Jeanne hat geschrieben: ↑Dienstag, 13. Oktober 2026, 16:37:04
Die sogenannten Fußspuren/-Reste sind für mich absolut uninteressant und kein Indiz, geschweige denn ein Beweis. Halb Deutschland rennt mit Schuhgröße 38-41 durch die Gegend…
Anna17 hat geschrieben: ↑Dienstag, 13. Oktober 2026, 21:47:37
Die Wahrscheinlichkeitsstufe der am Tatort gesicherten Fußspuren konnte lediglich dem auf einer Skala von 1-5 befindlichen Faktor 4 zugeordnet werden. Aber ich glaube, das wurde hier auch schon erwähnt. Faktor 4 bedeutet möglich / zweifelhaft / offen, d.h. dass der Beweiswert / Indizienwert nur minimal ist.
Jeanne hat geschrieben: ↑Dienstag, 13. Oktober 2026, 22:29:59
Ich habe nicht über meinen Glauben geschrieben.
Die Fußspuren wurden mit dem Wert 4 eingestuft, das bedeutet, die Wahrscheinlichkeit, dass es Fabians Abdrücke waren z.Bsp. lag bei „ eventuell“, „vielleicht“, „ vielleicht auch nicht“, könnte sein“, „ könnte nicht sein“….
Bezüglich der Fußspuren ist es wirklich bemerkenswert wie hier trotz mehrfacher Hinweise und Erklärungen immer noch an einer sachlich eindeutig falschen Interpretation festgehalten wird. Ein letztes Mal unternehme ich daher den Versuch zu erklären, wo hier der alles entscheidende Denkfehler liegt.
Ihr beide bezieht euch hier auf die Wahrscheinlichkeit
P("Die festgestelle Fußspur gehört zu Fabian") .
Diese Wahrscheinlichkeit ist bei einer 4 auf der Skala des Trassologen tatsächlich eher gering. Das ist ein Fakt!
(Ganz analog natürlich gitl das natürlich auch für die Fußspuren, die zu Gina oder irgendwem anders zugeordnet wurden!)
ABER: Diese Wahrscheinlichkeit ist für die Aufklärung und die Betrachtung des Tatgeschehens nahezu uninteressant.
Die hier interessante und alles entscheidene Wahrscheinlichkeit ist nämlich die
bedingte Wahrscheinlichkeit
P("Die festgestelle Fußspur gehört zu Fabian" | "Die festgestelle Fußspur wurde am Tümpel in Klein Upahl gefunden").
Während der tatsächliche Wert für die
erste Wahrscheinlichkeit vielleicht irgendwo bei um die
50 % rumdümpeln dürfte
(Der Trassologe hat hier leider nur eine qualitative und keine quantitative Aussage getätigt) dürfte der tatsächliche Wert für die
bedingte zweite Wahrscheinlichkeit bei weit über
90 % liegen.
In der Vergangenheit habe ich bereits mit vereinfachten Annahmen, die alle zu Gunsten der Angeklagten getroffen wurden,
eine grobe untere Schranke für diese bedingte Wahrscheinlichkeit ermittelt.
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Meiner Meinung nach sind die Fußspuren sogar das stärkste Indiz in diesem Fall überhaupt.
Denn für diejenigen Fußspuren, die am Hochsitz vorbei gelegen gefunden wurden, direkt nebeneinander lagen und Fabian und Gina zugeordnet wurden, gibt es auch nach der (voraussichtlich beendeten) Beweisaufnahme nur die Erklärung von Ohm (sinngemäß: "Ein Pammy ist ein Allerweltsschuh, den kann jeder getragen haben").
Diese Erklärung für die Fußspuren seiner Mandantin beziehen sich aber nur auf die Wahrscheinlichkeit
P("Die festgestelle Fußspur gehört zu Gina") .
Auch das Gericht dürfte diesen Fußspuren eine extrem hohe Bedeutung beimessen. Nicht umsonst hat der Richter sowohl CD, als auch OK als auch Gina mindestens jeweils drei mal gefragt, ob man noch in Richtung des Hochsiztes gegangen sei.
Und lustigerweise hat selbst Gina gesagt, dass sie dort nur hingehen wollten, dann aber die Leiche gefunden haben und dann dort nicht mehr in diese Richtung weitergegangen sind, sondern schnell wieder zurück zum Auto.
Wie gesagt eine Aussage, die mindestens zweimal durch weiteres Nachhacken des Richters bestätigt wurde.
Der clevere Schütt, der selbstverständlich weiß, was eine bedingte Wahrscheinlichkeit ist, hat dieses Geschenk natürlich dankend und stillschweigend angenommen und sie nicht damit konfrontiert, dass dort aber Fußspuren gefunden wurden, die man ihr potentiell zuordnen konnte. Denn er wusste genau, konfrontiert er sie damit, kommt Gina mit einer weiteren Lüge, um die Ecke, die ihm in seiner Urteilsbegründung viel mehr Aufwand macht als ein "Hat die Angeklagte auf Nachfrage zweimal selbst so bestätigt".