MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Widasedumi
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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z3001x hat geschrieben: Dienstag, 25. August 2020, 15:45:48 Dabei kann man sich dann auch überlegen, wer überhaupt wusste, dass sich Bruder und Schwester das Appartement teilten und wer die Schicht-Pläne speziell auch von diesem Wochenende kannte.
z3001x
Wieder mal ein genialer Gedanke von dir. Er ist genial in seiner naheliegenden Logik. Ja, so einfach ist das. Ehrlich! Hätte mir selbst einfallen können. Ist mir aber nicht eingefallen. Darum liebe ich die Zusammenschau auf ein Geschehen, wie es dieses Forum ermöglicht.
z3001x hat geschrieben: Dienstag, 25. August 2020, 15:45:48 Würde man die Leiche finden, könnte die Tat ggf aufgeklärt werden.
Jedenfalls könnten dabei Spuren gefunden werden, die auf jemand hinweisen.
Zusätzlich gewännen solche kleinen Indizien, wie oben, ein Gewicht, deren es etliche in diesem Fall gibt.

Auch deine Schlussbemerkung bezüglich möglicher Mitwisser teile ich. Sie werden das vermutlich zeitlebens nicht verdrängen können.

Wenn ich nun - allgemein ausgedrückt - an die Auswirkung der Vermögensseite denke, dann ist mir Gott eine Beruhigung, der uns sagt: "Unrecht Gut gedeihet nicht." Er hat den längeren Arm und weiß seine Zeit. Das macht mich gelassen und frei im Kopf. Denn sowas, wenn es der 'Wenn-Fall' wäre, darf einfach nicht gutgehen.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Und die Tochter mit ihren Zwillingen, die hätte ihre Mutter gut gebrauchen können.
Wie oft wird sie ihre Mutter vermissen? Wie oft wird sie überlegen, wie sehr ihre Mutter an ihren Enkeln Freude haben wollte? Und wie triste nun eine Lage ohne die Mutter ist? Und welche Gedanken werden ihr noch so kommen?
Ich glaube, dass sich die Gerechtigkeit auch jenseits einer Justiz Bahn brechen kann.
Im 'Stern' stand, dass Tochter Tamara davon ausgeht, dass die Mutter den Täter gekannt haben muss, und ihre Enttäuschung klang durch, dass sie vergeblich auf Fremdspuren im Auto gehofft hatte.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Wie sehr es dem Täter ein Anliegen war, dass das abseits abgestellte Auto der BA nicht schnell entdeckt wird, beweist die Rückkehr des Täters zu dem Auto, um das Handy abzuschalten. An alles hatte er gedacht, was in seinem Plan ablaufen musste. Aber das Handy war kein Teil des Haupt-Handlungsablaufes, weil er mit diesem Fremdkörper keinen täglichen Umgang hatte. Deshalb hatte er es zunächst einfach nicht auf dem Schirm. Und auf der Heimfahrt kontrollierte er gedanklich den Ablauf. Da fiel es ihm siedend heiß ein. Aber egal, wo es ihm auf der Strecke einfiel. Erst musste er nach Hause, um den sensiblen Koffer auszuladen. Dann aber - nix wie nochmal hin.

-----------------------------------------------------------------
Meine Hypothesen sind keine Behauptungen,
sondern rein spekulativ.
Sie können total falsch sein.
gast

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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z3001x hat geschrieben: Montag, 24. August 2020, 20:22:56 Ich glaub weil der Fall gar nicht Aktenzeichen XY präsentiert wurde ;)

Oh, doch! ;)

https://www.facebook.com/xyspezial/post ... 542402508/

z3001x hat geschrieben: Montag, 24. August 2020, 20:22:56 Wenn Du's mal durchdenkst. So eine Aussage wie: "Hat die Entfernung gar nicht schaffen können",
die kann man nur machen, wenn man feste zeitliche und räumliche Koordinaten kennt.

Diese "zeitliche und räumliche Koordinaten" ergeben sich aber nun mal von glaubwürdigen/plausiblen/überprüften Koordinaten und wenn die Polizei sagt "es sei nicht zu schaffen" -dann heißt das, dass man die Koordinaten im großen und ganzen nicht anzweifelt und für wahrscheinlich hält.
z3001x hat geschrieben: Montag, 24. August 2020, 20:22:56 Das reicht aber mehr als dicke für eine Anfahrt von dem Wohnort in NRW aus und für die Durchführung.

Wie gesagt -ich bin auch der Meinung, dass hier eine Beziehungstat vorliegt und der Täter allermeistens aus dem näheren Umfeld des Opfers kommt. Insofern ist der Ehemann immer ganz vorne beim Indizienaufbau -aber in diesem speziellen Fall habe ich große Probleme mit der Machbarkeit und vorallem "warum dieserAufwand?". Der Klassiker ist doch eher: Frau zur Arbeit früh morgens (während der Mann noch schlief) aufgestanden und nicht wieder gekommen oder umgekehrt -gemeinsam gefrühstückt und Frau kommt nicht von Arbeit zurück.

Ein Ehemann hat doch 1.000 andere Möglichkeiten ein Verbrechen zu begehen, als diese Umständlichen Hin-und her Fahrten + sinnlose/komische Spuren mit dem Auto. Wozu? Er ist doch mit so einer "Nummer" auch nicht ganz aus dem Schneider -ein Nachgeschmack und Fragen werden -so oder so- für immer bleiben.

z3001x hat geschrieben: Montag, 24. August 2020, 20:22:56 Nehmen wir an es stimmt, dann muss das Auto eben bis dahin bereits da abgestellt worden sein - und sehr vermutlich Fr Ameis in irgendeiner Weise die Örtlichkeit Gebäude 669 verlassen haben und mit dem Täter zum Tatort gelangt sein.
Aber auch so ein Zeitsetzung am Vormittag, schließt meiner Einschätzung nach die genannte Person nicht aus Zeitgründen aus.

Also das mit dem Auto ist auch so eine Sache. Als autointeressierter-Mann kann ich nur sagen, dass die heutigen Modelle alle kein/kaum Profil mehr haben und alle gleich aussehen. Von daher kann man sich sehr schnell in der Marke/Modell täuschen und zack..haben wir eine ganz andere Situation. Ich denke Farbe reicht vielen aus um später genau dieses oder jenes Fahrzeugtyp gesehen haben zu wollen.


z3001x hat geschrieben: Montag, 24. August 2020, 20:22:56 Hhm so könnte man sich die Parksituation erklären. Aber auch durch einiges anderes. ZB ganz banal dass derjenige, der das Fahrzeug abstellte, so zu parken gewohnt war. Oder dadurch dass zwei Autos Fahrertüre-zu-Fahrertüre parkten somit eins rück- und ein vorwärts nebeneinander parkte. Das kann man nicht sicher auflösen. Find ich.

Naja, bei so einem (meist) leeren Parkplatz ist die Vermutung schon nahe, dass man so nur parkt wenn man viel Zeit hat + eine bestimmte Sicht haben möchte + als erster am Parkplatz war + im Auto gewartet hat. Alles andere zu dieser Parksituation erscheint mir unplausibel.



z3001x hat geschrieben: Montag, 24. August 2020, 20:22:56 Oder aber er wollte einfach, dass dem Handy später der Akku leerläuft (vll um alles aus dem RAM zu löschen).
Oder er macht es selbst nie aus und nur offline und es war einfach seine Gewohnheit ein Handy so vom Netz zunehmen.
Oder er war mit dem Modell des Handys nicht vertraut und fand auf die Schelle nur den Offlineknopf, aber nicht den Ausknopf.
Viele denkbare Erklärungen für diesen Fakt des Offlinemodus' ab dem frühen Nachmittag.
Welche Antwort hast Du auf die Frage warum es in den Flugmodus gestellt wurde, und von wem?

Also der Flugmodus ist auch so eine Sache wo ich gewaltige Probleme damit habe. Meine Antwort wäre: Von allen unwahrscheinlichen Szenarien, doch das etwas wahrscheinlichere -und zwar von BA selbst versetzt. Wie man das auch nimmt -der Flugmodus ergibt keinen richtigen Sinn im ganzen Geschehen und erst recht nicht, dass der Täter nachträglich zum Tatort(?) zurückfährt und das abändert. Eine gewünschte "Nichterrreichbarkeit" hätte man 1.000x eleganter lösen können.

P.S. In diesem Fall hat man das Gefühl als ob es sich um eine abstrakte Kriminalabschlussprüfung handelt, wo wahllos Spuren gelegt werden um das Vorstellvermögen künftiger Polizisten zu testen und heraus zu fordern... :D
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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Wie gesagt -ich bin auch der Meinung, dass hier eine Beziehungstat vorliegt und der Täter allermeistens aus dem näheren Umfeld des Opfers kommt. Insofern ist der Ehemann immer ganz vorne beim Indizienaufbau -aber in diesem speziellen Fall habe ich große Probleme mit der Machbarkeit und vorallem "warum dieserAufwand?".
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Die Machbarkeit-

Der rote Renault von Birgit wurde schon um 8Uhr bezeugt, auf dem Parkplatz, nicht erst um zehn oder elf dort bezeugt gesehen.

Man darf ja seine Meinung frei sagen, warum ist für dich der Ehemann nicht der Täter?
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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lindenstein hat geschrieben: Samstag, 29. August 2020, 20:59:51 Man darf ja seine Meinung frei sagen, warum ist für dich der Ehemann nicht der Täter?
Das ist nur ein Bauchgefühl. Weil mir alles zu umständlich erscheint -die Fahrerei hin-und her, die Parksituation, der Parkplatz, der Flugmodus. Jedes einzelne Puzzle würde vielleicht zu einem organisierten Plan passen, aber alle zusammen ist extrem selten dass sie aus dem gleichen Plan stammen.

Der Fall ist sehr schwierig. Daher geht meine Theorie eher in Richtung Zufälligkeiten als geplanter Mord -d.h. eine zufällige Begegnung, die tragisch endete. Ein Flughafen ist nun mal ein Ort wo viele Menschen ankommen -so könnte sie z.B. eine Jugendliebe auf dem Flughafenparkplatz angetroffen haben, die mit ihr noch kurz quatschen wollte. Das wollte sie aber auf dem Flughafen nicht (Kameras, Kollegen) und schlägt vor paar hundert Meter außerhalb des Flughafens weiter zu fahren. Sie fährt schon mal vor, er muss noch sein Parkschein lösen. Sie ist am Gemeindeparkplatz also ca.2min früher da und überbrückt das indem sie rückwärts parkt. "Er" kommt dann mit einem geräumigeren Fahrzeug ala SUV oder so und bittet sie zu ihm zu steigen. Nach einem 15min Gespräch was jeder so in den letzten 30 Jahren gemacht hat -wird er aufdringlich. BA wehrt sich, er will immer mehr. Eins ergibt das andere und nun -mit Geschlechtsverkehr oder nicht- tötet er sie am Ende und schafft sie weg.

Bliebe jetzt nur noch eine Erklärung für den Flugmodus... :(
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

gast hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 08:09:15 Der Fall ist sehr schwierig. Daher geht meine Theorie eher in Richtung Zufälligkeiten als geplanter Mord -d.h. eine zufällige Begegnung, die tragisch endete.
Aus der Schwierigkeit eines Falles auf einen zufälligen Täter zu schließen, kann ich so nicht nachvollziehen. Wie hätte denn die Begegnung stattfinden oder die Verabredung erfolgen sollen, wenn es keine Handyspuren und keine Zeugen gibt? Und eine Jugendliebe auf dem Parkplatz zu treffen, wo sonntags ein Familientreffen vorzubereiten war, dann auch noch mit Heimlichkeit, Abseitsparkplatz, und Ermordung? Den müssen die Hormone ja schwer gedrückt haben, dass er ausgerechnet mit der eher spröden Birgit den Geschlechtsverkehr suchte? Da sieht man sich nach 30 Jahren und Sex, der verweigert wird, ist alles, worüber man sich austauscht? Mord war die Folge. Irgendwie scheint mir das nicht zusammen zu passen.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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@wida,

ich hätte mir genau den gleichen Satz als "hat geschrieben" kopiert..

Die Frage ist halt, ob hier noch ein zweites Handy möglich gewesen wäre?
Geht man davon aus, dass hier keine Kommunikation jedweder Art im Nachgang von der Kripo eruiert werden konnte, dürfte es mit der Jugendliebe doch recht verworren gewesen sein. Ich schließe das nicht aus und bin auch durchaus zugänglich für dieses Szenario.

Der Ablauf ist halt komisch.. gut, die 45 Minuten mit dem Bruder getalkt, könnten auch als eine Überbrückung gedient haben.
Man darf auch nicht vergessen, dass das Appartement 669 frei zugänglich war und hier im Laufe der Zeit auch ein Mann hätte in Bezug ein und aus gehen können.

Der Parkplatz Lautzenhausen dürfte allemal auch etwas mit einem , "weg von den Augen" zu tun gehabt haben.

Dass jetzt Birgit so prüde rüberkam und quasi jegliche Form von Zuwendung und Sex auszuschließen wäre, würde ich so nicht unterschreiben.

Man darf auch im Konsens nicht außer Acht lassen, dass Birgit Oma wurde.. von Zwillingen, sie sich damit durchaus auch identifizierte und ja auch für die Kleinen im Vorfeld schon gestrickt hat.

Alles in allem hätte Birgit wie gesagt doch gewollt, dass ihre Kinder wissen was los ist und nicht so eine "Nummer" gefahren.

Die Mutter wusste wer ihr Peiniger war/ so die Tochter im Sterninterview.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

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lindenstein

Ich gehe anders vor, als du. Ich lasse nicht alles offen, was sich gegenseitig ausschließt, weil es NUR EINE Variante der Tatausführung gibt. Es gibt nicht die eine UND die andere Ausführung. Es gibt nur EINE. Ein Beispiel:

Wenn die Tochter angab, dass die Mutter ihren Peiniger kannte, dann ist das eine starke Aussage, die man nicht einfach so ins Blaue hinein sagt.
Eine solche Aussage schließt m.E. eine Zufälligkeitsvariante, sprich einen Zufallstäter, aus.

Ich führe keine Dinge ein, die von ihrer Lebensweise her unwahrscheinlich sind und von der Polizei her keinen Bestand haben, wie das zweite Handy.
Wenn du die Idee mit der "die Jugendliebe im SUV" zwar als verworren einschätzest, aber dann doch nicht ausschließen willst, hast du einen Fuß im Alltag und den anderen Fuß in der Fiktion. Damit ist eine Fortbewegung nicht möglich.

Auch die Gelegenheit "Appartement" ist so eine Sache, wo du dich selber ausbremst. Das Appartement wurde von 2 Personen benutzt. Hätte sie einen Lover erwartet, einen früheren "Brennofen" mit SUV, hätte Sie Vorbereitungen getroffen, größere Toilette und sich hübsch gemacht, einen Kaffee gekocht, frisches Gebäck bereitgestellt, wäre im Appartement geblieben, wo ein Bett stand und hätte sich nicht auf einem Parkplatz herumgedrückt. Ein bisschen Kultur muss auch im Denken sein. Du kannst doch von dieser biederen und ordentlichen Frau mit ihren Oster-Verpflichtungen nicht annehmen, dass sie nach Jahrzehnten einen Freund im Appartement empfängt, aber es muss schnell gehen, weil sie bald aufbrechen muss: Also: Tür auf, Umarmung, raus aus die Kleider, aufs Bett gesprungen, hoppel-hoppel, Entladung, rin in die Kleider, bussy-bussy und tschüss.

Der Bruder war ja auf seinem Beobachtungsstuhl fest verpflichtet. Der hätte das Pärchen nicht gestört. Und sonst hätte niemand dort etwas verloren gehabt. Und wo wäre das Tötungsmotiv gewesen?

Aber so war es nicht. Sie redete mit dem Bruder über Familiäres, aber nicht nur über Familiäres. Ich bin mir sicher, dass es um mehr ging, als um Geschenkchen für Verwandte. Sicher dürfte es auch um die berufliche Zukunft gegangen sein. Der Flughafen war im Besitzer-Umbruch. Der Wetterdienst wurde dort beendet. Es war für Birgit die vorletzte Schicht an jenem Osterwochenende. Da gab es Gesprächsstoff genug, wenn beide ihre Zelte dort abbrechen mussten. Ich gehe von Alltagsangelegenheiten aus, die das Gespräch mit dem Bruder prägten. Hätte Birgit einen Bekannten erwartet, hätte sie sich auf diesen vorbereitet.

Als biedere, sparsame und zweckrational handelnde Frau ist auch hier die Zufallsnummer m.E. unreal. Ich schließe sie aus. Schlösse ich sie nicht aus, dann befände ich mich wiederum gleichzeitig in der fiktiven und in der realen Welt. Aber das bringt mich nicht weiter.

lindenstein, du schriebst: "Der Parkplatz Lautzenhausen dürfte allemal auch etwas mit einem , "weg von den Augen" zu tun gehabt haben."
Das stimmt genau. Das Auto sollte aus den Augen des Bruders verschwinden, und es sollte unauffällig im Abseits stehen.
Dass jetzt Birgit so prüde rüberkam und quasi jegliche Form von Zuwendung und Sex auszuschließen wäre, würde ich so nicht unterschreiben.
An diesem Morgen nach der Schicht, vor dem Heimweg und in Anbetracht der Vorbereitung des Familientreffens an Ostern würde ich ihr Sex- und Zuwendungsbedürfnis durch einen Spontan-Kontakt ausschließen.
Man darf auch im Konsens nicht außer Acht lassen, dass Birgit Oma wurde.. von Zwillingen, sie sich damit durchaus auch identifizierte und ja auch für die Kleinen im Vorfeld schon gestrickt hat.

Alles in allem hätte Birgit wie gesagt doch gewollt, dass ihre Kinder wissen was los ist und nicht so eine "Nummer" gefahren.
Das unterschreibe ich voll und ganz. Das passt wieder besser ins Bild.

Ich glaube, dass diese Bemerkung der Tochter tiefer blicken lässt. Die Tochter gab m.E. unbewusst mehr zu verstehen, als ihr klar war.
Und in Ergänzung mit der enttäuschenden Bemerkung ihres Bruders Tristan potenziert sich das Ganze noch und springt mir wie ein unausgesprochener Verdacht ins Gesicht.
Bruder Tristan machte nämlich die enttäuschende Bemerkung, dass die Familie vergeblich auf Fremdspuren im Auto hoffte. Und die gab es nicht.

Die Kinder hofften auf Fremdspuren. Und das sagten sie Dritten gegenüber. Und sie wurden enttäuscht. Dahinter steckte eine Angst. War es die Angst, dass es eine ihnen bekannte Person war? Diese Angst muss ja einen plausiblen Grund gehabt haben. Man möchte/muss aber über diese "Kiste" schweigen, möchte sie vermeiden aus nachvollziehbaren Gründen, vermute ich. Aber die Bemerkung drückt aus, dass es diese "Kiste" gab, dass die Kinder von dieser "Kiste" auch eine Ahnung hatten.

Das hat der STERN-Autor m.E. nicht umsonst festgehalten.

lindenstein, ich habe keine Fragen mehr.
gast

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von gast »

lindenstein hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 20:32:43
Die Frage ist halt, ob hier noch ein zweites Handy möglich gewesen wäre?
Ich denke nicht! Die Polizei hat alle Handys in dieser Funkzelle gecheckt und hätte sie ein 2.Handy, dann wäre die Rufnummer bekannt und überprüfbar. Selbst auf falschen Namen registriert, wären Verbindungsdaten (Zielrufnummer bzw Anrufer) einsehbar und außerdem würde sie das Handy auch mal zu Hause genutzt haben und somit wäre ein Bezug zu ihr herstellbar.

lindenstein hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 20:32:43 dürfte es mit der Jugendliebe doch recht verworren gewesen sein. Ich schließe das nicht aus und bin auch durchaus zugänglich für dieses Szenario.

Eine zufällige Begegnung hätte durchaus mehrere Facetten: Wie bereits erwähnt könnte das eine Jugendliebe sein, die aus einem Urlaub zurückkehrt. Es könnte aber auch sein, dass die gleiche Jugendliebe z.B. nur am Flughafen war (also kein Ab-und Anreisender und somit von der Polizei ggf. nicht gecheckt) um seine Eltern in den Urlaub zu fahren. Dann wären noch die ständig wechselnden Flugbegleiter aus 669 - vielleicht ist daraus vor Jahren eine kurze Liebesgeschichte entstanden und nun war derjenige zufällig wieder in Deutschland. Alles fängt doch meist mit einem verunsicherten "Birgit? Bist du es..?" und schon ist man ggf. ins Gespräch. Von daher sehe ich eine zufällige Begegnung durchaus für plausibel.


lindenstein hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 20:32:43 Der Ablauf ist halt komisch.. gut, die 45 Minuten mit dem Bruder getalkt, könnten auch als eine Überbrückung gedient haben.
Man darf auch nicht vergessen, dass das Appartement 669 frei zugänglich war und hier im Laufe der Zeit auch ein Mann hätte in Bezug ein und aus gehen können.
Mein Gedankengang war aber, dass sie ihre "Jugendliebe" erst auf dem Flughafenparkplatz getroffen hat und keineswegs Intimität gesucht hat. Sondern lediglich einen guten Bekannten sah mit dem sie sich kurz unterhalten wolle wie es ihm geht usw.

lindenstein hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 20:32:43 Dass jetzt Birgit so prüde rüberkam und quasi jegliche Form von Zuwendung und Sex auszuschließen wäre, würde ich so nicht unterschreiben.
So ist es. Und wenn Leute per Ferndiagnosen das Eine oder Andere ausschließen -dann haben sie keine Lebenserfahrung. Selbst im Stern-Artikel wird diese Möglichkeit mehrmals aufgegriffen -mit dem Hinweis, dass diese Lebensweise Gelegenheiten schafft.
lindenstein hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 20:32:43 Man darf auch im Konsens nicht außer Acht lassen, dass Birgit Oma wurde.. von Zwillingen, sie sich damit durchaus auch identifizierte und ja auch für die Kleinen im Vorfeld schon gestrickt hat.
Das ist aber ein ganz schwaches Argument und könnte sogar ein Indiz für das Gegenteil sein: Ich eine Oma mit 54, Niemals! Viele Eltern erleben bestimmte Lebensabschnitte als Zeitmessung und werden nachdenklich -Auszug der Kinder, Heirat der Kinder, Enkelkinder. Und 54J ist wahrlich kein Oma-Alter wo man keine sexuellen Phantasien-/bedürfnisse mehr hat...
lindenstein hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 20:32:43 Alles in allem hätte Birgit wie gesagt doch gewollt, dass ihre Kinder wissen was los ist und nicht so eine "Nummer" gefahren.

Was heiß so eine Nummer gefahren? Wenn sie die Gefahr nicht kommen sah konnte sie nicht ahnen, dass es so weit kommen könnte.
lindenstein hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 20:32:43 Die Mutter wusste wer ihr Peiniger war/ so die Tochter im Sterninterview.
Ja, das können wir ja auch sagen. Wenn die Tochter was konkretes wußte, hätte sie es der Polizei auch gesagt. Wer lebt denn schon mit so einer Last..?
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Ich las gerade die Weisheit: "Und wenn Leute per Ferndiagnosen das Eine oder Andere ausschließen -dann haben sie keine Lebenserfahrung."
Genau das möchte ich anwenden auf den gelesenen Satz:
gast hat geschrieben: Montag, 31. August 2020, 07:36:04 Wenn die Tochter was konkretes wußte, hätte sie es der Polizei auch gesagt.
Lebenserfahrung hin oder her, jedenfalls eine Ferndiagnose wie ein Schuss in den Ofen! Oder: "Von Tuten und Blasen keine Ahnung!"
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

lindenstein hat geschrieben: Sonntag, 30. August 2020, 20:32:43 Dass jetzt Birgit so prüde rüberkam und quasi jegliche Form von Zuwendung und Sex auszuschließen wäre, würde ich so nicht unterschreiben.
gast hat geschrieben: Montag, 31. August 2020, 07:36:04 So ist es. Und wenn Leute per Ferndiagnosen das Eine oder Andere ausschließen -dann haben sie keine Lebenserfahrung.
Wer ein Sexabenteuer an diesem tristen Ostersamstagmorgen bei Birgit Ameis nicht ausschließen kann, wo sie eine Nachtschicht hinter sich hatte und am nächsten Tag eine Familienfeier vorbereiten musste, ohne richtig geschlafen zu haben, den ordne ich mal dem Typus "alter, geiler Feger" zu. So mutet mich Birgit Ameis nie und nimmer an. Sie war unauffällig und gediegen; das Gegenteil einer "wilden aufreizenden Hummel". Wie das schon mal jemand hier angemerkt hatte, unterließ Birgit alles, was irgendwie ein bisschen Attraktivität in ihr Aussehen gebracht hätte. Deshalb schließe ich die Sexnummer total aus.

Da nun jeder Mensch aus seiner Lebenserfahrung heraus argumentiert und von sich auf andere schließt, kann ich verstehen, dass sich nicht jede mittelalte Frau in die Person Birgit Ameis, ihre Nachtschichten und ihre Familienpflichten, hineinversetzen kann. Wenn sie dann vielleicht noch Pornofan ist, und nach jedem "scharfen, wilden Eber" Ausschau hält, ist es verständlich, anderen Lebensweisen die Lebenserfahrung abzusprechen. In dieser Hinsicht habe ich tatsächlich keine Lebenserfahrung. Ich trage es mit Fassung.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Meidericher »

Fakt ist doch: wenn es keiner der Angehörigen gewesen ist, dann muss sie vorher mit ihrem Mörder interagiert haben. Der fällt ja nicht plötzlich am Ostersamstag morgen vom Himmel. Es muss also eine Vorgeschichte gegeben haben, egal wie. Das kann der Kollege, Wandersbekanntschaft oder sonstjemand am Hahn gewesen sein.
Und daraus folgt: sie hatte ein dunkles Geheimnis.
Das will ich ihr bei allem biederen Anstrich auch nicht aberkennen. Wer kennt das nicht: von dem/ der habe ich das nie gedacht......ich selber kenne auch so einen Fall. Ich hätte die Hand für die Frau ins Feuer legen können, aber sie erzählte mir von einem Seitensprung. Die niemals im Leben habe ich vorher gesagt...

Bei dem Ganzen ist auch klar: es musste sich für sie lohnen an dem Morgen zum Parkplatz zu fahren. In der Psychologie sagt man: jedes menschliche Verhalten ist motiviert. Also gibt es auch ein Motiv für ihren Aufenthalt am Parkplatz. Findet das jemand raus, ist der Fall gelöst.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von z3001x »

gast hat geschrieben: Mittwoch, 26. August 2020, 13:22:48 Diese "zeitliche und räumliche Koordinaten" ergeben sich aber nun mal von glaubwürdigen/plausiblen/überprüften Koordinaten und wenn die Polizei sagt "es sei nicht zu schaffen" -dann heißt das, dass man die Koordinaten im großen und ganzen nicht anzweifelt und für wahrscheinlich hält.
Jetzt müsstest Du halt noch verraten, wo die Polizei das gesagt haben soll, im Fall Birgit Ameis,
dass es für die besagte Person nicht zu schaffen gewesen wäre, zur angenommenen Tatzeit in Lautzenhausen zu sein.
Ich kenne so eine Äußerung seitens Polizei / Staatsanwaltschaft nicht.

Ich find das könntest Du dann mal verlinken oder wie auch immer belegen / dokumentieren.

Das würde abgesehen davon, dass es offenbar keine Quelle für das Zitat gibt, auch bedeuten, dass die Person für den Zeitraum 6 - 9.30 Uhr morgens am Ostersamstag ein wasserdichtes Alibi hat.
Das wäre ganz abstrakt gedacht recht ungewöhnlich. Weil um die Tageszeit hat kaum jemand berufliche Verpflichtungen und auch seltenst private. Bzw das naheliegende Alibi seitens der Ehefrau fällt hier ja aus.
Theoretisch könnte Person X selbst eine Schicht ähnlich wie Frau A. gehabt haben, allerdings beisst sich das etwas mit seiner Leitungsfunktion im DWD, mMn. Und es wurde eben nicht gesagt.
Ein kurzer Hinweis auf ein Alibi der besagten Person wäre ja kaum ein brisantes Offenbaren von Ermittlungsgeheimnissen, was idR vermieden wird. Bei dem Bruder tat man das ja auch, also der wurde explizit als nicht-verdächtig bezeichnet.
Meidericher hat geschrieben: Montag, 31. August 2020, 18:28:27 Fakt ist doch: wenn es keiner der Angehörigen gewesen ist
Das wurde allerdings, jedenfalls im Stern, nicht gesagt. Es gibt ein paar Formulierungen die so klingen, aber genau besehen, heisst es immer nur, man fand nur Spuren von Berechtigten. Was einen Angehörigen allerdings nicht als Täterschaft ausschliesst.
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Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

z3001x

Du hast einen guten Punkt angesprochen hinsichtlich der Alibiangaben bei xy oder im Stern-Bericht, der sich auf einen Polizeibericht bezieht.
Der Link, den 'gast' zu einer xy-Sendung gab, funktioniert nicht. https://www.facebook.com/xyspezial/post ... 542402508/
Ich konnte keine Sendung finden. Bleibt eben nur der Stern-Bericht.

Tatsächlich aber lässt sich aus Formulierungen viel herauslesen, um die passende Hypothese bilden zu können, weil die Polizei eine abwägende Begrifflichkeit verwendet, ob in den Fallnachbesprechungen mit Herrn Cerne, oder in der Filmstimme der Fallvideos, oder in dem Bericht, den sie an den "Stern" gegeben hat.

Wenn es Alibis gibt, werden sie in die Filmhandlung eingebaut. Wenn es keine Alibis gibt, wird darüber geschwiegen.
Bei Person X wurde die Alibifrage übergangen. Das ist Fakt. Das hat m.E. auch eine Bedeutung, gerade wegen seines Verwandtschaftsverhältnisses, welches bei der Polizei in solchen Vermisstenfällen immer auf Motiv und Relevanz hinterfragt wird.

Der Stern-Bericht ist aufschlussreich und sehr deutlich dahingehend, was man ausschließen kann (Flirt, Sexualtat, Fremdtäter, Zufallstäter, Raub, Arbeitskonflikt etc.). Ja, man kann diese Deliktarten bzw. Tatmotive ausschließen, weil die Polizei das Wesen, die Person, die Hobbys und den Lebensstil der Birgit A. so detailliert beschrieben hat, wie es für eine Falldarstellung schon erstaunlich ist. Diese aufschlussreiche Detailbeschreibung in Kombination mit Logik und gesundem Menschenverstand schließt bestimmte Deliktarten von vornherein aus. Die Polizei hat diese Fakten, die sie dem "Stern" gegeben hat, zuvor wortgenau modelliert und geprüft. Nach meiner Meinung ist der Täter im Zuschnitt der veröffentlichten Daten zwar verborgen, aber logisch auffindbar. Die Beweise sind eine andere Sache. Sie sind schwierig, weil sehr viel Zeit verstrichen war, bis das Auto gefunden wurde und bis erst einmal die Suche nach BA angelaufen ist. Genau dieses ist m.E. vom Täter im Plan der Tatdurchführung einkalkuliert worden. Es gibt keine Leiche.
Schade finde ich, dass man keine Hunde eingesetzt hat. (Oder hat man?) Ob überhaupt ein Hund eine Spur zur Parkstelle am Gemeindehaus aufgenommen hätte? Aber im Jahr 2015 war das vielleicht noch nicht üblich?

Alles ist natürlich hypothetisch. Die Hypothesen sind keine Behauptungen. Sie können total falsch sein.
gasr

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von gasr »

z3001x hat geschrieben: Montag, 31. August 2020, 19:40:11 Ich find das könntest Du dann mal verlinken oder wie auch immer belegen / dokumentieren.
Das kann ich dir nicht mehr sagen -aber was spielt das noch für eine Rolle wo doch die SOKO "BA" längst aufgelöst wurde? D.h. doch im Endeffekt: Alles wurde 1.000x durchgekaut und dem Ehemann konnte man nicht annährend was beweisen/unterstellen. Ich könnte dich genau so fragen, woher du die Belege nimmst, dass der Ehemann keine Alibis hatte und damit im Stande war zig Kilometer hin-und her zu fahren?

z3001x hat geschrieben: Montag, 31. August 2020, 19:40:11 Das würde abgesehen davon, dass es offenbar keine Quelle für das Zitat gibt, auch bedeuten, dass die Person für den Zeitraum 6 - 9.30 Uhr morgens am Ostersamstag ein wasserdichtes Alibi hat.
Was heißt denn ein wasserfestes Alibi? Es reicht doch wohl aus wenn er angerufen hat/angerufen wurde(Sprich Funkzelle), wenn ihn die Nachbarn auf dem Gründstück gesehen haben, wenn er beim Bäcker war usw usw. Das sind doch alles mehr als wasserdichte Alibis als wenn er behaupten würde zu Hause gearbeitet zu haben....
CIC

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von CIC »

Ich denke, dass der Fall eigentlich geklärt ist.

Die SOKO wurde aufgelöst, weil nichts Neues mehr an Hinweisen kam. Sicherlich hat die Polizei Tatverdächtig(e), aber solange man der Person nichts nachweisen kann... Wenn wie in diesem Fall keine Leiche gefunden wird, ist die Polizei relativ machtlos. Es scheint sich alles zu widersprechen und doch wie in einem guten Plan ineinander zu greifen.

Nie und nimmer ist Birgit Ameis freiwillig gegangen, alleine das Verbringen des Autos an diesen Parkplatz und das Drapieren der Gegenstände darin sprechen Bände. Das Auto sollte erst einmal aus der Sicht der Personen, die es kannten, weggebracht werden um Zeit zu gewinnen. Auch die Aussagen der Kinder sind eindeutig, es liegt bei genauem Hinhören viel Zündstoff darin.

Hier kann wohl nur noch Kommissar Zufall helfen!
CIC

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von CIC »

Was ich noch anmerken möchte:

Die Vermutung eines Tatverlaufs, der im sexuellen Bereich (zufällig oder nicht) anzusiedeln ist, halte auch ich für ausgeschlossen. Ohne Frau Ameis zu nahe treten zu wollen, aber ihre Fotos zeigen eine Frau, die sich sehr wenige Gedanken um ihr Aussehen macht, Das ist wohl ein ganz bestimmter Typ Frau, der Make up und Schmuck rundheraus ablehnt, was aber nicht heißen soll, dass ich diesen Typ kritisiere. Ich möchte damit nur deutlich machen, dass es sehr, sehr unwahrscheinlich ist, dass sie sich aus ihrem gewohnten Lebensumfeld in ein amouröses Abenteuer gestürzt hätte, noch dazu zwischen Nachtschicht und Feiertag.

Normalerweise bevorzugen doch Männer Frauen, die "ein bisschen was hermachen" oder sich "schmücken", sei es durch ein dezentes Make up, schicke Kleidung oder eine vorteilhafte Frisur. Damit möchte ich mitnichten Oberflächlichkeit unterstellen, umgekehrt suchen die meisten Frauen ja auch optisch ansprechende Partner, sondern möchte einfach den natürlichen Anziehungsprozess zwischen zwei Menschen herausstellen.

"Sich ansprechend zu präsentieren" scheint Frau Ameis nicht (MEHR?) wichtig gewesen zu sein, sie bevorzugte eher den praktischen Lebensstil.
Auf mich wirkt sie auf den Fotos wie eine scheue, graue Maus. Sicher wird es Männer geben, die auf so etwas stehen, aber die Regel ist es bestimmt nicht. Und Frau Ameis schien in und mit ihrem Lebensumfeld zufrieden gewesen zu sein, zumindest den Aussagen der Polizei nach.
gast

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von gast »

CIC hat geschrieben: Donnerstag, 03. September 2020, 15:47:56 Ich denke, dass der Fall eigentlich geklärt ist.
DER war gut! :lol:

Wenn der Fall geklärt ist -wieso haben wir dann keine Verurteilten, wieso kennen wir den Tathergang nicht? So einfach ist es dann doch nicht! Es geht hier nicht bloß darum den einen oder anderen Beweis zu finden, sondern die müssen auch im Gesamtbild passen. Denn selbst ein Pflichtverteidiger wird die komischen Spuren nehmen um alles in Frage zu stellen. Insofern muss hier noch mehr kommen als z.B. ein nicht vorhandenes Alibi oder eine angenommene Machbarkeit.

Was das Äußere von BA angeht, so denke ich sollte man bestimmte Szenarien nich partout ausschließen. Die geschminkte und sich hübsch machende untreue Ehefrau mag es sicherlich geben, aber das machen doch Frauen wenn sie bestimmten Männern imponieren wollen. Eine Affäre im Fitnessclub, Bastellverein oder halt Wanderverein ist was völlig anderes, da man hier über die Interssen zusammen gekommen ist und das Äußere eher an 2. Oder 3.Stelle kommt. Pauschal zu sagen -eine Frau ist treu nur weil sie sich nicht zurecht macht, finde ich falsch und trügerisch.

P.S. Die reichste Frau Deutschlands war/ist eine absolut unauffälige Frau, Ehefrau und Mutter, Mitte 50 und trotzdem hat sie es fertig gebracht eine ziemlich leichtsinnige Affäre mit einem Gigolo anzufangen und ganz naiv die Schäferstündchen in öffentlichen Hotels zu vereinbaren. Wie du siehst, kann man nicht nach bestimmten Mustern gehen und sagen: Der traue ich das zu, der anderen Niemals...
CIC

Re: VERMISSTENFALL BIRGIT AMEIS (54 J.), FLUGH. HAHN, APRIL 2015

Ungelesener Beitrag von CIC »

Mannomann,

deine überhebliche Antwort zeigt, dass du meinen Beitrag entweder nicht richtig gelesen oder verstanden hast :D

Ich habe geschrieben: EIGENTLICH geklärt, weil man bei genauerem Hinsehen und Überprüfung der Faktenlage eigentlich nur zu EINEM Schluss kommen kann. Dieses EIGENTLICH hast du wohl geflissentlich überlesen, aber genaues Hinschauen ist eben nicht jedermanns Ding.

Im Übrigen: Du wirst doch wohl nicht die Milliardärsfrau Susanne Klatten - auf die du ja wohl anspielst - indirekt mit Birgit Ameis vergleichen :lol: :lol: :lol: Frau Klatten ist keineswegs eine trutschige graue Maus, sondern auf ihre Art eine aparte, gepflegte Frau, die immer zurechtgemacht ist! Ihr Kurzhaarschnitt entspricht vielleicht nicht den gängigen Vorstellungen von Sexappeal, aber der Rest der Aufmachung stimmt. Trotz allem wirkt sie sehr weiblich und anziehend.

Sicherlich kann man nicht gänzlich ausschließen, dass auch mal ein Mauerblümchen eine Affäre hat, aber selbst dir sollte es doch einleuchten, dass Frau Ameis zwischen einer langen Nachtschicht, einer langen Autofahrt und der bevorstehenden Autofahrt der Sinn eher nicht nach einem Abenteuer stand. Dazu hätte sie eine bessere Gelegenheit in ihrem Apartment gehabt und hätte nicht ein paar Hundert Meter weiter ihr Auto auf einem Gemeindeparkplatz abstellen müssen...
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