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Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Freitag, 14. November 2025, 18:52:40
von Jolu65
Nicht unbedingt.
Ich bin ja nicht der Papst. Aber es spricht nichts für ein Überleben des Kindes.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Montag, 01. Dezember 2025, 07:34:43
von Gast
Der "Tatort" von gestern Abend behandelte doch exakt diesen Fall, oder? Es gab nicht nur einige Gemeinsamkeiten, sondern sehr sehr viele.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Montag, 01. Dezember 2025, 11:31:44
von Jolu65
Ja, entweder die Einstellerin hier ist mit der Drehbuchautorin identisch oder es ist zufällig koinzident. Aber der Tatort ist ein ein fiktionale Geschichte. Und solche Geschichten sind in der Realität meistens ganz anders.....
Sollte der Junge tatsächlich noch irendwo leben, wäre das ein gewaltiges Behördenversagen.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Montag, 01. Dezember 2025, 12:15:25
von Yorna
Den besagten Tatort hab ich leider nicht gesehen, da ich im Moment Spätschicht habe.

Um mal aufzuklären:
ich bin keine Drehbuchautorin und nicht in irgendeiner Weise an den Tatort-Sendungen beteiligt.
Also Zufall.

Danke aber für den Tipp - den Tatort werd ich mir mal angucken über die Mediathek.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Montag, 01. Dezember 2025, 17:41:23
von Jolu65
Ja, mach das mal, weil irgendein Drehbuchautor hat die gleiche Fantasie wie wir hier....
Obwohl ich im konkreten Fall nicht an den gleich Ausgang glaube...

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Montag, 01. Dezember 2025, 23:15:46
von Gast
Ja, schau dir den mal an. Die Geschichte sind auffällig identisch an vielen Stellen. Das Ende dann aber doch weit hergeholt.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Donnerstag, 08. Januar 2026, 21:03:07
von HP1
Ich erinnere mich, ich habe vor einigen Jahren mal eine oder zwei Dokus zu diesem Fall angesehen. Danke fürs Einstellen hier!

Ich habe zu den Fallinfos ein paar Gedanken, Ideen, Assoziationen. Brauche aber wohl noch ein paar Tage, mich gedanklich damit auseinander zu setzen.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Montag, 12. Januar 2026, 05:22:38
von HP1
Die Timeline verursacht mir Fragen, teils mit möglichen Antworten. Erstmal Brainstorming:

Bereits in der Nacht 6./7. hat das Auto auf dem Parkplatz am Wiedenfelsen gestanden. Möglich, dass es dann nochmal bewegt wurde, aber ab dem 10.1. (Auffinden des Wagens bei der polizeilichen Suche, Spurensicherung) nicht mehr. Keine Sichtungen oder gefundene Unterkünfte, die nach diesem Datum mutmaßlich genutzt wurden außer der Felsnische ("Unterstand").
Durchgängig eiskalte Witterung.

Eine Woche nach dem 6., also am 13.1., sollen Vater und Sohn früh morgens (7:20) fußläufig an der gut 20km Luftlinie entfernten Staustufe Iffezheim gesehen worden sein. Zwei unabhängige Zeugen. Die Witterung in diesem Zeitraum wie gesagt eiskalt, zumindest für den folgenden 14.1. ist auch explizit von starkem Schneefall die Rede.

Am selben Tag, 13.1., findet man den Unterstand, dort: Herrenjacke, Kinderhandschuh. Bleibt das zurück, wenn man mit einem knapp dreijährigen Kind zu Fuß auf eine mindestens 25km lange (20km waren Luftlinie) Strecke aufbricht?
Ist das mit dem Kind überhaupt an einem Tag zu bewältigen? Die Sichtung war ja morgens, Übernachtung 12./13.1. nahe dem Sichtungsort wäre jedenfalls anzunehmen.
Mitte Januar hat es etwa 8 Stunden Tageslicht. Insbesondere war es zum Zeitpunkt der Sichtungen (7:20-7:25) noch dunkel. Denkbar: Künstliche Beleuchtung vor Ort. Aber auch dann schlechte Lichtverhältnisse. Waren die Sichtungen unmittelbar nah oder aus Entfernung?

Sichtung 11.1. 17:30 Uhr Supermarkt in Bühl, nur der Vater. Das ist nach Sonnenuntergang (ca. 16:00-16:30), es ist schon nachtdunkel.
Würde für eine Übernachtung 11./12.1. in oder nahe bei Bühl sprechen, ein Ort, wo er den Jungen während des Supermarktbesuchs lassen konnte.
Der Ort, Kleinstadt statt Waldversteck, würde bei der damaligen Witterung eine richtige Unterkunft als Möglichkeit nahelegen. Hatte Michel Heger Freunde/Verwandte/Bekannte oder anderweitig Verbindungen nach Bühl? In dem Fall wären allerdings eher die einkaufen gegangen als Michael.


Wenn ich nun sortiere:

Ankunft bereits in der Nacht 6./7.1. am Parkplatz, Verbleib bis mindestens morgens (Sichtung PKW durch Polizeistreife).
7.-10.1. ungewiss, ob das Auto da bewegt wurde. In dieser Zeit zumindest zeitweise Aufenthalt in der Felsspalte/"Unterstand".
11./12.1. Michael Heger abends in Bühl, Aufenthaltsort von Felix unbekannt. Übernachtung dort, möglicherweise in einer Unterkunft, möglicherweise Zeugen dafür (Umfeld)? Keine Rückkehr zum Wiedenfelsen am 12.1.
12./13.1. Übernachtung nahe Staustufe Iffezheim. Auch hier die Frage, hatte der Vater persönliche Verbindungen nach Iffezheim oder die unmittelbaren Nachbarorte? Ggf. auch auf französischer Seite! Rastatt erscheint mir schon zu weit entfernt vom Sichtungsort am nächsten Morgen.
13.1. 7:20, noch nachtdunkel: Sichtung Vater+Sohn Staustufe Iffezheim, französische Seite. Sichtung belastbar, zwei unabhängige Zeugen.

Fragen:

- Solche Strecken bei eisiger Witterung zu Fuß mit einem knapp dreijährigen Kind, wie? Zumindest die beiden Übernachtungen auf der Strecke können nicht auch noch draußen gewesen sein. Ebenso fraglich: Durchgehender Aufenthalt draußen 7.-11.1.
Ich war schon mehrtägig bei Minusgraden durchgehend draußen unterwegs, wandern, keine allzu großen Strecken. Ohne gute Ausrüstung und gesunden, warmen Schlaf zehrt das sehr. Ist irgendetwas bekannt über den Besitz guter Schlafsäcke, fehlten die bei ihm zu Hause? Was für Kleidung hatte Felix bei der Übergabe an, welche Kleidung für ihn hatte der Vater zu Hause, was davon fehlte? War bei den Sichtungen 11./13.1. auch die Rede von Gepäck (Rucksack/Tasche für Winterschlafsäcke)?

- Michael spricht in seinem Abschiedsbrief im Kontext "Arbeit finden" von seinem Knie, dass ihm immer noch zu schaffen mache und das er nicht lange belasten könne. Wie geht das zusammen mit langen Wanderungen, evtl. mit Gepäck? Einem kleinen Jungen, der bei diesen Entfernungen wahrscheinlich streckenweise getragen werden musste?

- Kinderhandschuh in der Felsspalte vergessen, vielleicht überstürzter Aufbruch wegen den Suchaktivitäten vor Ort, ab 11.1. mit Helikopter?

- Beim Auffinden der Felsspalte am 13.1. waren Schlaftabletten und Alkohol bereits leer. Misslungener Suizidversuch irgendwann 6.-11.1., vor dem Aufbruch Richtung Bühl spätestens am 11.1.? Wohl kaum mit dem lebenden Felix nebendran. Oder Versuch/Plan, mit den Tabletten Felix zu töten? Der Likör entweder als Wirkverstärker oder für den eigenen Konsum?
Unabhängig von irgendeiner Motivlage legen die Spuren genau das nahe, wenn man davon ausgeht, dass beide(!) tatsächlich am 13.1. morgens an der Staustufe waren: Michael versucht oder hat zumindest geplant, Felix mit den Tabletten zu töten. Es gelingt nicht bzw. er bricht ab (stellenweise kryptischer Abschiedsbrief: "ich liebe Felix leider viel zu sehr"), schüttet vielleicht die aufgelösten Tabletten weg. Bricht stattdessen mit Felix auf Richtung Bühl etc.
Alternativ: Felix war irgendwo untergebracht (in Bühl?), Michael wollte sich im Unterstand das Leben nehmen, es misslingt oder er bricht ab, holt stattdessen Felix in Bühl ab (auch hier passt "ich liebe Felix leider viel zu sehr" - Michael weiß, dass es eigentlich besser wäre, ihn dort zu lassen?) usw. Felix´ Gegenstände (Schnuller, Handschuh) könnte er etwa in der Jackentasche oder im Rucksack gehabt haben, Felix muss nie bei der Felsspalte gewesen sein.
Oder die dritte Möglichkeit, trotz Sichtungen waren Michael und Felix nicht (beide) am 13.1. an der Staustufe. Dann wäre natürlich auch alles denkbar, wo Felix bereits da oder auch deutlich früher nicht mehr am Leben gewesen wäre.

- Sichtung 18.1. an der Staustufe, nur Michael oder beide?

- Falls mindestens eine Sichtung von Michael bei der Staustufe authentisch ist, warum ist er zum Wiedenfelsen zurückgekehrt, oder (denkbar) wurde dorthin zurückgebracht? Von Bühl zurück, etwa am 12.1. nach dem Einkauf und Übernachtung "im Tal", wäre nicht so unerwartet, er hätte zu dem Zeitpunkt gut möglich nichtmal wissen müssen, dass sein Auto gefunden und dort gesucht wurde. Aber nach dem 13. oder 18.1. zurück von Iffezheim? Warum? In der Felsspalte gab es nichts hinreichend Wichtiges, außer vielleicht seinem Ausweis. Und das Auto? Das hatte er bereits Tage zuvor stehen lassen, war stattdessen zu Fuß unterwegs gewesen. Nur, um nicht gesehen/gefunden zu werden? Ich würde nicht annehmen, dass er, 120km entfernt vom Heimatort, deswegen das Auto stehen gelassen und sich zu Fuß aufgemacht hätte, ob mit oder ohne Felix. Ich denke, es war das ihm bekannte Auffinden des Wagens am 10.1. und die einsetzende Suche, warum er den Wagen stehen gelassen und die Gegend zu Fuß verlassen hat.


Michaels Tod:
Eingedrückter Brustkorb, das kann vieles bedeuten. Eine schmerzhafte Verletzung, die einige Tage das Atmen behindert oder eine schwere Verletzung, die zeitnah zu tödlichen Komplikationen führen kann. Ursache kann jede ausreichend starke, stumpfe Krafteinwirkung sein, mit oder ohne ausgeprägte Hämatombildung. Ohne weitere auffällige Merkmale jedenfalls keine Verletzung, die eine Gewalttat nahe legen würde, eher ein Sturz oder anderweitiger Unfall. Kenne das etwa als Verletzung beim Sport (Hockey), Zusammenstoß mit anderem Spieler.
Sofern die frostige Witterung bis zum Auffinden (Ende Februar) anhielt, müsste der Leichnam ja in gutem Zustand gewesen sein (gleichzeitig der Todeszeitpunkt nur schwer einzugrenzen). Gibt es keine anderen Infos zu Verletzungsmustern, aus welchen Verletzungen stammte das Blut beim Auto (10.1.) oder das Blut, das am 28.2. noch gefunden wurde?
Erschöpfung, Dehydration, Kälte, vielleicht aufgrund der Verletzung zunehmend Schmerzen und Atembeschwerden - das macht Sinn. Nur, warum hat er sich gerade dorthin begeben?


Abschiedsbrief:
Zentral das Thema seiner Einkommensarmut und sein deutlicher Ausdruck, dies für sein Scheitern verantwortlich zu machen und es nicht besser gekonnt zu haben. Bei jemandem mit nicht nur tatsächlicher Geldknappheit, sondern auch wegen Selbstwertempfinden starkem Bedürfnis, daran irgendwie etwas zu ändern - wäre da nicht auch denkbar, dass Michael auch kriminelle Aktivitäten im Blick hatte, oder sich darauf eingelassen hätte/hatte?
Nicht, dass die Details in diese Richtung deuten würden, aber auch hier könnten Gründe liegen, dass er sich in eine Sackgasse manövriert hätte, ohne dass das Umfeld sich im Nachgang erklären kann, was passiert ist.


Schwiegereltern:
Ja, die halten nach wie vor viel von Michael, und das wird auch im Großen und Ganzen berechtigt sein. Aber es ist möglich dass da auch die Hoffnung mit reinspielt, dass Felix noch lebt. Je "besser" Michael ist, desto unwahrscheinlicher ist, dass er Felix etwas angetan hat. Für je "besser" man ihn hält, desto mehr kann man daran glauben.


Soweit, ist leider völlig "Kraut und Rüben". Musste das erstmal runterschreiben und lasse es jetzt so stehen.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Montag, 12. Januar 2026, 12:30:32
von HP1
Hatte noch einen Eindruck, bin mir aber nicht sicher, ob ich den gut in Worte fassen kann.

Die Auswahl der Gegenstände an der Felsspalte, das erzeugt spontan (und dabei deutlich) den Eindruck einer Requisitensammlung für eine Suizidszene.
Leeres Röhrchen Schlaftabletten, daneben leere Alkoholflaschen, plakativer gehts nicht.
Ein Abschiedsbrief, nicht auf Briefpapier in Schönschrift, sondern auf einem zweckentfremdeten Papier, das augenscheinlich in der Szene vor Ort als einziges zur Hand war.
Ausweis und EC-Karte, damit auch gleich klar ist, um wen es geht. (Schon klar, oben stand auch noch sein Auto.)
Seine Jacke vermittelt, dass tatsächlich er selbst da war, nicht nur ein paar kleine Gegenstände von irgendwem drapiert wurden. Der große Gegenstand erleichtert das Auffinden der Szene durch Dritte.
Zwei zufällige Gegenstände von Felix erinnern daran, dass es den Suchenden ja (anzunehmend) hauptsächlich um Felix´ Schicksal geht.


Liest man nun nochmal den Abschiedsbrief mit etwas anderen Augen:

Drei Jahre gegenseitiger Hass und Verzweiflung.

Er ihr nicht gut genug, obwohl er sich nach besten Kräften bemüht hat.
Da steckt doch inhaltlich definitiv drin, das Gefühl schlecht/ungerecht behandelt worden zu sein, die Aussage "Hätte ich damals die dicke Knete angeschleppt..." verstärkt diesen impliziten Vorwurf noch. Ist natürlich nicht mehr als eine Deutung an dieser Stelle.

Jedenfalls ein Mann, der die drei Jahre zurück liegende (zumindest so lange gegenseitiger Hass und Verachtung) Trennung absolut nicht verwunden, verarbeitet hat.

Aber er gibt sich versöhnlich, "liebt sie immer noch", gleichzeitig tut er ihr mit der Wegnahme von Felix (inklusive ungewissem Schicksal) maximal Schreckliches an. Das ist doch völlig dissoziativ, wenn man seinen versöhnlichen Ton für bare Münze nimmt. In diesem Kontext sehe ich seinen eingangs versöhnlichen Ton und den Verzicht auf direkten Vorwurf eher als möglicherweise(!) Überheblichkeit, Sarkasmus und Häme.


In der Zusammenschau vielleicht so etwas:
Er will sich an seiner Exfrau aus Hass rächen dafür, dass er ihr nicht gut genug war und er nicht darüber hinwegkommt (während sie damit wohl weniger ein anhaltendes großes Problem gehabt hat).
Er haut mit Felix ab, parkt sein Auto, drapiert das Suizidszenario nicht ohne dezente Hinweise auf Felix (Handschuh, Schnuller) und einen Abschiedsbrief, der bei der Frage, was passiert ist (oder wenigstens sein könnte) weit mehr Unklarheit und Beunruhigung erzeugt als irgendetwas zu beantworten. Noch ein bisschen Blut (eigenes) und Plastiktüten beim Auto ohne eindeutige Bedeutung, die fehlenden Leichen beim Suizid-Szenario erzeugen noch mehr Verwirrung, Unsicherheit... er könnte nach Einnahme der Schlaftabletten mit Felix ja noch x Kilometer in jede Richtung gegangen sein, nicht wahr? Da kann man endlos suchen, ohne je Gewissheit zu finden.
Und dann verlässt er den Ort - entweder mit Felix, oder er sammelt ihn unterwegs ein, wie oben gesagt, vielleicht in Bühl, irgendwo auf der Strecke bei einem Helfer. Ziel ist Frankreich, vielleicht weiter nach Spanien/Portugal? Da kann man ganz gut ohne Geld und Pass zurechtkommen, gab (und gibt) da so alternative Kommunen auf dem Land, nicht wenige deutsche Aussteiger dort.
Frühmorgens, noch bei Dunkelheit, an einem verlassenen Zollhäuschen an der Grenze, ohne Fahrzeug. Das ist doch von Szene und Ort typisch für "Treffpunkt, um abgeholt zu werden", oder denke ich da zu cineastisch?

Die entscheidende Frage dann aber, wie kommt seine Leiche dann zurück an den Wiedenfelsen?
Denkbar: Irgendwas an der Fortführung des Plans läuft gründlich schief. Vielleicht will er sein Auto holen, weil er es unvorhergesehen doch braucht, muss aber feststellen, dass es von der Polizei natürlich längst abtransportiert wurde. Er hat keine Perspektive mehr, kann auch nicht zurück ins alte Leben.
Oder er kehrt von vornherein perspektivlos zurück. In beiden Fällen, er beschließt zu sterben und will in diesem Zug das geschaffene Suizidszenario am Wiedenfelsen um seine Leiche ergänzen. Seine an völlig anderer Stelle gefundene Leiche würde ja die ganze "Story" annulieren, die er da mit der Szenerie geschaffen hat.
Offen bleibt für uns ebenso wie für die Angehörigen, was ist mit Felix?
Wenn der Plan so schief gelaufen ist, dass er ohne ihn zurückgekehrt ist, würde ich annehmen, dass Felix entweder zu Tode gekommen ist oder von ihm getrennt wurde, ohne dass er in seiner Situation jetzt oder zukünftig etwas dagegen tun konnte.

Vielleicht auch die Erkenntnis beim Blick in die Medien oder so, dass er selbst in ganz Europa nicht würde längerfristig untertauchen, anonym leben können. Wenn er einen Platz für Felix (ohne sich selbst) gehabt oder gefunden hätte, wäre seine Rückkehr und Tod aus seiner Sicht vielleicht nachvollziehbar.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Montag, 12. Januar 2026, 12:38:05
von Gast
Den langen Wanderweg vom 20 bis 25 km zu Fuß mit einem 3jährigen, noch dazu im Winter, halte ich für höchst unwahrscheinlich. Außer, er hat ihn die meiste Zeit getragen. Aber dagegen spricht ja sein kaputtes Knie wiederum.

Für mich wirkte der vorgegebene Suizid auch sehr plakativ.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Dienstag, 13. Januar 2026, 09:38:58
von HP1
Nun habe ich mich ein bisschen umgeschaut nach mehr Details und zur Abklärung der einen oder anderen Frage im Bezug auf die hier bereits aufgeführten Fakten.
Als gute (hinreichende Verlässlichkeit und Vollständigkeit) Quellen würde ich ansehen:
Die Doku des SWR von 2021 (basierend auf einer früheren Version von 2010) https://www.youtube.com/watch?v=DoF3Eo32qKk
Die Seite der Großeltern und Unterstützergruppe https://www.felix-info.net/
Bei letzterer erscheint die Auflistung von Spuren/Details präzise und umfassend, ohne dass man sich da in Annahmen verlieren und Spuren/Annahmen durcheinanderbringen würde.

Einige Punkte, die hier bislang nicht genannt wurden (oder die ich überlesen habe):

- Michael Heger war stark kurzsichtig. Seine Brille wurde nicht bei seinem Leichnam oder (Nah-)Umgebung gefunden (die auf der Suche nach anderen Spuren, insbesondere im Bezug auf Felix, sicher gründlich abgesucht wurde - nach der SpuSi auch von den Großeltern usw.). Ein bekannter TrueCrime-Youtuber stellt es fälschlich so dar, die Brille hätte sich bei den Sachen in der Felsspalte befunden.
- Michel Hegers Leichnam wies eine Verletzung am Handgelenk auf, die eine Einstichstelle gewesen sein könnte. Eine toxikologische Untersuchung des umliegenden Gewebes wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft trotz Nachfrage seitens Rechtsmedizin abgelehnt.
- Michael Hegers Leichnam wies keine Spuren von Alkohol oder einschlägigen Medikamenten (Schlaftabletten) auf, eine weiter gehende toxikologische Untersuchung fand nicht statt.
- Die Verletzung (eingedrückter Brustkorb) war erheblich, aber wohl, wenn überhaupt, nicht unmittelbar tödlich. Fehlende Hämatome und innere Einblutung fallen auf, könnten durch Verletzung post mortem erklärt werden.
- Der zu dem Handschuh in der Felsspalte gehörige zweite Handschuh von Felix befand sich die ganze Zeit bei den Großeltern, Michael Heger war im fraglichen Zeitraum nur im Besitz des einen Handschuhs.
- In der Felsspalte befand sich auch ein Schlafsack. Ausweis und EC-Karte waren nicht lose, sondern es befand sich seine Brieftasche dort.
- Michael Heger hatte in den Tagen zuvor insgesamt 700€ abgehoben, viel Geld für einen H4-Empfänger. In der Brieftasche fand man 80€.
- Die Blutspuren beim Auto ergaben eine Blutspur (nur einzelne Tröpfchen, vermittelt die Darstellung), die zur Felsspalte führte.
- Michael Hegers Auto wurde auch in den Wochen vor dem 6.1. wiederholt auf dem Parkplatz gesehen. Quelle ist ein Fotograf, der dort regelmäßig unterwegs war.
- Michael Heger hat Dez05/Jan06 insgesamt viermal vollgetankt. Eine Spritmenge, die für seine üblichen Alltagsfahrten bei weitem nicht benötigt wurde.
- Die Sichtungen am 13.1. bei der Staustufe (einmal Einzelperson, einmal zwei Personen zusammen) erfolgten jeweils aus dem fahrenden Auto heraus. Mann mit Kind, aber keine Identifikation, kein positiver Abgleich mit Fotos von Michael und Felix.
- Die Sichtung 11.1. in Bühl (Supermarkt) bezog sich auf Michael UND Felix. Wurde hier auch so geschrieben, hatte ich aber überlesen und oben dann nachgefragt.
- Am 18.1. sollen auch beide an der Staustufe gesehen worden sein. Keine weiteren Informationen (Uhrzeit, aus dem fahrenden Auto oder anders, nur Mann+Kind oder Identifikation usw.)
- Die bei ihm zu Hause gefundenen zwei Bücher über Suizid lagen (plakativ?!) auf dem Bett, nicht bei anderen Büchern im Schrank/Regal, von denen der Germanistikstudierte anzunehmend wohl welche besessen hat.
- Am 6.1. wurden Michael und Felix zunächst noch an einem Grillplatz im Wald in Ofterdingen angetroffen von Personen, die beide persönlich kannten.

So weit erstmal, es gibt noch einiges mehr - Gebäude im Bereich Wiedenfelsen, Kontakte Michael Hegers zu Sekten/Gruppierungen mit sektenartigen Zügen im Schwarzwald und in Portugal.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Donnerstag, 19. Februar 2026, 16:04:38
von Heckengäu
HP1 hat geschrieben: Dienstag, 13. Januar 2026, 09:38:58
Die Seite der Großeltern und Unterstützergruppe https://www.felix-info.net/
Bei letzterer erscheint die Auflistung von Spuren/Details präzise und umfassend, ohne dass man sich da in Annahmen verlieren und Spuren/Annahmen durcheinanderbringen würde.

Einige Punkte, die hier bislang nicht genannt wurden (oder die ich überlesen habe):

- In der Felsspalte befand sich auch ein Schlafsack. Ausweis und EC-Karte waren nicht lose, sondern es befand sich seine Brieftasche dort.
- Michael Heger hatte in den Tagen zuvor insgesamt 700€ abgehoben, viel Geld für einen H4-Empfänger. In der Brieftasche fand man 80€.

- Michael Heger hat Dez05/Jan06 insgesamt viermal vollgetankt. Eine Spritmenge, die für seine üblichen Alltagsfahrten bei weitem nicht benötigt wurde.

- Die Sichtung 11.1. in Bühl (Supermarkt) bezog sich auf Michael UND Felix. Wurde hier auch so geschrieben, hatte ich aber überlesen und oben dann nachgefragt.
- Am 18.1. sollen auch beide an der Staustufe gesehen worden sein. Keine weiteren Informationen (Uhrzeit, aus dem fahrenden Auto oder anders, nur Mann+Kind oder Identifikation usw.)
- Die bei ihm zu Hause gefundenen zwei Bücher über Suizid lagen (plakativ?!) auf dem Bett, nicht bei anderen Büchern im Schrank/Regal, von denen der Germanistikstudierte anzunehmend wohl welche besessen hat.

So weit erstmal, es gibt noch einiges mehr - Gebäude im Bereich Wiedenfelsen, Kontakte Michael Hegers zu Sekten/Gruppierungen mit sektenartigen Zügen im Schwarzwald und in Portugal.
Die genannte Situation der Bücher auf dem Bett sowie die minutiös arrangierte Legende in der Felsspalte, plakativ genannt, sehe ich in ihrer peinlichen Sorgfalt als absolut theatralisch - grosser Abgang, ER hats allen gezeigt!

Durch die erstmalige Erwähnung der 7.000 € sowie des viermaligen Volltanken seinens Wagens, von Anfang Dezember bis maximal Mitte Januar, sehe ich sehr klar, was mit dem Buben passiert ist: Er lebt, wurde in die Obhut eines Sektenpaares oder einer einzelnen Frau übergeben (Meine Einschätzung ist 80 : 20 % also eher "neue Eltern", das kann auch in Elsass-Lothringen sein), als auch der hohe Geldbetrag, zur ausdrücklichen Verwendung für den Jungen bestimmt.

Die Mutter ist danach eine gebrochene Frau.
Niemals hätte sie das vermutet, ihr Ex-Mann hat stets alle Vereinbarungen Hundertprozentig erfüllt.

Der Kleine war seit Sylvster und den letzten Kontakttagen mit dem Vater sichtbar verändert - er hatte Angst.
Es muss da ein Kontaktbesuch mit dem Paar oder einer einzelnen Frau satttgefunden haben, um sich den Buben real anzuschauen.
Dabei wurde natürlich alles besprochen, der Ablauf der Verbringung, Geburtsurkunde, Medizinische Unterlagen, Legende für die neuen Eltern über die Herkunft (z.B. verstorbene ledige Schwester/Verwandte), evt. Fotos, Babyfotos, aber nicht Fotos der Eltern und Grosseltern etc..

Leider machen die Grosseltern den Fehler, bis heute kein schlechtes Wort gegen den Schwiegersohn gesprochen zu haben. Daher ist die Entfremdung und räumliche Distanz der Tochter zu ihren eigenen Eltern, mehr als verständlich verständlich und schlicht notwendig.
Die Eltern der Frau hätten sich bereits vor vielen Jahren mit der Realität abfinden müssen, um einen Schlussstrich ziehen zu können.
Stattdessen wird beständig an Selbstvorwürfen festgehalten, die Realität bar jeder Vernunft negiert.
Das führt in Bälde zu psychosomatischen Erkrankungen, wenn es nicht bereits geschehen ist, sowie letztendlich zu Krebserkrankungen.

Denn aus meinen eigenen Erkenntnissen kann ich sicher sagen dass nahezu 100% aller depressiven Erkrankungen auf reinem Selbstmitleid gründen und folgedem "von aussen" nicht behandelbar sind. Dieser Mann war das in hohem Grad, die Entscheidung zum Selbstmord war gefasst und in allem darauf vor- und zugearbeit.

Der verhassten Frau das Kind wegzunehmen, war sehr wichtig. Rache zu nehmen, für die Situation die sie ursächlich herbeigeführt hat.
Der letzte Brief strotzt davon: Wäre er in der Lage gewesen "dicke Knete" herbeizuschaffen, wäre die Frau mit 2 oder 3 Kindern zufriedengestellt gewesen - Schuld haben immer die anderen, die oder der andere.

Der Zeitpunkt der geplanten Verschleppung war ideal: Noch vor dem Kindergartenalter, wahrlich ein teuflischer Plan dieses Erz-Losers!
Felix wird heuer 23 Jahre alt. An seine frühen Jahre kann er sich mit Sicherheit nur noch vage erinnern; spricht eventuell eine andere Muttersprache.

Gerade sah ich mir Bilder unter dem Suchwort 'Felix Heger 2006' an. Da sträuben sich mir nicht nur die Nackenhaare, wenn ich sehe, wie die Grosseltern 3 Bilder und 1 T-shirt mit Fotodruck des Buben von damals in die Kameras halten, gezeichnet von Selbstmitleid. Das kann ich nicht verlinken...

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Donnerstag, 19. Februar 2026, 22:02:06
von Unknown
Hab mir gerade mal das FelixInfo net angesehen .
Es wäre doch absolut denkbar , das die Brustkorbverletzungen &Rippenbrüche des
Herrn Heger durch eine Reanimation entstanden sind.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Freitag, 20. Februar 2026, 01:48:01
von unknown
..und die vorhandene Einstichstelle an der Hand bei einer Infusion oder Blutentnahme entstanden ist.
Insofern würden sich auch die Blutspuren am Auffindeort erklären lassen .
Es wurden ja offensichtlich keine körperlichen offenen Verletzungen bei M.Heger festgestellt.

Re: VERMISSTENFALL FELIX HEGER (2), OFTERSHEIM (BaWü), 2006

Verfasst: Freitag, 20. Februar 2026, 09:00:12
von Jolu65
Die Idee mit Reanimationsbemühungen ist sehr naheliegend.....