Was anderes...
HP1 hat geschrieben: ↑Montag, 06. Juni 2022, 13:11:39
Solche einsamen Gebiete/Stellen gibts in der Gegend viele. Auch wenn der Platz gut gewählt ist, muss der Täter dafür keine besonders gute Ortskenntnis gehabt haben. Interessant finde ich eher die Frage, wo sucht ein Täter so einen Platz bzw. welchen Platz wählt er, im Bezug auf seinen Wohn-/Arbeitsort oder auch den Tatort (dort, wo die Leiche weggebracht werden muss)? Das ist natürlich rein spekulativ, aber ich würde sagen, dass der Täter instinktiv eine direkte Nähe zu Wohn-/Arbeitsort vermeiden würde, also dass der Ablageort am nächsten zu einer Ortschaft ist, bei dem kein formeller Bezug zum Täter besteht. Wie gesagt, instinktiv - weniger eine Frage eines konkreten Entdeckungsrisikos. Andererseits würde er nicht unnötig lang mit der Leiche herumfahren wollen, auch hier neben dem tatsächlich höheren Risiko (Auto bleibt liegen, kleiner Unfall...) vor allem ein instinktives Vermeidenwollen (bzw. dann eben möglichst Kurzhalten) dieser massiv stressigen, als höchst gefährlich empfundenen(!) Situation.
Meine Ansicht zur Ablage, schon vor über zwei Jahren vertreten und seither mehrmals geäußert, oft gegen vehement andere Ansichten hier. Nix mit genialer Ort, Täter müsse unbedingt den Ort vorher gekannt haben und so. Nein, einfach eine geeignet erscheinende Stelle an der Straße, nicht zu nah am Zuhause, aber auch nicht weiter weg als nötig erscheinend, weils mit der Leiche im Auto doch ziemlich stressig ist.
Und was schreibt Pointman?
....... hat geschrieben: ↑Mittwoch, 18. September 2024, 15:34:40
Die Nerven zu behalten mit Frauke im Kofferraum war wie ein Schockzustand ganz schnell aus Paderborn raus .
Zu nah an Paderborn ging nicht und sehr weit weg auch nicht weil dieser Schockzustand zu krass war.
Irgendwann die vielen Bäume und verlassenen Straßen gaben im Kopf ein Signal Frauke dort loszuwerden.
Da sollte ich doch gerade begeistert sein, mich in meiner Eitelkeit bestätigt fühlen. Nur, irgendwie kauf ich dem das nicht ab.
(Einschub: Wurde gerade gefragt, warum nicht? Meine Antwort: Ich würde ein Losfahren und Platz suchen vorab ohne Leiche für viel wahrscheinlicher halten als dass er mit der Leiche "ins Blaue" losgefahren wäre. Dies nur, wenn er sie eh im Auto gehabt hätte, sie dort ums Leben gekommen wäre. Hatte das Pünktchen aber anders dargestellt.)
Noch was, vom Mai und Juli dieses Jahr:
HP1 hat geschrieben: ↑Dienstag, 21. Mai 2024, 11:34:27
(...)
Die Vorstellung mag irritieren, und ich verzichte an der Stelle bewusst auf gedankliche Ausschweifungen zum wieso/weshalb/warum. Einfach deswegen, weil man dazu eher unwahrscheinliche Annahmen aufstellen müsste, auf die es keine weitergehenden Hinweise gibt.
Aber ich sags mal so, bei der Frage nach dem Zustandekommen der Anrufe wäre ein Szenario recht hilfreich, bei dem der Täter
nicht von vornherein Fraukes Tod im Blick hatte, ihre spätere Freilassung dagegen zumindest anfangs angestrebte Option war. Würde seine Hemmschwelle und Stressempfinden bzgl. Risiko der Anruffahrten erheblich senken. Auch Fraukes Anrufe, soweit aus den Protokollen bekannt, vermitteln zumindest mir eher den Eindruck, dass wenigstens sie selbst mit der tatsächlichen Option "Heimkommen" gerechnet hat, oder sich hier wenigstens begründet Hoffnung gemacht hat. Zuletzt die praktische Durchführung - eine bedingt kooperative und "friedliche" Frauke würde da weit besser ins Bild passen als irgendwelche Konstruktionen mit Fesseln, Knebeln, Drogen, Gewaltandrohung mit Messer am Hals, Pistole am Kopf oder gegen Angehörige, was auch immer man sich da als für die Anruffahrten nötig ausmalen mag.
Ein Anlass/Hergang zur Situation, der Frauke soweit nachvollziehbar bekannt war und zunächst nur bedingt (lebens-)bedrohlich erschien, an dessen Entstehen sie möglicherweise selbst irgendeinen aktiven Anteil hatte (oder auch nicht), sowas in der Art. Bunt ausmalen darf das jeder für sich.
Ist natürlich keine Theorie, nur ein Infragestellen allgemein verbreiteter und oft unhinterfragter Annahmen und Vorstellungen zur Situation. Ich meine, selbst dabei waren wir ja nicht.
HP1 hat geschrieben: ↑Mittwoch, 31. Juli 2024, 22:48:47
Frauke kannte den Täter - davon gehe ich auch aus. (...)
Mir vermitteln die Anrufe viel eher den Eindruck einer Frauke, die zumindest bis Sonntag kooperativ mitmacht, weil sie tatsächlich an ihre mehr oder weniger baldige Freilassung glaubt. Und zwar nicht Hoffnung als letzter Strohhalm einer Verzweifelten - das wäre vielleicht für den letzten Anruf treffend, wo sie bei aller innerer Fatalität und Instabilität dennoch weitestgehend bei dem Schema bleibt, nichts über ihre tatsächliche Lage verlauten zu lassen. Sondern eher so, dass sie tatsächlich Grund hatte, an einen solchen Ausgang glauben, zumindest berechtigt darauf hoffen konnte. Das natürlich grundsätzlich aus ihrer Sicht, aber Frauke war nicht blöd, empathiefähig und hätte mMn wohl ganz gut einschätzen können, wie ihre Chancen stehen, welche Perspektiven realistisch sind. Hängt sehr vom Tatanlass und ihr erkennbarem Motiv ab.
Nicht vergessen, im Gegensatz zu uns
kannte Frauke damals den jeweils aktuellen Stand des Tathergangs als "Hauptperson" recht genau, und die Liste der plausiblen Motive, bei denen sie
nicht auch darüber im Bilde gewesen sein musste, die ist ziemlich kurz und abenteuerlich. Also, wahrscheinlich wusste Frauke die ganze Zeit ziemlich genau, was da grad abgeht. Und vom Täter und seinem Umgang mit ihr hatte sie natürlich auch ein recht deutliches Bild, möglicherweise ergänzt um ihre bisherigen Erfahrungen mit einem ihr vorab bekannten Täter. Und in eben diesem Kontext vermute ich anhand der Anrufe (Timing, Regelmäßigkeit, Inhalt soweit bekannt), dass Frauke angesichts der ihr augenscheinlichen Situation zunächst eine gewisse Zuversicht hegte. Kippte dann irgendwann zwischen den Anrufen Sonntag und Dienstag.
Wie könnte denn die Situation tatsächlich gewesen sein (und wie nicht...), dass eine halbwegs realistisch einschätzende Frauke zunächst ein gewisses Maß an Zuversicht gehabt hätte? Nicht die einzige,
aber sicher die eindeutigst positive Antwort wäre sicher, wenn in der Tatsituation tatsächlich zunächst ihr Tod weder geplant noch von irgendwem gewollt, vielleicht zuerst nichtmal als möglicher Ausgang gesehen und bedacht wurde, von niemandem. Nur ein "sie kann nicht (jetzt noch nicht?) gehen", für das keine Lösung gefunden wird, vielleicht auch keine wirklich zu finden ist. Dass das letztlich mit ihrem Tod endet, sieht anfangs noch keiner, oder will keiner sehen.
Natürlich alles nur Vorstellungen, die mir bei der Beschäftigung mit den Anrufen so kommen, kann auch völlig anders sein. Vielleicht hat der Täter Fraukes Anruftexte ja auch mit dramaturgischem Anspruch wörtlich verfasst und sie Frauke unter vorgehaltener Waffe vorlesen lassen, während sie gefesselt im Laderaum seines Lieferwagens lag. Kommt mir in der Vorstellung recht absurd vor, aber wer weiß? Ich jedenfalls nicht.
(...)
Oder von Januar:
HP1 hat geschrieben: ↑Montag, 15. Januar 2024, 10:03:33
(...)
Also, welche Tatperson/Beziehung/Motiv/Hergang würden eine ihr halbwegs glaubhafte Perspektive auf Freilassung ermöglichen? Muss sicher keine vollumfänglich Zuversicht gebende Rahmenbedingungen sein, aber so ein oder zwei belastbare Punkte bräuchte es da schon.
Ich halte eine Spontantat nach wie vor für gut möglich, etwa Festhalten zur Vertuschung einer zuvor gründlich aus dem Ruder gelaufenen versuchten Annäherung mit juristischen und sozialen Folgen, wenn es herauskäme.
Da kann dann eine Situation geherrscht haben, wo er sie nicht gehen lassen konnte, aber ein Verlauf, der mit ihrem Tod endet, ebenfalls zunächst noch nicht sichtbar/denkbar war, vielleicht (gut möglich) erstmal auch für den Täter nicht. Das Suchen nach einer Lösung, hinreichend glaubhafte Zusicherungen, sie demnächst freizulassen, dann jedoch jedes Mal wieder aufgeschoben.
Die Anrufe tatsächlich das, was sie inhaltlich aussagten: Eine vorgesehene Freilassung, die den sich maximal sorgenden Angehörigen mitgeteilt werden sollte. Dies vor allem Frauke ein Bedürfnis, und der Täter zunächst mit dem Ziel irgendeiner folgenlosen Auflösung der Situation (wie auch immer die hätte aussehen können, da war er selbst wahrscheinlich ratlos) erstmal noch bemüht, ihr entgegenzukommen. Die Anrufe als Bestandteil einer möglichen Auflösung der Situation, als Vorbereitung für eine tatsächliche Heimkehr.
Oder anderer Gedanke, ein Spontantäter wie oben beschrieben, der ohne einen selbst als kriminell empfundenen Vorsatz nach eigener Wahrnehmung in die Situation "hineingerutscht" wäre und einen folgenlosen Weg heraus sucht, dem wäre eine öffentliche Annahme/Wertung als Verbrechen wohl sehr unangenehm, dem könnten die Anrufe zur Vortäuschung von Freiwilligkeit gut ein tiefes Bedürfnis gewesen sein, ohne dass dafür eine formale (tatsächliche oder vermeintliche) Notwendigkeit bestanden hätte. So eine Art verzweifelt-symbolischer Ansatz, seine Tat ungeschehen zu machen, die öffentliche Wahrnehmung in Richtung seiner Wahrnehmung zur Tat hin zu beeinflussen.
Diesen Gedanken muss man da natürlich aus der zeitlichen Perspektive im Verlauf sehen, nicht aus einer Perspektive im Nachgang. Es geht darum, was den Täter zu den jeweiligen Zeiten im Verlauf umgetrieben haben könnte.
Auch dass der Täter den letzten Anruf laufen ließ und nicht bereits nach dem "ja, nein, nein" oder angesichts Fraukes offenkundiger Instabilität frühzeitig abbrach, passt zu einem Täter, der nicht skrupellos kriminell war, sondern in der von ihm keinesfalls so gewollten Situation im Grunde weit überfordert war. Für den Schaden an Frauke und letztlich ihr Tod keine kaltblütige Option/Ziel war, sondern höchstens etwas letztlich Unvermeidbares, das irgendwann im Verlauf am Horizont auftauchte und näherkam.
Und dass Frauke die Zeit über davon ausging, wohl letztlich freizukommen und auch beim letzten Anruf diese Möglichkeit nach wie vor letztlich handlungsleitend war und ihr ermöglichte, die Fassung nicht völlig zu verlieren - bei so einem Täter, den sie selbst als unglücklich, überfordert und möglicherweise gar nicht zum Mord in der Lage gesehen hätte, das würde mMn passen.
(...)
Manchmal klingt für mich die Story von Pointman fast so, als wäre sie mir als wahrscheinlichstes Szenario auch schonmal in den Sinn gekommen.
Und je nach Perspektive klingt seine Story manchmal auch fast so, als hätte er sie sich nichtmal selbst ausgedacht.
Mit ein bisschen Cherrypicking kämen da noch ein paar andere Punkte zusammen.
Das zusammen Herumfahren/Abhängen mit einer spontanen Begegnung oder vielleicht (nicht unbedingt allzu verbindlichen) Verabredung nach dem Pub, er will ihr an die Wäsche, sie will nicht, er wird pampig, vielleicht auch gewalttätig (fehlender Zahn), lässt sie danach aus Angst vor den sozialen und/oder juristischen Konsequenzen nicht gehen - alles in der Vergangenheit genau so schon als gut mögliches und mMn recht wahrscheinliches Szenario dargestellt. Such ich jetzt nicht alles zum Zitieren raus, ziemlich lästig bei all dem Kram, den ich so geschrieben habe. Manches, insbesondere in größerem Zusammenhang, hier auch nicht öffentlich zusammengeschrieben.
Einschub: Auch der flüchtige Bekannte aus dem Alltag, bekannt genug für einen kleinen freiwilligen Umweg Dienstag Abend, aber ohne auffindbaren Kontakt in ihren Handydaten (providerseitig) oder online, wurde da schon von mir genannt, inklusive Mutmaßungen wie Nchbarschaft, oder
Schule/Arbeit.
Fairerweise muss man allerdings sagen, dass die Rolle von Nieheim als weder relevanter Ort noch gewollte Irreführung, sondern einfach als zufällige Station einer Irrfahrt (eine solche nicht nur Dienstag Nacht, sondern im Grunde die ganze Woche) originell ist, hatte weder ich noch sonstwer (soweit ichs überblicke) so auf dem Schirm.
Jedenfalls, wenn ich mir die Pünktchen-Story so durchlese, dann ist das ziemlich komplett so als Spekulation vorab hier zu finden gewesen, natürlich nicht nur von mir zusammengeschrieben.
Zusammen mit dem Eindruck eines zumindest stilistisch(!) geschauspielerten Auftritts des Pünktchenmanns stellt sich mir da die Frage, in wieweit dessen Story ganz oder teilweise einfach abgekupfert ist. Ich meine, könnte einfach ein Spinner sein, so wie etwa der "Gast" einer gewesen sein muss, wenn statt der Asseln-Brüder nun auf einmal der gepunktete Einzeltäter der heiße Shit wäre. Oder aber, der ist schon, wofür er sich ausgibt, aber seine Story im Detail entspricht mitnichten der damailigen Wirklichkeit. Wär ja nicht so undenkbar, dass der dann über manches nicht gern reden will, an den Stellen dann lieber eine Klapperstorchgeschichte verzapft. Praktischerweise ist das Forum hier ja voll mit Anregungen und Ideen dafür, nicht wahr?
Und an den Pünktchenmann, ich nehme mal an, du liest hier nach wie vor mit:
Du verstehst sicher, ich habe Fragen. Keine ermittlungstechnischen, ich wäre eh ein lausiger Ermittler, bin viel zu wenig zielstrebig, ganz in einer Landschaft aus Möglichkeiten verhaftet.
Das Öffentliche hier scheinst du nicht mehr schreibend nutzen zu wollen, und ohne Registrierung auch keine PN. Kannst dich gern auch mit anonymer Adresse unter Lestonsalisbury(at)gmx.net bei mir melden.
An die anderen hier, spammt mich da bitte nicht mit Fake-Antworten oder anderem Kram zu. Wer Spaß an sowas hat, macht Scherzanrufe bei eurer Oma oder versteckt euren Kindern das Spielzeug, wie auch immer. Da bekommt ihr wenigstens eine unterhaltsame Reaktion auf den Quatsch.
