Den Richter wundert es, "dass Sie das im Beisein eines Mannes schreiben, der Ihnen rät, sich von Matthias zu trennen." Gina H. beteuert, für sie sei das nichts Ungewöhnliches gewesen. Der Richter: "Echt jetzt?"
Vor 8 Minuten
Leon Pollok
in Rostock
Gina H.: Treffen am Tattag dauerte bis 15 Uhr
Am 10. Oktober telefonierten Gina H. und Matthias R. kurz vor dem Treffen mit Christian D. am Bolzsee, rund sechs Minuten lang. Es habe wieder Streitigkeiten gegeben, "bis ich keinen Bock mehr hatte", so die Angeklagte. Danach habe sie sich mit D. getroffen. Nach dem Treffen "sind wir fröhlich und lustig vom See wieder weg". Das sei gegen 15 Uhr gewesen. Wäre diese Schilderung zutreffend, hätte Gina H. die Leiche des Jungen nicht anzünden können. Denn um 15 Uhr fotografierte eine Zeugin bereits ein Feuer, mutmaßlich die brennende Leiche.
Vor 12 Minuten
Leon Pollok
in Rostock
Kleines Wort lässt Richter stutzig werden
In einer Sprachnachricht vom 17. Oktober, also drei Tage nach dem Leichenfund, spricht Gina H. mit einem Bekannten über den Zuweg zum Tümpel. Dieser sei "normalerweise" gar nicht matschig, anders als es in den Medien zu sehen war. Heute behauptete Gina H., sie habe den Weg nicht gekannt. Gina H. erklärt das auf Nachfrage des Richters so: Mit "normalerweise" habe sie die eine Fahrt am 14. Oktober gemeint, als sie gemeinsam mit einer Freundin zu Fabians Leiche fuhr und die Polizei alarmierte.
Vor 16 Minuten
Leon Pollok
in Rostock
Anwalt: Frau H. hat mit mir geschimpft
Staatsanwalt Harald Nowack hatte kurz vor der Pause auf eine Unstimmigkeit hingewiesen: Heute sagte Gina H., sie habe nicht nur die Bankkarte ihrer Großmutter vergessen, sondern auch ihr eigenes Portemonnaie, als sie in Güstrow war. In der Einlassung hingegen habe Gina H. ausgesagt: "Auch wenn ich nicht erwartete, die Bankkarte zu finden, suchte ich noch mal im Fußraum und sogar in meinem Portemonnaie."

Jetzt meldet sich Löcker zu Wort. Der Punkt sei in der Einlassung falsch wiedergegeben worden. "Das nehme ich auf meine Kappe." Gina H. habe in der kurzen Pause mit ihm geschimpft, warum er das in die Einlassung geschrieben habe.
Heckengäu
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Heckengäu »

RTL

Vor 8 Minuten
Svenja Hoffmann
Richter Schütt ist „irritiert“
Der Richter stellt nun ein kurzes Zwischenfazit, dass sich Gina H. nach eigener Aussage in der Fundgegend gar nicht ausgekannt habe.
„Ich bin deswegen desorientiert und irritiert: Am 17.10. machen Sie eine Sprachnachricht an Herrn Sven D.: 'Dieser Weg ist normalerweise gar nicht matschig'. Da geht es um die Auffindesituation.“ – „Das ist ein normaler Feldweg, der ist sonst nicht matschig.“ – „Mit 'normalerweise' meinen Sie das eine Mal mit Heike M.?“ – „Ja.“
Daraufhin notiert sich Richter Schütt etwas.
Vor 17 Minuten
Svenja Hoffmann
Woher kam die Information mit dem Portemonnaie?
Nach einer 20-minütigen Pause geht es weiter. Gina H.s Verteidiger Thomas Löcker sagt: „Frau H. hat mit mir in der Pause geschimpft, dass ich das so in die Einlassung geschrieben habe. Warum das mit dem Portemonnaie da reingekommen ist, weiß ich nicht. Bei 95 Seiten ist ein Fehler zu verzeihen.“

Nun ist abzusehen, dass der heutige Verhandlungstag länger gehen wird als die angedachte Endzeit von 16.00 Uhr.
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Pentax77 »

Well hat geschrieben: ↑Donnerstag, 10. September 2026, 15:30:27 Das beweist, dass sie lügt und vielleicht etwas weiß, aber nicht, dass sie es war. Was für ein Witz.
Wenn sie etwas wissen würde ihnen es gewesen zu sein, täte sie gut daran das zu sagen. Ok, dafür ist es nun zu spät.
Aber sie bleibt ja bei ihren Schilderungen, die wesentliche Indizien gegen sie nicht entlasten.
"„Wenn man ein bisschen logisch denken tut und eins und eins alles so zusammenzählt, dann kommen nur Fragezeichen raus“
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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bamberg24


15:52
10.09.
Handydaten stellen die Dauer des Treffens infrage
Bestätigt

Die Auswertung der Handys liefert für das Treffen am Bolzsee am 10. Oktober einen auffälligen Zeitrahmen. Gina H.s Smartphone wurde zwischen 13.09 und 13.30 Uhr nicht genutzt. Auch Christian D.s Handy blieb mehr als 20 Minuten unangetastet bis etwa 13.19 Uhr. Damit stellt sich die Frage, ob die Begegnung tatsächlich so lange dauerte, wie Gina H. heute angibt.

Christian D. hatte vor Gericht erklärt, dass er und Gina H. während ihrer Treffen ihre Handys nie benutzt hätten. Gina H. weist diese Darstellung deutlich zurück: „Das ist totaler Schwachsinn.“

Für weiteren Gesprächsstoff sorgt eine Nachricht, die Gina H. gegen 13.39 Uhr an Matthias R. schickte: „Ich möchte uns nicht verlieren, dafür bist du mir viel zu wichtig.“ Schütt wundert sich darüber, dass sie eine solche Nachricht ausgerechnet während eines Treffens mit einem Mann verfasst haben will, der ihr nach ihrer Darstellung zur Trennung von Matthias geraten habe. „Echt jetzt?“, fragt der Richter ungläubig.

Gina H. bleibt bei ihrer Version. „Ich schwöre darauf, dass ich am See gewesen bin.“ Sie ist sich auch bei der Dauer sicher: Bis 14.45 oder sogar 15 Uhr habe sie gemeinsam mit Christian D. am Bolzsee verbracht.


15:44
10.09.
Zeitfrage am Bolzsee wird zum Knackpunkt
Bestätigt

Die Uhrzeit des Treffens mit Christian D. am 10. Oktober rückt in den Mittelpunkt der Befragung. Kurz vor der Begegnung am Bolzsee telefonierten Gina H. und Matthias R. rund sechs Minuten. Dabei sei es erneut zu Streit gekommen, bis sie „keinen Bock mehr hatte“, schildert die Angeklagte.

Danach habe sie Christian D. getroffen. Die Stimmung sei nach ihrer Darstellung anschließend gut gewesen: „sind wir fröhlich und lustig vom See wieder weg“. Das soll gegen 15 Uhr gewesen sein.

Genau diese Zeitangabe wirft jedoch Fragen auf. Denn bereits um 15 Uhr hatte eine Zeugin ein Feuer fotografiert, bei dem es sich nach der Annahme der Ermittler um die brennende Leiche von Fabian gehandelt haben könnte. Wäre Gina H.s Schilderung zum Ende des Treffens zutreffend, bliebe damit kaum Zeit für das von der Staatsanwaltschaft angenommene Geschehen.


15:43
10.09.
„Normalerweise“ – ein kleines Wort sorgt für neue Fragen
Bestätigt

Ein einziges Wort aus einer Sprachnachricht vom 17. Oktober beschäftigt Richter Holger Schütt. Drei Tage nach dem Fund von Fabians Leiche sprach Gina H. mit einem Bekannten über den Zuweg zum Tümpel. Sie bezeichnete den Weg als „normalerweise“ nicht matschig obwohl in den Medien entsprechende Bilder zu sehen waren.

Das wirft eine Frage auf: Wie konnte Gina H. den Zustand des Weges so beschreiben, wenn sie den Ort nach eigener heutiger Aussage zuvor nicht gekannt hatte?

Auf Nachfrage des Richters erklärt sie, mit „normalerweise“ habe sie lediglich ihre Fahrt am 14. Oktober gemeint. An diesem Tag war sie gemeinsam mit einer Freundin zu Fabians Leiche gefahren und hatte anschließend die Polizei alarmiert.


15:35
10.09.
Rätsel um die Angabe zum Portemonnaie
Bestätigt

Die widersprüchliche Angabe sorgt auch nach der Pause noch für Gesprächsstoff. Verteidiger Thomas Löcker räumt ein, dass die Formulierung in der 95-seitigen Einlassung offenbar für Verwirrung sorgt. „Frau H. hat mit mir in der Pause geschimpft, dass ich das so in die Einlassung geschrieben habe. Warum das mit dem Portemonnaie da reingekommen ist, weiß ich nicht. Bei 95 Seiten ist ein Fehler zu verzeihen.“

Unterdessen wird klar, dass der Prozess heute länger dauern dürfte als ursprünglich vorgesehen. Das geplante Ende um 16 Uhr rückt damit in weite Ferne.
Heckengäu
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Focus

Vor 6 Minuten
Pauline Naethbohm
im Landgericht Rostock
Richter: "Das verstehe ich nicht"
Es geht weiter. In der Einlassung habe Gina H. angegeben, sich in der Gegend, wo sie am 10. Oktober mit dem Auto in Waldnähe unterwegs war, nicht auszukennen. Eben bei Google Maps habe sie sich jedoch gut orientieren können, hält ihr Richter Schütt vor.

Kurz vor 15 Uhr habe das Treffen an dem Tag mit Christian D. geendet. Danach hätten beide unabhängig voneinander ihre Kinder aus dem Kindergarten abgeholt. "Ich bin dann einkaufen und dann nach Hause gefahren", sagt die Angeklagte.

Beim Treffen mit Christian D. habe sie eine Nachricht an Matthias R. gesendet: "Du bist mir viel zu wichtig, als dass ich das verlieren will". Richter Schütt findet das komisch. "Das schreiben Sie im Beisein des Mannes, der Ihnen dazu rät, sich von ihm zu trennen? Das verstehe ich nicht." Gina H. erklärt, dass ihr viele Menschen dazu geraten hätten. Sie habe die Trennung dennoch nie durchgezogen.
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Nach dem Treffen mit Christian D. am Bolzsee rief Gina H. noch mal bei Matthias R. an. Sie hätten sich beieinander entschuldigt und darüber gesprochen, ob sie sich am Abend treffen.

Sie habe Matthias R. noch gefragt, ob er nicht Fabian an dem Wochenende habe, weil sie nicht gewollt habe, dass die Kinder da sind, wenn sie sich treffen. Matthias R. hätte ihr entgegnet, Fabian sei am Samstag mit seiner Mutter Schuhe kaufen und deshalb nicht bei ihm.

Zu dem Zeitpunkt des Telefonats war Fabian bereits tot.

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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10.09.2026 - 15:53 Uhr
Richter fragt nach rätselhafter Nachricht

Der Richter kommt auf ein längeres Telefonat zwischen Gina H. und Matthias R. am Tattag zu sprechen. Die Angeklagte sagt, es sei dabei um die üblichen Streitthemen gegangen. Zu einer Lösung seien beide nicht gekommen, wichtig sei das Gespräch ihrer Erinnerung nach nicht gewesen.

Anschließend hält Schütt ihr eine Nachricht an Christian D. vor. Darin schreibt Gina H.: „Jetzt siehst du mal, was ist, wenn man sich auf etwas freut und nichts passiert.“ Der Richter hakt bei den Worten „und nichts passiert“ nach und will wissen, worauf sie sich beziehen. Nach kurzer Beratung mit ihren Verteidigern muss Gina H. passen. „Irgendwas war, aber ich weiß es nicht mehr. Vielleicht fällt es mir wieder ein“, sagt sie.
10.09.2026 - 15:49 Uhr
Richter hakt bei Formulierung in Sprachnachricht nach

Der Richter hält Gina H. eine frühere Sprachnachricht vor, in der sie über einen Feldweg nahe Klein Upahl sagt: „Der Feldweg ist normalerweise gar nicht so matschig.“ Schütt fragt nach, wie sie beurteilen könne, was dort „normalerweise“ sei, wenn sie den Weg nach eigenen Angaben gar nicht gekannt habe.

Gina H. erklärt, sie habe sich dabei nur auf die eine Fahrt bezogen, die sie dort gemacht habe. Als der Richter nachhakt, ob sie mit „normalerweise“ tatsächlich diesen einzigen Eindruck gemeint habe, antwortet die Angeklagte: „Ja, also nichts anderes.“
10.09.2026 - 15:45 Uhr
Richter fragt nach Ortskenntnissen bei Klein Upahl

Der Richter spricht einen weiteren Punkt an, der ihm widersprüchlich erscheint. In ihrer Einlassung hatte Gina H. erklärt, sich in der Gegend um Klein Upahl kaum auszukennen. Gleichzeitig hatte sie aber mehrfach berichtet, dort mit den Kindern Schlitten fahren gewesen zu sein.

Auf Nachfrage erläutert die Angeklagte den Unterschied. Den Weg zum späteren Tatort habe sie nicht gekannt. Die Stelle, an der sie nach eigenen Angaben mit den Kindern rodeln war, zeigt sie auf Google Maps. „Da sind die Wege im Winter spiegelglatt“, sagt Gina H. Dort könne man „gut runterrodeln“.
10.09.2026 - 15:43 Uhr
Warum der Richter bei Bankkarte und Portemonnaie nachhakt

Ein zentraler Streitpunkt ist, warum Gina H. ihre Fahrt nach Güstrow am Tattag abbricht. In ihrer Einlassung schildert sie, dass sie erst in Güstrow bemerkt habe, die Bankkarte ihrer Großmutter vergessen zu haben. Deshalb habe sie den Bankbesuch nicht erledigen können. Zugleich erklärt sie dort, noch im Auto nach der Karte gesucht zu haben.

Später taucht jedoch eine weitere Version auf: In einem überwachten Gespräch mit Matthias R. in der JVA sagt Gina H., sie habe ihr Portemonnaie vergessen. Vor Gericht erklärt sie nun, dass letztlich sowohl die Bankkarte als auch ihr eigenes Portemonnaie zu Hause geblieben seien. Genau diese unterschiedlichen Darstellungen nimmt das Gericht derzeit auseinander und hakt immer wieder nach.
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