TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Fälle: Arian Arnold, Jenny Böken, Kirsten Heisig, Unbek. Junge (Oelsa/Osterzgebirge), Isabelle Kellenberger, Malina Klaar, Yolanda Klug, Elisa Lam, Paula Maaßen, Christian Morgenstern, Theresa Stahl, Georgeta Tapu
String27
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von String27 »

Catch super danke Dir für den Beitrag, kann leider nicht jeden Tag vor Ort sein. Bist Du generell auch vor Ort oder nicht?
Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

String27 hat geschrieben: Dienstag, 21. Oktober 2025, 21:57:57 Catch super danke Dir für den Beitrag …
Gerne! Aber: Catch ohne 22 klingt wie Trick ohne 17 – oder wie String ohne 27. Dennoch: herzlich willkommen im HET! ;-)

String27 hat geschrieben: Dienstag, 21. Oktober 2025, 21:57:57 … Bist Du generell auch vor Ort …?
Nein. Die Stallwache vor Ort halten @Fassbinder und @Rabunsel (eine Userin von Allmystery) und liefern regelmäßig Prozessberichte. Ich selbst steuere für jeden Sitzungstag einen Pressespiegel bei:
1.–5. Sitzungstag
6. Sitzungstag
7. Sitzungstag

String27 hat geschrieben: Dienstag, 21. Oktober 2025, 21:56:09 … Angela R. Ist doch nicht glaubwürdig? …
Das war erst der Anfang. Das gesamte Kartenhaus der StA wackelt. Beim nächsten Windhauch zerfällt‘s zu Staub. Erst der JVA-Zeuge, dann die Hausparty und das Tischtennisspiel – ein Waterloo jagt das nächste. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die StA weiß, was ihr dräut.
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung möchten die Zeugin Anna D. vorladen, um zu eruieren, wann und mit welchem Inhalt, Verena mit ihr Nachrichten ausgetauscht hat.
Anna D., soweit ich das aus den vergangenen Prozesstagen verstanden habe, müsste das die Exfreundin des Autoschrauberkollegen von Sebastian sein.
Wenn es wirklich um diese Person geht, ist sie es , welche im ersten Prozess ausgesagt hat, sie und Verena sind nicht gut aufeinander zu sprechen, da Verena gerne Eifersucht und Zwist schürt und Feuer legt ( natürlich symbolisch gemeint). Auf die Frage nach Sebastian, hat sie ihn beschrieben, dass er eher zu den "angenehmeren" Männern zähle. Spekulation : vermutlich meinte sie damit , dass er nicht zu denen gehört, die nach 2 Bier aufdringlich werden.
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

Laut Berichten im Nachbarforum hat Verena u.a. bei der Polizei ausgesagt , sie hätte Angst vor Sebastian.
Ihre Mutter sagt gestern im Prozess aus, an das "Geständnis" könne sie sich erinnern.
Trotzdem lassen sie Sebastian bei Verena im Zimmer übernachten, obwohl Verena ja angeblich Angst hat vor ihm !
Klärt mich mal jemand auf, was das soll ? Special Thrill ??
Nach dem "Geständnis" an jenem Abend, feiert und säuft man dann weiter ?
Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

andi55 hat geschrieben: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 00:23:28 Laut Berichten im Nachbarforum hat Verena u.a. bei der Polizei ausgesagt, sie hätte Angst vor Sebastian. …
Nicht nur im „Nachbarforum“! Hier auch – noch dazu kompakt und vorgekaut:
Catch22 hat geschrieben: Dienstag, 21. Oktober 2025, 20:14:05
► Zeugin: KHKin Michaela S. zu Vernehmungen von Verena R.

2. Vernehmung am 18.11.2022
• Verena fürchte sich vor Sebastian

andi55 hat geschrieben: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 00:01:44 … Anna D. … müsste … die Exfreundin des Autoschrauberkollegen von Sebastian sein. … sie und Verena sind nicht gut aufeinander zu sprechen, da Verena gerne Eifersucht und Zwist schürt und Feuer legt …
Danke für die Aufklärung!
String27
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von String27 »

Danke Catch22 und sorry 😂die Polizisten und die Familie R. Sind so Unglaubwürdigkeit. Da ist soviel schief gelaufen alleine von den Ermittlungen. Neulich habe ich einen Bericht gesehen 50% der Urteile waren falsch von Landgericht Traunstein 2023
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

Wir konsumieren täglich so viel Müll an Informationen, dass man tags darauf schon vieles wieder vergessen hat.
Da der Fall hier so große Wellen schlug, kann ich mich an vieles noch erinnern. Allerdings habe ich wohl auch Scheinerinnerungen.
Ich bin mir heute noch sicher , dass ich zum ersten Mal davon gelesen habe am 03.10.2022, dem Feiertag also und das bereits Spätnachmittag
im Videotext des Bayerischen Fernsehen. Aber anscheinend plagen mich auch Scheinerinnerungen, obwohl ich mir so sicher bin.
Das wird sich nach 3 Jahren wohl nicht mehr aufklären lassen, ob nicht doch ein Journalist des BR, der in der Gegend Prien und Aschau wohnt, etwas zeitnah mitbekommen hat und veröffentlicht hat.
Sebastian gehört nicht zu der Generation die Videotext liest, aber vielleicht hat er tatsächlich mitbekommen wie man sich in der Familie darüber unterhalten hat, weil es dort jemand gelesen hat ??
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

Heute Lea R. im Zeugenstand. Wieder eine neue Wortwahl wie dieses "Geständnis" ausgesehen haben soll.
Mittlerweile kommen mir 3 Versionen in den Sinn.

1.) Ja mei, dann war ich's halt
2.) ja ich bin der Mörder von Aschau
3.) Ja okay, ich geb es zu, ich war's

Ja was denn nun ?
Wenn ich mich an einen Smalltalk erinnern soll, weiß ich auch den genauen Wortlaut nicht mehr und kann es nur sinngemäß wiedergeben.
Aber bei einem so einschneidenden Erlebnis, welches einen seit nunmehr 3 Jahren beschäftigt, brennt sich das doch ins Gedächtnis und man erinnert sich an die Betonung jeder einzelnen Silbe. Und hier gibt es mindestens 3 Versionen des Geständnisses.
Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Catch22 »

String27 hat geschrieben: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 08:19:20 … Neulich habe ich einen Bericht gesehen 50% der Urteile waren falsch von Landgericht Traunstein 2023
Korrekt. Gezählt werden dabei aber nur diejenigen Strafurteile, die mit dem Rechtsmittel der Revision angegriffen wurden. Von den übrigen weiß man es nicht!

2024 trat gegenüber 2023 eine leichte Verbesserung ein. Die Zahlen für 2025 kenne ich nicht. Was die BGH-Statistik für das LG Traunstein 2023 und 2024 verrät, findest Du hier:
viewtopic.php?p=292440#p292440
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

@Catch22
Habe soeben auf Ippen Media das Interview mit Herrn Dr. Georg angeschaut !
Stell Dir vor, heute hat eine Kriminaloberkommissarin ausgesagt und Verena als "DRAMAQUEEN" bezeichnet.
Exakt den Wortlaut und die Vokabel habe ich vor 2 Jahren schon benutzt und ausgiebig kommentiert !!!!
Erinnerst Du Dich ? Ich kenne diese Art Gören , nicht sonderlich intelligent aber hochgradig manipulativ, dass wir alle noch was lernen können.
Die letzten Monate tat es mir fast ein wenig leid, dass ich Verena vor 2 Jahren im ersten Prozess gar so in die Pfanne gehauen habe
und nun sieht es danach aus, als wäre ich komplett richtig gelegen.
Und was ist mit der Mutter der beiden Mädels ??
Man setzt sich doch mal gemeinsam hin und rekapituliert was war denn eigentlich und wann ?
Dass sich in der Aufregung manchmal Dinge verselbstständigen will ich gar nicht ausschließen, aber irgendwann setzt man sich gemeinsam hin
und sortiert gemeinsam Erinnerungen und Gedanken.
Zur Hölle nochmal, wird in diesen Familien nur gesoffen anstatt geredet. Sorry, dass ich mich gerade gehen lass mit meiner Wortwahl !
String27
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von String27 »

@andi55 kannst du bitte mal den link von den Interview reinposten ? Finde den nicht mit Yves
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Catch22
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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8. Sitzungstag – 22.10.2025

OVB: Live-Ticker

Das Oberbayerische Volksblatt (OVB) berichtet:

(Nachfolgende Zusammenfassung enthält auch Infos aus dem Ticker der PNP, Link siehe weiter unten.)

► Zeugin Lea R. (20)
• Zeugenbeistand: RA Axel Reiter
• kenne Sebastian durch Verena
• mit Sebastian befreundet, zu dritt viel gemacht

• 03.10.2022: Tischtennis mit weiterem Freund, zu viert
• Strandbad in Übersee
• Sebastian: in Aschau sei ein Mädchen umgebracht worden
• alle seien überrascht, geschockt gewesen
• kaum weitere Erinnerungen
• nach Fall gegoogelt, nichts gefunden
• Vorsitzende: bei Aussage nachgehakt?
• Vorsitzende: Wer habe wen wann nach Hause gefahren?
• Vorsitzende: Gesundheitszustand?
• keine Erinnerungen
• Vorsitzende: Treffen Verenas abends mit Sebastian?
• Verena habe es ihr erzählt
• könne auch ein nachfolgender Abend gewesen sein

• 2 Messerdrohungen Sebastians gegenüber Verena
• jeweils im Auto
• Lea hinten, Sebastian auf Beifahrersitz neben Verena
• 1. Messer an Hals gehalten
• 2. an Oberschenkel gefasst [lt. PNP: und mit Messer gedroht]
• Verena habe Hand weggeschoben
• erst geschockt, aber nicht ernstgenommen
• keine Erinnerung an eigene Reaktion
• keine Erinnerung, ob mit Verena darüber geredet
• auf Nachfrage RA Dr. Georg: Attacken jeweils, als Auto stand
• RA Dr. Georg: Wetter, Standort Auto, Gesprächsthemen?
→ Weinkrampf der Zeugin → Pause
• RA Dr. Georg: Gesundheitszustand?
• habe psychische Erkrankungen gehabt, Depressionen
• habe Tabletten verschrieben bekommen
• Ursache sei Trennung der Eltern
• 2020–21 in Behandlung, Sozialpädiatr. Zentrum Traunstein
• Verteidigung will Krankenakte einsehen
• Zeugin willigt ein
• RA Dr. Georg: Sebastian Tat zugetraut?
• „Niemals!“
• alle im Freundeskreis sehr traurig angesichts Haftbefehl

• 17.11.2022: Hausparty
• Sebastian: „Ja, ok. Ich geb‘ es zu, ich war‘s!“
• Satz nicht ernstgenommen
• alle hätten was getrunken
• mit Mutter + Schwester später am Abend darüber gesprochen
• keine Erinnerung an Gesprächsinhalt
• Sebastian habe im Hause R. übernachtet
• Vorsitzende: keine Gedanken gemacht über Mörder im Haus?
• nein
• Vorsitzende: „Sie haben es nicht geglaubt?“
• nein
• Vorsitzende: bei Polizei 22.11.2022 Satz nicht erwähnt, erst 2023 bei Gericht
• keine Erinnerung
• Vorsitzende: Satz nicht selbst gehört, sondern von Dritten?
• Satz sicher selbst gehört, den habe Sebastian so gesagt

► Verteidigung bittet Lea R. um Handy
• wegen Kommunikation mit Mutter Angela R.
• Lea R. holt Handy aus Auto, übergibt es Vorsitzender
• Richter finden Sprachnachrichten mit Bezug zum Prozess
→ Handy sichergestellt
→ Handys von Angela und Verena R. werden sichergestellt

► RAin Rick erwägt Strafanzeige gegen Mutter Angela R.

Video einer Eiskeller-Kamera
• Stirnlampe „joggt“ 8 Sek. durchs Bild
• keine Erkenntnis über Länge der Hose

► Zeuge: Eiskeller-Gast (24) zum Jogger
• gegen 2.00 Uhr Eiskeller verlassen
• mit Freunden bei Auto auf Parkplatz gestanden
• habe Jogger gesehen
• unbekannt, ob männlich oder weiblich
• relativ kalt, aber nicht geregnet
• Jogger: schwarze lange Hose, evtl. Leggings + kurze Hose

► Zeuge: Eiskeller-Gast (24, „Baumbach“) zum Jogger
• gegen 2.18 Uhr Eiskeller verlassen
• zu Fuß mit Freunden auf Heimweg
• habe Jogger auf Höhe „Wirtshaus zum Baumbach“ gesehen
• Jogger sei auf rechter Fahrbahnseite entgegengekommen
• Jogger: kurze Sporthose

► Zeugin: Eiskeller-Gast (30) zum Jogger
• kurz vor 2.30 Uhr Eiskeller verlassen [lt. PNP um 2.10 Uhr]
• auf Weg zum Auto auf Parkplatz Jogger entgegengekommen
• Jogger: lt. früherer Aussage kurze Hose (sei zutreffend)
• keine Erinnerung an weitere Kleidung und Stirnlampe

► Zeuge: Sch. (23), Eiskeller-Abholer zum Jogger
• Freundin sei allein im Eiskeller gewesen
• gegen 2.10 Uhr auf Parkplatz angekommen
• habe parallel zum Eiskeller geparkt
• 2.10 bis 2.30 Uhr im Auto gesessen, als Abholer gewartet
• Jogger auf Parkplatz an Auto vorbeigelaufen
• Jogger: Stirnlampe, Windbreaker, kurze Hose

Morgen geht‘s weiter:
► Zeugen zu GPS-Daten, Funkzellen, Handy-Daten
→ Hannas Weg nach Verlassen des Eiskellers

Spoiler – hier klicken!
Sprachen die Zeuginnen über ihre Aussagen vor Gericht? Handy von Lea R. beschlagnahmt

Bild
Sebastian T. … vor Gericht … © Haindl



Update 11.30 Uhr – „Dann hat er ihr ein Messer an den Hals gehalten“

Der achte Prozesstag startete mit einer Mitteilung der Vorsitzenden … Will zur gestrigen Anhörung der Mutter von Verena R. … Sie hatte ausgesagt, dass Sebastian T. … in ihrem Haus den Mord … gestanden habe. Ansonsten konnte sie sich jedoch kaum an etwas erinnern. „Dass man sich trotz der Außergewöhnlichkeit dieses Geschehens eigentlich an fast gar nichts mehr erinnern kann, erscheint uns merkwürdig“, teilte diesbezüglich das Gericht mit.

Anschließend wurde Lea R., die Schwester Verenas, in den Gerichtssaal gerufen. „Wie sah denn Ihr 3. Oktober aus?“, fragte Richterin Will die Zeugin. „Soweit ich mich erinnern kann, waren wir an dem Tag zu viert beim Tischtennisspielen bei einem Strandbad in Übersee.“ Man sei nachmittags in Verenas Auto losgefahren. Nach dem Spiel habe man sich zusammen ans Auto gestellt und geredet. „Da fragte T., ob wir schon gehört haben, dass in Aschau ein Mädchen umgebracht worden sei.“

Lea konnte sich um die Aussage herum drei Jahre später nur wenig an das Gespräch erinnern. „Ich glaube, ich habe im Internet noch nachgeschaut an dem Abend. Aber ich habe dazu nichts gefunden“, sagte die Zeugin. Sie sagte auch, dass ihre Schwester ihr erzählt habe, dass sie sich allein mit Sebastian T. getroffen habe. „Es kann sein, dass es dieser oder ein anderer Abend war.“ Lea R. sei einmal dabei gewesen, als Sebastian T. ihre Schwester mit einem Messer bedrohte, sagte sie.

„Wir waren im Auto, meine Schwester auf dem Fahrersitz, Sebastian auf dem Beifahrersitz und ich hinten. Dann hat er von rechts ein Messer an ihren Hals gehalten.“ Die Mädchen seien zuerst geschockt gewesen, aber hätten es nicht so ernst genommen. „Ein anderes Mal hat er sie im Auto am Oberschenkel angefasst – ziemlich nah am Intimbereich. Da hat meine Schwester seine Hand weggeschoben. Sie wollte das nicht.“

Als nach einer kurzen Fragerunde die Verteidigung an die Reihe kam, nahm Dr. Yves Georg die Zeugin in die Mangel. Es ging um die Bedrohung und das „Anfassen“ im Auto: Wie war das Wetter an diesem Tag, wo stand das Auto, wie lang, was wurde geredet und vieles mehr. Nach kurzer Zeit brach Lea R. dann in Tränen aus. Weil eine weitere Befragung erstmal nicht möglich war, musste eine Pause gemacht werden.

Update 13.10 Uhr – Handy von Lea R. beschlagnahmt

Nach der Pause ging die Befragung von Lea R. weiter … Die Verteidigung wollte von ihr wissen, welche Spiele Lea und ihre Schwester mit Sebastian gespielt hatten. Welche Gespräche die Geschwister nach ihren Vernehmungen, nach dem ersten und vor dem erneuten Prozess gegen Sebastian T. miteinander führten. Die Zeugin gab an, dass ihre Schwester bereits während der ersten Verhandlung sehr gelitten habe. Auch dieses Mal habe Verena R. große Sorge und Angst vor ihrer bevorstehenden Aussage vor Gericht.

Dann ging es um die Party, die am 17. November 2022 im Haus der Familie R. stattfand. Dieser Abend sei Lea noch gut in Erinnerung, weil man an dem Abend über das Thema „Hanna W.“ gesprochen habe. Sebastian T. habe dabei fallen gelassen: „Ja, ich war’s, ich habe Hanna umgebracht.“ Weil man Alkohol getrunken habe, hätte man das aber nicht weiter ernst genommen und auch nicht groß nachgefragt.

Richterin … Will bohrte nach, weil Lea R. dies bei ihren polizeilichen Vernehmungen nicht angegeben habe – erst bei ihrer Zeugenaussage im ersten Prozess. Die Zeugin blieb aber dabei, dass sie den Satz von Sebastian gehört habe. „Danach hat er richtig viel Alkohol getrunken und musste sich dann auch übergeben“, so die Zeugin. Sebastian T. habe an diesem Abend auch im Haus der Familie übernachtet.

„Jetzt haben Sie jemanden im Haus, der sagte, eine junge Frau umgebracht zu haben und Sie haben sich keine Gedanken darüber gemacht?“, fragte Richterin Will. „Nein“, sagte die Zeugin. „Sie haben es nicht geglaubt?“, fragte Will erneut und Lea verneinte. Sebastian habe an dem Abend „bedrückt“ gewirkt. „Uns ist es komisch vorgekommen, dass Sebastian T. sich nach dem 3. Oktober sehr oft bei uns aufhielt“, so die Zeugin.

Während der Befragung wurde schließlich das Handy der Zeugin beschlagnahmt. Auf Anfrage der Vorsitzenden Richterin, ob das Smartphone durchgesehen werden dürfe, wurden konkrete Inhalte darauf gefunden, die mit dem Prozess in Zusammenhang stehen.

Update 15.45 Uhr – Zeugen zum nächtlichen Jogger: Drei sagen kurze Hose, einer lang

Nach der Entlassung der Zeugin Lea R. teilte die Vorsitzende Richterin Heike Will mit, dass auch die Telefone ihrer Schwester und Mutter gesichtet werden sollen. Haben sich die Zeuginnen vor ihren Aussagen im Prozess … abgesprochen? … Absprachen könnten … strafrechtliche Folgen … haben.

Anschließend wurde ein Überwachungsvideo gesichtet, das den nächtlichen Jogger … zeigte. Das Video war kurz, der Läufer schnell – innerhalb von Sekunden war der Jogger wieder aus dem Bild verschwunden. Für das Gericht ließ sich daraus keine Erkenntnis über die Länge der Hose gewinnen. Nach mehreren Versuchen wurde schließlich ein weiterer Zeuge in den Saal gerufen.

Trug der Jogger eine kurze oder lange Hose?

Der junge Mann hatte … gegen 2.00 Uhr … den … Eiskeller verlassen und war mit Freunden bei seinem Auto am Parkplatz in der Schlossbergstraße gestanden, als er den nächtlichen Jogger erblickte. „Es war ungewöhnlich, so spät nachts einen Jogger zu sehen“, so der Zeuge. Aus diesem Grund habe er auch seine Freunde auf den Läufer hingewiesen. „Es war relativ kalt, aber es hat nicht geregnet“, so der junge Mann. „Was ich sicher sagen kann, ist, dass der Jogger eine schwarze lange Hose anhatte – eventuell Leggings, wie man sie unter kurzen Hosen trägt.“

Der zweite Zeuge, der den Club wohl gegen 2:18 Uhr verlassen hatte, gab an, den Jogger auf Höhe vom Gasthof Baumbach gesehen zu haben. Er sei ihm und seinen Freunden auf der rechten Fahrbahnseite entgegengekommen. „Ich bin mir sicher, dass er sportliche, dunkle Kleidung anhatte. Er trug eine kurze Sporthose und fand es untypisch. Ob er drunter anhatte, weiß ich nicht.“

Die dritte Zeugin gab an, dass sie den Club … um kurz vor halb drei verlassen habe. Auf dem Weg zum Auto sei ihr auf dem Parkplatz der Jogger von der Kampenwandstraße aus entgegengekommen. „Es war ein Mann. Damals habe ich bei der Polizei ausgesagt, dass er eine kurze Hose trug. Das habe ich wahrheitsgemäß ausgesagt.“ An weitere Kleidungsstücke oder eine Stirnlampe konnte sich die Zeugin nicht erinnern.

Der letzte Zeuge … sagte aus, er sei gegen 2.10 Uhr am Festhallenparkplatz angekommen und habe parallel zum Club Eiskeller geparkt. „Auf dem Parkplatz ist dann von der Kampenwandstraße kommend ein Jogger an meinem Auto vorbeigelaufen. Er hatte eine Stirnlampe auf, einen Windbreaker an und trug eine kurze Hose“, so der Zeuge. „Ich habe mich gewundert – einmal wegen der Uhrzeit und wegen der Temperatur, auch wegen der kurzen Hose. Das war schon so, dass mir das im Gedächtnis geblieben ist.“



Rosenheim24.de am 22.10.2025
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 98048.html
ohne Paywall:
https://www.removepaywall.com/search?ur ... 98048.html

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... d-Comments


PNP: Live-Ticker

https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... g-19513535


OVB

Inwieweit die Aussagen der R.s überraschend das Potential von Falschaussagen aufweisen, beleuchtet das Oberbayerische Volksblatt (OVB) in einem weiteren Artikel:

► Nachrichten auf Lea R.s Handy erschüttern Aussagen der R.s
► Mutter gab Töchtern Tipps zu Falschaussagen:
• Töchter sollen Erinnerungslücken vortäuschen
• um sich nicht in Widersprüche zu verstricken

In einem eingebetteten Videoclip äußert sich RA Dr. Georg zur „Drama-Queen“ Verena R., zu schlechter Ermittlungsarbeit und zu der daraus resultierenden Haltlosigkeit der gesamten Anklage. Ein Unfallgeschehen solle dennoch bewiesen werden. (Aufgezeichnet wurde das Video schon gestern, nach der Vernehmung einer KOKin.)

Spoiler – hier klicken!
Wird es jetzt für drei Zeuginnen … eng? Verräterische Nachricht auf Handy entdeckt

Bild
… Sebastian T. und seine Anwälte … © Michael Weiser



Ist es … verwunderlich, wenn Mutter und Tochter R. bei ihren Aussagen am … 21. und 22. Oktober … immer wieder mal passten? In diesem Ausmaß ja, findet nun nicht mehr nur die Verteidigung …, sondern wohl auch das Gericht. Vorsitzende … Will und ihre Beisitzerinnen runzelten häufiger die Stirn. Kann man so viel zu so ausgewählten Punkten vergessen? „In einem unplausibel auffälligem Maße“ hätten die Zeuginnen sich nichts ahnend gegeben, sagte Verteidiger Dr. … Georg hinterher.

Offenbar hatte das Ganze System. Das legen zumindest Textnachrichten nahe, die sich … auf dem Mobiltelefon von Zeugin Lea R. fanden. Die hatte ihr Mobiltelefon zwar im Auto liegen, wurde aber vom Gericht losgeschickt, das Gerät zu holen. … Was Richterin Will dann zu sagen hatte, erschüttert das Vertrauen in die Aussagen von Verena R., ihrer Schwester und ihrer Mutter.

Tipps zu Falschaussagen vor Gericht?

In einer Nachricht gab die Mutter Angela R. ihren Töchtern offenbar Tipps, wie sie sich vor Gericht zu verhalten hätten. Sie sollten Erinnerungslücken vortäuschen, um sich nicht in Widersprüche zu verstricken. „Dass sie sich miteinander austauschen und sich Tipps geben, wie man am besten vor Gericht hier lügt, das zeigt natürlich ganz besonders, dass eine Aussage weniger wert ist als die andere“, sagte Georg.

Wird da noch mehr rauskommen? Möglich. Das Gericht wird die Nachrichten sichten. Und will auch die Mobiltelefone der Mutter und von Verena R. prüfen. Der Vorgang wiegt schwer. Verena R. hatte bei der Polizei ausgesagt, Sebastian T. habe ihr am Abend des 3. Oktober 2022 von einem Mord an einer jungen Frau in Aschau berichtet. …

Nun stehen weitere belastende Aussagen auf dem Prüfstand

Stimmt das? Dann hat Sebastian T. in diesem Gespräch eindeutig Täterwissen verraten. Auch andere Aussagen aus dem Kreis der drei Frauen belasteten T. schwer. So hatte unter anderem Angela R. ausgesagt, dass Sebastian T. bei einer „Haus-Party“ mit viel Alkohol unvermittelt etwas Seltsames gesagt habe. Ja, gut, dann sei er‘s halt gewesen, habe er gesagt.

Wenn man den Aussagen Vertrauen schenkt, wäre Sebastian T. nicht nur sträflich gut informiert gewesen, er hätte auch ein höchst auffälliges Verhalten gezeigt. Doch darf man den Aussagen Glauben schenken? Die Zweifel sind jedenfalls gewachsen. In wenigen Tagen, vielleicht schon bis Freitag … könnte die Auswertung von Leas Mobiltelefon abgeschlossen sein. Dann soll Verena R. als Zeugin aussagen – die junge Frau, die den dringenden Tatverdacht gegen Sebastian T. erst aufbrachte. …

Rosenheim24.de am 22.10.2025
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 99733.html
ohne Paywall:
https://www.removepaywall.com/search?ur ... 99733.html

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... d-Comments


PNP

Über die Vernehmung von Lea R. berichtet die Passauer Neue Presse (PNP):

Spoiler – hier klicken!
… Heftiges Nachfragen der Verteidigung löst Weinkrampf bei wichtiger Zeugin aus

Bild
Eine Zeugin … hat den Angeklagten schwer belastet. Nach heftigen Nachfragen der Verteidigung brach sie mit einem Weinkrampf zusammen. – Foto: Lennart Preiss/dpa

Dreieinhalb Stunden lang musste … [Lea R.] auf der Zeugenbank … sitzen. …

… Für Zeugin L. (20) war es am Mittwoch ein schlimmer Tag. Nach heftigen und schnellen Nachfragen der Verteidigung brach sie mit einem Weinkrampf zusammen, musste von ihrem Rechtsbeistand aus dem Saal geführt werden.

Den Angeklagten belastete sie schwer: „Ich habe deutlich gehört, dass er den Mord gestanden hat.“ Dies sei am 17. November 2022 bei einer Hausparty in der Wohnung ihrer Mutter gewesen. „Ich gebe es zu, ich war es“ habe er im Kreise seiner Freunde deutlich hörbar gesagt. Das hatte tags zuvor auch schon ihre Mutter ausgesagt.

Hatte Sebastian T. Täterwissen?

Befragt von der Vorsitzenden … Will ging es zunächst um den 3. Oktober 2022 … Man habe in Übersee Tischtennis gespielt und noch mit einem weiteren Freund hinterher zusammen gestanden. Hier habe Sebastian von dem Tod der Medizinstudentin erzählt. Er soll gesagt haben: „Habt ihr schon gehört, dass da in Aschau ein Mädchen umgebracht wurde?“ Sie habe später am Handy nachgeschaut, aber von dem Fall nichts im Netz gefunden.

Befragt wurde L. auch zu dem protokollierten Messerangriff des Angeklagten auf ihre Schwester. Das sei zwei Mal vorgekommen, jeweils im Auto. „Ich war hinten gesessen, er neben ihr vorne, er hat meiner Schwester einmal das Messer an den Hals gehalten und ihr einmal in den Genitalbereich gegriffen und mit dem Messer gedroht“, sagte L.

Verteidigung stellte Glaubwürdigkeit der Zeugin infrage

Die Verteidigung indes versuchte immer wieder, die Glaubwürdigkeit der Zeugin infrage zu stellen. Verteidiger Yves Georg rückte ihren Gesundheitsstand in den Fokus, da die junge Frau psychische Probleme gehabt haben soll. Wegen leichten bis mittelschweren Depressionen seien ihr Medikamente verschrieben worden. Der Grund für die Erkrankung sei die Trennung der Eltern gewesen.

Handy der Zeugin wurde einbehalten

Am Ende der Befragung verlangte die Verteidigung das Handy der Zeugin. Grund: Korrespondenz mit ihrer Mutter. „Wir überlegen ein Verfahren gegen ihre Mutter einzuleiten“, sagte Anwältin … Rick. …

Die Vorsitzende Richterin und die beiden Beisitzerinnen hörten daraufhin die Sprachnachrichten zwischen Mutter und Tochter ab. Sie seien verfahrensrelevant, man müsse das Handy einbehalten, teilte die Richterin anschließend mit. …

PNP.de am 22.10.2025
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-be ... s-19766846
ohne Paywall:
https://archive.ph/20251022171417/https ... s-19766846


SZ

Back to the Roots blickt Benedikt Warmbrunn für die Süddeutsche Zeitung (SZ) – wie schlampige Polizeiarbeit überhaupt zur Anklage geführt haben konnte. Nicht tangiert wird allerdings die Frage, weshalb zwei Rosenheimer Pflichtverteidiger trotz Akteneinsicht von all den Widersprüchen nichts mitbekommen haben wollen.

Ein in seiner vollen Länge lesenswerter Artikel:
https://archive.ph/20251022142553/https ... li.3326807

Eine gekürzte Fassung:

Spoiler – hier klicken!
„Da hätten wir mehr nachfragen sollen“

Bild
Hat Sebastian T. wirklich einen Mord gestanden? … (Foto: Sven Hoppe/dpa)

… Die Neuauflage des Prozesses … offenbart, wie unsauber die Polizei gearbeitet hat.

An einem Donnerstagmittag im November 2022 verlässt Verena R. die Polizeiinspektion Traunstein, und sie merkt sofort, dass sie gerade einen Fehler gemacht hat. Um 13.43 Uhr verschickt sie zwei Sprachnachrichten, eine an ihre Mutter, eine an ihren besten Kumpel. Der Mutter sagt sie, sie habe der Polizei gerade „einen Schmarrn“ erzählt. Ihrem Kumpel Sebastian T. sagt sie, sie habe sich „verplappert“. …

Die Beamten … reden … am nächsten Tag noch einmal mit Verena R., 83 Minuten lang. Und auf einmal will sich die junge Frau doch nicht geirrt haben und bleibt bei der Version, die sie … schon beim ersten Mal erzählt hatte: Dass Sebastian T. ihr von einem Mord in Aschau erzählt habe, und zwar am 3. Oktober 2022 und nicht, wie sie es in den Sprachnachrichten korrigiert hatte, am 5. Oktober. Die Beamten glauben der Zeugin.

Die Ermittler halten Sebastian T. jetzt für den mutmaßlichen Mörder der … Hanna … [W.] … Keine halbe Stunde nach dem Ende der zweiten Vernehmung von Verena R. wird Sebastian T. verhaftet.

Die Ermittler hatten nur die Aussagen von Verena R.

Spätestens bei der zweiten Vernehmung der Verena R. fangen die Ermittler an zusammenzurühren, was nicht unbedingt zusammengehört. …

Was die Ermittler Ende 2022 hatten, das waren die Aussagen der Familie von Verena R. Und sie waren offenbar bereit, ihnen zu glauben, trotz aller Widersprüche.

… Die Vorsitzende Richterin im zweiten Prozess hingegen, Heike Will, lässt den Beamten nicht einmal den kleinsten Widerspruch durchgehen. Und so entfaltet sich das Bild einer Ermittlung, in der die Beamten irgendwann nur noch das gesehen haben, was sie sehen wollten: dass Sebastian T. der Täter sein müsse. …



Unstimmigkeiten „in gewissen Detailfragen“

Am Dienstagnachmittag sitzt als Zeugin im Gerichtssaal die Kriminaloberkommissarin, die zweimal mit Verena R. gesprochen hat. Ja, räumt die Ermittlerin ein, „man könne nicht von der Hand weisen“, dass es bei der Aussage von Verena R. „in gewissen Detailfragen Unstimmigkeiten“ gegeben habe. Einmal hatte Verena R. gesagt, Sebastian T. habe ihr von dem Mord bei einem Spaziergang erzählt. Ein anderes Mal sagte sie, das sei bei einem Gespräch am Auto gewesen.

Sollten die Beamten, wie sie es vor Gericht betonen, gründlich gearbeitet haben, müssten ihnen seit Anfang Dezember 2022 weitere Unstimmigkeiten aufgefallen sein. Seit diesem Zeitpunkt lag ihnen die Auswertung des Handys von Verena R. vor.

Die Ermittler konnten nun sehen, dass das Handy am 4. Oktober in einer Funkzelle in Aschau eingeloggt war und viele Schritte aufzeichnete, dass Verena R. also wohl dort spazieren gehen war – und die Beamten konnten ja aus dem ausgewerteten Handy von Sebastian T. schon wissen, dass dieser an diesem Abend auch in Aschau war und auf einer Nachrichtenseite einen Text über ein Gewaltverbrechen in Aschau aufgerufen hatte. Am 3. Oktober hingegen nicht. Außerdem war da noch eine Sprachnachricht, die Verena R. am 5. Oktober ihrer Schwester geschickt hatte: Sebastian T. habe ihr „gestern“ erzählt, dass „ein Mädl am Eiskeller umgebracht“ worden sei. Genug Unstimmigkeiten eigentlich, um noch einmal mit Verena R. zu reden. Die Beamten ließen sich Zeit bis zum 18. Januar 2023.

In dieser dritten Vernehmung befragten sie jedoch Verena R. allein zu der Sprachnachricht an ihre Schwester. Da habe die Zeugin, sagt vor Gericht die Kommissarin, „prompt“ geantwortet, sie sei sich sicher mit dem 3. Oktober. Das reichte den Ermittlern. Richterin Will reicht das nicht: Sie könne „nicht verstehen“, dass niemand Verena R. nach den anderen Sprachnachrichten befragt habe, in denen sie gesagt hatte, dass sie sich „verplappert“ habe. Die Kommissarin antwortet, sie würde „heute sagen: Das haben wir nicht gut gemacht, da hätten wir mehr nachfragen sollen“. Später spricht sie sogar davon, dass sie „Fehler“ gemacht hätten.

„Ich habe eher den Eindruck, dass Sie lügen.“

Und so ging es weiter mit der Familie von Verena R. … Die Mutter von Verena R. sagte beim ersten Mal, dass ihre Tochter die Wahrheit gesagt habe – obwohl sie aus der Sprachnachricht wusste, dass sie sich geirrt und sie ihr empfohlen hatte, das bei der Polizei zu korrigieren. Und erst bei ihrer zweiten Vernehmung fiel der Mutter ein, dass Sebastian T. am Abend vor seiner Verhaftung bei einer Hausparty die Tat gestanden habe. Als am Dienstag die Mutter vor Gericht sagt, sich an fast nichts erinnern zu können, erwidert Richterin Will: „Ich habe eher den Eindruck, dass Sie lügen.“

Die Ermittler glaubten auch der Schwester von Verena R., die ihnen erzählte, dass Sebastian T. bereits am Nachmittag des 3. Oktober nach einem Tischtennisspiel erzählt habe, dass in Aschau ein „Mädl“ umgebracht worden sei. Die Beamten … störten sich nicht daran, dass niemand sonst dieses vermeintliche Geständnis gehört hat, sie klärten nicht einmal, ob es dieses Tischtennisspiel an dem Tag überhaupt gegeben hat. …

Hatte die Familie R. nicht überrissen, welche Folgen ihre Aussagen haben könnten? … Selbst die Kriminaloberkommissarin … habe sich bei der dritten Vernehmung im Januar 2023 gefragt: „Lügt jemand? …“ …

Und doch hatte keiner der Ermittler Einwände, als die Staatsanwaltschaft Sebastian T. im Frühjahr 2023 wegen Mordes anklagte.

Süddeutsche.de am 22.10.2025
https://www.sueddeutsche.de/panorama/ha ... li.3326807
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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andi55 hat geschrieben: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 18:28:03 @Catch22
Habe soeben auf Ippen Media das Interview mit Herrn Dr. Georg angeschaut! Stell Dir vor, heute hat eine Kriminaloberkommissarin ausgesagt und Verena als "DRAMAQUEEN" bezeichnet. …
Der Videoclip muss von gestern sein (auch wenn er in einen aktuellen OVB-Artikel von heute eingebettet ist). Die KOKin war Zweite Sachbearbeiterin in der Soko und hatte bereits gestern ausgesagt:
viewtopic.php?p=305904#p305904
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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@Catch22
Wie darf man sich das denn vorstellen, dass nun auch die Handy's von Verena und Mutter R. einkassiert wurden ?
Wurden da noch vom Gerichtssaal aus die Beamten losgeschickt, um beide daheim oder am Arbeitsplatz aufzusuchen und die Handy's einzukassieren ?
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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andi55 hat geschrieben: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 21:59:48 Wie darf man sich das denn vorstellen, dass nun auch die Handy's von Verena und Mutter R. einkassiert wurden? Wurden da noch vom Gerichtssaal aus die Beamten losgeschickt …?
Ja. Gefahr der Verdunklung im Verzug.

(Zwar verlautbarten OVB und PNP nur die Absicht des Gerichts, die Handys sicherstellen zu wollen. Dies ergibt jedoch keinen Sinn. @fassbinder berichtete auf Allmystery aus dem Sitzungssaal, dass diese Entscheidung sofort vollzogen worden sei.)

@fassbinder schrieb:
Spoiler – hier klicken!
@LackyLuke77 schrieb:
Nun sollen auch noch die Handys von der Schwester und der Mutter ausgewertet werden.

Das ist auch wieder so ein Ippen-Euphemismus. Die sind natürlich sofort bei denen einmarschiert.

fassbinder1925 auf Allmystery am 22.10.2025, 18.09 Uhr (Seite 836)
https://www.allmystery.de/themen/km168746-835#id36806487
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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@Catch22
Danke ! Dann hat die Dramaqueen ja jetzt ihr Drama.
Die Ermittler wurden ja sogar selbst Opfer von Verena's hysterischen Dramen-Inszinierungen, dass sich sogar Herr RA Dr. Frank genötigt sah,
die Ermittler in Schutz zu nehmen. Du erinnerst Dich sicher wie er gesagt hat, das hätte die Zeugin (Verena) falsch verstanden, so wird das von der Polizei nicht kommuniziert. Kurzzeitig dachte ich sogar mal, vielleicht haben die ihr wirklich so viel Angst gemacht. Was sagen eigentlich die Ermittler selbst dazu, wie die Befragungssituation damals von Verena derart dramatisiert wurde ? Kamen da keine Zweifel auf, ob die Zeugin vielleicht nicht ganz rund läuft?
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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andi55 hat geschrieben: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 23:47:30 … Was sagen eigentlich die Ermittler selbst dazu, wie die Befragungssituation damals von Verena derart dramatisiert wurde? Kamen da keine Zweifel auf, ob die Zeugin vielleicht nicht ganz rund läuft?
Antworten darauf findest Du in meinem Pressespiegel zum 8. Sitzungstag (22.10.2025). Lies bitte den vollständigen Artikel der Süddeutschen Zeitung:
Catch22 hat geschrieben: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 20:14:58
SZ
Back to the Roots blickt Benedikt Warmbrunn für die Süddeutsche Zeitung (SZ) – wie schlampige Polizeiarbeit überhaupt zur Anklage geführt haben konnte. … Ein in seiner vollen Länge lesenswerter Artikel:
https://archive.ph/20251022142553/https ... li.3326807
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Habe ich bereits gelesen, alles !
Würde mich nicht wundern wenn Verena am Freitag nicht vor Gericht erscheint und stattdessen ein ärztliches Attest ins Haus flattert , dass sie mental nicht in der Lage ist auszusagen.
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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andi55 hat geschrieben: Donnerstag, 23. Oktober 2025, 00:49:23 … Würde mich nicht wundern wenn … ein ärztliches Attest ins Haus flattert …
Damit würde Verena eine amtsärztliche Untersuchung provozieren und einer späteren Ladung zur gerichtlichen Vernehmung kaum entkommen. Effektiver – und deshalb wahrscheinlicher – wird es sein, sich auf § 55 StPO zu berufen. Schau‘n mer mal, ob sie damit erneut durchkommt. Auf Verlangen müsste sie den Grund der Weigerung glaubhaft machen (§ 56 StPO).
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